Verlobung — Glückwünsche und Gratulation

Gute Wünsche und Ratschläge, Gratulation mit Geschenk,
kurze Gedichte, lustige Gedichte und Vorträge

Übersicht

Kurze Gedichte

Gute Wünsche

Gute Ratschläge

Gratulation mit Geschenk

Lustige Gedichte

Lustige Vorträge

Kurze Gedichte

Ich füll zu Haus mein Glas mit Alkohol;
glückwünschend trink ich auf des Brautpaars Wohl!

Ich gratuliere gern – so will's der Brauch –
dem Brautpaar nun, und der Verwandtschaft auch.

Sie haben sich verlobt! Ich wünsche Ihnen
von Herzen Glück, weil Sie viel Glück verdienen!

Wir woll'n das Glas erheben:
Hoch soll das Brautpaar leben!

Zur Verlobung gratuliere ich
wirklich herzlich. Ja, ich freue mich!

Zur Verlobung gratulieren wir
hoch erfreut und herzlich „ihm“ und „ihr“.

Zum Verlobungsfeste:
Herzlich alles Beste!


Gute Wünsche

Das nimmer trübe Ungemach

Dass nimmer trübe Ungemach,
dass fern euch bleibe Not und Schmach,
dass nie ihr eine Träne weint,
dass stets in Liebe ihr vereint,
dass stets ihr aller Sorgen bar,
das wünsche ich dem verlobten Paar!

Das Wort Verlobung hört man gern

Das Wort „Verlobung“ hört man gern,
weil man gestehen muss:
Das ist für Damen und für Herrn
ein herzlicher Entschluss.
Stets sei euch sehr verliebt zumute.
Von Herzen Glück! Und alles Gute!

Es war einmal

„Es war einmal“, beginnt ’s im Märchen.
Doch das gilt nicht für unser Pärchen.
Stattdessen leite „Es wird sein“
den Anfang der Geschichte ein,
die mit dem heut´gen Tag beginnt,
an der das Schicksal emsig spinnt
bis hin zu Kind und Kindeskind.
„Es werde sein, schön wie ein Traum.
Es gebe an des Lebens Baum,
der Blüten und der Früchte viele.
Erreichbar seien alle Ziele.
Nie sei die Last euch allzu schwer!“

Ich wünsche euch – einem mit dem andern

Ich wünsch euch – einem mit dem andern –
ein fröhliches Beieinander
getrosten Mutes, Hand in Hand,
hinein in ein glückliches Zukunftsland.
Was ihr erreicht, wo ihr auch schreitet,
was euch das Leben alles bereitet
an Freuden und Leiden, an Glück und Pein:
Ihr sollt stets eines und einig sein!

Ja auf einmal ward’s mir klar

Ja, auf einmal ward’s mir klar,
welch ein Festtag heute war.
Schnell hab ich mich nun gebückt,
einen Strauß davon gepflückt.
Diesen bringe ich getragen,
der soll meine Wünsche sagen;
meine Freude zu bekunden,
dass ihr beide euch gefunden;
dass ihr wollt zusammengeh’n,
immer zueinanderstehen.
Und die Blüten aus dem Feld,
aus der gold’nen Sonnenwelt,
sprechen aus, dass Lieb und Treue
täglich um euch blüh’ aufs neue!

Lasst die Verlobungsfahnen

Lasst die Verlobungsfahnen
im frischen Wind nun wehen!
Wie schön, zu zweit zu planen
und einen Weg zu gehen!

Ob euch Glück und Heiterkeit umwehen

Ob euch Glück und Heiterkeit umwehen,
ob der Sturm des Lebens euch umtobt:
Immer sollt ihr treu zusammenstehen;
dazu seid ihr schließlich ja verlobt!

Ringlein am Finger

Ringlein am Finger, Ringlein so fein,
willst du den beiden Glücksspender sein.
Heute in diesem fröhlichen Kreise,
wo jedes Lied klingt der Liebe zum Preise;
und sich ein Bund schließt beim Schwur wahrer Treue,
niemals sich wende, sich täglich erneue.

Ringlein am Finger, die heut’ du verbunden,
sich für dies Leben in Liebe gefunden.
Halte zusammen in Freude und Leid,
in ernster Prüfung, in Glückseligkeit.
Ringlein am Finger, Ringlein so fein,
sollst heute höchster Glücksspender sein.

