Inhaltsverzeichnis
Sketche für zwei Personen
Sketche für drei oder mehr Personen
Sketche für zwei Personen
Personen: Der Professor und
der Kandidat
| P: |
Also, mein junger Freund, ich habe gehört, sie
wollen heute ihr Examen machen. Sind Sie gut
vorbereitet? |
| K: |
Ach, Professor, mein Kopf ist eine einzige
Wüste. |
| P: |
Das tut mir leid, aber in der Wüste gibt es
auch Oasen. |
| K: |
Ja, aber ob das Kamel die Oasen findet? |
| P: |
Ich will zunächst einmal ihre Personalien
aufschreiben. Wie heißen Sie? |
| K: |
Stanislaus Krotschinnalotschitz, mit
Doppel-n. |
| P: |
Wie? Kro-, Kro- |
| K: |
Ja, mit Doppel-n. |
| P: |
Geboren? |
| K: |
Ja. |
| P: |
Ich meine wann? |
| K: |
Ach, Herr Professor, Sie haben doch
versprochen, dass Sie in Geschichte keine
Jahreszahlen drannehmen. |
| P: |
Was ist ihr Vater? |
| K: |
Tot. |
| P: |
Das tut mir leid, aber was war er, als er noch
nicht tot war? |
| K: |
Lebendig. |
| P: |
Nein, ich meine, was ist er von Beruf
gewesen? |
| K: |
Verheiratet. |
| P: |
Na, halten wir uns nicht länger auf, beginnen
wir mit dem Examen. Vielleicht zuerst mit der alten
Geschichte. Irgendeine Frage werden Sie sicher
beantworten können, z. B. wann wurde Rom
erbaut? |
| K: |
Rom? Hm! Vermutlich in einer Nacht. |
| P: |
Wieso? |
| K: |
Na ja, es heißt doch: "Rom wurde nicht an einem
Tage erbaut!" |
| P: |
Nein, ich merke schon, in der alten Geschichte
wissen Sie überhaupt nichts. Aber vielleicht kennen
Sie sich etwas in der modernen Geschichte aus? |
| K: |
Ja, ja. |
| P: |
So etwa in der Zeit um Blücher? Sie haben doch
sicher schon unser Blücher-Denkmal gesehen? |
| K: |
Ja, ja. |
| P: |
Nicht war, oben da steht er selber und unten da
steht die Zahl 1813. Nun sagen Sie mal, was hat
Blücher mit dieser Zahl zu tun? |
| K: |
Ja, das wird wohl seine Telefonnummer gewesen
sein. |
| P: |
Ach, ich sehe schon, Sie haben überhaupt keine
Ahnung, das ist das Einzige, was Sie haben. Aber
vielleicht ganz moderne Fragen. Wissen Sie in der
Politik Bescheid? |
| K: |
Oh, ja. |
| P: |
Definieren Sie mir einmal: Was ist ein
Staatsmann? |
| K: |
Ein Staatsmann ist ein Mann, der gute Reden
hält. |
| P: |
Natürlich, so kann man es auch sagen, aber es
genügt nicht, denn Reden halte ich auch. |
| K: |
Ja, aber ein Staatsmann ist ein Mann, der gute
Reden hält. |
| P: |
Sie, soll ich Sie rauswerfen? Wollen Sie sich
über mich lustig machen, Sie-, Sie-, Herr Kro-,
Kro- |
| K: |
Krotschinnalotschitz! Mit Doppel-n. |
| P: |
Na, versuchen wir es noch einmal. Was können
Sie über Schiller sagen. |
| K: |
Nur das Beste. |
| P: |
Kennen Sie die "Jungfrau von Orleans"? |
