Inhaltsverzeichnis
Sketche für drei oder mehr Personen
Personen: Kassiererin (K) an der
Theaterkasse, ein älteres Ehepaar - Heinrich (H) und
Paula (P)
Kostüme: Die Kassiererin trägt
normale Kleidung. Das Ehepaar hat sich sehr unmodisch,
aber fein angezogen.
Requisiten: Eine angedeutete
Theaterkasse, ein Theaterplan
| |
(Die Kassiererin sitzt im Kassenraum. Vor
ihr liegen mehrere Häufchen verschiedenfarbiger
Eintrittskarten. Das Ehepaar tritt unsicher von der
Seite an den Theaterplan.) |
| H: |
Siehst du, Liebes, hier kannst du gucken, was
es gibt. |
| P: |
(stellt sich ganz dicht vor den Plan)
Ach, Heini, ich hab' doch meine Brille nicht mit.
Lies mal vor! |
| H: |
Du und deine Brille! Man müsste sie dir auf die
Nase kleben Aber du hast ja mich noch, nicht wahr,
mein Schatz? |
| P: |
(schmiegt sich an seine Schulter)
Schön, dass wir heute ins Theater gehen. So ein
wundervolles Geburtstagsgeschenk hast du mir noch
nie gemacht. |
| H: |
(legt seinen Arm um sie) Also, höre zu: Großes
Haus, kleines Haus, Opernhaus, Konzerthaus . .
. |
| P: |
(erstaunt) Nanu, sind wir hier bei
einem Immobilienmakler? Wir wollen doch kein Haus
kaufen. |
| H: |
(liebevoll) Aber nein, mein Schatz!
Hier steht auch noch etwas anderes: Co . . si fan
tu . .tte in italienischer Sprache. |
| P: |
(abweisend) Heini, komm, lass uns
gehen, das ist mir viel zu kompliziert. (Paula will
ihren Mann wegziehen. Da wird die Kassiererin auf
die beiden Aufmerksam.) |
| K: |
Kann ich Ihnen helfen? |
| H: |
Ja, wir möchten gerne Karten. |
| K: |
Welche möchten Sie denn? |
| H: |
(belustigt) Na, Theaterkarten,
natürlich, Skatkarten haben wir zu Hause. (Er lacht
laut über seinen eigenen Witz und schlägt seiner
Frau vor Vergnügen auf die Schulter.) Nein,
Fräulein, geben Sie mir mal ganz richtige
Eintrittskarten. |
| K: |
(lächelt gequält) Das war mir schon
klar, aber welche möchten Sie denn? (Dabei zeigt
sie auf die Kartenhäufchen auf ihrem Tisch.) |
| H: |
Ach so, aussuchen kann man sich die. Das wusste
ich nicht. Aber das soll meine Frau tun, die hat
nämlich heute Geburtstag, wissen Sie, und wir waren
noch nie im Theater. (Er dreht sich zu seiner Frau
um) So, mein Liebling, nun such dir mal ganz schöne
Karten aus. |
| P: |
(drückt sich ganz dicht an den
Schalter) Was meinst du, sollen wir die roten
Karten nehmen oder lieber die hübschen gelben? |
| H: |
(gönnerhaft) Das überlasse ich ganz
dir. Du bist das Geburtstagskind. |
| P: |
(tritt von einem Fuß auf den anderen)
Ach Gott, ist das aufregend! Also, ich glaube, wir
nehmen die roten, die passen am besten zu meinem
Kleid. |
| H: |
Wie du willst, mein Herz! (Wendet sich an
die Kassiererin) Zwei rote Karten, bitte!
(fängt an zu lachen) Das ist ja wie beim
Fußball, bloß umgekehrt: Hier kommen wir mit einer
roten Karte rein und da fliegen wir raus. (Haut
vor Vergnügen mit der Faust auf den
Kassentisch) Haben Sie schon mal darüber
nachgedacht, Fräulein? |
| K: |
(gespielt freundlich) Nein, das habe
ich noch nicht. Also, zwei Karten für das Kleine
Haus. |
| H: |
(schüttelt den Kopf) Nein, Fräulein,
da haben Sie mich missverstanden. Wir wollen ins
Theater und ein Stück sehen. Wissen Sie, so mit
Schauspielern, wie im Fernsehen, nur mit
richtigen. |
| K: |
(etwas genervt) Ja, ja, das ist mir schon klar.