Sel’ge Blicke heut verkünden

Sel’ge Blicke heut verkünden,
dass sich zwei in Lieb verbinden,
Treu zu gehen Hand in Hand.
Ihnen wird das weite Land
heut’ zum Lenz voll goldner Sonne,
und die Herzen, reich an Wonne,
schlagen selig, frohbewegt!
Wer solch Glück fest in sich trägt,
und es treu geborgen hält,
sieht das hohe Himmelszelt
leuchtend über sich, nie trübe!
Und in dieser reinen Liebe
gehet froh durch dieses Leben!
Schön’ren Wunsch kann ich nicht geben!

Und hier besiegeln diese zwei

Und hier besiegeln diese zwei
sich dauerhafte Lieb und Treu.
Hoch ist der Liebe süßer Traum,
erhaben über Zeit und Raum.

Vergleichbar den Verlobungsringen

Vergleichbar den Verlobungsringen
aus echtem, fugenlosem Gold,
so bleibe euch in allen Dingen
das Glück der Liebe immer hold!

Verlobung feiern viele Leute

Verlobung feiern viele Leute.
Doch diesem ganz besonderen Paar
gilt ein besonderer Glückwunsch heute:
Vertrauen und Liebe immerdar!

Verlobung wunderbare Zeit

Verlobung – wunderbare Zeit
voll Liebe und Gemeinsamkeit!
Viel Glück dazu, dass jeder findet,
was treulich aneinander bindet!

Verlobung! Nun kommt eine herrliche Zeit

Verlobung! Nun kommt eine herrliche Zeit.
Ach, wenn es doch immer so bliebe!
Ich wünsche dazu von Herzen: Zu zweit
viel Glück, viel Romantik, viel Liebe!

Verlobungszeit ist schönste Zeit

Verlobungszeit ist schönste Zeit;
Liebe wächst und Gemeinsamkeit.
Wir wünschen, dass ihr stets findet,
was immer fester euch zusammenbindet!

Wenn sich ein Paar in Liebe, Treue findet

Wenn sich ein Paar in Liebe, Treue findet,
dann weiß es, dass der Himmel es verbindet.
Möge Gottes Segen euch zu allen Zeiten
auf Eurem Weg behüten und geleiten!

Wenn zwei Herzen sich gefunden (1)

Wenn zwei Herzen sich gefunden
und in Innigkeit verbunden,
jauchzen die Engel und rufen laut:
Gott segne den Bräutigam, Gott segne die Braut!

Zu deiner Verlobung heut’

Zu deiner Verlobung heut’
wünschen dir alle Leut’:
rein wie der Glocken Klang,
jubelnd wie Lerchensang,
lieblich wie Veilchenzier
blühe das Leben dir!


Gute Ratschläge

Die Verlobung ist ein Test

Die Verlobung ist ein Test,
ob es sich gut leben lässt,
miteinander trotz der Macken
auch Probleme anzupacken.
Hiermit wünsche ich das Beste
heute zum Verlobungsfeste.

Die Verantwortung wird nicht geringer

Die Verantwortung wird nicht geringer,
trägt man erst den goldnen Reif am Finger.
Aber wenn das Herz zum Herzen spricht,
dann wird alles leicht und alles licht.
Herzensglückwunsch! - Was euch längst schon band,
habe festen, sicheren Bestand!

Euch, dem frisch verlobten Paar

Euch, dem frisch verlobten Paar,
bringe ich mein Verselein dar.
Es soll einzig und allein
eurem Glück gewidmet sein.
Niemals solltet ihr vergessen,
was der Liebe angemessen:
Seid geduldig, tolerant
und entscheidet Hand in Hand.

Glaub es nicht, wenn andre sagen

Autor: E. Zitelmann * 07.08.1852 † 28.11.1923

Glaub es nicht, wenn andre sagen,
der Verlöbnis Liebe sei
nur ein Rausch von wenig Tagen,
und sie gehe bald vorbei.

Nur ein matter Abglanz bliebe
nach dem ersten Lenzrausch dein.
Nein! Es soll dieselbe Liebe
heute, morgen, immer sein.

Immer, bis ans letzte Ende
sollen weihevoll wie nun
deine lieben guten Hände
treulich in den seinen ruh’n.

Wenn in weißer Locken Schimmer
einst dein Antlitz zu ihm schaut,
fühlst du es, er liebt noch immer,
wie er dich geliebt als Braut!

Liebe schwärmt auf allen Wegen

Liebe schwärmt auf allen Wegen;
Treue wohnt für sich allein.
Liebe kommt euch rasch entgegen;
aufgesucht will Treue sein.

