Inhaltsverzeichnis
Gott und Kirche
Schule und Studium
Feste Feiern
Kurerlebnisse
Gott und Kirche
In Neuss lebte einst eine alte Frau.
Für sie war die Welt nicht rosig, eher grau.
Mit ihrem Einkommen war es schlecht bestellt,
mit einem Wort: Sie hatte kein Geld.
Sie überlegte lang hin und her
woher denn Geld zu kriegen wär.
Ihr kam die Idee, so sapperlot,
sie schrieb einen Brief an den lieben Gott.
„Lieber Gott ich bin alt und arm
das Geld ist zu wenig, hab doch Erbarm
und schicke mir schnellstens einhundert Mark,
sonst müsste ich hungern und das ist arg...
Eine andere Hilfe weiß ich nicht mehr
und ohne Moneten ist’s doch verdammt schwer.
Aber bitte beeile dich mit dem Geld,
sonst ist’s nicht mehr schön auf dieser
Welt.“
Der Brief wird frankiert in den Kasten
gesteckt,
der Postbote hat ihn sogleich auch entdeckt.
Er sieht die Adresse, was soll er machen,
„An den lieben Gott“, das ist ja zum
Lachen.
Er denkt sich aber, ein Spaß muss sein,
der Brief kommt ins Fach vom Finanzamt hinein.
Am nächsten Tag dort angekommen,
vom Beamten in Empfang genommen.
Wenn sie nun glauben, er schmeißt weg diesen
Brief,
da irren Sie sich, da liegen sie schief.
Er liest die Adresse und denkt gleich daran,
wie man der Frau wohl helfen kann.
Ja, glauben Sie mir, das ist kein Scherz,
es gibt beim Finanzamt auch Menschen mit Herz.
Ihm kommt ein Gedanke und das ist sehr fein,
das könnt für die Frau eine Hilfe sein.
Er fängt gleich an durchs Büro zu wandern
und sammelt recht fleißig von Einem zum Andern.
Doch leider war der Erlös etwas karg,
statt hundert bekam er nur siebzig Mark.
Doch dies wurden dann unverwandt
gleich an die arme Frau gesandt.
Die Frau, sie freut sich, kann’s kaum ermessen,
dass sie der Herrgott nicht hat vergessen.
So schrieb sie rasch einen Dankesbrief,
in Eile sie zum Postamt lief.
Sie schrieb: „Lieber Gott, ich bin wieder
stark
und danke dir für die hundert Mark.
Doch solltest du mal wieder an mich denken
und mir gütigst ein paar Märkchen schenken,
dann möchte ich dich um eines bitten,
das Geld nicht übers Finanzamt zu schicken,
denn die Lumpen haben mir ungelogen,
von hundert Mark dreißig Mark abgezogen.“
Vater, der du bist in der Schenke,
geheiligt werde dein Fass,
zu uns komme dein Bier,
das du empfangen hast von der Bitburger
Brauerei,
das gelitten hat unter dem Schaukeln des
Bierkutschers,
gekreuzigt mit der Kreide des Wirtes,
niedergefahren in den Keller,
am Sonntag wieder aufgefahren in den Bierstock,
ich sitze zur Rechten des allmächtigen Hahnes,
von dannen es laufen wird, zu laben die
Durstigen.
Ich glaube an den Wirt und seine Tochter,
an die Gemeinschaft der „des Rippchens mit
Kraut“.
Vergiss unsere Schuld, die wir vergessen haben zu
bezahlen
und führe uns nicht in Versuchung, nach Haus zu
gehen.
Sondern erlöse uns von den Weibern
und führe sie nach Hause
und lasset uns weiter saufen in allen Zeiten
und in Ewigkeit. Amen!
Ich glaube an den Wein,
kommend von der Winzerei,
ruhend unter der Theke.
Von dannen er kommen wird
zu löschen unseren Durst.
Serviert von der Kellnerin,
niederrinnend in den Magen,
aufsteigend zum Gehirn,
Verwirrung stiftend
bis zum nächsten Morgen.
Wein Unser,
der du bist im Glase,
gesegnet sei dein Erfinder.
Mein Rausch komme,
mein Filmriss geschehe,
wie im Weindorf so auch in der Kneipe.
Und vergib uns unsere Schulden,
wie auch wir vergeben unseren Wirten.