Im Kleinen Haus gibt es: „Nicht Fisch –
nicht Fleisch“. |
| H: |
(fasst sich an den Kopf und spricht seine Frau
an) Jetzt will die uns ins Restaurant schicken,
gegessen haben wir doch schon. |
| P: |
(drängelt sich an den Schalter) Und Vegetarier
sind wir schon gar nicht! Nicht, Vaterchen, wo du
so gern Kotelett isst. |
| K: |
(ungeduldig) „Nicht Fisch – nicht
Fleisch“ ist doch ein Theaterstück. Das heißt
so. Franz Xaver Kroetz hat das so genannt. |
| H: |
Wer? . . . Ach, ist ja auch egal. Aber dazu
habe ich keine Lust. (An seine Frau gewandt) Sag,
Liebes, wollen wir nicht doch lieber die gelben
Karten nehmen? |
| P: |
(nickt zustimmend) Ach, Heini, es ist doch gar
nicht so wichtig, was wir sehen, Hauptsache wir
sehen es zusammen. (wendet sich an die Kassiererin)
Also, bitte zwei gelbe Karten. |
| K: |
Also morgen Abend zwei Karten für
„Tristan und Isolde“. |
| H: |
(fasst sich an den Kopf) Wieso denn für Tristan
und Isolde? Die kennen wir doch gar nicht! Die
können sich ihre Karten gefälligst selbst kaufen.
Wir wollen die Karten für uns haben, ganz allein
für uns. Und heute wollen wir ins Theater. |
| P: |
(laut) Ich habe schließlich heute Geburtstag
und nicht morgen. Sagen Sie, Sie sind wohl neu
hier? |
| K: |
(sehr gereizt) Nein, ich bin hier nicht neu,
aber so etwas habe ich noch nie erlebt. (seufzt)
Also, heute gibt es im Großen Haus: „Martha
oder der Markt zu Richmond“. |
| P: |
(erstaunt) Was denn, jetzt, eine halbe Stunde
vor Beginn der Vorstellung wissen die immer noch
nicht, was sie spielen wollen? |
| H: |
(abweisend) Ja, wenn man nun genau wüsste, dass
es „Martha“ gäbe, das würde mich nämlich
interessieren, weil meine Tante mütterlicherseits
auch Martha hieß . . . Oder hieß sie Magda? . . .
Na, ist ja auch egal, aber so ein Markt von
Dingenskirchen interessiert mich nicht die Bohne.
Wie ist es mit dir, Paulchen? |
| P: |
Dazu habe ich auch keine Lust. Ich war heute
schon auf dem Gemüsemarkt. (wendet sich wieder an
die Kassiererin) Sagen Sie, können Sie uns
vielleicht die blauen Karten empfehlen? |
| K: |
(wischt sich den Schweiß von der Stirn) Ja, da
gibt es „Was ihr wollt“. |
| H: |
Prima, geben Sie uns zwei von den blauen
Karten. |
| K: |
(atmet tief durch) Na endlich! Nun müssen Sie
mir nur noch sagen, ob Sie Parkett oder Rang sitzen
möchten. |
| H: |
(ärgerlich) Sagen Sie, was denken Sie
eigentlich von mir? Glauben Sie, ich lade meine
Frau am Geburtstag ins Theater ein, und dann soll
sie noch auf dem Fußboden sitzen? Also, Parkett
kommt gar nicht in Frage. Wenn es wenigstens
Teppichboden wäre! |
| P: |
(knöpft ihren Mantel auf) Sehen Sie sich mal
mein Kleid an, das habe ich zur Hochzeit von
unserer Tochter gekauft. Damit setze ich mich doch
nicht auf den Fußboden! (Sie streicht liebevoll
über ihr Kleid). |
| H: |
Wie hieß das andere, wo man noch sitzen
kann? |
| K: |
(kann sich kaum noch beherrschen) Rang! Erster,
zweiter oder dritter Rang! |
| H: |