Möchte man sich fester binden

Möchte man sich fester binden,
wär’ es gut, herauszufinden,
ob das Feiertagsgesicht
dem dahinter auch entspricht.
Könnt ihr aufeinander bauen
gegenseitig euch vertrauen?
Prüft ’s, und sollte es so sein,
ladet mich zur Hochzeit ein.

Sich zu prüfen vor dem Binden

Sich gut zu prüfen vor dem Binden,
erhöht die Chance, das Glück zu finden!

Verlobungsglückwunsch! – Ja, nun naht

Verlobungsglückwunsch! – Ja, nun naht
der Ernst des Lebens eurem Pfad.
Denkt stets daran: Man kann zu zwei’n
gemeinsam ernsthaft heiter sein!

Verlobungszeit ist Probelauf

Verlobungszeit ist Probelauf,
dabei fällt einem manches auf,
das man vielleicht noch klären muss.
Tut ’s liebevoll, mit einem Kuss!

Wenn sich ER und SIE verbinden

Wenn sich ER und SIE verbinden,
ist man Bräutigam und Braut.
Sucht das Glück! Es ist zu finden,
wenn man liebt, wenn man vertraut!

Wenn zwei Herzen sich gefunden (2)

Wenn zwei Herzen sich gefunden
gibt es viele frohe Stunden
und die schweren sind halbiert,
weil die Liebe sie regiert.
Darum lasst euch nicht beirren,
lasst euch von der Liebe führen
bis zum großen Hochzeitstag,
der euch bald beglücken mag.

Ziehe verbunden mit Gott

Ziehe verbunden mit Gott
hinein nun ins Leben!
Bleibe in Glück und Not
treu ihm stets ergeben!

Ob Sonne, ob Sturm dich umtobt,
halte, was du gelobt
heute mit Herz und Mund
in heiliger Stund’!


Gratulation mit Geschenk

Grüße zur Verlobung

Grüße zur Verlobung! - Nun beginnt
eine Zeit, in der man sich besinnt:
Vieles braucht man; Teller, Töpfe, Leiter,
Möbel, Teppiche - na, und so weiter.
Fügt in Euren Hausrat dieses Stück. -
Herzlich gratuliere ich: Viel Glück!

Wer sich verlobt, der hat gut lachen

Wer sich verlobt, der hat gut lachen!
Viel Glück! Und lauter Sonnenschein!
Die Gabe möge Freude machen
und recht erwünscht und nützlich sein!

Zur Verlobung heut’

Zur Verlobung heut’,
die mich herzlich freut,
stellt mein Gruß sich ein.
Und die kleine Gabe,
die ich für euch habe,
möge nützlich sein!


Lustige Gedichte

Der betrübte Amor

(Junge Dame mit Köcher, Pfeil und Bogen, weinerlicher Tonfall)

O weh, o weh, ich armer Wicht,
von dem die Welt nichts Gutes spricht;
Vor dem sich manches Menschlein bangt,
ein anderer nach mir verlangt.
Ich hab auf meiner letzten Jagd
verschossen mich, Gott sei’s geklagt.

Seht her, mein Köcher ist ganz leer,
kein einz’gen Pfeil besitz ich mehr;
Und täglich, stündlich kann’s geschehen,
dass ich seh zwei ins Grüne gehen,
auf die ich möchte den Bogen spannen.
Nun laufen die mir so von dannen.

Was hab’ für Tränen ich vergossen,
als ich den letzten Pfeil verschossen
so halb und halb im Übermut;
Und … ach … das tut ja niemals gut!
Dass ich mich nicht entsinnen kann,
auf wen ich den zuletzt legt’ an!

(Erblickt den Frischverlobten)

Was seh ich! Der … Der muss es sein,
auf den ich schoss im Dämmerschein
den letzten Pfeil! … (Flehend) Ach, sei so lieb,
den letzten Pfeil mir wiedergib,
sonst geht mein Posten mir verloren,
und alles nimmt mich bei den Ohren!

Du meinst, das dürfte nicht geschehen?
Hab’ ich bei dir wohl aus Versehen
zu gut getroffen sicherlich,
nun sitzt zu tief, das merke ich,
mein Pfeil … und ist nicht mehr zu fassen …

(weinerlich)

Da muss ich ihn schon sitzenlassen
und ohne ihn von hier jetzt gehen.
So lebt denn wohl! … Auf Wiedersehen!