| K: |
Von wo? |
| P: |
Die "Jungfrau von Orleans"! |
| K: |
Ach so, ja, die kenne ich wohl schon. |
| P: |
Erinnern Sie sich an die Stelle, wo sie
spricht: Das Schlachtross steigt"? |
| K: |
Ja, da will er wohl mit sagen, dass das
Pferdefleisch teurer wird. |
| P: |
Mein Herr, ich will es noch ein letztes Mal
versuchen. Haben Sie wenigstens eine
Allgemeinbildung? |
| K: |
Ja, ja! |
| P: |
Sie sehen jeden Tag die Sonne und Sie sehen
auch den Mond. Was ist wichtiger, die Sonne oder
der Mond? |
| K: |
Hm! Nun ja, der Mond natürlich. |
| P: |
Wieso der Mond? |
| K: |
Der Mond scheint des Nachts, wenn es dunkel
ist, aber die Sonne scheint am Tage, wenn es
sowieso hell ist. |
| P: |
Sie sind ein Versager. Sie haben eine 5. Sie
sind natürlich durchgefallen. Ich habe zum letzten
Mal eine Frage an Sie. Wollen Sie den ganzen
Nachmittag einen Arrest oder zeitlebens meine
Verachtung? |
| K: |
Ach, Herr Professor, wenn ich zeitlebens um
ihre Verachtung bitten dürfte! |
Sketche für drei oder mehr Personen
Eine Schulstunde bei Lehrer Knüppelmann,
MP3 spontan
vorgetragen von Schülern der Goethe Hauptschule, Koblenz
Personen: Lehrer, 4 Schüler:
Anton, Bastian, Christian, Dieter - ca. 12
Minuten
| Schüler: |
(Lärmen) |
| Lehrer: |
(schreit) Ruhe! Wir sind hier in der
Schule und nicht auf dem Schützenfest! (Es
wird ruhig) Denkt ja nicht, dass ich keine
Ohren habe. Wer hat vor zehn Minuten in der Pause
gerufen, ich sei ein Kamel? Heraus mit der
Sprache! Ich will wissen, wer es war! Na, wer war
es?! |
| Anton: |
(steht auf) Ich, Herr Lehrer! |
| Lehrer: |
Na, das freut mich, dass du wenigstens
ehrlich bist und bei der Wahrheit bleibst. Dafür
will ich dir die Strafe noch einmal erlassen. Wo
sind wir in der letzten Rechenstunde
stehen geblieben? Bastian, mach doch den Mund zu.
In der Schule wird nicht gegähnt. Sag mir lieber,
wo wir stehen geblieben sind! |
| Bastian: |
Beim Einmaleins |
| Lehrer: |
Gut, dann zähle einmal bis zehn! |
| Bastian: |
(zählt bis zehn) |
| Lehrer: |
Kannst du das selbe auch von hinten zurück?
Dann zähle einmal umgekehrt. |
| Bastian: |
Jawohl, Herr Lehrer (dreht sich um und
zählt wieder von 1 aufwärts) |
| Lehrer: |
Du bist ein Esel! Setzen! Anton, streng du
einmal deinen Schädel an: Wenn ich dir zehn Äpfel
gebe und du diese mit deinem kleinen Bruder
teilen sollst, wie viel bekommt dann dein kleiner
Bruder? |
| Anton: |
Einen |
| Lehrer: |
Du bist eine Niete - du kannst ja nicht
rechnen! |
| Anton: |
Ich kann schon rechnen, aber mein kleiner
Bruder noch nicht. |
| Lehrer: |
Ein anderes Beispiel: Wie viel ist 9 und
9? |
| Anton: |
21! |