Rang? Was bedeutet das? |
| K: |
Mein Gott, das ist so etwas ähnliches wie ein
Balkon! |
| H: |
(schüttelt sich) Huh, auf dem Balkon . . . bei
dem Regen! |
| P: |
Wir sollen uns wohl den Tod holen, was? |
| K: |
(wird sehr laut) Himmeldonnerwetter, die Ränge
sind innen im Theater in drei Etagen! |
| H: |
Was regen Sie sich denn auf? Dann ist es ja
gut. Wir haben zu Hause nur einen Balkon nach
draußen. Aber ich merke schon, hier ist alles ein
bisschen komisch. Dann geben Sie uns mal zwei
Karten in der ersten Etage. (Die Kassiererin reicht
ihm die Karten wortlos) Was sind wir ihnen
schuldig? |
| K: |
30 Euro. |
| H: |
(reißt die Augen auf)So teuer? Nun
denn, es ist ja ein Geburtstagsgeschenk für meine
Frau, und Geburtstag hat man ja nicht alle
Tage! |
| P: |
Heini, wir müssen doch erst sagen, was wir
sehen wollen. |
| H: |
Ach ja, richtig. Na, mein Schatz, wie ich dich
kenne, weißt du schon, was du möchtest. |
| P: |
(singt in voller Lautstärke)Im Weißen
Rössel am Wolfgangsee, da steht das Glück vor der
Tür . . . |
| H: |
Richtig, das wolltest du ja schon immer mal
sehen. (wendet sich an die Kassiererin, hat das
Geld in der Hand) Also, sagen Sie ihren
Leuten, wir wollen „Im Weißen Rössel“ sehen. |
| K: |
(guckt verständnislos) Wieso? Ich
verstehe kein Wort. Das ist gar nicht auf unserem
Spielplan. Es gibt „Was ihr wollt“. |
| H: |
Naja, das wissen wir doch. Das haben Sie schon
einmal gesagt. Wir wollen das Weiße Rössel. |
| K: |
(völlig am Ende) Meine Güte, kapieren
Sie denn nicht, was ich sage? Wir spielen heute
„Was ihr wollt“. Und das ist ein Schauspiel von
Shakespeare. |
| P: |
(wütend) Waas, Sie wissen wohl auch
nicht, was Sie wollen. Erst sagen Sie, es gibt, was
wir wollen, und wenn wir sagen, was wir wollen,
dann gibt es doch nicht, was wir wollen. Das ist ja
Betrug! Hier, Ihre Karten können Sie sich an den
Hut stecken! Wir fallen auf Sie nicht rein. Da
müssen Sie sich Dümmere aussuchen. Außerdem gibt es
heute Abend im Fernsehen den „Musikantenstadl“. Das
wollen wir sehen! Komm, Vaterchen! |
| |
(Die Kassiererin legt ihren Kopf erschöpft
auf die Arme. Das Ehepaar geht erhobenen Hauptes
eingehakt von dannen.) |
Personen: Mutter, Agathe,
Brösicke
| Mutter: |
Also hör doch mal zu, Agathe, wir bekommen
Besuch! |
| Agathe: |
Oh, Besuch? |
| Mutter: |
Herr Brösicke ist ein sehr entzückender
Mensch, und ich hoffe, Du wirst recht freundlich
zu ihm sein. Er hat nämlich
Heiratsabsichten. |
| Agathe: |
Ich will aber nicht heiraten. Ich will meine
Ruhe haben. |
| Mutter: |
Du sollst Deine Ruhe haben. Du sollst
glücklich werden. Herr Brösicke ist ein sehr
netter Mensch, er hat bloß...... also weißt Du
er......... |
| Agathe: |
Aha, mit dem ist etwas los. |
| Mutter: |
Nein, mit dem ist gar nichts los. |
| Agathe: |
Das ist ja noch schlimmer. |
| Mutter: |
Also, nun hör mal zu. Er hat bloß......na
ja..... eine kleine Eigenheit. Er kann nicht „a“
sagen. |
| Agathe: |
Ja, was sagt er denn dann, wenn er „a“ sagen
