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Die Texte stammen von der Gruppe KJG-medium, die 21
mal für das Martinsspiel beim Martinszug der Neckarauer
Vereine verantwortlich war. Ein besonderes Anliegen der
Gruppe war immer, aus dem historischen Geschehen des
Mantelteilens einen Bezug zu aktuellen Fragen
herzuleiten. Ob der Bettler ein Nichtsesshafter, ein
Wohnungsloser, ein Asylsuchender oder ein Arbeitsloser
war, ob er mißhandelt wurde und Passanten nicht
einschritten, ob ein Kind nicht zur Feier gehen will,
weil es kein Geschenk hat: Die Themen werden
angesprochen und in das traditionelle Spiel
eingeflochten.
Dabei bleibt auch für kleine Kinder immer deutlich:
Martin hilft Menschen, denen es schlecht geht. Denn es
ist seine Grundhaltung, die uns diesen Martin heute
noch aktuell macht: Menschlich sein zu den Schwächsten,
zu Minderheiten, zu Ausgegrenzten. Und das ist auch für
unsere heutige Gesellschaft eine herausfordernde
Botschaft.
Nachfolgend eine Auswahl aus den entstandenen
Texten:
| Sprecher: |
Der heilige Martin wurde um das Jahr 316 im
heutigen Ungarn geboren. Mit 15 Jahren wurde er
Soldat im römischen Heer. Seine Kameraden mochten
ihn, denn er war freundlich, geduldig und
hilfsbereit. An einem eiskalten Winterabend war
er unterwegs zu seinem Lager in der Stadt Amiens
in Frankreich. Kaum jemand war bei dieser Kälte
im Freien. |
| Martin: |
Puh ist es heute kalt, der eigene Atem
gefriert fast. Zum Glück bin ich bald in der
Stadt. In meinem Lager bekomme ich noch ein
warmes Essen und eine trockene Unterkunft. |
| Sprecher: |
Er kam in die Nähe des Stadttors. Plötzlich
rührte sich etwas am Straßenrand. |
| Bettler: |
Helft mir bitte! |
| Martin: |
Warum sitzt du hier und bettelst bei dieser
Kälte. Geh doch heim in die warme Stube. |
| Bettler: |
Ich hab doch kein Zuhause. Ich lebe draußen
im Freien, nur mit den Sachen die ich am Leib
trage. Ich lebe von der Hand in den Mund,
gänzlich ohne Sicherheit und Schutz. Vorhin wurde
ich sogar von drei Kerlen angegriffen. Sie haben
mich geschlagen und getreten und mir meine Decke
geklaut. |
| Martin: |
Wie kann das geschehen? Hat dir denn niemand
geholfen? |
| Bettler: |
Nein, ich habe gerufen, aber alle sind
schnell auf die andere Straßenseite
gewechselt. |
| Martin: |
Das gibt es doch nicht! Es darf nicht sein,
dass alle wegschauen, wenn bei uns mitten in der
Stadt Unrecht geschieht, wenn alle, die anders
sind, beschimpt und ausgelacht werden: weil sie
anderer Herkunft sind oder einen anderen Glauben
haben, weil sie behindert sind oder einfach weil
sie arm sind und auf der Strasse leben. Es ist
wichtig, dass wir so etwas nicht zulassen und uns
gegen dieses Unrecht wehren. (zum
Bettler:) Und wie kann ich dir nun
helfen? |
| Bettler: |
Ich habe Angst, dass ich nochmals angegriffen
werden, und ich friere bei dieser Kälte. |
| Martin: |
Ja ich sehe, du zitterst. Gegen die Kälte
habe ich selbst nur diesen einen warmen Mantel.