| Lehrer: |
18, du Dummkopf! Immer das Doppelte! Wenn ich
in einer Tasche 100 Lire habe und verliere 50
davon, was hab ich dann in der Hosentasche? |
| Anton: |
Ein Loch, Herr Lehrer! |
| Lehrer: |
So siehst du aus! Dumm wie ein Esel, aber
frech wie eine Wanze! An das Schulfenster
spucken, ja das kannst du, aber das Einmaleins
nicht. Was würdest du denn sagen, wenn ich an
euer Fenster spucken würde? |
| Anton: |
Sie sind ein Spuckkünstler, Herr Lehrer,
würde ich sagen, denn wir wohnen im fünften
Stock! |
| Lehrer: |
So etwas freches ist mir noch nie
untergekommen! Setzen Anton, ich stelle dich vor
die Tür, wenn du nicht aufhörst, mich
anzugrinsen, Und wie siehst du denn überhaupt
aus! So ungekämmt kommt man doch nicht in die
Schule! Hast du denn keinen Kamm? |
| Anton: |
Nein, Herr Lehrer! |
| Lehrer: |
Dann nimm das nächste mal den von deinem
Vater! |
| Anton: |
Der hat eine Glatze! |
| Lehrer: |
Dann gehen wir weiter. - Ja, da fällt mir
ein..., Bastian, warum hat dein Bruder den
Unterricht gestern nicht besucht? |
| Bastian: |
Herr Lehrer, mein Bruder konnte gestern den
Unterricht nicht besuchen, weil das Schwein
geschlachtet wurde. |
| Lehrer: |
Na, du bist vielleicht eine Flasche. Dein
Aufsatz sieht aber geradeso aus: der Ochse frisst,
aber dein Vater isst, hast du mich verstanden?! In
deinem Aufsatz hast du es durchwegs verkehrt
geschrieben. Verstehst du nun den Unterschied?
Der Mensch isst, und der Ochse frisst.
Verstanden?! |
| Bastian: |
Jetzt weiß ich's, Herr Lehrer! |
| Lehrer: |
Wie muss es dann heißen? |
| Bastian: |
Wenn der Ochse isst, dann sagt man fressen,
und wenn der Vater frisst, dann sagt man
essen. |
| Lehrer: |
Setzen! Da ist Hopfen und Malz verloren! Und,
Christian, was du in deinem Aufsatz geschrieben
hast, das geht auf keine Kuhhaut! Christian, warum
schlüpfen Hühner aus den Eiern? |
| Christian: |
Weil sie Angst haben, dass sie mitgekocht
werden, Herr Lehrer! |
| Lehrer: |
Das ist ja nicht zu fassen. Sind wir hier im
Irrenhaus? Setzen!
Und du hast es gerade nötig, dass du lachst,
Anton! Du bist der größte Schafskopf der ganzen
Klasse. Deinen Aufsatz werde ich übrigens
vorlesen: (nimmt ein Blatt vom Tisch, liest
vor) Der Brand. - Im letzten Sommer hat es
bei unserem Bürgermeister gebrannt. Punkt. Der
Brand entstand beim Bürgermeister im Oberstübele.
Punkt. Zuerst glimmte es nur, aber das Heu und
Stroh fing schnell Feuer, und der Brand ging
immer tiefer. Punkt. Der Bürgermeister war sehr
aufgebracht, und es brannte alles nieder, aber
das Rindvieh konnte gerettet werden, weil es
nicht versichert war. Punkt. - So ein Blödsinn!
