Muttertagsfrühstück, Geschichte – Festgestaltung

Muttertagsfrühstück

Autor: unbekannt

Schon ganz früh - genaugenommen sehr viel früher als sonst üblich - kommen Marius und Bianca ins Schlafzimmer geschlichen. Sie wollen nur nachsehen, ob die Mama nicht endlich aufgewacht ist.

Marius bleibt vorsichtig an der Tür stehen, während seine Schwester sich auf Zehenspitzen Mamas Bett nähert. Dabei stolpert sie über Mamas Hausschuhe und fällt direkt auf das Bett und fast auf Mama drauf, die sich knurrend auf die andere Seite dreht und einfach weiterschläft.

Marius ruft: “Pschscht!” und lässt versehentlich die Türklinke los. Weil Papa gerade das Wohnzimmer lüftet, knallt die Tür mit einem lauten “Rumms” zu. Erschrocken fährt Mama hoch, und schon jubelt Marius: „Mama ist wach, Mama ist wach!“

Da kommt auch schon Papa mit dem Frühstückstablett herein. Eigentlich sollte Mama ja mal gründlich ausschlafen, aber so ein Frühstück im Bett, das ist doch eine tolle Überraschung zum Muttertag. Da muss sie sich doch einfach freuen. Sie sagt zwar, dass sie lieber am Tisch sitzen würde, aber das geht in dem überschwenglichen Guten-Morgen- Sagen völlig unter; und da sie den Kindern nicht die Freude verderben will, lächelt sie und greift nach dem Teller.

Die drei setzen sich erwartungsvoll zu ihr aufs Bett und sehen ihr mit hungrigen Augen zu. So allein schmeckt’s Mama aber nicht so richtig, und sie gibt jedem ein halbes Brötchen ab. Weil Papa seine Brötchenhälfte nicht so trocken herunterwürgen will, holt er sich rasch eine Tasse Kaffee und bringt den Kindern gleich ihren Kakao mit.

„Ist das hier gemütlich!“ lacht Bianca, zieht ihre Schuhe aus und kriecht zu Mama ins Bett. Kakao tropft auf Mamas Bettdecke - nein, nein - den ganzen Inhalt der Tasse verschüttet sie nicht, ein paar Schlucke bleiben der Kleinen noch. Marius will auch zu Mama ins Bett und lässt dabei sein Brötchen fallen, natürlich mit der Marmeladenseite nach unten. Papa bemüht sich, den Schaden mit Hilfe seines Taschentuches zu beheben.

„Alles wieder in Ordnung“, meint er und beisst herzhaft in sein Brötchen. Ein wahrer Krümelhagel rieselt auf Mama, denn es sind Aufgebackene von gestern. „Macht nix“, sagt er und fegt sie mit seiner Hand von der Decke auf den Bettvorleger. Mama seufzt: „Ich nehme nachher schnell den Staubsauger.“ „Ach, die paar Krümel! Lass nur, heute ist Muttertag, und da wird nicht gearbeitet“, antwortet Papa fröhlich.

Aber die richtige Ruhe, um ihren Kaffee zu trinken, hat Mama dann doch nicht. Weil die Beiden in ihrem Bett unruhig hin und herschaukeln, landet auch noch der eine oder andere Kaffee- oder Kakaotropfen auf dem Deckbett.

Nachdem alle fertig gefrühstückt haben, gibt’s eine zünftige Kissenschlacht, wobei in der Hitze des Gefechts die Nachtischlampe runterfällt. „Scherben bringen Glück“, sagt Papa grinsend und bückt sich, um die Teile einzusammeln. Aber er hat wohl zu schnell zugefasst. “Autsch”, ruft er und hält seine blutende Hand hoch. Nun darf Mama endlich aufstehen, Papas Schnittwunde verarzten, die Scherben beseitigen, die Splitter samt Krümel wegsaugen und das Bett abziehen.

Später sagt Bianca: „Muttertag ist schön, nur sollte es ihn viel öfters geben.“ Da meint Mama mit einem verschmitzten Lächeln: „Also, mir reicht ein Muttertag im Jahr vollkommen!“

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