Und führe uns nicht in die Milchbar,
sondern gib uns die Kraft zum Weitertrinken!
Denn dein ist der Rausch
und die Weinseligkeit
in Ewigkeit.
PROST
Der Pfarrer hielt die schönste Predigt
gar manche schliefen dennoch ein …
Da kam auf einmal in die Kirche
des Pfarrers Katze auch herein!
Sie schlich ganz langsam durch die Kirche
und vorne setzte sie sich hin!
Sie blickt hinauf zu ihrem Pfarrer
und aufmerksam hört sie auf ihn.
Da blicken alle auf die Katze,
die Schläfer weckt man auch noch auf.
Damit sie sehen, wie die Katze,
zu ihrem Pfarrer schaut hinauf!
„Ihr wundert euch?“, sprach jetzt der
Pfarrer,
„das meine Katze kommt hierher
und das sie aufpaßt auf die Predigt
dies wundert euch vielleicht noch mehr.
Sie kommt herein ich will's Euch sagen
und sucht sich hier auch einen Platz!
Weil sie gehört hat, daß der Pfarrer
hält hier die Predigt: FÜR DIE KATZ“
Autor: Pastor Peter Richter
Auf einer Dienstfahrt kommt ans Meer
der Bischof und sein Sekretär.
Der Tag ist heiß, und sie sind matt,
der Bischof sagt: „Ein kühles Bad,
das wäre jetzt schön.“
Ein Wink, schon bleibt der Wagen steh’n.
„Warum nicht, Eminenz, ich
bitt!“
„Hab’ keine Badehose mit.“
„Ich auch nicht“, sagt der
Sekretär,
„als ob sie hier von Nöten wär’.
Denn hier, in dieser Einsamkeit
sieht uns kein Mensch doch weit und
breit.“
Schon stürzt er sich, bald nackt, ins Meer
und nun der Bischof hinterher.
Da braust ein Omnibus heran
und hält grad hier am Ufer an.
Zum Picknick wollen sich niederlassen –
Oh nein, das ist doch nicht zu fassen,
was da entsetzt die Augen schauen. –
Das ist sehr schwer nur zu verdauen:
Eine Schar von älteren Damen,
die gerade hier zum Strande kamen.
Der Bischof schnell die Beine hebt
und ganz entsetzt zum Ufer strebt.
Und als er tritt nun an den Strand,
bedeckt er schamvoll mit der Hand
des Leibes Blöße unten. – Ach! –
Da ruft der Sekretär ihm nach:
„Bedecken Sie doch Ihr Gesicht;
denn unten kennt man Sie doch nicht!“
Ich möchte Ihnen ein kleines Erlebnis aus meiner
Schulzeit erzählen. Es ist lange her. Ich ging damals
in die evangelische Schule und wir sollten im Rahmen
einer ökumenischen Woche eine katholische Messe
besuchen und anschließend einen Aufsatz darüber
schreiben. Ich habe den besten Aufsatz geschrieben,
den ich Euch mal vorlesen möchte:
So was komisches habe ich in meinem Leben noch
nicht gesehen. Erst hat es gebimmelt, dann kamen zwei
kleine Pastörkes und dahinter ein großer, die haben
sich da vorne hingestellt und geflüstert, dann hat
einer von den kleinen Pastörkes dem Großen das
Käppken weggenommen und hat es hinten irgendwo
versteckt.
Dann haben die zwei kleinen Pastörkes und der
große vorne auf der Treppe überall herumgeguckt und
sich gebückt, um das Käppken zu finden. Die zwei
kleinen Pastörkes haben gekniet und sich dabei ganz
tief gebückt, um besser gucken zu können. Aber das
Käppken war fort.
Dann ist der Große die Treppe herauf gegangen und
hat ein großes Buch aufgeschlagen, um zu gucken, ob
da nicht drin steht, wo das Käppken geblieben war.
Die zwei kleinen Pastörkes sind überall rechts und
links herumgelaufen, um das Käppken zu suchen, aber
sie haben es nicht gefunden. Da hat sich plötzlich
der große Pastor herumgedreht, hat die Hände
auseinander gefaltet und ich meine er hätte laut
gerufen: "Käääpken, wo bist du?"
