Pechvogel! Es geht alles schief!, Büttenrede – Festgestaltung

Pechvogel! Es geht alles schief!

Autor: Manfred Böhner

Helau, Ihr Leut, ich hab e seelisches Tief,
denn was ich auch mach, es geht alles schief.

Letzt Jahr mußt ich ins Krankehaus,
die Mandeln warn geschwolle, die mußte raus.
Danach wachte ich auf un´ hab durch Zufall gelauscht,
denn irgendwie hatte die was vertauscht.

Nur eines hatt´ ich mitbekomme,
die ham mer de Blinddarm rausgenomme.
Tut mir leid sagt de Doktor – keine Sorge,
die Mandeln mache mer dann morge.

Am nächste Daach, es is net gelooche,
ham´se mei Fußnägel gezooche,
Dann kam de Doktor wieder an,
die Mandeln komme morsche dran.

Vor de Narkos´ wollt´ ich dann erstmal verhandeln,
Ihr wißt all Bescheid – ich bin der mit de Mandeln!
Beruhigt ließ ich mich dann zur Narkose spritze,
nur als ich dann wach wurde kam ich ins schwitze,
da dacht´ ich - was ham die dann jetz´ operiert?
mein ganze Kopp war einbandagiert,
De Professor nahm s dann mit Humor,
„oh - Sie war´n nicht der Gehirntumor ?“

Des derf doch net wahr sein, ich glaubte ich spinn´
3 Operatione und die Mandeln noch drin.
Ich muß hier raus, Schluß mit de Ferz,
sonst operiern die mir morge noch an mei´m Herz
Ich wollt´ raus durchs Fenster, doch des war mer zu tief,
egal was ich vorhab, es geht alles schief.

Bei meinem Pech, ich gehör ja gestraft,
hab ich mer doch neulich e Auto gekaaft.
Leider kaan Neue, der war schon gebraucht,
schon nach 500 Meter hat de Kühler geraucht.

Die Bremse versaachte, des war nemmer schön,
ich fuhr dauernd durch rot .. kam uff de Kreuzung zum stehn.
Des Maleur mit de Lenkung fand ich auch sehr schnell raus,
wenn ich´s Lenkrad nach rechts dreh, dann fährt er g´radaus.

Ich befuhr die A7- in de Mitt´ mit Karacho,
un hat so 150 k-m-h uffem Tacho,
wie´s uff einmal passierte ich verlor mei Gebiss,
als de Fahrersitz aus de Verankerung riss.

Ich war wie geschockt und kippte nach hinne,
die links un rechts neber mir fuhrn dachte ich spinne.
Ich saß praktisch uff de Rückbank, mir iss es Lache vergange,
irgendwie musst ich doch an de Lenker gelange!

Un die Kist wurd net langsamer, des war en Kalte,
der Tempomat hat des Tempo auch noch gehalte.
Des war wohl des einzigste was noch funktioniert,
ich hab´s dann später als Nachteil notiert!

Mit ´m Fuß hab ich versucht ans Lenkrad zu komme,
doch ich sah vor Angstschweiß ja alles verschwomme,
Dann hat´s mich auch noch an die Leitplank geschmettert,
de Airbag ging uff.. ich war in die Gurte verheddert.

Die brennend Zigarett flog mir aus de Lippe
und wo des Ding hinflog, des könnt Ihr jetzt mal tippe …
Die flog direkt in mein Krage, des war vielleicht fies,
Das hat gebrannt un geglüht, ich hab geschrien wie am Spieß!

Am Gurt gefesselt , ich konnt´ nix mehr mache,
hörte nur noch ein Zische, Rausche un Krache.
Ich sah nur noch Funke und dacht des wird teuer,
da fing der undichte Tank auch schon Feuer.

Vor Gericht da wurd´s mir dann schliesslich bestätigt,
10 km – Leitplank´ hab ich verbrannt und beschädigt,
die Geschwindigkeitsbegrenzung hätt´ ich net beachtet,
ich hätt´ en Acker gepflügt un 3 Ochse geschlachtet.

