November, der dunkle Monat, Gedicht – Festgestaltung

November, der dunkle Monat

Autor: Olaf Lüken

Nebel hält ein Dorf umschlungen.
Traurig reihen sich Haus an Haus.
Die Welt schwelgt in Erinnerungen.
So mancher Mensch bricht einfach aus.

Immer enger zieh’n wir leise,
uns’re kleinen Lebenskreise.
Was wir denken, hoffen, lieben,
ist öfters auf der Streck’ geblieben.

Tau benetzt die Giebeldächer.
Gespenstisch wirkt des Nebels Hauch.
Alte frösteln vorm Gemächer.
Aus Kaminen entflieht der Rauch.

Auf den Äckern treiben Schwaden.
Der Nebel steht im fahlen licht.
Nebel erweckt halbtoten Maden.
Nebel beflügelt mein zweites Gesicht.

Nasser Wind zieht durch die Räume,
hebt in die Höh’ manch buntes Blatt.
Regenschauer beendet Träume.
Mein Land im Herbst, zwischen Berg und Watt.

Allerheiligen und Allerseelen.
Der Monat küsst die Dunkelwelt.
Ängste schnüren sehr viele Kehlen.
Eine Dogge, die in der Gasse bellt.

© Olaf Lüken

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