Als sie das Käppken nicht finden konnten, ist der
große Pastor eine Treppe heraufgegangen und hat mit
den Leuten geschimpft und geschimpft, was das Zeug
hält. Dann ist er wieder die Treppe heruntergekommen,
hat sich wieder herumgedreht, hat wieder die Hände
auseinandergefaltet und hat gerufen: "Käääpken, wo
bist du?" Vor lauter Ärger hat er dann zu Trinken
angefangen. Die zwei kleinen Pastörkes haben ihm den
Wein aus zwei Kännkes eingeschüttet, dann hat er sich
wieder herumgedreht und gerufen: "Käääpken, wo bist
du?"
Dann waren sie auf einmal ganz schlau und haben
zwei Kassierer herumgeschickt und haben den Leuten
Geld abgenommen, um ein neues Käppken zu kaufen.
Nachdem sie das Geld hatten, hat es öfter gebimmelt.
Da haben sich die Leute alle gebückt, um zu gucken,
ob das Käppken nicht unter ihrer Bank lag.
Der große Pastor hat sich dabei ganz tief gebückt,
aber das Käppken war nicht zu finden. Dann hat er den
Wein ausgetrunken und noch mal eine neue Lage bestellt
und hat es bis zum letzten Tropfen ausgetrunken. Dann
hat er sich wieder herumgedreht und gerufen:
"Käääpken, wo bist du?" Kurze Zeit später hat er sich
wieder herumgedreht, hat mit der rechten Hand durch
die Luft gewirbelt und für die Leute gesagt, sie
sollen machen, dass sie herauskommen und dann sind
die alle gegangen.
Da geht auf einmal einer von den zwei kleinen
Pastörkes die Ecke herum und hat, als er zurückkommt,
das Käppken in der Hand. Der Große hat es sich
schnell auf den Kopf gesetzt und dann sind sie alle
drei durch eine Tür an der Seite verschwunden. Das
Geld, das sie vorher gesammelt hatten, haben sie den
Leuten aber nicht wieder zurückgegeben.
Schule und Studium
Der Herr Professor Wunderlich ein sehr gelehrter
Mann.
Hält einen Vortrag übers Herz und wie man's nennen
kann.
Der Ausdruck Herz, der ist ganz falsch erklärt er
würdevoll.
Es ist ne'Pumpe und ich will's dass man's so nennen
soll.
Es pumpt wie eine Pumpe pumpt und hält das Blut im
Kreis
und darum will's die Wissenschaft dass man es Pumpe
heißt.
Studenten sitzen Kopf an Kopf und lauschen seinem
Wort,
und er erklärt die Pumpe und lässt das Herz ganz
fort.
Da spricht ein junger Studio mit lächelndem
Gesicht
ach bitte Herr Professor das geht doch einfach
nicht.
Ist man verliebt und hat viel süßes Weh soll man da
sagen:
Ach Schatz, mir tut die Pumpe weh. Ach komme an die
Pumpe mein
du süße Pumpenmaid, fühlst du wie meine Pumpe
brennt
und wie sie nach Dir schreit. Ich lege meine Pumpe zu
deinen Füßen hin,
gib du mir deine Pumpe damit ich glücklich bin.
Der Herr Professor ist verwirrt. Das hätt er nicht
gedacht,
als der Student zu ende spricht die ganze Klasse
lacht.
Nun wohl, spricht er, ich sehe schon sie treiben mit
mir Scherz,
drum kehren wir getrost zurück zu unserm alten
Herz.
Ein Professor der Medizin hält in der Universität
vor einem Kreis weiblicher Studenten einen Vortrag
über die inneren Organe des Menschen, speziell über
die Herztätigkeit desselben. Er vergleicht das
menschliche Herz mit dem Pulsmeter einer Maschine
bezüglich des Ein- und Ausatmens des Blutes vom und
zum Herz. Zum Schluss seines Vortrages kommt er zu
der Überzeugung, dass man das Herz auch als Pumpe
bezeichnen kann, weil ja eben das Herz nichts anderes
ist, als eine Pumpe, die das Blut aus- und
einpumpt.