Gebremst hätt´ ich erst, ich hätt ja en Spleen …
bei einem Bauer im Haus am off´ne Kamin!
Der saß dort und flog, wie soll´s anners sein,
wie e Raket aus´em Fenster, mit samt sei´m Krug Wein.

De Führerschein wollte se gleich von mir habbe,
debei ham´ die Bulle schon seit Wochen mein Lappe,
Es hat ja dauernd geknallt, des is doch die Schande,
in Flensburg bin ich ne alte Bekannte.

Mit mei´m Punktekonto in de Sünderkartei,
wär die Frankfurter Eintracht sicher oben debei.
Mein Lappe is weg, darf jetzt 5 Jahr net fahrn,
benutz jetzt halt wieder Busse und Bahn.
Da kann ich nur saache, ganz primitiv,
was ich auch anpack, es geht alles schief.

Zur Straf sollt ich renoviern des war an de Reih,
mei Alte sächt en Handwerker kommt hier net nei,
Wie des ging könnt Im Fernseh sehn – im Bastler-Kanal
mer musste halt sparn und hat kei anner Wahl!

Ich hab dann geguckt, wie aafach des geht,
un kaufte dann Pinsel, Kleister, Tapet.
Als erstes dacht ich , mach ich die Deck,
mach Zellophan übern Teppich, wege dem Dreck.

Dann nehm ich Tapet un kleb e schee Stück,
nur blieb die net hänge, des Aas kam zurück.
Ich stand uff de Leiter allaa un verlorn,
de Kleister im Haar, die Tapet um die Ohrn.

Des glitschiche Ding hat sich uff mich gesenkt
und wie so ne Toga rund um mich gehängt.
Ich stand da wie e Denkmal völlig verwirrt,
mit Kleister von obbe bis unne verschmiert.
Ich dacht´ wie de Kleister an mir runnerlief,
was ich auch mach, es geht alles schief.

Mei Frau beschwerte sich neulich im Bett,
beim Sex - ich wär zu schwer und zu Fett.
Ich gab´s dann zu, wenn auch beklomme,
ich hatt´ gewaltig zugenomme.

Hab viel probiert, nix hat genützt,
bin dann zum Doktor hiegeflitzt,
Der sächt bei meine Proportione.
wär abzunemme net so ohne.

Ich bin dann weg am nächste Morge
um mir ein Diätplan zu besorge,
Ich hab´s geschafft des is kaa Fraach,
des war de schlimmste Vormittaach,

Ich hab´ dann in de Küch gesesse,
un so e Körnerzeusch gefresse.
Un mei Alte, jetzt dürft Ihr mal rate,
futtert doch glatt en Schweinebrate.

Mit Stoffserviette uffem Schoß,
drückt se de Kloß tief in die Soß,
genüßlich schiebt´sen in ihr´n Mund,
… ich hab gesabbert wie en Hund.

Spätestens als ich des gesehe,
konnt´ ich net mehr widerstehe.
Ich hatt´ es net mer überwunde,
mei gute Vorsätz´ war´n verschwunde,

Nur noch beim Futtern da war ich auf Zack,
war schon bald dicker als Günter Strack.
Ich bekam oft kei Luft un hat Probleme beim Gehe,
mein Schniedelwutz konnt ´ich schon lang net mehr sehe!

Bei meine Schritte erbebt es Parkett,
damit ich net durchbrech hatt´ ich e Stahlplatt im Bett!
Einmal im Bad fiel ich nach vorn uff de Bauch,
un kam net mehr hoch, ja.. wie soll ich dann auch..

Durch die Riesenwampe wurd´ des derart erschwert,
weil mit de Händ´ kam ich net mehr ganz uff die Erd´.
Ich hab dann versucht nach rechts un links so zu wippe
um mit sehr viel Schwung uff de Rücke zu kippe.

Mir is es gelunge – un war voller Zorn,
denn hinne war ich genauso fett wie von vorn!
Hilflos wie e Schildkröt´ lag ich zappelnd im Bad,
mei Frau kam mi´m Flaschezug, den hat se immer parat.
So langsam wurd´ ich echt depressiv,
kann mache was ich will, es geht alles schief.