muss? |
| Mutter: |
Na dann sagt er immer „u„ für “a“. |
| Agathe: |
Na, Du machst mir aber Freude. Und so etwas
soll ich heiraten? |
| Mutter: |
Du wirst sehen, es klingt direkt nett. |
| |
-----ES KLOPFT----- |
| Mutter: |
Da kommt er schon. Herein! |
| Brösicke: |
Guten Tug! |
| Mutter: |
Guten Tag, mein lieber Herr Brösicke! Bitte
treten Sie näher. Darf ich vorstellen: Herr
Brösicke - Meine Tochter Agathe. |
| Brösicke: |
Sehr ungenehm! |
| Mutter: |
Ich gehe jetzt in die Küche und mache mir
einen Pfefferminztee. |
| Agathe: |
Tja. |
| Brösicke: |
Tju. |
| Agathe: |
Bitte setzen Sie sich doch, Herr Brösicke
! |
| Brösicke: |
Uuf diesen Plutz? - Dunke - uuu! ( er springt
wieder hoch ) |
| Agathe: |
Was ist denn? |
| Brösicke: |
Ein Nugel! Huben Sie Hummer und Zunge ? |
| Agathe: |
Was? Sie haben Hunger? |
| Brösicke: |
Nein! (klopf, klopf ) Hummer und Zunge! |
| Agathe: |
Ach Hammer und Zange? |
| Brösicke: |
Ju, ju. |
| Agathe: |
Das kriegen Sie gleich. |
| Brösicke: |
Dunke. |
| Agathe: |
Wo ist denn meine Tasche? |
| Brösicke: |
Du! |
| Agathe: |
Du? - Das geht aber ein bischen plötzlich bei
Ihnen. |
| Brösicke: |
Ich meine, du liegt Ihre Tusche. – Dus
sollte keine Utucke sein. |
| Agathe: |
Ach so, na dann ists ja gut. - Herr Brösicke,
was haben Sie denn für einen Beruf? |
| Brösicke: |
Ich hundle mit Puppen. |
| Agathe: |
Ein Puppenladen! Das ist aber süß. |
| Brösicke: |
Nein – Puppe – dicke Puppe. |
| Agathe: |
Ich – äh – ich bin doch nicht
dick! |
| Brösicke: |
Nein, Sie sind schlunk, schlunk wie eine
Nudel! |
| Agathe: |
Das ist aber auch kein Kompliment. |
| Brösicke: |
Ich meine wie eine Nähnudel. |
| Agathe: |
Ach so, das ist schon besser. |
| Brösicke: |
Tju, ulso, ich hundle mit Duchpuppe. |
| Agathe: |
Ach mit Dachpappe. |
| Brösicke: |
Ju ju. |
| Agathe: |
Aber einen schicken Anzug haben Sie, Herr
Brösicke! |
| Brösicke: |
Tju, ich wur schon immer schön ungezogen. Dus
ist mein Churukter, dus ist meine Nutur. Dieser
Unzug ist ein Mußunzug. |
| Agathe: |
Das sieht man. |
| Brösicke: |
Jucke wie Hose. ( Herr B. ist ganz
nervös) |
| Agathe: |
Und das alles von der Dachpappe. |
| Brösicke: |
Ju, ulles von dem Luden, von dem
Puppenluden. |
| Agathe: |
Achso, ja richtig. - Herr Brösicke, warum
sind Sie denn bloß so nervös? |
| Brösicke: |
Die Ufregung, die Spunnung, meine Dume. |
| Agathe: |
Aber Herr Brösicke Sie sind doch ein
Weltmann. |
| Brösicke: |
Dus stimmt, ich bin viel in der Welt
herumgekommen. Gewundert und gefuhren ! Einmul
sogur mit einem Bununendumpfer, ich kenne die
Suhuru, den Punumukunul und die
Niugurufälle. |
| Agathe: |
Ja ja. |
| Brösicke: |
Die südumerikunischen Stuuten mit ihren
Ununuspluntugen und vergungenen Sommer fuhr ich
in die Ulpen. Ich bestieg dus Mutterhorn und hube
vom Gipfel geguckt. |
| Agathe: |
Erzählen Sie doch mal was von Ihrer
Verwandschaft. |
| Brösicke: |
Pupu sturb früh, Mumu lebt uuch nicht mehr.