(legt das Blatt weg) Wenn es nicht
anders wird mit dir, Anton, dann muss ich mit
deinem Vater sprechen. Den letzten Aufsatz über
den Hund hast du nämlich wortwörtlich von deiner
Schwester abgeschrieben! |
| Anton: |
Herr Lehrer, wir haben ja auch nur einen
Hund! |
| Lehrer: |
Nicht frech werden! Sonst hab ich auch noch
ganz andere Mittel! Und, Dieter, mit dir muss das
auch noch ganz anders werden. Du hast ja keine
Ahnung von der Zukunft, Gegenwart und
Vergangenheit. Du bringst ja in deinem Aufsatz
die Zeiten fürchterlich durcheinander! Kannst du
denn nicht begreifen, was ist und was war und was
kommt? Wenn ich zum Beispiel zu dir sage: "Ich
bin krank": was ist das für eine Zeit,
Dieter? |
| Dieter: |
Das ist die schönste Zeit, Herr Lehrer! |
| Lehrer: |
Du wirst das nie lernen, Esel bleibt Esel. -
Nun wollen wir noch ein bisschen die Satzlehre
wiederholen. Anton, bilde mir einen einfachen
Satz! |
| Anton: |
Der Vogel fliegt. |
| Lehrer: |
Bastian bilde auch einen Satz! |
| Bastian: |
Der Hund bellt. |
| Lehrer: |
Dieter, kannst du auch einen? |
| Dieter: |
Der Frosch springt. |
| Lehrer: |
Das sieht dir gleich! - Christian, los, auch
einen Satz bilden! |
| Christian: |
Die Katze sitzt. |
| Anton: |
Mein Vater sitzt auch, Herr Lehrer! |
| Lehrer: |
Gut, dann sag mir gleich, was du von der Gans
weißt, Anton! |
| Anton: |
Die kann man essen, Herr Lehrer! |
| Dieter: |
Man kann sie auch rupfen, Herr Lehrer |
| Lehrer: |
Nicht schlecht, Dieter - das hätte ich dir gar
nicht zugetraut! Und was bekommt man, wenn man
sie rupft? Christian, weißt du es? |
| Christian: |
(steht auf, steckt den Finger in den Mund
und überlegt) |
| Lehrer: |
Na, kommst du nicht drauf? Denk mal scharf
nach. Was habt ihr denn zum Beispiel zu Hause in
euren Betten? Na ---? |
| Christian: |
(plötzlich) Wanzen, Herr
Lehrer! |
| Lehrer: |
Federn, Christian, Federn, du Esel! Setzen,
Christian, und wir gehen weiter! Und zwar kommen
wir heute zur Ein- und Mehrzahl. Durch ein
Beispiel will ich euch das erklären. Wenn ihr zum
Beispiel einen Ochsen seht, dann ist das die
Einzahl. Wenn ihr zwei Ochsen seht, ist das die
Mehrzahl. Sind es aber so viele Ochsen, dass man
sie nicht mehr zählen kann, dann ist das eine
Herde. (eilt zu Bastian) Das sieht dir
ja wieder ähnlich, Bastian! Wenn ich etwas
erkläre, dann schläfst du! Wiederhole sofort, was
ich gesagt habe! |
| Bastian: |
(verschlafen aufstehend)Ein Ochse
ist ein Ochse, und zwei Ochsen sind zwei Ochsen,
und wenn so viele Ochsen sind, dass man sie nicht
mehr zählen kann, dann ist das eine Behörde. |
| Lehrer: |
Schmutzian! So siehst du aus! 100 mal
abschreiben, was ich gesagt habe! Ich werde dir
helfen! Und nun zur Farbenlehre: Rot ist die
Farbe der Liebe, blau ist die Farbe der Treue,
grün ist die Farbe der Hoffnung, weiß ist die
Farbe der Freude, schwarz ist die Farbe der
Trauer. Daher werdet ihr immer wieder eine Braut
im weißen Kleid zum Traualtar gehen sehen, weil
weiß die Farbe der Freude ist. |
| Dieter: |
Herr Lehrer, warum geht dann der Bräutigam
immer in schwarz? |
| Lehrer: |
Das hat alles seine Bedeutung, da wirst du