Ich musst wieder zum Doktor, der war garnemmer nett,
der sächt ich wär ja immer noch so träge und fett!
Ne neue Diät, die derf ich nun net mehr verpatze,
sonst tu ich unweigerlich in kurzer Zeit platze!

Ich hatt´ ständig Hunger, war immer müde un schlapp
kam vor Mittags 1 Uhr net so richtisch uff Trapp
Schlaf oft uffem Schreibtisch bei uns im Büro,
un penn auch oft stundelang uffem Clo.
Des hat meine Alte inzwische aach schon gemerkt,
die hat des Muster von de Clobrill uff mei´m Hintern entdeckt.

Ich wurd´ immer träger konnt auch überall schlafe,
beim Esse beim Trinke beim Sitze beim Laafe …
Doch langsam brach er dann , der Bann.
Un´ mei neu´ Diät schlug langsam an!

Ich bin in die Sauna un ihr werd´s kaum glaave
auch dort bin ich widder mal eingeschlafe.
Seit Stunde war ich dort wohl schon am Schwitze,
irgendwann fiel ich dann wohl durch die Holzbank–Schlitze

Ich sah in de Spischel, es war wie im Traume.
Ich sah tatsächlich aus wie ne getrocknete Pflaume!
Verschrumpelt und dünn, weg war die Fülle,
als Hemd reichte mir jetzt ne Regenschirmhülle!

Am nächste Daach sah mich mei Verwandschaft,
die sagte, ich sähe aus wie n´ Strich in de Landschaft.
Bevor die mich überhaupt wahrgenomme
musst ich glatt zweimal ins Zimmer reikomme!

Ich hab´ mer Gewichte in die Klamotte genäht
sonst wär ich beim kleinste Windstoß verweht!
Selbst im Bad beim Föne, des is net geblufft,
hing ich bei Stufe 1 schon quer in de Luft!

Als ich in de Badewann mal an de Stöpsel gekomme,
bin ich in dem Strudel um mei Lebe geschwomme!
Mei Olle is vor Lache fast verreckt,
ich hatt´ bis zum Bauch schon im Abfluss gesteckt!
Von nun an glaubte ich´s definitiv,
mir gelingt werklich nix, es geht alles schief

Der Jo-Jo effekt schlug mir sehr uff´s Gemüt,
ich wurde immer zerstreuter war auch immer noch müd!
Mein Frau sächt es wird´ jetzt langsam beschwerlich,
mich allein zu lasse wird zu gefährlich!
Ich kam nämlich neulich aussem Bad eraus,
da lacht mich mei Alte ja gnadenlos aus

Ich stand nackisch in de Diele un frag mich warum,
un dreh mich ganz langsam zum Spiegel erum.
Von obbe bis unne sah ich mich im Spischel,
mei Haarn stande nach obbe, wie die Stacheln beim Ischel,
Ich hab kurz gestutzt, aber dann schnell begriffe,
statt ´n Fön hatt ich sicher de Sauger gegriffe.

Mei Gesicht war ganz rot, ich sah´s nur verschwomme.
Ich hatt´ wohl statt Nivea die Finalgon-Salb´ genomme,
übern fremde Geschack war ich dann ganz verdutzt,
als hätt ich mei Zähne mit Kernseif´ geputzt.
aus mei´m Mund und Nas´ kame Seifeblase,
mei Fraa fing vor Lache an zu rase!

Uff einmal hat mein Hinnern höllisch gebrennt,
beim gucke hab´ ich mer de Hals fast verrenkt,
Knallrot un geglüht hat der ..des war ja de Wahn,
von hinne sah ich aus wie´ en Pavian!
Ich sah mich im Spiegel voller Selbstmitleid an,
bei mir geht halt schief was schiefgehe kann!

So ich mach jetz mal Schluß doch ich will net verhehle,
ich könnt Euch noch hunnert Geschichte erzähle.
Doch ich hab kaa Zeit mehr, ich merk´s instinktiv,
laut meiner Statistik geht gleich wieder was schief

Drum verabschied ich mich jetzt von euch hier im Bau,
mit dem Spruch: „Es wird schon schiefgeh´n“

Prost und Helau!

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