Nun hube ich bloß noch eine Tunte, uber uuch
diese ist nur eine Pute. |
| Agathe: |
Aber Herr Brösicke, so spricht man doch nicht
von seiner Verwandschaft. |
| Brösicke: |
Ich meine, diese Tunte ist meine
Putentunte. |
| Agathe: |
Ach, eine Patentante. |
| Brösicke: |
Uber die Huuptsuche ist, ich möchte heiruten,
Sie Uguthe. Sie sind mir so symputhisch. Bitte
geben Sie mir ein Pfund. |
| Agathe: |
Von was denn bitte? |
| Brösicke: |
Ein Pfund Ihrer Liebe. |
| Agathe: |
Na hören Sie mal ich gebe meine Liebe doch
nicht pfundweise ab. |
| Brösicke: |
Bitte nur eine kleine Huurlocke oder eher
einen Schmutz. |
| Agathe: |
Hmm, Dreck können Sie haben. |
| Brösicke: |
Oh, ich meine einen Schmutz uuf die
Bucke. |
| Agathe: |
Sie haben wohl nicht alle Tassen im
Schrank. |
| Brösicke: |
Uguthe, Uguthe, ich könnte ulles für Sie tun.
Nichts wäre mir eine Lust. |
| Agathe: |
So, jetzt reichts mir aber. Sie sind ja ein
Wüstling – Mama , man wird schon ganz
verrückt – Mama, komm doch mal rein! |
| Mutter: |
Komme ja schon, was ist denn los? |
| Agathe: |
Also... |
| Brösicke: |
Ich bitte um Ihre Hund. |
| Mutter: |
Was, meinen Hund wollen Sie? Ich denke meine
Tochter! |
| Brösicke: |
Ich bitte um die Hund Ihrer Tochter für ein
gemeinsumes Leben. |
| Mutter: |
Das geht aber schnell. Herr Brösicke, wir
haben noch nicht einmal über die Mitgift
gesprochen. |
| Brösicke: |
Egul, egul, ich fuckele nicht lunge. Ich bin
ein Tutenmensch. |
| Mutter: |
Aber wir müssen trotzdem darüber sprechen.
Ich bin leider nicht sehr vermögend. |
| Brösicke: |
Mucht nichts, Schwiegermumu, mucht nix. Ich
hube genug. Wenn ich un Ihre Tochter denke, bin
ich mit jedem Betrug zufrieden |
(2 Männer kommen ziemlich angeheitert auf die
Bühne und singen das Lied: Trink, trink Brüderlein
trink, setzen sich an den Tisch und sprechen mit
schwerer Zunge.)
| 1. Mann: |
(Name) das ist aber schön, dass du mich mal
mitgenommen hast, ich bin zu Hause ja immer allein.
Wo ist deine Frau, liegt die schon im Bett? |
| 2. Mann: |
(schaut auf die Uhr) Wie spät ist es denn? 11
Uhr, ja dann soll sie wohl schlafen. Moment, was
ist heute für ein Tag? Dienstag! Da hat sie sich
bis 1/2 11 Uhr noch gebildet. |
| 1. Mann: |
Wie meinst du das? |
| 2. Mann: |
Heut kommt doch Dallas, die Sendung für
Neureiche. |
| 1. Mann: |
Das du das gerade sagst. Ich habe gelesen, dass
von April bis September mal Pause ist mit dem
Quatsch. |
| 2. Mann: |
Oje (Name), dann kann ich ja Dienstags nicht
mehr in die Kneipe kommen. Dann weiss meine Frau
nicht, was sie zwischen 1/4 vor 10 und 1/2 11 Uhr
tun soll. Dann muss ich mich mit ihr
beschäftigen. |
| 1. Mann: |
Man (Name) darauf müssen wir aber noch einen
trinken. (Lied anstimmen:) Bier her, Bier
her, oder ich fall um. Prost! |
| 1. Mann: |
Sag, hör mal, warum bist du vorigen Freitag so
früh nach Hause gegangen? |
| 2. Mann: |
Ach (Name) ich bin überhaupt nicht nach Hause
gegangen. Ihr gemeinen Kerle habt mich bei der
Sauferei unter dem Tisch liegen lassen.