Da steht eine junge Studentin auf und meint:
„Herr Professor! Das geht doch nicht! Sehen
Sie, wir haben eine Reihe Volkslieder in denen das
Herz eine große Rolle spielt. Wir können doch nicht
einfach sagen: Du liegst mir an der Pumpe, oder Ach
bleib bei mir und geh nicht fort, an meiner Pumpe ist
der schönste Ort! Oder: Ich habe meine Pumpe in
Heidelberg verloren!“
„Jawohl“, sagte eine Studentin,
„und in den Sprichwörtern auch. Wir können doch
unmöglich sagen: Dem jungen Mann ist die Pumpe in die
Hosentasche gefallen. Oder Wem die Pumpe voll ist,
geht der Mund über."
Eine dritte Studentin sagt dann: „Herr
Professor, ich bin verlobt und kann doch nicht zu
meinem Verlobten schreiben: Lieber Emil, wie sehne
ich mich nach der Stunde, wo ich dich an meine Pumpe
drücken kann. Oder ein jungen Mann schreibt an seine
Geliebte: Ja meine Liebe, ich weiß, dass Du große
Sehnsucht nach mir hast, warte noch ein Weilchen,
dann komme ich zu dir und bring dir mit ein blaues
Veilchen und deine Pumpe gehört mir! Oder ein anderer
schreibt: Nur mein ist Deine Pumpe und soll es auch
immer bleiben!“
Schließlich gibt eine andere Studentin ein
Beispiel: „Eine Dame geht zum Arzt und lässt
sich wegen ihres Herzleidens untersuchen. Der Arzt
stellt daraufhin fest: Gnädige Frau, an ihrer Pumpe
ist irgendetwas nicht in Ordnung. Sie leiden etwas an
Pumpenerweiterung. Ihre Pumpe ist zu groß und dazu
haben Sie noch Pumpenverfettung!“
Eine andere meint: „Es sieht merkwürdig
aussieht, wenn ein Mann seine Geliebte ersticht und
dann steht in der Zeitung zu lesen: Die Unglückliche
bekam von ihrem Geliebten einige Stiche in die
Pumpe!“
Schließlich meinte die jüngste Studentin:
„Stellen Sie sich vor Herr Professor: Drum
prüfe wer sich ewig bindet, ob sich die Pumpe zur
Pumpe findet!“
Der Professor ließ sich überzeugen, dass es nicht
gut aussieht, für das Wort Herz Pumpe zu sagen, weil
die jungen Damen nicht gepumpt sondern geherzt werden
wollen.
Autor: unbekannt
Ein Philosophieprofessor stand vor seinen Studenten
und hatte ein paar Dinge vor sich liegen. Als der
Unterricht begann, nahm er ein großes leeres
Mayonnaiseglas und füllte es bis zum Rand mit großen
Steinen. Anschließend fragte er seine Studenten, ob das
Glas voll sei. Sie stimmten ihm zu.
Der Professor nahm eine Schachtel mit Kieselsteinen,
schüttete sie in das Glas und schüttelte es leicht. Die
Kieselsteine rollten natürlich in die Zwischenräume der
größeren Steine. Dann fragte er seine Studenten erneut,
ob das Glas jetzt voll sei. Sie stimmten wieder zu und
lachten.
Der Professor seinerseits nahm eine Schachtel mit
Sand und schüttete ihn in das Glas. Natürlich füllte
der Sand die letzten Zwischenräume im Glas aus.
„Nun“, sagte der Professor zu seinen
Studenten, „Ich möchte, dass Sie erkennen, dass
dieses Glas wie Ihr Leben ist! Die Steine sind die
wichtigen Dinge im Leben: Ihre Familie, Ihr Partner,
Ihre Gesundheit, Ihre Kinder. Dinge, die – wenn
alles andere wegfiele und nur sie übrig blieben –
Ihr Leben immer noch erfüllen würden.
Die Kieselsteine sind andere, weniger wichtige Dinge
wie z.B. Ihre Arbeit, Ihre Wohnung, Ihr Haus oder Ihr
Auto.
Der Sand symbolisiert die ganz kleinen Dinge im
Leben. Wenn Sie den Sand zuerst in das Glas füllen,
bleibt kein Raum für die Kieselsteine oder die großen
Steine. So ist es auch in ihrem Leben. Wenn Sie all
ihre Energie für die kleinen Dinge in Ihrem Leben
aufwenden, haben Sie für die großen keine mehr. Achten
Sie auf die wichtigen Dinge, nehmen Sie sich Zeit für
Ihre Kinder oder Ihren Partner, achten Sie auf Ihre
Gesundheit. Es wird noch genug Zeit für Arbeit,
Haushalt, Partys usw. geben. Achten Sie zuerst auf die
großen Steine, sie sind es, die wirklich zählen. Der
Rest ist nur Sand.“
Kleine, nicht ganz ernst gemeinte
Ergänzung:
Nach dem Unterricht nahm einer der Studenten das
Glas mit den großen Steinen, den Kieseln und dem Sand
– bei dem mittlerweile sogar der Professor
zustimmte, dass es voll war – und schüttete ein
Glas Bier hinein. Das Bier füllte den noch verbliebenen
Raum im Glas aus; dann war es wirklich voll.