(Zu den Gästen)

Ich sehe schon, es wird nichts nützen,
ich muss mir neue Pfeile schnitzen,
denn wer von mir nicht wird getroffen,
hat in der Liebe nichts zu hoffen.

Da würd’ das Leben allen sauer
und ringsum wäre große Trauer.
Drum wer gute Pfeile schnitzen kann,
der melde sich bei mir schnell an.
Er soll ins Herz den schönsten kriegen
und nun wünsch’ ich recht viel Vergnügen!


Lustige Vorträge

Das Radio – Vortrag zur Verlobungsfeier

(dazu bringt man irgendwo im Raum einen riesenhaften Lautsprecher – großen Trichter – an, hinter dem dann der Vortragende, am besten ungesehen, redet.)

Achtung – Welle ____________ (Beliebige Stadt) – Hier Vortrag Professor Hansdampf über den „Unfug der Liebe“.

Meine Herrschaften, die sie hier zum löblichen Tun versammelt sind – nämlich: mich anzuhören – Wenn ich Sie alle vor mir sehen könnte – was gottlob unmöglich! - , so würde ich gleich sagen: da sieht man wieder, welchen Unfug die sogenannte Liebe, die zur Ehe ausartet, fertig bringt!

Sie müssen sich mal vergegenwärtigen, wie glücklich Sie als Kind gewesen sind – können Sie das noch? Na also! Unbeschwert von Dingen, die das sogenannte Herz betreffen, trippelten Sie ihre Kindertage dahin, spielten Kreisel und warfen Ihren Ball den lieben Tanten ins Gesicht oder in Fensterscheiben, machten sich auf Obstbäumen zu schaffen, wie dies seit Adams Zeiten Sitte ist, und halfen, wo es tunlich, die so schädlichen Süßigkeiten aus der Welt schaffen. In der Schule war es nicht ganz so einfach, da gab’s weniger Süßes als Saures – aber Ihr kindlicher Sinn verstand es doch, heiter die Lehrer zur Verzweiflung zu bringen und zu verhindern, dass in die Schatzkammer Ihres Gehirns zu viel wertloses hineinpraktiziert ward … Es war trotz allem eine glückliche Zeit, nicht wahr?

Nun erinnern Sie sich des schönen – vielmehr des dreimal vermaledeiten Tages, an dem sich so ein gewisses Kribbeln und Wackeln in Ihrer Brust bemerkbar machte – Krankheitssymptome aufstiegen, Hitze, Röte, Kälte, Unruhe in sämtlichen inneren und äußeren Gliedmaßen, kurz – ein ganz fataler Zustand. Merkwürdigerweise hingen diese Erscheinungen immer mit der Erscheinung dieser oder jener Persönlichkeit zusammen, die Sie sozusagen „wonnig“ fanden. Von Rechts wegen hätte die Heilung der Krankheit von eben dieser Persönlichkeit abhängen sollen, aber das tat es natürlich nicht, denn alles Richtige bleibt immer unrichtig in dieser Angelegenheit, die man mit dem unzutreffenden Namen „Liebe“ belegt.

Da haben wir’s schon, das Thema: Jene Krankheit heißt nämlich – Sie werden es mit Scharfsinn schon erraten haben – die Liebe. Es ist eigentlich eine Kinderkrankheit, und wie bei solchen, wird das Übel immer schlimmer, je älter der Betroffene ist.

Der Bazillus davon ist entdeckt, doch das Serum, das man dagegen einimpft, hat den Nachteil, dass nur Millionäre es sich leisten können, es heißt nämlich Millionenehe. wir müssen uns daher mit dem Leiden eingehender beschäftigen, denn die paar Dutzend Millionäre, die es bei uns gibt, sind meist schon geimpft und Lymphe geben sie nicht ab.