Anschliessend hat meine Frau 3 Tage nicht mit mir
gesprochen. Aber das macht sie immer, wenn ich zur
Wirtschaft gehe. |
| 1. Mann: |
Wie oft gehst du denn in die Kneipe? |
| 2. Mann: |
Alle 3 Tage! |
| 1. Mann: |
Ho, dann ist es bei euch aber still, wenn
keiner was sagt. (Lied anstimmen:) Trink,
trink Brüderlein trink. |
| 2. Mann: |
Übrigens, meine Frau ist auch nicht ohne. Jedes
mal wenn ich überraschend von einer Geschäftsreise
nach Hause komme, hat die einen Kerl im
Kleiderschrank versteckt. |
| 1. Mann: |
Ja (Name) , da soll man mit der Zeit nicht
sauer werden, wenn man nicht weiss, wo man seinen
Mantel hinhängen soll. |
| 2. Mann: |
Mittlerweile hab ich mich schon daran gewöhnt.
Aber meine Frau hat noch ein viel grösseres Übel an
sich. |
| 1. Mann: |
Was denn........? |
| 2. Mann: |
Sie schlafwandelt! |
| 1. Mann: |
Sie schlafwandelt? Das ist ja schrecklich! |
| 2.Mann : |
Und was noch viel schlimmer ist: Während sie
schlafwandelt, klaut sie. Und hinterher weiss sie
gar nichts. Ich muss dann die geklauten Sachen
zurück bringen. |
| 1. Mann: |
Man (Name), du bist ja zu bedauern. |
| 2. Mann: |
Ja, da hast du recht. Missen will ich sie aber
auch nicht. Komm trinken wir noch mal "Prost"
(zur gleichen Zeit kommt die Frau im Nachthemd
mit Lockenwicklern, mit geschlossenen Augen und
vorgestreckten Händen auf die Bühne.) |
| 1. Mann: |
Um Gottes Willen, da ist sie ja schon. |
| 2. Mann: |
Pst! Nicht erschrecken, die geht jetzt sicher
wieder. (Die Frau geht auf den 1. Mann zu und
nimmt ihm langsam die Armbanduhr ab. 1. Mann will
sich wehren, aber 2. Mann deutet ihm, er soll es
sich gefallen lassen und sagt leise:) Reg dich
nicht auf, du bekommst die Uhr morgen früh
zurück. |
| 1. Mann: |
Du (Name) auf den Schreck muss ich noch mal
trinken. |
| 2. Mann: |
Sag, hör mal, wie schmeckt dir das Bier, welche
Biersorte trinkst du am liebsten? |
| 1. Mann: |
Freibier natürlich. |
| 2. Mann: |
Typisch, du als Junggeselle, Geld genug, aber
auf andere Leute trinken. (Die Frau kommt
wieder, alles wiederholt sich wie vorher, nur das
sie jetzt in das Jackett von 1. Mann greift und die
Brieftasche heraus holt und damit wieder fort geht.