Die Moral von der Geschichte … Es ist immer
noch Platz für ein Bier!
Der Lehrer versucht anhand von Bildern,
den Kindern die Natur zu schildern.
Er spricht von Natur- und Pflanzenwelt,
als zum Schluss die Glocke schellt,
da sagt er zu den kleinen Wichten,
sie sollten morgen ihm berichten,
wie überhaupt der Mensch entsteht.
Das kleine Volk steht auf und geht
und bringt bei der Gelegenheit
die Eltern in Verlegenheit.
Auch Fritzchen ist nach Haus gekommen,
und hat sich Vater vorgenommen,
und ihm die Frage schon gestellt:
„Wie kommt der Mensch auf diese
Welt?“
Der Vater fängt schon an zu schwitzen,
er schaut bekümmert hin zu Fritzchen.
Doch dann besinnt er sich und lacht:
„Der Mensch, der ist aus Lehm
gemacht!“
„Au!“ denkt der Fritz, das ist
famos,
da hol' ich schnell mir einen Kloß
von nebenan vom Töpfer Schmidt,
den nehme ich in die Schule mit.
Ich nehme nicht so einen ganzen großen
und steck ihn einfach in die Hosen.
Und als dann nun am nächsten Tage,
der Lehrer stellte seine Frage,
erhielt die Antwort auch sogleich:
„Der Mensch kommt aus dem
Storchenreich!“
Nur Fritzchen sitzt ganz still und stumm
und kramt in seiner Hose rum.
Und plötzlich ruft er: „Quatsch mit Soße,
ich hab' das Ding in meiner Hose,
womit die Schöpfung vor sich geht
und wo dann draus der Mensch entsteht.
Von wegen Storch! So seht ihr aus,
wenn ihr's nicht glaubt, hol ich ihn
raus!“
Da sagt der Lehrer ganz beflissen:
„Lass ihn nur drin, du scheinst es zu
wissen.“
Feste Feiern
Ich hasse die Familienfeste.
Jeder glaubt, er sei der beste!
Verwandtschaft frisst, Verwandtschaft säuft,
bis alles aus den Ohren läuft!
Die Wohnung schon ein Trümmerfeld,
da wird schon wieder Schnaps bestellt.
Ich darf’s bezahlen und servieren
hinweg mit allen Tischmanieren.
Die Katze geht auf Tauchstation,
denn sie ist klug und kennt das schon!
Nach einer Woche großem Prassen
tun sie mich endlich dann verlassen.
Die Wohnung hin und ruiniert,
man hat gekotzt und uriniert,
auf Teppich, Fliesen und auch Läufer
was sind das nur für schlimme Säufer!
Verwandtschaft ist schon eine Plage.
Ich zähle schon die vielen Tage,
wenn’s wieder heißt
„Familienfest“
dann kriegt ein andrer mal die Pest.
Der Vetter August, der ist dran
kein Mitleid hab ich mit dem Mann.
Wie der sich hier hat aufgeführt
und meine Wohnung ruiniert.
Ich zahl’s ihm heim - dem Wüterich
denn eingeladen hat er mich.
Dann teil ich aus an seine Gäste
so liebe ich Familienfeste!
Kurerlebnisse
Ich komm von der Kur.
Ich kann Euch sagen, das war eine Tortur.
In Bad Westernkotten am Osterbach, ganz bekannt,
zwischen Allgäu und Westerland.
Und Kurschatten gab's dort, ganz einsame Klasse
ein Eldorado der Ortskrankenkasse.
Zum Kurschatten hat man Therapie vierzehn
gesagt,
sie gab Sex und er gab acht.
Also vor meiner Kur war ich krank unerhört.
Mich hat ja die Mücke an der Wand schon
gestört.
