Nikolaus und die drei Goldklumpen

Nikolaus und die drei Goldklumpen

Statue der Heiligen Nikolaus von Myra
Statue des Heiligen Nikolaus von Myra
Foto: Wici, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Nikolaus war der Sohn reicher Eltern und erbte ein großes Vermögen. Gerne beschenkte er darum Menschen in Armut, um deren Not zu lindern.

In der Stadt wohnte eine Familie mit drei Töchtern, die sehr arm war. Damals war es üblich, dass eine Braut Vermögen in Form von Gütern und Hausrat mit in die Ehe brachte. Diese Mitgift sollte dem Ehepaar einen eigenen Haushalt ermöglichen. Sie diente zugleich der finanziellen Absicherung der Braut beim Tod des Ehemannes. Ohne angemessene Mitgift konnte eine Braut keinen Bräutigam finden.

Dem Vater war es nicht möglich, die Mitgift für seine drei Töchter aufzubringen. Er machte sich furchtbare Sorgen, was aus ihnen werden sollte, wenn er einmal stirbt. „Ach“, klagte der Vater. „So bleibt mir nichts, als meine Mädchen an Dienstherren zu verkaufen.“ Und er weinte die ganze Nacht.

Ich muss ihnen unbedingt helfen', sagte sich Nikolaus, als er von der aussichtslosen Situation hörte. „Aber es soll niemand wissen, dass ich derjenige bin, der sie unterstützt.“ Mitten in der Nacht schlich er sich leise zum Haus der Familie und warf einen Klumpen Gold durch das offene Fenster. Als die älteste Schwester das Gold am Morgen fand, war sie überglücklich. Jetzt hatte sie genügend Geld, um zu heiraten und eine eigene Familie zu gründen.

Auch in der folgenden Nacht kam Nikolaus wieder mit einem Goldklumpen vorbei und warf es ins Zimmer des zweiten Mädchens. Am nächsten Morgen war die Überraschung groß. Der Vater konnte sich nicht erklären, wie zwei seiner Töchter so reich beschenkt worden waren. „Ich muss unbedingt wissen, wer es ist, der uns so unglaublich geholfen hat!“, sagte er. Er versteckte sich und wartete.

Es dauerte nicht lange, da kam Nikolaus und warf einen weiteren Goldklumpen durchs Fenster. Der Vater sah Nikolaus und rannte zu ihm, um ihm zu danken: „Du hast meine Töchter vor einer traurigen Zukunft bewahrt. Dafür werde ich dir immer dankbar sein!“, rief er. „Das werden wir dir nie vergessen!“ Nikolaus aber bat ihn, es niemandem zu erzählen. Er wollte kein Lob dafür. Für ihn war es selbstverständlich, zu helfen, wo er konnte.

Noch heute kommt der Nikolaus nachts in die Haushalte und wird auf vielen Bildern mit vergoldeten Äpfeln oder eben Goldklumpen dargestellt.


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