Unfriede herrscht auf der Erde

Weihnachten ist alle Tage auf Erden!
Krippenspiel als Rollenspiel

Unfriede herrscht auf der Erde

Autor: Helmut Priester, Pfarrer i. R., Edenkoben, Homepage: essigparre.de

Szenenbild 1:
Marktplatz – Prolog (mit Erwachsenen)

Unfriede herrscht auf der Erde.
Kriege und Streit bei den Völkern
und Unterdrückung und Fesseln
bringen so viele zum Schweigen.

– Wann endlich wird Friede sein?

In jedem Menschen selbst herrschen
Unrast und Unruh ohn’ Ende
selbst wenn wir ständig versuchen
Friede für andre zu schaffen.

– Wer hilft uns freizuwerden von Angst und Schuld?

Wir wollen in Gottes Hand finden
was er für alle verheißen
Er fülle uns unser Verlangen –
Er gebe uns selber den Frieden!

Wann endlich wird der Erlöser kommen?

– Darf ich zu euch näher treten?
Was führt ihr da für fromme Reden?
Nehmt euer Schicksal selbst in die Hand!
Befreit euch selbst – befreit das Land!
Wer sich nicht bis auf’s Messer wehrt –
der – sag ich euch – lebt grundverkehrt!
Es zählt – in diesen Zeiten –
nicht Beten sondern Streiten:
Ich leb in den Bergen Galiläas versteckt
in den Höhlen verborgen – dort unentdeckt.
Ich kämpf mit dem Messer, kämpf mit dem Schwert
Für Sieg und Freiheit, dass die uns werd.
Ich kämpfe gut, fecht hart und schnell
und mit mir ficht mein treuer Gesell –
Wehe dem Feind, der sich lässt blicken.
Er wird uns nicht mehr unterdrücken!
Ich bin ein Dolchmann, der kämpft für sein Recht.
– dreifach Wehe dem Feind, gegen den ich fecht’!
So setz ich bewusst mein Leben ein.
Bald wird der Sieg uns gewonnen sein!
Seht euch vor nur, ihr Römer – mit all eurer Gewalt
Ich kämpfe im Dunkeln – im Hinterhalt

– Stehn nicht schon der Kreuze genug in der Welt?
Weh dem, der auf die Gewalt der Waffen zählt.
Es wird mit der Gewalt von Waffen
neues Unrecht nur und Leid geschaffen
Ich sag es euch – ob jung ob alt:
kein Segen liegt auf der Gewalt!
Wenn die Welt soll menschlich werden
muss Friede entstehn unter den Menschen auf Erden.
Nur wenn wir uns setzen für Frieden ein,
wird uns das Leben gewonnen sein
Wann werden die Menschen dies endlich einsehen?
Und Wege des Friedens gemeinsam gehen?

(dazu Ausrufer – dann [nach und nach] Volk – darunter Josef und Maria)
Kommt ihr Leut mit großen Haufen
kommt alle her!! Hierher gelaufen.
Denn der Kaiser lässt euch sagen,
was er befiehlt in diesen Tagen:
Kommt her ihr Leute all – hört zu!
Und seid fein still. Hört zu! Gebt Ruh!

Dazu Auftritt Soldaten
....Jeder gehe in die Stadt,
wo er seine Güter hat
Dort soll er sich blicken lassen,
dass man ihn dort kann erfassen
schätzen, zählen, nummerieren
rubrizieren – registrieren
Ob Mann ob Frau – Kind, Junggeselle
oder alt: gleich auf der Stelle
Denn regieren, das ist teuer.
Drum wird reformiert die Steuer:
(Volksgemurmel)
Da wird nicht lang erst räsoniert,
nicht schwadroniert und protestiert –
Schaut euch um, seht die Soldaten. –
Wer meutert tut’s zum eig’nen Schaden!
Wenn euch lieb und wert das Leben,
sollt euer Geld dem Kaiser ihr geben.
So befiehlt’s Augustus, der Herr der Welt
Sein ist das Gold, sein euer Geld
Keiner, der sich lang verweile!
Auf den Weg – marsch! Ab mit Eile!
Das ist mein Befehl für heute
Hört ihn, befolgt ihn, macht schnell ihr Leute!

(Söldner)
Wir sind die Soldaten, wir stehen im Sold.
Wir tun alles für Geld und Gold
Wes Brot ich ess, des Lied ich sing,
Den Kaiser achtet nicht gering!
Ja, wenn euch lieb und wert das Leben:
Sollt, was ihr habt, ihr dem Kaiser abgeben
Wo wir Widerstand erblicken,
wissen wir’s, zu unterdrücken
Ab, auf den Weg! nicht lang protestiert!
Wer räsonniert wird schikaniert
Denn wir sind die Söldner, tun unsre Pflicht
– tun ganze Arbeit – vergesst das nicht!