Mein Arzt Dr. Pille hat gesagt: Wir werden Sie im
Winter in Kur schicken.
Da gibt's, Gott sei Dank, keine Mücken.
Ach, ich war meist schlecht gelaunt, ich war ein
Stimmungszerstörer.
Der einzige, der bei uns aufgelegt war, war der
Telefonhörer.
Morgens, mittags und abends Tabletten und
Tropfen.
Und das Schwindelgefühl schon nach sieben, acht
Schoppen.
Dann dieses Pfeifen im Ohr. Du, da kriegt man was an
sich,
Der Doktor hat gemeint, mein Ohrenschmalz sei
ranzig.
Beim Messen vom Blutdruck, ich denke, der irrt
sich,
hat ich zweihundertachtzig zu
einhundertvierzig.
Sagt der Doktor: „Gefährlich, oho!“
Zum Glück war ich noch in Gütersloh.
Gelenkschmerzen, meint er, kämen von den Zähnen dann
und wann.
Ich hab sie mit der Olga getauscht, hat noch genauso
weh getan.
Ich habe Tabletten geschluckt, zwanzig Sorten gewiss
Alle lateinisch beschrieben, damit man weiß, was es
is.
Denn nimmt man eine Entblähungstablette nicht nach
Vorschrift, ohne zu bluffen,
sie würde sinnlos verpuffen.
Das Schlimmste, ich bekam auch Zäpfchen
mitunter.
Die hab ich in Schnaps aufgelöst, die kriegt ich
sonst nicht runter.
Und nach vielem Weh und Ach
hat er mir die Kur verschrieben in Bad Westernkotten
am Osterbach.
Am 30. ging's los, wie wir eingangs schon
sagten,
leicht zu merken, weil's neun Tage vorm achten.
So ging ich zum Bahnhof, keine Wut mehr im
Bauch.
Ich war so richtig gelöst, meine Fahrkarte
auch.
Im Koffer, den Olga und ich gepackt hatten,
zwei Ersatzunterhosen und vierzehn Krawatten.
Statt Toilettenpapier, das war uns zu teuer,
eine Flasche After Shave, das brennt bloß wie
Feuer.
Die Bahnfahrt zog sich sehr in die Länge.
Aber dann waren wir da, am Bahnhof großes
Gedränge.
Auf'm Weg zum Kurheim war vor Angst ich am
Schwitzen,
ich hab sofort gemerkt, die behandeln mit
Spritzen.
An der zehn Meter langen Halle stand, da kriegst du
die Motten:
Spritzenhaus Bad Westernkotten.
Das Kurhaus, schon etwas älter, vollkommen
klar,
zumal hier Parterre im Erdgeschoss war.
Die Empfangsschwester fragte mich, also die war
wirklich nett:
„Hätten Sie gern einen Nachtstuhl?“,
„Ne“, sag ich, „ich schlaf lieber
im Bett!“
Dann die Größe von meinem Zimmer, die werde ich
niemals vergessen.
Da konntest du die Salzstangen nur hochkant essen.
Und dieses Zimmer musst ich vier Wochen fast,
mit einem Kumpel teilen, der war vorher im
Knast.
Mein Kriminalblick hat das sofort entdeckt.
Der hatte zwei Tuben Haftcreme im Koffer
versteckt.
Von Beruf war er Winzer, ganz ohne Debatte.
Man hat's gesehen, weil er noch die Lesebrille
aufhatte.
Nach acht Tagen Kur hatte ich schon 12 Kilo
mehr.
Ich hat' Schmerzen im Leib, also unheimlich
schwer.
Ich konnte nicht aufs WC, weil die Schwester, die
Dolle
gesagt hat, dass ich Diät acht Tage einhalten
solle.
Danach musst ich täglich, das war mir am
Stinken
hinunter ins Kurhaus, Thermalwasser trinken.
Ich sag euch, das Zeug hat geschmeckt,
wie eine Mischung aus Brusttee und indischem
Sekt.
Am Kurbrunnen konntest du Kurgäste sehen,
Beamte und auch LVA-Hotvolé.
Da haben manche die Show abgezogen.
Soviel wie in Kur wird ja niemals gelogen.
Hatten die Brillant-Nadel in die Krawatte
getippelt
und die Senkel im Schuh fünfmal geknüppelt.
