Ich bin der Mann mit der Kaiserkrone

Krippenspiel mit Drehbühne in 6 Szenen:
Kaiserpalast, Marktplatz, Herbergssuche, Hirtenfeld, Stall, Schlußszene

Ich bin der Mann mit der Kaiserkrone

Autor: Helmut Priester, Pfarrer i. R., Edenkoben, Homepage: essigparre.de

Krippenspiel mit Drehbühne in 6 Szenen:

1. Szene: Palast des Augustus

Ich bin der Mann mit der Kaiserkrone
heiße Augustus und in Rom ich wohne
in meinem Palast aus Marmor und Gold.
Ja, das Glück, das ist mir hold:
Und das Volk muß dafür schaffen.
Reichtum tu ich scheffeln, raffen,
Ja, die Macht, ihr Gold und Geld
ist, was zählt auf dieser Welt.
Meinen Reichtum zu erfassen,
sollen all’ sich schätzen lassen.
Jeder soll gehn in seine Stadt,
wo er seine Güter hat,
soll mir noch mehr Steuern zahlen.
Wie werd ich mit Reichtum prahlen:
Mein ist das Geld, mein ist das Gold,
ja die Sterne sind mir hold:
Mein ist das Gold, mein das Geld
Ja – ich bin der Herr der Welt!

Zum Szenenwechsel Musik

2. Szene: Nazareth, Marktplatz

Herold:
Kommt, ihr Leute! Hergelaufen!
Hört mir zu im großen Haufen:
Euch die ihr euch allhier befindet
sei vom Kaiser nun verkündet:
Jeder gehe in die Stadt,
wo er seine Güter hat
Dort soll er sich blicken lassen,
daß man ihn dort kann erfassen
schätzen, zählen, nummerieren
rubrizieren- registrieren
Ob Mann ob Frau- Kind, Junggeselle
oder alt: gleich auf der Stelle
Denn regieren, das ist teuer.
Drum wird reformiert die Steuer:
(Volksgemurmel)
Da wird nicht lang erst räsoniert,
nicht schwadroniert und protestiert-
Schaut euch um, seht die Soldaten.-
Wer meutert tut`s zum eig`nen Schaden!
Wenn euch lieb und wert das Leben,
sollt euer Geld dem Kaiser ihr geben.
So befiehlt’s Augustus, der Herr der Welt
Sein ist das Gold, sein euer Geld
Keiner, der sich lang verweile!
Auf den Weg – marsch! Ab mit Eile!
Das ist mein Befehl für heute.
Hört ihn, befolgt ihn, macht schnell ihr Leute!

Söldner: Wir sind die Soldaten, wir stehen im Sold.
Wir tun alles für Geld und Gold
Wes Brot ich ess, des Lied ich sing,
Den Kaiser achtet nicht gering!
Ja, wenn euch lieb und wert das Leben:
Sollt, was ihr habt, ihr dem Kaiser abgeben
Wo wir Widerstand erblicken,
wissen wir’s, zu unterdrücken
Ab, auf den Weg! nicht lang protestiert!
Wer räsonniert wird schikaniert
Denn wir sind die Söldner, tun unsre Pflicht
– tun ganze Arbeit – vergeßt das nicht!

Nachbar:
Hast du gehört, was der Kaiser läßt sagen?
Sind nicht genug schon der Lasten, die plagen?
Schon wieder eine neue Steuer!
Und das Leben ist so teuer!
Hat den keiner mit uns Erbarmen?
mit uns kleinen Leut’` – uns Armen?
Ach, wie tut man uns bedrücken!
Soviel lastet auf dem Rücken!
Andre tun mit Reichtum prahlen,
doch wir Armen dürfen zahlen!

Josef:
Du hast’s noch gut, du hast’s nicht weit!
Nach Bethlehem muß ich – und das zu der Zeit,
wo Maria erwartet ihr Kind.
Ob sich da Quartier noch find?
Ach, es ist ein’ harte Zeit:
durch’s Gebirg’ der Weg ist weit!
Nach Bethlehem muß ich zur Davidstadt
in der es so viele Leute hat.
Wie soll das ich Maria sagen?
Ach, es ist ein Grund zu Klagen!
Ich geh schon und richte das Reisebündel
Vergeß auch Stoff nicht für ’ne Windel
Nach Bethlehem, der Weg ist beschwerlich
und durchaus nicht ganz ungefährlich –
Nach Bethlehem, der Weg ist weit!
Für Mariens Geburt ist’s hohe Zeit!