(Nachbar)
Hast du gehört, was der Kaiser lässt sagen?
Sind nicht genug schon der Lasten, die plagen?
Schon wieder eine neue Steuer!
Und das Leben ist so teuer!
Hat den keiner mit uns Erbarmen?
mit uns kleinen Leut – uns Armen?
Ach, wie tut man uns bedrücken!
Soviel lastet auf dem Rücken!
Andre können mit Reichtum prahlen,
und wir Armen dürfen zahlen!

Maria mit und zu Josef:
Ach, das ist eine harte Zeit!
Der Weg nach Bethlehem ist weit!
Ist steil und hart und sehr beschwerlich!
Und durchaus nicht ungefährlich.
Hat denn sich niemand Gedanken gemacht?
An die Frauen mit kleinen Kindern gedacht?
An die Kranken und die Schwachen?
Dass dafür will keiner Gedanken sich machen!!!????
An Frauen wie mich, die bald gebären?
Da hilft kein Jammern – kein Beschweren!
Josef, lauf vor, richt schnell das Bündel –
denk auch an Stoff – gut für die Windel!
Wir müssen da durch! Wir müssen es wagen!
Hoffentlich werden nicht vergeblich wir fragen
bei guten Freunden und den Verwandten ,
bei den Gefährten der Jugend – den guten Bekannten,
ob sich ein brauchbar Quartier vorfind,
wann kommen will zur Welt mein Kind.
Eil dich, schnell, Josef, frisch zur Tat!
Gott helfe uns nach seinem Rat!
Ach, wie grausam ist die Zeit!
Der Weg nach Bethlehem so schwer und weit!

Lied: Maria durch ein Dornwald ging …

Szenenwechsel: Krippe im Hirtenfeld

An der Krippe befestigt sind nicht Maria und Josef – sondern Ochs und Esel; Maria und Josef statt dessen als Stockpuppe gehalten

a) Mauerschau-Szene: Piepsi, das Mäuschen
» Ich bin Piepsi, bin das Mäuschen
ich wohne nicht in feinem Häuschen;
ich bin zuhaus in jedem Fall
auf dem Feld und auch im Stall
Mucksmäuschenstill in einer der Ecken
tat ich im Stall mich wie sonst verstecken
– wie Tag für Tag und Jahr für Jahr.
Doch was da zu sehen war!
Da sah ich klein Mäuschen, traumverloren
wie Jesus wurde im Stall geboren.
Maria und Josef, sah um das Kind ich stehn
Auf ihren Gesichtern hab das Glück ich gesehn
Durch die Ritzen im Stalldach konnt ich erspähen,
den Himmel, so wunderlich anzusehn
wie er erstrahlte, hell im Glanze
als ob die Sterne hüpften im Tanze.
Ja, diese Nacht war voller Pracht
sie war die besondre, die heilige Nacht.

Doch unsanft ward ich aus Träumen geweckt
ein Gewirr lauter Stimmen hat mich aufgeschreckt.
Hirten, die wachen, wenn and’re schlafen,
die kamen vom Feld von ihren Schafen
und knieten nieder vor dem Kind
das man im Stall in der Krippe find
Vor das Kind sind sie getreten
um bei dem Kindlein anzubeten.
Da hatte keiner sein Geschenklein vergessen
Schafskäs und Milch und was Gutes zum Essen
dabei auch ein schön, weich-flauschig’s Fell
und ein Liedlein ertönte froh und hell.
Und Königen gleich, auf Kamelen geritten.
kamen vornehme Leut auch herangeschritten,
zu betrachten das Kindlein anbetend hold
Und sie beschenktens mit reinem Gold
und edelsten seltenen Kostbarkeiten
wie nie ich sie sah zu meinen Zeiten

Da war mir, als ob der ganze Stall
ganz wäre erfüllt mit Freudenschall
Wie man sonst ihn findet nicht.
Voll Liebe und Frieden, voll Wärme und Licht.
Bei meinem scharfen Mäusegebiss
da spürt ich es in mir und ich sag’s euch gewiss
Wenn dieses Kindlein groß wird werden,
wird es zeigen den Menschen auf der Erden
was gut ist und hilfreich und was schlecht
wird sagen euch „Es ist nicht recht.
wie Katz und Maus zusammenzuleben.“
Es wird euch helfen, nach dem Frieden zu streben

Wie gut, wenn Menschen sich verstehen
und Wege des Friedens gemeinsam gehen!
Das sag ich Piepsi, euch, das Mäuschen
das nicht wohnt in feinem Häuschen