Haben wichtig geschlürft und geprostet sich zu,
und ganz vornehm gerülpst, nicht wie daheim, wie ne
Kuh.
Ein Ehepaar tat ganz vornehm dort machen.
Die hatten zu zweit ein Gebiss, es konnte immer nur
einer lachen.
Manche haben am Glas nur ganz vornehm genippt,
ich hab' gleich zwei Gläser runtergekippt.
Aber die Wirkung kam plötzlich, nicht
übertrieben,
ich bin hundert Meter gerannt in 8,7,
in Richtung WC, doch vor der Benutzung
hatte ich eine Anzeige wegen
Umweltverschmutzung.
So wurde ich als sportliches As bekannt
und Nurmi von der Ortskrankenkasse genannt.
Die Kurkapelle war musikalisch galant,
auch Rheumatiker-Band genannt.
Mit James Last waren die nicht zu vergleichen,
der Stehgeiger konnte nur noch im Sitzen
geigen.
Und der Bassgeiger hat sich, ungelogen,
nach der Verbeugung am Instrument hochgezogen.
Haben vom Blatt nur gespielt, die Lieder, die
alten,
die Mückenschisse scheinbar für Noten gehalten.
Der Kurarzt, mal ganz konkret ausgedrückt,
war eine Kapazität. Wie der mich untersucht hat, ich
sag euch das Ene,
der hatte so einen Bundesbahnscheitel, jede Station eine
Strähne.
„Ich muss sie untersuchen, natürlich ganz
nackt.“
Ich sage: „Herr Doktor, mal nicht übertreiben.
Von mir aus können sie angezogen bleiben.“
Dann merk' ich, nur am Rande erwähnt,
mit dem Ausziehen hat er scheinbar mich gemeent.
Dann horcht er mich ab, sagt: „Ich hör was murmeln
hier.“
Ich sag: „Das ist der Harzer Käse vom Frühstück, der
plaudert mit mir.“
Er sagt dann: „Bitte rumdrehen und möglichst tief
bücken.“
Praktisch Auge in Augen begann er zu fühlen und
drücken.
Mit Gummihandschuhen, das sind so ärztliche
Tricke,
wenn was schief geht, sieht man keine
Fingerabdrücke.
Klopft mir auf den Linken und sagt danach:
„Es ist alles in Ordnung, nur das Herz etwas
schwach.“
Da könnt ihr mal sehn, ich wusste nicht bis
dann,
dass der von hinten durch bis ans Herz sehen kann.
Ich hätte bald vergessen, also nicht
übertrieben,
der Doktor hat mir ein Moorbad verschrieben.
Doch weil es sehr anstrengt, meinte er, dass
ich solle nur mit dem halben Körper ins Fass.
Wie ich vor dem Fass steh, ich hätte bald
geweint,
ach, denk ich, das muss nun wirklich nicht
sein
und setz mich bis zum Nabel hinein.
Nach fünf Minuten bin ich geschickt
dann vorwärts getaucht, also Handstand
gedrückt.
Wie der Bademeister mich abspritzt, nach 10 Minuten
genau,
sagt er: „Sie sind wohl neu hier, gnädige
Frau!“
Vorbei ist die Kur der Gesundheit zum Wohl.
Jetzt brauch ich 5 Wochen bis ich mich erhol'.
Ich nehme jetzt meine Tablette und werde von dannen
trotten,
Euer Kurgast aus Bad Westernkotten.
Gebrochen schlich ich durch den Park,
geschwächt durch Knäckebrot und Quark.
Die Füße sind wie Blei so schwer,
als ob ich hundert Jahr alt wär‘.
Vor Wochen noch ein Bild von Mann,
heut‘ rührt mich keine Frau mehr an.
Verschwunden ist die Leidenschaft,
denn alle Glieder sind erschlafft.
Was vor der Kur mein ganzer Stolz,
hängt nun an mir wie morsches Holz.
Und wenn ich „muss mal“ – hintern
Baum,
dann trau ich meinen Augen kaum:
Was einst in voller Blüte stand,
liegt nun verwelkt in meiner Hand.
Die Hose keine Beule zeigt,
weil „ER“ , durch die Diät, jetzt
streikt.
Ich wage kaum noch hinzusehen,
geschweige einmal fremdzugehen.
Von Lust und Liebe keine Spur,
das sind die Schatten einer Kur!
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