Wieder will 1. Mann sich wehren, doch 2. Mann
beruhigt ihn:) |
| 2. Mann: |
Reg dich nicht auf, du bekommst morgen alles
zurück "Prost" |
| 1. Mann: |
Ne, so etwas. Meine Brieftasche, meine Papiere,
mein ganzes Geld, alles weg. |
| 2. Mann: |
Beruhig dich! Ein Mann, ein Wort, morgen
bekommst du alles zurück. Komm wir trinken noch
einen. (Die Frau kommt wieder, geht langsam auf
1.Mann zu, streichelt ihn, küsst ihn, alles ganz
langsam. 1. Mann will sich wieder wehren, aber man
merkt, wie er langsam Gefallen daran findet und
mitmacht. Der 2. Mann sieht zuerst aufmerksam zu,
wird aber immer böser. Zum Schluss steht 1. Mann
auf, nimmt die Frau auf den Arm und geht hinaus.
Der 2. Mann (Ehemann) ruft:) |
| 2. Mann: |
Halt. halt. Was ist denn das? Meine Frau. Was
macht die jetzt, von dieser Seite kenn ich sie ja
noch nicht. |
| 1. Mann: |
(Dreht sich um) Reg dich nicht auf,
morgen bekommst du sie wieder zurück. |
Personen: Fußballreporter,
Obsthändler, Mütterberatung
Szene: Drei Rundfunksender berichten zu
gleicher Zeit von einem Fußballspiel, einem
Wochenmarkt, von einer Müttertagung. Der Wellensalat,
der so entsteht, hört sich folgendermaßen an:
| Fußballreporter: |
Guten Tag meine Damen und Herren, ich begrüße
sie herzlich aus dem Volkspark-Stadion in Hamburg
zu dem Spiel HSV - FC Bayern München. Zu dem
Match... |
| Mütterberatung: |
sind viele Mütter mit ihren Kindern erschienen.
Sie alle brauchen... |
| Obsthändler: |
frische Tomaten, 1000 Lire das Kilo, Pfirsiche,
frisch importiert, halbfaule Äpfel... |
| Mütterberatung: |
darunter mischt man Haferflocken. Davon wird
ihr Baby ein... |
| Fußballreporter: |
toller Bursche, dieser Thon. Ja der Thon ist
eben... |
| Obsthändler: |
ein fauler Apfel, nein 10 faule Äpfel, greifen
sie zu, meine Damen... |
| Fußballreporter: |
Von Heesen liegt am Boden, aber er scheint
nicht... |
| Mütterberatung: |
gesund zu sein. Frau Schmidt, ihr Kind
braucht... |
| Obsthändler: |
Apfelsinen, Apfelsinen. Sie eignen sich
besonders... |
| Mütterberatung: |
für die Gesichtspflege des Kindes. Dann bleibt
seine Haut... |
| Fußballreporter: |
Foul. Augentaler hat von Hessen unfair vom Ball
getrennt. Das Publikum pfeift und wirft mit... |
| Obsthändler: |
faule Tomaten, faule Tomaten, sie sind
bestimmt... |
| Mütterberatung: |
zum Brei fürs Kind. Dazu gibt man Salz, etwas
Zucker, Zitronensaft und... |
| Fußballreporter: |
Wohlfart zieht eine saure Miene, da ihn Kaltz
vom Ball getrennt hat wie eine... |
| Obsthändler: |
zerquetschte Pflaume. Zerquetschte Pflaumen
ergeben die beste Marmelade, die als... |
| Mütterberatung: |
Seife für ihr Kind verwendet werden kann.
Babyhaut bleibt zart und rein... |
| Fußballreporter: |
denn der Platz gleicht einem Schlammbad, in dem
Aumann zu Fall kommt. |
| Obsthändler: |
denn Fallobst ist im Moment sehr
gefragt... |
| Mütterberatung: |
und findet Verwendung in der Alete-Babykost.