Lied: zu Bethlehem geboren..

b) Engel
Vom Himmel mit der Engel Schar,
sag ich jetzt wie den Hirten – klar
das gute Wort "Ein Kindlein zart,
es liegt im Stall – in der Krippe so hart –
Das Kind ist dort geboren heute
für dich und mich und alle Leute,
wie Micha das verkündet hat,
zu Bethlehem, in Davids Stadt,
In Stall und Krippe bei Esel und Rind
ist es zu finden, das Gotteskind:

Kein anderer ist’s als Jesus Christ,
der euer aller Heiland ist
Drum sollt ihr nicht lang verweilen,
Nach Bethlehems Krippe sollt ihr hin eilen:
Dort bei Esel, Schaf und Rind
findet ihr das Krippenkind
Gott hat ein Zeichen aufgericht
mit Windeln und Krippe, arm und schlicht."

Und alle sollen fröhlich sein
und mit den Hirten gehn hinein
Eilt wie sie geschwinde,
zu dem heilgen Kinde
Denn zu aller Menschen Freude
ist geboren Christus heute
Drum beugt wie die Hirten anbetend die Knie,
erhebt die Hände und dankt wie sie
Ja danket Gott in Ewigkeit,
als Menschen der Hoffnung allezeit.

c) Hirte(n) (mit Schafen usw.)
Ich bin ein Hirt. Das sieht man mir an
Dass ich eine Herde führen kann
Man sieht es an dem großen Stock
Man sieht es an dem warmen Rock
Und das muss ich leider sagen
Meine Kleidung ist reichlich abgetragen.
Den Beutel hab ich bei mir; in ihm Trank und Speise
Essen und Trinken – für die Reise.
Ich kenn mich aus – ich kenn den Weg
und finde jeden kleinen Steg
jede kleine Wasserquell
jedes grüne Futterstell
Denn wir Hirtenvolk bei Tag und Nacht
geben auf die Herde acht,
sind unterwegs mit unseren Herden.
dass Weideplätze gefunden werden
Vor Wölfen, Räubern, vor dem Dieb
schütz ich die Tiere, und hab sie lieb. –
Wo ein Dieb ein Lamm will stehlen
wird so schnell nicht eines fehlen
Und doch mag man uns nicht – so ist das heute –
Wir sind auch nicht grad fromme Leute
Und doch ging an uns das Botenwort
Das rief uns von der Herde fort
Sein Wort, das lässt uns fröhlich sein
und gehn zum Stall – zum Kind hinein

Wir Hirten sind darum zur Krippe gekommen
Wir haben das Wort von dem Kinde vernommen
Als beim Scheine der Flammen
Wir gekauert beisammen
und die Herde bewacht
inmitten der Nacht.
Wir sahen beim Wachen dort im Dunkeln
Ein helles Glänzen und ein Funkeln
Da war ein Singen
Ein frohes Klingen
"Es soll nun endlich werden
Frieden hier auf Erden
Gottes Huld und Wohlgefallen
den Menschen allen, wirklich allen,
Zwar sind wir arm. Wir leben gefährlich
Man hält uns auch für nicht ganz ehrlich,
Die Leute die halten uns für gemein
Doch sind wir stolz jetzt, ein Hirt zu sein!
Wir dürfen als erste nach Bethlehem gehen
Ja wir dürfen als erste das Christuskind sehen.

d) die Weisen (mit Tieren)
Wir sind die Weisen, sind von ferne gekommen.
Wir haben – vom Stern her – die Botschaft vernommen
dass Jesus sei geboren heute.
Für dich und mich und alle Leute.
Den König der Herzen, den wollen wir ehren
– und keiner soll es uns verwehren –
den König des Friedens für alle Welt,
weil Liebe mehr zählt als Gut und Geld
Drum bringen wir ihm unsre Gaben
– Mein Gold – das soll das Kind nun haben –
Ich will mit Myrrhe es bedenken –
Mit Weihrauch will ich es beschenken
Wir wolln unsre Liebe ihm zeigen
uns tief vor dem Kind verneigen,
das sich dort in der Krippe find
arm bei Esel, Schaf und Rind

e) Volk (Männer und Frauen –
ohne Rede: Pastor)
Hört, wie der Engel helle Lieder
klingen das weite Feld entlang,
und die Berge hallen wider
von des Himmels Lobgesang
Sie verkünden uns mit Schalle,
dass der Erlöser nun erschien.
Dankbar singen sie heut alle
an seinem Fest und grüßen ihn

