Lob der Frauen und Mädchen, Sketch – Festgestaltung

Lob der Frauen und Mädchen

Sketch für 2 Personen – Streitgespräch zweier Herren über die Frauen

Erster: Was ist nicht schon seit undenklichen Jahren
gesprochen über den Ehestand.
Ich wollte dies Unglück auch einmal erfahren,
vergab deshalb mein Herz, meine Hand.
Und richtig! Die Prophezeiung der alten Herrn,
die unterm Pantoffel seufzen und brummen,
traf ein – einst sprach ich von Liebe so gern!
Die Zeit ist dahin, jetzt muss ich verstummen.
Die Mädchen, von außen da sind sie glatt,
sie gleichen den Lilien, sind rot wie die Rosen;
Man sieht sich an ihren Reizen kaum satt
und möchte beständig nur scherzen und kosen.
Ein Druck ihrer Hand macht Eindruck aufs Herz,
es brennt und wütet im Innern,
der Kopf geht verloren von Liebesschmerz,
da hört man uns seufzen und wimmern.
Doch hat man im Hause als Frauen sie nur,
so möchte man schier nur verzweifeln.
Die Rosen verschwinden, die Unnatur
verwünscht man zu allen Teufeln!
Wer Mut besaß, sich zu verbinden,
der wird den Wermut-Kelch bald finden.
Wohl laut sind unsere Frauen hier,
den Wohllaut finden selten wir.
Deshalb, ihr Heiratskandidaten,
– Ich weiß, ihr riecht hier schon den Braten –
lasst euch ein ernstes Wort jetzt sagen:
Traut nicht –
Zweiter: (tritt rasch aus den Gästen heraus)
Aber das ist doch fades Zeug!
Was sollen die abgeschmackten Klagen?
Hört auf mit eurem Klatsch – ich bitte euch.
Erster: Ist es hier erlaubt, mich hier zu unterbrechen?
Zweiter: Ihr sollt von den Frauen nichts böses sprechen.
Erster: Ihr werdet mich keines Besseren belehren!
Zweiter: Auf Euren Unsinn wird hier niemand hören!
Erster: Ein Fluss hat zum Glück keinen Einfluss aufs Meer.
Zweiter: Ein Spruch bloß durch Euch, ist ein Einspruch, nichts mehr!
Erster: Was wollt Ihr denn?
Zweiter: Die Damen hier verteidigen,
weil Ihr es wagt, sie gröblich zu beleidigen.
Erster: Verteidigen? Gut! – Die Herrn hier sollen entscheiden,
ob ich recht habe –
Zweiter: Sei es, ich geh es ein,
ich wage diesen Kampf mit Freuden,
die Damen werden meine Richter sein.
Erster: Zur Sache denn! Seht, von der lieben Ehe
träumt man beständig wunderschöne Sachen,
doch findet man enttäuscht sich beim erwachen
und schreit darüber: Ach und wehe!
Als Bräute sind sie alle wie die Engel,
so fromm, so sanft – sie tun, ach so süß,
man glaubt, sie hätten keine Mängel;
Man träumt beständig nur vom Paradies.
Doch kaum verschwunden sind die Flitterwochen,
so wird dem Herrn Gemahl schon widersprochen.
Drum ist und bleibt es ein schreckliches Geschlecht,
nun, meine Herren, ich hab recht?
Zweiter: Verändern sich die Frauen in der Ehe,
so trägt der Gemahl die Schuld allein,
denn das steht fest, wir Männer vor der Ehe,
wir wollen ewig Heilige sein.
Im Hochzeitsanzug sind wir stets bescheiden,
so fein, so zart wie Postpapier,
was die Geliebte will, erfüllen wir mit Freuden,
doch was die Frau sonst wünscht, versagen wir.
Soll sich das Weibchen deshalb nun nicht rächen?
Und womit geht’s wohl besser, als mit Widersprechen!
Dies bleibt allein dem schwächeren Geschlecht –
nun, meine Damen, ich hab recht?
Erster: Blieb es nur beim Widerspruch, das möchte gehen,
sich so zu rächen ist nicht ihre Art,
sie sind geschickt im Nasendrehen
und machen gern den Männern einen Bart.
Hausfreunde nahen dutzendweise,
da wird getändelt und gelacht;
Die Wirtschaft kommt aus dem Geleise,
die Frau hat Bankerott gemacht!
Und will der Mann darüber räsonieren,
so heißt es: Schatz das verstehst du schlecht,
ich muss mich ja doch amüsieren!
Auf jeden Fall die Frau so spricht,
drum rate ich, heiratet nicht!
Nun, meine Herren, ich hab recht?
Zweiter: Mit gutem Beispiel voranzugehen,
das ist und bleibt des Mannes Pflicht,
allein – wir müssen es gestehen, –
wir machen es nur leider nicht.
Drum kann ich keiner Frau verdenken,
sieht sie vom Mann sich angeführt,
dass sie sich ohne viel Bedenken
ein ganz klein wenig revanchiert.
Wenn wir den rechten Weg nicht meiden,
dann steht es auch mit uns nicht schlecht,
die Frauen folgen uns mit Freuden!
Nun, meine Damen, ich hab recht?
Erster: Ich stürze euch in dieser Fehde,
ihr spielt den Edlen nur zum Schein
und wollt, man merkt es an eurer Rede,
bei den Damen der Hahn im Korbe sein!
Zweiter: Aus euch spricht, merk ich, nur die Rache,
Ihr stürzt mich nicht, wir werden’s sehn;
Auf Recht gegründet ist meine Sache
und deshalb bleib ich aufrecht stehn.
Gäb’s nicht so liebevolle Frauen,
wo wär ein solches Fest zu schauen,
wie es heut abend uns vereinigt.
Die Frauen stehn vor uns gereinigt!
Verlieren sie mal die Geduld,
so sind allein die Männer schuld!
Und ich empfehle jedermann,
zu schaffen sich ein Bräutchen an,
wie wir es heute vor uns sehen,
dann wird es jedem wohl ergehen.
Erster: Ich widerspreche! Es ist nicht wahr –
ihr Männer, hütet Euch zu freien!
Zweiter: Das ist zu stark – ich glaube gar,
dass Ihr zu beleidigen hier wollt sein!
Und das verdient auch harte Strafe!
Drum zögere ich auch länger nicht,
ich geh mit Euch scharf ins Gericht:
Ihr wart bisher ein Frauensklave,
ein Dutzend liebte er – Blamage!
Doch zu erklären sich, da fehlte ihm Courage –
drum schimpfte er, das ist sein Element,
weil Frauen und Mädchen er nicht kennt.
Und um die Frauen an ihm zu rächen
für deine scharfen, spitzen Reden,
mit denen er sie tat befehden,
verlang ich, dass er Gnade sagt –
sonst wird noch härter er verklagt.
Erster: Nicht weiter, Freund, hör auf, ich bitte,
nur jetzt nicht, hier, in schöner Mitte.
Ich bin besiegt, erklär es laut:
Vielleicht bekomm ich dann auch eine Braut!
Stimmt in den Ruf jetzt mit mir ein:
Beide: Das Brautpaar soll in der Ehe recht glücklich sein!

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