Nur mit dieser Nahrung bleibt ihr Baby gesund. |
| Vom Tonband abgespielt oder von einer vierten Person,
die vorgetreten ist: |
Durch Fehlschaltungen
unserer Techniker wurden die vorhergehenden
Sendungen nicht korrekt ausgestrahlt. Wir bitten,
die Panne zu entschuldigen. |
Personen: 4 Sprecher, Kochrezept, Schweinezucht,
Säuglingspflege, Boxkampf
| Kochrezept: |
Liebe Hausfrauen wir bringen Ihnen jetzt ein
Kochrezept für ein Sonntagsessen, das Ihre
Familie begeistern wird… |
| Schweinezucht: |
Hier ist der Landfunk, wir wenden uns heute
besonders an die Schweinzüchter unter unseren
Zuhörern… |
| Säuglingspflege: |
Für unsere jungen Mütter haben wie nun ein
paar nützliche Hinweise zur praktischen
Säuglingspflege… |
| Boxkampf: |
Liebe Sportfreunde, wir übertragen jetzt den
Boxkampf Ali gegen Norton. Die Kämpfer sind
bereits im Ring und werden vom Ringrichter in die
Mitte gerufen. Er fordert sie auf… |
| Kochrezept: |
ein Pfund Kartoffeln zu schälen und Möhren zu
putzen. Danach bereitet man das Schnitzel vor,
indem man kräftig schwarzen Pfeffer… |
| Säuglingspflege: |
in Nase und Ohren des Babys einführt. Dazu
nimmt man am besten ein Hölzchen mit Watte
damit… |
| Schweinezucht: |
die kleinen Schweinchen sich richtig
wohlfühlen können. Aber auch das Mutterschwein
braucht Pflege, sonst wird es… |
| Boxkampf: |
die siebte Runde nicht überstehen. Ali ist
vorsichtig geworden. Er hält größeren Abstand zu
Norton. Jetzt geht er blitzschnell nach vorn und
schlägt einen rechten Aufwärtshaken
genau… |
| Kochrezept: |
in die Schüssel mit dem Gemüse, das dann
weiterverarbeitet werden kann. Wenn das Wasser
richtig kocht… |
| Säuglingspflege: |
wird unser Baby gebadet. Da fühlt es sich
pudelwohl und nach etwa 10 Minuten… |
| Kochrezept: |
ist es gar. Man probiert mit einer Gabel, ob
es weich genug ist und streut etwas geriebene
Muskatnuss darüber. Dann holt man die
Bratpfanne… |
| Boxkampf: |
und schlägt Ali genau auf die Kinnspitze. Das
gefällt ihm natürlich nicht. Er ist wütend und
stürzt sich… |
| Schweinezucht: |
in den Schweinetrog. der etwa halbvoll mit
Mischfutter ist. Die Tiere mögen es auch ganz
gern, wenn kleingehacktes Stroh… |
| Säuglingspflege: |
in das Babybettchen gelegt wird. Man muss nur
darauf achten, dass die Windeln… |
| Boxkampf: |
bei beiden Boxern genau sitzen. Die Kämpfer
glänzen im Licht der Scheinwerfer, der Schweiß
fließt in Strömen, aber… |
| Kochrezept: |
die Brühe wird gleich weggegossen, sie würde
sowieso nicht besonders schmecken. Als letztes
können wir Schokoladenpudding… |
| Säuglingspflege: |
in das Haar einreiben, dann sieht unser
kleiner Liebling hübsch gepflegt aus
und… |
| Schweinezucht: |
das Mutterschwein legt sich zufrieden
grunzend… |
| Boxkampf: |
in den Boxring. Beide Kämpfer stolpern,
stoßen mit den Köpfen zusammen und stürzen
mitten… |
| Kochrezept: |
auf den festlich gedeckten Tisch. Wir
wünschen guten Appetit und verabschieden uns bis
zum nächsten Kochrezept. Wir schalten
um… |
| Säuglingspflege: |
ins Kinderzimmer, sagen „Auf
Wiederhören bis zum nächsten Mal“ und raten
zum Schluss allen jungen Müttern: |
… |
| Schweinezucht: |
öfter mal ausmisten. Das schützt die Ferkel
vor Krankheit und sorgt dafür … |
| Boxkampf: |
das sie k.o. gehen. Der Ringrichter zählt bis
9, keiner der beiden kommt hoch. Auf Wiederhören
der Kampf ist aus… |
| Schweinezucht: |
leider werden die armen Schweine später
geschlachtet. So ist der Lauf der Welt. Der
Landfunk ist beendet. Auf Wiederhören! |
|