Männer und Frauen II

Was die Engel freudig singen,
von des Heilands Stunde
Gottes Lob soll nun erklingen
Auch aus unserm Munde
„Als die Welt verloren,
Christus ward geboren!“
Lasst uns hin nach Bethlehem eilen
Ja, wir wolln nicht lang verweilen
Lasst uns mit staunenden Augen sehen,
das Wunder, das da ist geschehen
„Gott im Himmel schenkt uns allen
mit dem Kind sein Wohlgefallen.“

f) Frau von nebenan
a) Ich bin die Frau von nebenan,
die endlich hier verschnaufen kann
Nach allem Schaffen, Hetzen, Rennen,
darf ich hier endlich Ruh mir gönnen
Nach all dem Hetzen, Eilen
will gern bei dem Kind ich verweilen

dazu Kind(er) z. T. mit Flöten
Wie schön ist’s für uns zur Krippe zu gehn!
Und dort voll Andacht zu besehn
was unser Gott in dieser Nacht
an Freud uns Menschen hat gebracht
Wir wollen das Kind
dort, bei Esel und Rind
mit Liebe bedenken
unser Herz ihm schenken
Drum sei nun, ihr Mädchen und Jungen,
ein Lied ihm zur Freude gesungen
Stimmt alle mit uns in das Liedlein ein
– mit uns, den Kindern groß und klein –
Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all,
zur Krippe her kommet, zu Bethlehems Stall
und seht was in dieser hochheiligen Nacht
der Vater im Himmel für Freude uns macht"

Lied: ihr Kinderlein kommet

Statt Predigt:

Pfr mit Puppe am Stock: Normalerweise müsste ich jetzt die Predigt halten. Ich habe einen guten alten Freund mitgebracht, der hat mir versprochen, dass er mir helfen will. Er wird jetzt ein paar kurze, aber wirklich kurze Worte sagen, damit auch die Kinder noch zuhören können:

So lasst uns hören in aller Ruh.
Hört alle meinem Freund mal zu,
wenn er euch sagt und allen Leuten
was Weihnachten will für ihn bedeuten:

Jesus ist geboren in Bethlehem und überall.
Den Freund der Armen seht ihr in einem armen Stall.
Das Kind will euer Bruder sein,
will euer Leben teilen.
Das Kind will Freund euch allen sein,
will euch aus Liebe heilen.
Jesus ist geboren in Bethlehem und überall.
den Freund der Armen seht ihr in einem armen Stall.
Man nennt mich Pastor, einen Hirten
der Frommen, … Fernen … und Verirrten,
der sucht die Herde zu einen – zu leiten
in guten wie in bösen Zeiten.
Das Wort des Herrn soll ich verkünden,
dass sie den einen Hirten finden,
der dich und mich und alle Welt
in seinen guten Händen hält. –
Das Wort vom Kind, das unser Herz will anrühren
und will uns Friedenswege führen
Das Wort der Liebe soll ich weitersagen,
das Mut macht, das Leben mit Gott zu wagen
– das Wort von Gottes großer Geduld,
die stärker ist als Angst und Schuld –
auf allerlei Weise – an manchem Ort
Und brauch doch selbst das gute Wort –
Drum will auch ich zur Krippe gehn
und dort bei Ochs und Esel stehn
Und wenn das geschehen kann,
fängt Weihnachten auch für mich an.

Weihnachten ist immer …

Weihnachten ist immer dann,
wenn man die Tränen eines Kindes abwischt.
Weihnachten ist immer dann,
wenn man die Waffen niederlegt und sich verständigt.
Weihnachten ist immer dann,
wenn man die Not besiegt und zum Verebben zwingt
Es ist Weihnachten,
wenn die Herzen Beleid’gungen vergessen
und wahrhaft brüderlich sind.
Es ist Weihnachten, wenn die Lügen schweigen
und der Gesinnung des Wohlwollens weichen
Und wenn in der Tiefe unseres Lebens
das quälende Leid ein wenig Milderung findet.
Es ist Weihnachten in den Augen des Armen,
den man an seinem Krankenbett besucht.
Es ist Weihnachten in den Herzen aller,
deren Sorgen wir in Glück verwandeln
Es ist Weihnachten in den Händen dessen,
der sein tägliches Brot mit anderen teilt.
Weihnachten ist alle Tage auf Erden,
denn Weihnachten ist die Liebe

In diesem Sinn wünsche ich auch Ihnen ein Weihnachten,
das nicht nur auf ein paar wenige Feiertage beschränkt ist.
Auch wenn wir bei Ochs und Esel stehn,
lasst alle uns zur Krippe gehn …
hin zum Kind, das unser Herz will anrühren
und will uns Friedenswege führen.

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Seite zuletzt geändert: 25.12.2015