Zum Szenenwechsel Musik

3. Szene: Herbergssuche – Straßen von Bethlehem

Marie:
Ach, wie tun mir die Füße weh
und noch nicht das Ziel ich seh!
Und die Augen fallen mir zu
Müde bin ich, ging gern zur Ruh.

Draußen wird’s dunkel. Es wird Nacht.
Hat denn kein Mensch an uns Frauen gedacht,
mit einem Kindlein unterm Herzen,
an unsre Not und unsre Schmerzen?

Was sind wir Armen doch so gequält.
wo nur Gut und Geld recht zählt!

Da, schau, ein Haus! das seh ich gern:
Bethlehem ist nicht mehr fern.
Ob es denn in dieser Stadt
für uns heut Quartier auch hat?
Frag doch mal nach bei den Verwandten,
bei den Freunden und Bekannten,
ob ein Zimmer sich noch findt?:
Du weißt: Bald kommt zur Welt mein Kind.

Josef:
Gute Frau und guter Mannl
Ich klopf an eure Türe an.

1. Wirt/in:
Wer klopft so spät noch bei mir an:
Ach, es ist ein Wandersmann-
und so seh ich ganz genau:
Schwanger gar ist seine Frau.
Nein, ich brauche meine Ruh
und schlag drum die Türe zu.
Nein, für euch ist keine Bleibe!
Bleibt mir fort – mir weg vom Leibe!

Josef:
So klopf ich an die Türe hier:
Macht auf mir euer Haus und Tür.

2. Wirt/in:
Das Wirtshaus ist voll bis unters Dach
Hört ihr denn nicht den Lärm, den Krach
Doch habt ihr genügend Geld dabei
ist uns das Ganze einerlei
Denn wer da hat - hat Gut und Gold
Dem ist das Glück auf Erden hold!
Was ihr habt kein Geld im Sack?
Schert euch des Weg’s, ihr Lumpenpack!

Josef:
Ach, du Marie, welch ein Graus.
Da, schau, dort ist noch ein Haus.
Vielleicht wohnt dort ein Mensch mit Herz,
der den Kummer fühlt, den Schmerz.

3. Wirt/in:
Ach, es ist der reinste Jammer
Voll sind Keller schon und Kammer
Soviel Menschen in der Stadt
die den Namen Davids hat
Bethlehem – so ist es heute –
ist voller Menschen, voller Leute
Und Quartier, das suchen alle.
Platz nur ist noch im Höhlenstalle.

Josef:
Schnell, Marie bekommt ihr Kind!

Marie:
Dann finden wir Platz bei Schaf und Rind
Und die Krippe für Esel und Ziege
wird für mich zu des Kindleins Wiege
Wie sind die Zeiten so hart und arm
Daß sich unser Gott erbarm!

Der Menschen Herz – hart wie ein Stein
Laßt uns gehn zum Stall hinein.
Dunkel ist’s draußen und ’s ist Nacht.
Mein Kind wird hier zur Welt gebracht.

Zum Szenenwechsel ein Lied, z. B. Zu Bethlehem geboren

4. Szene: Hirtenfeld

Engel:
Vom Himmel mit der Engel Schar,
sag ich jetzt euch – den Hirten – klar
das gute Wort: „Ein Kindlein zart,
es liegt im Stall – in der Krippe so hart –
Das Kind ist dort geboren heute
für dich und mich und alle Leute,
wie Micha das verkündet hat,
zu Bethlehem, in Davids Stadt,
In Stall und Krippe bei Esel und Rind
ist es zu finden, das Gotteskind:

Kein anderer ist’s als Jesus Christ,
der euer aller Heiland ist.
Drum sollt ihr nicht lang verweilen,
Nach Bethlehem’s Krippe sollt ihr hin eilen:
Dort bei Esel, Schaf und Rind
findet ihr das Krippenkind.
Gott hat ein Zeichen aufgericht
mit Windeln und Krippe, arm und schlicht.“

Und alle sollen fröhlich sein
und mit den Hirten gehn hinein.
Eilt wie sie geschwinde
zu dem heilgen Kinde.
Denn zu aller Menschen Freude
ist geboren Christus heute.
Drum beugt wie die Hirten anbetend die Knie,
erhebt die Hände und dankt wie sie.
Ja danket Gott in Ewigkeit,
als Menschen der Hoffnung allezeit.

