Die Heiligen Drei Könige, Geschichte – Festgestaltung

Die Heiligen Drei Könige

Autorin: Ingrid Neufeld

Balthasar schraubte sein Teleskop zusammen und stellte es in die Ecke. Er stieg die Treppe hinunter und betrat das größte Zimmer des Hauses, um sein Abendessen einzunehmen. Seine Frau wartete schon auf ihn.

„Stell dir vor“, begrüßte er seine Frau. „ich habe heute eine ganz besondere Entdeckung gemacht. Erstmals konnte ich einen ganz besonderen Stern beobachten.“ „Einen Stern?“, wunderte sich seine Frau. „Ja“, erwiderte er schlicht und schob sich ein paar Oliven in den Mund, ohne darauf zu achten, was er aß.

„Dieser Stern muss etwas Besonderes sein.“, murmelte er. „Ich muss nur noch herausfinden, warum.“ Seine Frau schüttelte nur den Kopf. Sie hatte es schon lange aufgegeben, sich zu wundern. Wenn ihr Mann mit seinen Sternen beschäftigt war, interessierte ihn nichts anderes. Die nächsten Tage beobachtete Balthasar in jeder nur möglichen Minute den Sternenhimmel.

Dann, eines schönen Tages, erklärte Balthasar, eine Reise unternehmen zu müssen. „Es wird ein paar Tage dauern“, sagte er zu seiner Frau. „Mach dir keine Sorgen.“ Er nahm seinen besten Esel und packte ihn mit allem Notwendigen. Dann verließ er seine Familie und reiste dem Stern hinterher.

Täglich berechnete er den Weg des Sterns am Himmel und überlegte wo er wohl die beste Sicht auf ihn haben würde. Dort musste ein ganz besonderer König geboren werden. Er wusste inzwischen, dass dieser Stern auf die Geburt eines ganz besonderen Menschen hinwies.

Da Balthasar selbst ein einflussreicher Mann war, wollte er wissen, mit welchem König er es künftig zu tun haben würde. Er musste sich Klarheit verschaffen. Nach einiger Zeit – er war schon mehrere Tage unterwegs – traf er auf eine andere Reisegesellschaft.

Die Leute hielten ihn an und fragten ihn über sein Ziel aus. Zögernd kam er mit ihnen ins Gespräch und erfuhr, dass sie dasselbe Ziel hatten wie er selbst. „Wir heißen Melchior und Caspar und haben völlig unabhängig voneinander den Stern am Himmel entdeckt. Genau wie du“, erklärten sie ihm. Balthasar war beeindruckt und so beschlossen sie, gemeinsam weiter zu reisen.

Täglich beobachteten sie den Himmel, stellten ihre Berechnungen an und marschierten am Tag in die Richtung, die ihnen der Stern nachts angegeben hatte. Es war eine weite beschwerliche Reise. Doch endlich kamen sie nach Jerusalem, einer bedeutenden Stadt in Israel. Da der Stern in Israel zu verharren schien, fragten sie sich zum Palast durch. Bestimmt wurde dem König ein Sohn geboren und dies war der König, dessen Geburt der Stern ankündigte.

Doch Herodes, der König von Israel wusste nichts von einem Neugeborenen. Trotzdem heuchelte er Interesse. „Wenn ihr das neugeborene Kind findet, dann lasst es mich wissen. Ich werde ihm huldigen.“ In Wirklichkeit fürchtete er um seine Macht. Er wollte das neugeborene Kind töten lassen.

Die drei Männer ahnten die Hinterlist des Königs und hatten auch nicht vor, zu ihm zurück zu kommen. Doch sie verabschiedeten sich freundlich von ihm. Dann machten sie sich auf den Weg, um das Kind endlich zu finden.

Endlich – sie waren gerade in Bethlehem angekommen – schien der Stern still zu stehen. Plötzlich merkten die Männer, dass sich irgendetwas veränderte. Obwohl es Nacht war und die meisten Menschen schliefen, war eine Unruhe auf den Straßen. Hirten liefen herum und hatten anscheinend ihre Herden alleine gelassen. Sie riefen einander zu: „Der Heiland ist geboren!“

Balthasar, Caspar und Melchior hielten die Hirten auf. „Was erzählt ihr hier?“ „Edle Herren!“, klärten die Hirten die Männer auf. „Einer ist geboren worden, der ist mehr wert als Ihr alle miteinander, Mehr wert als wir samt unseren Herden. Er ist mehr als alle Menschen auf der Welt. Er ist der Sohn Gottes selber!“

Die drei Sternenkundige steckten aufgeregt ihre Köpfe zusammen. „Das also ist der große König, dessen Geburt mit diesem Stern angezeigt wird. Natürlich – kein König, sondern Gottes Sohn selber! So gesehen: Der größte König aller Zeiten!“ Schnell legten sie jetzt die letzten Meter zurück und eilten zum Stall, so wie ihnen die Hirten den Weg gewiesen hatten.

Vorsichtig betraten sie die armselige Behausung und überzeugten sich davon, dass Gottes Sohn selber in einer Krippe lag. Jeder von ihnen hatte ein Geschenk für einen König dabei: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Das gaben sie jetzt dem Kind in der Krippe!

Sie knieten sich vor dem Kind nieder und bekannten: Gottes Sohn ist geboren – der Stern hat es bezeugt!

© Ingrid Neufeld

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