später schon selbst darauf kommen! (Eilt
empört zu Anton, da dieser mit einer
Gummischleuder spielt) Also, Anton, das ist
ja unerhört! Du bist doch der größte Lausbub aus
der ganzen Klasse! Gib sofort deine Schusswaffe
fort! |
| Anton: |
Jawohl, Herr Lehrer! |
| Lehrer: |
Sag mir sofort die Hauptstadt von Baden! |
| Anton: |
(steht auf und schaut recht dumm)
Die - Hauptstadt von Baden - |
| Lehrer: |
Na, wird's bald? Bastian, nicht einsagen, du
bist ja derselbe Esel! |
| Anton: |
Die Hauptstadt von Baden ist... |
| Lehrer: |
Das erste Wort ist ein männlicher Vorname,
das zweite suchst du, wenn du dich abends zu Bett
legst. |
| Anton: |
Hab's schon, Herr Lehrer:
Friedrichshaferl! |
| Lehrer: |
Karlsruhe, du Hornochse! Setzen! Und jetzt
wollen wir noch den Blutkreislauf des Menschen
durchnehmen. Das Blut durchfließt den ganzen
menschlichen Körper. Stimmt das, Christian? |
| Christian: |
Kann schon sein! |
| Lehrer: |
Und wenn ich dann auf den Füßen stehe, warum
fließt nicht alles Blut in die Füße? |
| Christian: |
Weil die Füße nicht hohl sind, Herr
Lehrer! |
| Lehrer: |
Setzen, Christian - das hat ganz andere
Zusammenhänge. - Nun, Bastian, die nächste Frage:
mit dem Blut hängt auch die Kalkbindung im Körper
zusammen, und mit der Kalkbindung sind die Zähne
verbunden. Bastian, kannst du mir sagen, welche
Zähne der Mensch zuletzt bekommt? |
| Bastian: |
Die falschen. |
| Lehrer: |
Unsinn! (eilt zu Dieter, der in einen
Spiegel schaut) Dieter, sofort tust du den
Spiegel weg! Deine Wangen beobachte ich schon die
längste Zeit! Hast du Zahnweh? Warum ist deine
rechte Wange so rot? |
| Dieter: |
Weil mein Vater Linkshänder ist, Herr
Lehrer! |
| Lehrer: |
(Der Lehrer sieht, wie Anton versucht,
seinen Vordermann Papierknödel ins Genick zu
stecken und geht dazwischen.) Du ewiger
Mistmacher, du Lausbub! Stockdumm, aber dem
Vordermann Papierknödel ins Genick stecken!
Ich schlag dir die Pfoten weg! Gib mir lieber
Antwort auf meine Frage: Warum muss der Mensch
fleißig sein? |
| Anton: |
Das frage ich mich auch, Herr Lehrer! |
| Lehrer: |
(schreit) Das ist ja unerhört! Ihr
seid ja lauter Trottel! Und so was will einmal an
die höhere Schule? Das gab es zu meiner Zeit
nicht! Da konnte nicht jeder Ochse studieren -
ich war der einzige aus der ganzen Umgebung! |
Video spontan
vorgetragen von Schülern der Goethe Hauptschule, Koblenz
Personen: Vater Hermann, Mutter
Elke und Sohn der Familie Redlich
Wir befinden uns im Wohnzimmer der Familie
Redlich. Vater Redlich sitzt gemütlich in seinem
Fernsehsessel und buchstabiert im milden Schein der
Leselampe seine geliebte Bildzeitung. Mutter Redlich
poliert ihren geliebten Gummibaum. Beider Sohn sitzt
über seine Hausaufgaben. Er versucht es
zumindest...
| Sohn: |
Papa! |
| Vater: |
abwesend Ja? |
| Sohn: |
Ich hab hier 'ne Rechenaufgabe. |
| Vater: |
Meinetwegen. Aber komm nicht so spät nach
Hause! |
| Sohn: |
Ich hab hier 'ne Rechenaufgabe, die krieg ich
nicht raus! |
| Vater: |
bei der Suche Was? Die kriegst du nicht raus?
Zeig mal her. |
| Sohn: |
Hier. 28 durch 7. |
| Vater: |
28 durch 7? Und das kriegst du nicht raus?