Hirten:
Tun die Sinne mich betören?
Was soll ich als Botschaft hören?
War es nicht mit Engelszungen,
was ins Ohr uns hat geklungen:
Hier beim Scheine der Flammen
wo wir alle zusammen
wir, die Hirten von Ziegen und Schafen,
wachen dann, wenn alle schlafen –
umsorgend die Tiere bei Tag und Nacht
und halten treu für sie die Wacht
vor Wölfen, Räubern, vor dem Dieb
schützend die Tiere, weil sie uns lieb. –

Die Botschaft, die ich hab vernommen,
ist tief bei mir ins Herz gekommen. –
Es soll nun endlich, endlich werden
Frieden hier bei uns auf Erden?
Gottes Huld und Wohlgefallen,
sei uns Menschen nah – uns allen?
Ich bin wie’s Schaf, das sich verirrt. –
Doch Gott, der treu ist wie ein Hirt,
ruft mich und dich und alle Leute
zu dem Kind, geboren heute?
Die Schuld will ER vergeben,
Er schenkt mir neues Leben
Um dieses Wort recht zu verstehn,
laßt rasch uns an die Krippe gehn.

Schafe:
Ich bin eins von den Schafen,
die nachts am liebsten schlafen –
Doch heut, da bin ich aufgeschreckt –
Die Stimme hat mich aufgeweckt –
Die laut, laut rief – es ist kein Spott –
Ehre – Ehre – Ehr sei Gott –
und es soll nun werden
Frieden hier auf Erden. –
Ein Zeichen sei das Krippenkind,
das hier man in der Krippen find –
An diesem kalten Ort,
das menschgeword’ne Wort?
Mit meinem zarten, weichen Fell
will ich es wärmen – auf der Stell.
Bä-Bä

Hirten alle:
So lasset uns nicht lang verweilen
Wir wollen zu dem Kinde eilen
So lasset uns zur Krippe gehn
und laßt uns seh’n, was dort geschehn.
Kommt alle in den Stall mit rein!
Kommt alle mit – kommt Groß und Klein!

Zum Szenenwechsel das Lied: Kommet ihr Hirten

5. Szene: Krippe – mit Maria und Joseph –

Ochse
„Ich wohne hier – das ist mein Stall.
Das wissen auch die Leute all.
Und bin im ganzen Land bekannt.
Ich bin der Ochse Ferdinand.
Bei mir hat Jesus das Licht der Welt erblickt
und das hat mich sehr entzückt

Nach langer Reise, erschöpft, ganz benommen,
sind sie in meinen Stall gekommen:
Maria und Josef, diese beiden,
nach dem langem Weg, dem weiten:
Bei so einem Weg, voll Last und Beschwerden
da würd selbst ich Ochse noch müde werden.

Als ich geschlafen dann in der Nacht,
hat Maria das Kindlein zur Welt gebracht.
Wie glücklich sie es in Armen wiegt!
Und wie strahlend das Kleine sich an sie schmiegt!
Ich bin gerührt, und fühl voll Lust
das Herz in meiner Ochsenbrust.
Bin doch schließlich ein Ochse und gar nicht dumm,
kann mehr als nur kau`n auf dem Grase herum«

Esel: Ich Esel bin ein graues Tier
und stehe auf den Beinen vier.
Und habe lange Ohren.
Ein Kind ist uns geboren.
Es waren beides schlichte Leut’
in ihrem langen Wanderkleid.
Sie mußten sich sehr sputen,
bis sie im Stalle ruhten.
Auf einmal kamen dann die Weh’n,
ich hab’ dies selbst mit angesehn.