Was soll ich tun? Ich werde ihn teilen, dazu ist
mir dieses Schwert gerade recht. (teilt
seinen Mantel, dann zum Bettler:) Nimm
diesen Mantel, er wird dich wärmen. Aber du hast
auch Angst. Folge mir in die Stadt, dort werde
ich einen Platz finden, damit du in der Nacht
geschützt bist und nicht im Freien bleiben
musst. |
| Bettler: |
Danke, du bist großzügig. Oft bin ich
verzweifelt, dann ist es wichtig, dass es solche
Leute gibt wie dich, die mir helfen, die mir
wieder Mut machen. Dafür danke ich dir. |
| Sprecher: |
Und in der Nacht hörte Martin eine Stimme
sagen: „Was ihr dem geringsten meiner
Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. Was
ihr ihm aber nicht getan habt, das habt ihr auch
mir nicht getan“. |
Neckarauer Martinsspiel 2002
/ ©
kjg-medium, St.Jakobus
Mannheim-Neckarau
| Sprecher: |
Der heilige Martin wurde um das Jahr 316 im
heutigen Ungarn geboren. Mit 15 Jahren wurde er
Soldat im römischen Heer. Seine Kameraden mochten
ihn, denn er war freundlich, geduldig und
hilfsbereit. An einem eiskalten Winterabend war
er unterwegs zu seinem Lager in der Stadt Amiens
in Frankreich. Kaum jemand war bei dieser Kälte
im Freien. |
| Martin: |
Puh ist es heute kalt, der eigene Atem
gefriert fast. Zum Glück bin ich bald in der
Stadt. In meinem Lager bekomme ich noch ein
warmes Essen und eine trockene Unterkunft. |
| Sprecher: |
Er kam in die Nähe des Stadttors. Plötzlich
rührte sich etwas am Straßenrand. |
| Bettler: |
Helft mir bitte! |
| Martin: |
Warum sitzt du hier und bettelst bei dieser
Kälte. Geh doch heim in die warme Stube. |
| Bettler: |
Ich hab doch kein Zuhause. Ich lebe draußen
im Freien, nur mit den Sachen die ich am Leib
trage. |
| Martin: |
Wie kann das geschehen? Wie konnte es soweit
kommen? |
| Bettler: |
Zuerst habe ich meine Arbeit verloren, dann
musste ich alle Ersparnisse aufbrauchen. Zuletzt
konnte ich mir die Wohnung nicht mehr leisten.
Ich habe lange nach Arbeit gesucht, aber
inzwischen resigniere ich. |
| Martin: |
Das kann ich gut verstehen. Aber es macht
mich auch wütend. Bei meinem Ritt durch dieses
Land habe ich viel Armut gesehen, aber auch sehr
großen Reichtum. Es darf nicht sein, dass immer
mehr Menschen nicht mehr gebraucht werden, dass
wir uns daran gewöhnen, dass Menschen für sich
keine Zukunft mehr sehen. (zum Bettler:)
Aber wie kann ich dir jetzt helfen?? |
| Bettler: |
Ich habe Angst, dass ich nicht mehr die Kraft
habe, die Kälte in dieser Nacht zu
überstehen. |
| Martin: |
Ja ich sehe, du zitterst. Gegen die Kälte
habe ich selbst nur diesen einen warmen Mantel.
Was soll ich tun? Ich werde ihn teilen, dazu ist
mir dieses Schwert gerade recht. (teilt
seinen Mantel, dann zum Bettler: Nimm diesen
Mantel, er wird dich wärmen. Aber du bist allein
und voll Furcht. Folge mir in die Stadt, dort
werde ich einen Platz finden, damit du in der
Nacht geschützt bist und nicht im Freien bleiben
musst. |
| Bettler: |
Du bist großzügig. Oft bin ich verzweifelt,
dann ist es wichtig, dass es solche Leute gibt
wie dich, die mir helfen, die mir wieder Mut
machen. Dafür danke ich dir. |
| Sprecher: |
In dieser Nacht träumte Martin von Jesus
Christus. Jesus war mit der Hälfte des Mantels
bekleidet, die Martin dem Bettler geschenkt
hatte. Jesus sprach zu Martin: „Du hast mir
die Hälfte Deines Mantels gegeben. Du kennst mich
nicht und doch dienst du mir - denn es ist so:
Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt,
das habt Ihr mir getan. Was ihr ihm aber nicht
getan habt, das habt ihr auch mir nicht
getan“. Nach diesem Traum ließ sich Martin
im christlichen Glauben unterweisen und bekannte
sich zum Christentum. |
Neckarauer Martinsspiel 2005
/ ©
kjg-medium, St.Jakobus
Mannheim-Neckarau
| Sprecher: |
Der heilige Martin wurde um das Jahr 316 im
heutigen Ungarn geboren. Mit 15 Jahren wurde er