Elke!! Dein Sohn kriegt 28 durch 7 nicht
raus! |
| Mutti: |
Dann hilf ihm doch! |
| Sohn: |
Was heißt denn 28 durch 7, Papa? Wofür brauch
ich das denn? |
| Vater: |
Wofür? Wofür? Alle naslang brauchst du das!
Stell dir vor, du hast 28 Äpfel, ihr seid sieben
Buben und wollt die Äpfel untereinander
aufteilen! |
| Sohn: |
Wir sind aber immer nur vier! Der Hops, der
Kurt, sein Bruder und ich! |
| Vater: |
Dann nehmt ihr halt noch den Erwin, den Gerd
und den Henner dazu, dann seid ihr... |
| Sohn: |
Der Henner ist blöd. Der kriegt keinen
Apfel. |
| Vater: |
Na, dann musst du halt sehen, wen du sonst
noch auf der Straße triffst. |
| Mutti: |
Der Junge geht mir nicht auf die Straße! Der
macht jetzt seine Schulaufgaben! |
| Vater: |
Jetzt misch dich nicht auch noch ein! Oder
weißt du eine bessere Erklärung dafür, wie 28
durch 7 geht? |
| Mutti: |
Jedenfalls geht der Junge nicht auf die
Straße! |
| Vater: |
Gut! Er bleibt hier! Wir haben also keine
sieben Buben, sondern 28 Äpfel und die teilen wir
jetzt durch sieben Birnen, das macht... |
| Mutti: |
Aber Hermann! Das geht doch gar nicht! |
| Vater: |
Ja, ja, 's war falsch... Nun macht doch nicht
alles so kompliziert! Ihr seid also keine sieben
Birnen... äh... Buben... ihr seid sieben...
sieben... na! Sieben Zwerge! Jawohl, ihr seid
sieben Zwerge. |
| Sohn: |
Und? |
| Vater: |
Und die haben zusammen eine
28-Zimmer-Wohnung! |
| Mutti: |
Hermann, es gibt doch in der ganzen Stadt
keine 28-Zimmer-Wohnung! |
| Vater: |
Natürlich nicht! Es gibt ja auch in der
ganzen Stadt keine sieben Zwerge. Wenn ich deine
unqualifizierten Bemerkungen schon höre! |
| Mutti: |
Unqualifiziert! Aha! Und was machen deine
sieben Zwerge in ihrer 28-Zimmer-Wohnung? |
| Vater: |
Wohnen! Was denn sonst? 28 Zimmer durch
sieben Zwerge! |
| Mutti: |
Soso! Die gehen da durch. Hintereinander -
wie? |
| Sohn: |
Und was macht das Schneewittchen, Papa? |
| Vater: |
Die? Die soll bleiben, wo sie ist, die dumme
Nuss! |
| Mutti: |
Aber Hermann! |
| Vater: |
Na gut. Nehmen wir halt was anderes! Die
sieben Geißlein zum Beispiel. Die mit den Wölfen.
Also: Sieben Geißlein durch 28 Wölfe. Wie viel
Wölfe frisst jedes Geißlein? |
| Mutti: |
Ach Hermann! |
| Vater: |
Ach Hermann! Geißlein! Wölfelein! Lasst mich
doch endlich mit dem Mist zufrieden! |
| Sohn: |
Was ist denn nun 28 durch 7?! |
| Vater: |
Du hast Recht mein Junge, man muss die Nerven
behalten! Also, wer frisst denn da immer die
Wölfe? Elke? |
| Mutti: |
Was weiß denn ich? Rotkäppchen
vielleicht? |
| Vater: |
Na gut! Sieben Rotkäppchen fressen 28
Geißlein... oder anders: Die Wälder! Die Wälder!