Dann war auf einmal ein Getön.
Um uns herum, so hell und schön,
ich merkte, daß hier das geschah,
wonach die Welt voll Sehnsucht sah.

Ich bin ja nur ein graues Tier
und stehe auf den Beinen vier.
Und habe lange Ohren.
Ein Kind ist uns geboren.
Sogar ein Esel es begreift,
wie Gottes Liebe nach uns greift
so wunderbar. – Welch Freude
für uns und hier und heute!

Hirten (mit Schafen usw.)
Wir Hirten sind zur Krippe gekommen.
Wir haben das Wort von dem Kinde vernommen,
als beim Scheine der Flammen
wir gekauert beisammen
und die Herde bewacht
imitten der Nacht.
Wir sahen beim Wachen dort im Dunkeln,
ein helles Glänzen und ein Funkeln.
Da war ein Singen.
Ein frohes Klingen.
Es soll nun endlich werden
Frieden hier auf Erden.
Gottes Huld und Wohlgefallen,
den Menschen allen, wirklich allen.
Zwar sind wir arm. Wir leben gefährlich.
Man hält uns auch für nicht ganz ehrlich.
Die Leute die halten uns für gemein.
Doch bin ich stolz jetzt, ein Hirt zu sein!
Wir dürfen als erste nach Bethlehem gehen.
Ja wir dürfen als erste das Christuskind sehen.

Schaf und Ziege, und Wuff, der kleine Hirtenhund:
Wir beide, Schaf und Ziege,
woll’n auch zu des Kindleins Wiege.
Das Christkindlein uns anzuseh’n
sind wir auf dem Weg, um zur Krippe zu geh`n.
Und ich bin der dritte in diesem Bund
Ich, Wuff, der kleine Hirtenhund.
Wir drei woll’n das Kindlein ehren.
Und das soll keiner uns verwehren.
Das Kind dort – so arm – auf Heu und auf Stroh,
das macht gewiß auch uns drei froh.
Wir haben zwar nichts, ihm zu bringen.
Nicht ’mal ein Lied, ihm zu singen
in tiefen Tönen und in hellen.
Wir können nur blöken, meckern und bellen.
Es wird uns nicht verachten.
So woll’n wir’s mit Liebe betrachten.
Wir woll’n nun nicht länger verweilen,
und rasch zu dem Kindlein eilen,
das an die Menschen sein Herz wird verschenken.
Es wird auch an uns voll Liebe denken.
Das wissen wir drei ganz genau.
Bää-bää- meeh-meeh- wau-wau

Zwischenspiel

Schlußszene Volk

Männer und Frauen I
Hört, wie der Engel helle Lieder
klingen das weite Feld entlang,
und die Berge hallen wider
von des Himmels Lobgesang.
Sie verkünden uns mit Schalle,
dass der Erlöser nun erschien.
Dankbar singen sie heut alle
an seinem Fest und grüßen ihn.

Männer und Frauen II
Was die Engel freudig singen,
von des Heilands Stunde
Gottes Lob soll nun erklingen.
Auch aus unserm Munde
„Als die Welt verloren,
Christus ward geboren!“
Laßt uns hin nach Bethlehem eilen.
Ja, wir woll’n nicht lang verweilen.
Laßt uns mit staunenden Augen sehen,
das Wunder, das da ist geschehen:
„Gott im Himmel schenkt uns allen
mit dem Kind sein Wohlgefallen.“

Kinder z. T. mit Flöten
Wie schön ist’s für uns zur Krippe zu geh’n!
Und dort voll Andacht zu beseh’n,
was unser Gott in dieser Nacht
an Freud’ uns Menschen hat gebracht.
Wir wollen das Kind
dort, bei Esel und Rind,
mit Liebe bedenken,
unser Herz ihm schenken.
D’rum sei nun, ihr Mädchen und Jungen,
ein Lied ihm zur Freude gesungen.
Stimmt alle mit uns in das Liedlein ein
– mit uns, den Kindern groß und klein –
„Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all,
zur Krippe her kommet, zu Bethlehems Stall
und seht was in dieser hochheiligen Nacht
der Vater im Himmel für Freude uns macht“

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Seite zuletzt geändert: 21.12.2015