Soldat im römischen Heer. Seine Kameraden mochten
ihn, denn er war freundlich, geduldig und
hilfsbereit. An einem eiskalten Winterabend war
er unterwegs zu seinem Lager in der Stadt Amiens
in Frankreich. Kaum jemand war bei dieser Kälte
im Freien. |
| Martin: |
Puh ist es heute kalt, der eigene Atem
gefriert fast. Zum Glück bin ich bald in der
Stadt. In meinem Lager bekomme ich noch ein
warmes Essen und eine trockene Unterkunft. |
| Sprecher: |
Er kam in die Nähe des Stadttors. Plötzlich
bewegte sich etwas am Straßenrand. |
| Martin: |
Was ist da los? |
| Bettler: |
Verzeiht, aber wir wissen gerade nicht
weiter! Wir sind so mutlos, kannst Du uns
helfen? |
| Martin: |
Warum sitzt du überhaupt bei dieser Kälte mit
Deinem Kind auf der Straße? Geht doch weiter in
die warme Stube. |
| Bettler: |
Wir sind gerade unterwegs und jetzt fällt es
uns schwer weiter zu gehen. Mein Kind ist zu
einem Geburtstag eingeladen, aber es traut sich
nicht recht hin. |
| Martin: |
Das gibt's doch nicht! (zu den
zuschauenden Kindern) Ihr geht doch alle
gerne zum Kindergeburtstag, oder? |
| Kind: |
Eigentlich schon, aber da muss man doch etwas
mitbringen. Und ich habe nichts! |
| Bettler: |
du siehst es doch, ich habe nicht einmal
einen warmen Mantel. |
| Martin: |
Wie kann das geschehen? Wie konnte es soweit
kommen? |
| Bettler: |
Zuerst habe ich meine Arbeit verloren, dann
musste ich alle Ersparnisse aufbrauchen. Jetzt
fehlt mir das Geld auch für mein Kind. Ich habe
lange nach Arbeit gesucht, aber inzwischen
resigniere ich. |
| Martin: |
Das kann ich gut verstehen und es macht mich
wütend. Bei meinem Ritt durch dieses Land habe
ich viel Armut gesehen, aber auch sehr großen
Reichtum. Es darf nicht sein, dass manche Kinder
kein Mittagessen bekommen. Ich habe sogar gehört,
dass Kinder von ihren Freunden ausgeschlossen
werden, da ihre Eltern weniger Geld als andere
haben. Ist denn etwa das Geschenk das Wichtigste
an einem Kindergeburtstag? (zum Bettler und
zum Kind:) Aber wie kann ich Euch jetzt
helfen? |
| Kind: |
Alle bringen zum Kindergeburtstag etwas mit,
nur ich habe nichts. Hast du nichts, was ich
meinem Freund schenken kann? |
| Martin: |
Hier habe ich meine Laterne, sie weist den
Weg und kann Euch Licht und Wärme geben. Damit
kann sie gerade in dieser kalten und dunklen Zeit
sehr wertvoll sein. Vielleicht magst du sie an
Deinen Freund weitergeben |
| Bettler: |
Die Wärme brauchen wir auf unserem Weg ganz
dringend. |
| Martin: |
Ja ich sehe, du zitterst. Gegen die Kälte
habe ich selbst nur diesen einen warmen Mantel.
Was soll ich tun? Ich werde ihn teilen, dazu ist
mir dieses Schwert gerade recht. (teilt
seinen Mantel, dann zum Bettler:) Nimm
diesen Mantel, er wird euch wärmen. |
| Bettler: |
Du bist großzügig. Oft sind wir verzweifelt,
dann ist es wichtig, dass es solche Leute gibt
wie dich, die uns helfen, die uns wieder Mut
machen. Dafür danken wir dir. |
| Sprecher: |
In dieser Nacht träumte Martin von Jesus
Christus. Jesus war mit der Hälfte des Mantels
bekleidet, die Martin dem Bettler geschenkt
hatte. Jesus sprach zu Martin: „Du hast mir
die Hälfte deines Mantels gegeben. Du kennst mich
nicht und doch dienst du mir - denn es ist so:
Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt,
das habt ihr mir getan. Was ihr ihm aber nicht
getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan".
Nach diesem Traum ließ sich Martin im
christlichen Glauben unterweisen und bekannte
sich zum Christentum. |
Abmoderation: Erwachsene sollen
überlegen, wie sie selbst oder im Dialog mit ihren
Kindern Wärme und Licht weitergeben können. (dies als
Gedanken anreißen und den Besuchern auf den Weg
geben).
Neckarauer Martinsspiel 2007
/ ©
kjg-medium, St.Jakobus
Mannheim-Neckarau
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