Meine Herrschaften, hören Sie gut zu! Sie alle sind berufen, dies Übel aus der Welt zu schaffen! Ich erinnere Sie nochmals an die schrecklichen Leiden, die Sie alle durchzumachen hatten, als Ihnen klar wurde, dass Sie sich irgendwo, irgendwie infiziert hatten! Sie merkten es daran, dass Sie plötzlich den Mond anschwärmten, Blumen pflückten – oder sogar kauften! -, einen schweren Anfall von Dichteritis zu überstehen hatten – und auf sämtlichen Versfüßen zu hinken begannen -, dass Sie (falls Sie männlich sind) größenwahnsinnig nach Imponiergelegenheiten suchten, als da sind: Autofahren, Charleston (oder andere Tänze) tanzen, Direktorstellung erstreben, Rivalen k.o. schlagen oder irgendwelche blöden Rekorde aufstellen.. Falls Sie weiblichen Geschlechtes sind, ging es Ihnen noch schlimmer: Da litten Sie unter Toilettenmangel, Farbenwechsel, Seidenstrumpfitis und sahen immerzu einen kleinen goldenen Kreis um ihren Finger, bis Sie schwindlig wurden … Nicht wahr? Für beide Geschlechter sind dann noch die Fiebersymptome verbunden: Warten an der Normaluhr, Warten im lenzfrohen oder herbstgeschmückten Park, Warten im kleinen Café an der Ecke, Warten in der Tanzdiele oder sonst wo, wo die Beine geschwenkt werden … dann die Einbildung sämtlicher großartiger Eigenschaften, wie sie sie gar nicht gibt, an sich als auch an dem betreffenden Gegenstand … Und eine schreckliche, überlebensgroße Jagdleidenschaft, an allen Orten die erwählte Beute zur Strecke zu bringen …

Ach ja, meine Herrschaften, das alles sind furchtbar schwere, fast unheilbare Krankheitszeichen! Lassen Sie sich nicht durch Scharlatane irgendwelche Mittelchen aufhängen, die das Übel nur verschlimmern, z.B. goldene Ringe, gedruckte Karten, Aussteuerangebote oder gar – Vorsicht! – Standesamtsaufgebot! Nein, hören Sie mich an und meiden sorgfältig alles, was das Leben hervorrufen oder, so es schon eingetreten, es verschlimmern könnte! Essen Sie nichts, trinken Sie nichts, sehen Sie niemals um sich herum! Das sind die Vorbedingungen. Und dann, um niemand anzustecken, befolgen Sie strikte die Regeln: Keine neuen Kleider! Keine Friseurkünste! Kein Sport! Keine Spaziergänge! Keine Reisen! Meine Damen! Wenn Ihnen Ihr Leben, Ihre Herzensruhe lieb ist, so hören Sie auf mich, Professor Hansdampf, der seit 50 Jahren diese Vorschriften genau befolgt: Keine seidenen Strümpfe mehr! Keine kurzen Lockungsröckchen! Kein Schwimmtrikot! Keinen Lippenstift oder Puderdöschen! Keine seelenvollen Augenaufschläge und keinen Bubikopf mehr!

Seit nahezu 50 Jahren bin ich selber der Beweis, wie rasch dann die sogenannte Liebe sich verflüchtigt … Ich habe der Regierung bereits den Entwurf eines Entwurfes vorgelegt, in dem meine Erfahrungen zu einem allgemeinen Volksgesetz ausgearbeitet werden sollen, dass in absehbarer Zeit die maßgebenden Organe das Übel ausrotten dürften. Schon hat die Stadt (____________) eine Vorschrift erlassen, nach welcher sich jeder strafbar macht, der unter dem Vorwand, eine Familie zu gründen, seine Krankheit auf einen andern übertragen lassen will – und auf dem betreffenden Standesamt wird eine schwarze Liste angelegt, um die Übertreter der Anordnung zuerst in Güte zu ermahnen, ihr strafbares Vorgehen aufzugeben. Denken Sie bloß, was das geben sollte, wenn immer neue Pärchen, die behaupten, an der verflixten Liebe erkrankt zu sein, sich zusammentun und den Unfug weiter verbreiten … Gar nicht abzusehen sind die Folgen … Haaaaaaalt! Einen Augenblick, meine Herrschaften! Da kommt Welle (____________) dazwischen (Heimatort der Braut oder des Bräutigams). Wie -?! Unerhört! Meine Herrschaften! Die Behörden der Stadt (____________) ersuchen den Rundfunk, bekanntzugeben, dass eine gewisse (Name der Braut) einen gewissen (Bräutigam) vorbedachter Weise mit den allergefährlichsten Liebesbazillen, die unfehlbar zur Ehe führen müssen, infiziert hat, und alle Rundfunkhörer werden hiermit ersucht, die beiden anzuhalten und festzunehmen.

Die Photographien der Unbefugten werden beim hiesigen Photographen ausgestellt, und keiner von allen meinen Zuhörern wird es wohl unterlassen, dies Paar aufzustöbern und ihm die herzlichsten Glückwünsche auszusprechen! Schluss des Vortrages. Auf Wiederhören, meine Damen und Herren!

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Seite zuletzt geändert: 18.08.2015