28 Rotkäppchen rennen durch 28 Wälder... |
| Mutti: |
... und 28 Großmütter fressen sieben
Wölfe... |
| Vater: |
schreiend ... und sieben Geißlein kaufen sich
28 Wackersteine... |
| Sohn: |
)schreit) Schreit doch nicht so! Das
geht mir auf den Wecker! |
| Vater: |
Wecker! Sehr gut! Du hast 28 Wecker, und du
musst um sieben raus. Wie viel... |
| Mutti: |
Seit wann muss der Junge denn um sieben
raus?! Der muss um halb sieben raus, so wie der
immer rumtrödelt! |
| Vater: |
Gut! Gut! |
| Mutti: |
Und wenn du schon mit Beispielen kommst, dann
denk dir doch eins aus, unter dem sich der Junge
auch etwas vorstellen kann! |
| Vater: |
Ist recht! Ist recht! 28 durch 7. Das muss
man teilen... Verstehst du? Wie einen Kuchen! Du
hast eine Torte und die teilst du in der Mitte
durch. Und dann ist sie geteilt, klar? |
| Sohn: |
Ja. Und dann? |
| Vater: |
Und bei deiner Aufgabe musst du eben 28
Torten durch 7 teilen, jawohl! 28 Torten. Laut
Elke! Ich bin's leid. Kauf jetzt 28 Torten! |
| Mutti: |
Für wen denn? |
| Vater: |
Für uns sieben! |
| Mutti: |
Wir sind aber doch nur drei! |
| Vater: |
Dann werden eben noch vier dazu geladen! Die
Gierigs. Die alte Raffke! Und der gefräßige Herr
Mertens! Kauf die Torten! |
| Mutti: |
28 Torten?! Aber das ist ja viel zu teuer,
Herrmann! |
| Vater: |
Für die Bildung meines Sohn: es ist mir nichts
zu teuer! Was der Staat mit seiner verhunzten
Bildungspolitik nicht schafft, das muss die
Familie eben ausgleichen! Jetzt kaufst du die 28
Torten! |
| Sohn: |
Aber das ist doch Wahnsinn! Da muss ja jeder
von uns vier Torten essen! |
| Vater: |
Das werden wir ja sehen, ob wir das schaffen!
Wenn ich schon dran denke - an das süße
Zeug. |
| Mutti: |
Ja dann könnten wir doch... |
| Vater: |
Nein! Die Aufgabe wird jetzt gelöst! Kauf die
Torten! |
| Mutti: |
im Rausgehen ... 28 Torten! Vier Torten für
jeden! Das schaffen wir doch nie... |
Sketch für 4 Personen. Dauer etwa 2 Minuten.
Personen: Professor und 3
Studenten
| Professor: |
Meine Damen und Herren! Ich begrüße Sie zum
heutigen philosophischen Proseminar über die
Wirklichkeit des Seins.Zum Anfang ein kleiner
Test: Radlowski, sagen Sie mir mal, können Sie
diesen Baum da draußen sehen? |
| Radlowski: |
Ja, Herr Professor! |
| Professor: |
Und, was folgern Sie daraus? |
| Radlowski: |
Es gibt diesen Baum, Herr Professor! |
| Professor: |
Genau. Danke. - Steinberger, können Sie die
Leute hier sehen? |
| Steinberger: |
Natürlich, Herr Professor! |
| Professor: |
Und, was folgern Sie daraus? |
| Steinberger: |
Es gibt diese Leute, Herr Professor! |
| Professor: |
Vielen Dank. - Jetzt Sie, Schneider, können
Sie (Kurze Pause) Gott sehen? |
| Schneider: |
Nein, Herr Professor! |
| Professor: |
Und, was folgern Sie daraus? |
| Schneider: |
(Zögernd) Ähm... es gibt keinen
Gott? |
| Professor: |
Richtig. (Pause) |
| Schneider: |
Herr Professor, ich hab' da mal eine
Frage. |
| Professor: |
Na gut. Bitte... |
| Schneider: |
Herr Professor, können Sie Ihren Verstand
sehen? |
| Professor: |
(Zögernd) Ähm, nein... |
| Alle Studenten: |
Und, was folgern Sie daraus? |
|