| Erzähler: |
Auf dem Felde bei Bethlehem hüten die Hirten
ihre Herden. Ganz heiss ist es den Tag über
gewesen. Die Sonne glüht auf die Steine. Sie
verbrennt das Gras. Ausgetrocknet ist der Boden.
Die Schafe blöken. Sie haben Durst. |
| Hirte: |
Die Sonne brennt heiss vom Himmelszelt.
Wir sind müde und durstig hier auf dem Feld. |
| Erzähler: |
Die Hirten sind arme Leute. Die Felder und die
Tiere gehören ihnen nicht. Sie haben nur eine
Wasserflasche, ein bisschen Brot, Käse und Oliven
in ihrem Beutel. Die Felldecken halten sie warm,
wenn nachts der kalte Wind über das Feld
streicht. |
| Hirte: |
Es fegt der kalte Wind übers Land.
Wir sehen nur Wüste und Steine und Sand. |
| Erzähler: |
Ganz selten regnet es auf den Hirtenfeldern bei
Bethlehem. Dann füllen sich die Brunnen, und die
Hirten führen ihre Schafe ans frische Wasser. |
| Hirte: |
Wir haben die Schafe zum Brunnen
gebracht.
Wir wachen und sorgen bei Tag und bei Nacht. |
| Erzähler: |
Gegen Abend geht die Sonne schnell am Horizont
unter. Dann wird es dunkel und kalt. Die Schafe
rücken dicht zusammen, um sich zu wärmen. Die
Hirten machen ein Feuer an, um die wilden Tiere,
die Wölfe und Schakale fernzuhalten. |
| Hirte: |
Wir halten bei dem Feuer Wacht
die lange, kalte und dunkle Nacht. |
| Erzähler: |
Die Hirten halten nachts immer abwechselnd
Wache. So kann jeder auch ein paar Stunden
schlafen. Der Hirtenhund läuft wachsam um die Herde
und passt auf, dass kein Schaf wegläuft oder ein
Wolf heranschleicht. Aber in dieser Nacht sind alle
wach, die Hirten, die Hunde und die Schafe. Die
Sterne leuchten so hell, viel heller als in anderen
Nächten. |
| Hirte: |
Seht doch den Glanz dort in der Ferne,
es leuchten so hell die vielen Sterne! |
| Erzähler: |
Die Schafe können in dieser Nacht nicht
schlafen. Sie blöken und schlagen sich gegenseitig
mit den Hufen. Der große alte Widder läuft unruhig
hin und her und stößt mit den Hörnern. Der jüngste
Hirte holt seine Flöte hervor. Er sagt: |
| Hirte: |
Ich will euch ein bisschen beruhigen, ich
spiele euch ein Lied vor. |
| Erzähler: |
Weithin klingt das Lied in die Nacht hinaus. Da
wird es auf einmal heller und heller am Himmel. Ein
leuchtender Schein liegt über dem Hirtenfeld.
Mitten im Licht steht ein Engel, ein Bote Gottes.
Die Hirten erschrecken. Sie halten die Hände vor
ihre Augen, so sehr blendet sie das Licht. Sie
stürzen ängstlich zu Boden. |
| Engel: |
Fürchtet euch nicht. Hört! Ich verkündige euch
eine große Freude. In Bethlehem ist ein Kind
geboren, Gottes Sohn. Gott hat ihn zu euch auf
die Welt geschickt, um allen Menschen zu helfen.
Das Kind liegt, in Windeln gewickelt, in einem
Stall.
Freude will euch Gott heut schenken,
eure Schritte zum Frieden lenken.
Lauft zum Stalle, kommt und seht,
weit die Tür euch offen steht.
Ihr findet den Retter,
ihr findet das Kind,
geboren in Armut
bei Esel und Rind.
|
| Erzähler: |
Als das Licht erloschen ist, springen die
Hirten auf. Sie schlagen sich auf die Schultern vor
Freude und rufen einander zu: |
| Hirt: |
Nun wird alles anders werden,
unser Heiland kommt auf die Erden.
Freuen sollen sich die Armen,
auch wir spüren sein Erbarmen.
Zu uns Hirten auf dem Feld
kommt der König dieser Welt.
Hört – der Engel hat’s gesagt,
läuft jetzt los, noch eh’ es tagt.
|
| Erzähler: |
Die Hirten packen eilig ihre Bündel. Sie
treiben die Schafe zusammen und laufen den Berg
hinunter, Bethlehem entgegen. Überall rufen sie den
Menschen zu, was sie gesehen und gehört haben: |
| Hirte: |
Wir können nicht schweigen, wir Hirten vom
Feld,
wir rufen es laut hinaus in die Welt.
Kommt her zum Stall, es führt euch der
Stern
zum Kind in der Krippe, unserm König und
Herrn.
Nun tretet hinein, kniet nieder im
Licht,
der Engel sagte: Fürchtet euch nicht!
Da liegt das Kind auf Heu und auf Stroh,
macht alle Menschen frei und froh.
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