| Linda: |
(rüttelt den Arm des Mannes) Karl!
(schüttelt ihn an der Schulter) Karl -
wach auf! |
| Karl: |
(fährt verschlafen hoch)
Was...wie...meine Frau kommt? |
| Linda: |
(misstrauisch) Wie bitte? |
| Karl: |
(erkennt verschlafen die Situation -
stottert) Ich mei-mei- meine...meine liebe
Frau ko-ko-kommt und weckt mich! Was ist
denn? |
| Linda: |
(hebt einen Finger) Psssst! Horch!
Da ist jemand! (zeigt mit dem Daumen auf das
Nebenzimmer) Hörst du! (man hört aus dem
Nebenzimmer wieder Stimmen - man erkennt ganze
Sätze wie: Die Leiche muss weg.... ich bring sie
alle um...jetzt geh ich und erschlag die
beiden!) |
| Karl: |
(hat sich im Bett aufgerichtet - hält
sich erschrocken die Hand vor den Mund - starrt
mit aufgerissenen Augen zur Tür) |
| Linda: |
(flüstert ängstlich) Im Haus sind
Mörder. Du musst sofort nachsehen, wer das
ist. |
| Karl: |
Ich! Du hast es doch zuerst gehört. |
| Linda: |
(aufgebracht) |
| Karl: |
Ob ich mal belle wie ein Hund? Oder ich
klopfe an die Wand. Vielleicht hört uns der
Nachbar? |
| Linda: |
(ärgerlich) Du Trottel! Der nächste
Nachbar wohnt 80 Meter entfernt. Wir wohnen doch
in einem Einfamilienhaus. Wie soll er denn da das
Klopfen hören? |
| Karl: |
Ich dachte, wenn der Wind günstig steht. -
(Man hört wieder Stimmen - Morddrohungen -
Schritte - einen Schrei.) |
| Linda: |
(erregt sich) Karl, steh auf!
Vielleicht haben sie die Erna, unser Hausmädchen,
schon ermordet. |
| Karl: |
Unsere Erna? Das glaube ich nicht, wo die zu
allen so freundlich ist. |
| Linda: |
(spitz) Ja, vor allem zu dir! Denkst
du ich habe nichts gemerkt. Du und Erna ... |
| Karl: |
(fasst sich an den Kopf) Ich bitte
dich. In dieser Situation? |
| Linda: |
Dann steh ich eben auf, du Feigling!
(steht auf - stößt einen Schrei
aus) |
| Karl: |
(zieht sich erschrocken die Decke über
den Kopf - schaut vorsichtig an der Seite
heraus) Was ist denn? |
| Linda: |
(schaut auf ihre Füße) Wie kommt
denn dein Topf mit eiskaltem Wasser auf meine
Seite? |
| Karl: |
Ich brauch keinen Topf mehr, ich nehm'
“Pampers“! - (springt aus dem
Bett - wirft sich in die Brust) Und jetzt
wirst du was erleben! Ich - ein Feigling? (lacht
künstlich) Ich habe schon ganz andere hinter mir
hergejagt! |
| Linda: |
Übernimm dich nicht! Schiebe dir lieber einen
Kleiderbügel unter die Schlafanzugjacke, damit
deine Schultern breiter wirken. |
| Karl: |
(schaut in den Spiegel) Den hau ich ... -
(Die Stimmen sind jetzt unmittelbar hinter
der Tür - es folgt eine wilde Drohung der Mann
ist mit einem Satz wieder im Bett - zieht die
Decke über den Kopf.) |
| Linda: |
(empört) So eine Pflaume von Mann!
Jetzt werde ich ... (steht auf - lauscht an
der Tür) Pst! Ich höre leises
Quietschen. |
| Karl: |
(schaut vorsichtig unter der Bettdecke
vor - flüstert:) Das wird die Tür vom
Vogelkäfig sein. |
| Linda: |
(flüstert) Wir haben doch gar keinen
Vogelkäfig! |
| Karl: |
(noch leiser) Deshalb ... quietscht
es ja auch so leise. |
| Linda: |
(wütend) Unternehme endlich
etwas! |
| Karl: |
Du hast Recht! (nimmt etwas aus dem
Schubkasten und steckt es in den Mund) |
| Linda: |
Was nimmst du da? |
| Karl: |
Eine Tablette, die mich beruhigt. Du weißt,
wie ich sein kann. Und Einbrecher sind auch nur
Menschen. (streift sich die Schlafanzugärmel
hoch) Jetzt kann ich für gar nichts mehr
garantieren. (zu seiner Frau - mit großer
Geste) Geh ins Bett! Was jetzt kommt ist
Männersache! (er geht vorsichtig zur Tür -
lauscht auf das, was gesprochen wird - plötzlich
kommt ihm die Erleuchtung. Er reißt die Tür auf -
schließt sie sofort wieder hinter sich - man hört
einen Schrei - Röcheln - dann ist alles
totenstill - die Tür geht wieder auf - der Mann
erscheint - putzt sich die Hände ab - wie nach
schwerer Arbeit - legt sich aufs Bett und sagt
mit stolzer Stimme): Du kannst
weiterschlafen. (zeigt zur Tür) Der da
sagt nichts mehr! |
| Linda: |
Karl - du ... hast doch nicht etwa...? |
| Karl: |
(nickt mit dem Kopf) Und ob ich
habe! |
| Linda: |
(mit Ehrfurcht) Nein .... du hast
wirklich? (lauscht nach der Tür) Man
hört ihn nicht mehr. |
| Karl: |
Den hörst du nicht mehr. |
| Linda: |
(umfasst seinen Arm - sagt mit zitternder
Stimme): Und was hast du gemacht? |
| Karl: |
Ich - ich habe das Radio abgestellt -
außerdem war der Krimi sowieso zu Ende! |