Inhaltsverzeichnis
Gedichte
Regeln
Satzungen und sonstige Texte
Gedichte
Bist du geladen zu Braten und Wein
geniere dich nicht, sondern hau feste rein
Flutscht dir das Anbieten nicht allzu sehr,
schrei ruhig laut: „Lang die Platten mal her!“
Kannst du mit dem Besteck nicht alles
bezähmen,
darfst ruhig die Finger zu Hilfe nehmen!
Wenn alle aufhören, das störe dich nicht,
man weiß nie, wann man wieder was kriegt.
Fällt dir ein Stück von Tisch herunter,
ruf nach dem Hund, dann bleibt dieser munter.
Bist du am Reden, dann lass dich nicht stören,
auch wenn alle mit dem Essen aufhören.
Schütt auf dein Kleid keine Bratensoße,
dann doch lieber auf des Nachbars Hose.
Rülpst du bei Tisch, tu dich nicht genieren.
Es ist die Natur und kann jedem passieren.
Bist du dann satt und geht nichts mehr
drauf,
knöpf ruhig Weste und Hose auf –
denn es ist es nicht wert wegen schmackhafter
Sachen
die guten Kleider entzwei zu machen.
Wenn du befolgst diese Regeln –
wird man dich zur nächsten Tür rauskegeln.
Bleib also stets ein anständiger Gast,
damit du stets Freunde beim Feiern hast.
Bist du heut' auf diesem Feste,
schaue nur recht bissig drein.
So verjagst du schnell die Gäste,
und da kannst du stolz drauf sein!
Kenne nur nicht falsche Rücksicht!
Halt' dich ran und friss für drei.
Wenn dein Nachbar auch nichts abkriegt,
ist das schließlich einerlei!
Fühle dich wie neu geboren.
Kratz' dich reichlich, wenn´s dich juckt,
mit der Gabel in den Ohren,
wenn man auch entgeistert guckt.
Sollt' ne Dame[
1] dir missfallen,
gieß´ die Soße auf ihr Kleid.
Denn so bist du wohl vor allem
eine Zeit von ihr befreit!
Nimm zum Essen stets die Hände,
streck' die Beine recht schön lang.
Bist du satt, so leck' am Ende
auch noch deinen Teller blank!
Sauf' auf Brechen und auf Biegen.
Räum' nicht vor der Zeit das Feld.
Trinke, was du nur kannst kriegen,
heute kostet es kein Geld!
Siehst du Kreise, bunte Bänder,
kurz gesagt, musst du mal raus,
häng' dich über ein Geländer,
dann läufst du von selber aus!
Hast du dich stets so benommen,
wie du hier gelesen hast,
bist du gerne hier willkommen
und ein sehr begehrter Gast!
[1] Selbiges
gilt selbstverständlich auch für den Herren.
Ne deftige Feier, watt Leckres zu Essen,
da kannste doch alles andre vergessen.
Ich jedenfalls freu mich immer total,
wenn ich eingeladen bin, wann, wo, warum, is
egal.
Am Anfang gibt et immer, daran is nich dran zu
rütteln,
langes freundliches Händeschütteln.
„Wie isset, wie geht et, allet gesund?
Watt, wieder zugenommen, sag bloß, wie viel
Pfund?“
Is doch nich wichtig, überhaupt kein Thema,
zu Hause abnehmen, is viel bequemer.
Watte nich essen willst, kaufste nich ein,
leer is der Kühlschrank, watt sein muss, muss
sein.
Doch biste eingeladen, kalt-warmes Bufett,
und solls dann verzichten, datt tut richtig weh.
Ich jedenfalls kann immer kaum erwarten,
bis es heißt: „Zum Essen können wir
starten.“
Ich schieß inne Höhe, die anderen lachen,
watt soll et, einer muss doch den Anfang
machen.
Ich lauf ganz gemütlich, dann bisken schneller,
hoffentlich gibt et nich so kleine Teller.
Entweder musste enorm viel draufpacken,
oder aber läufs dir ab die Hacken.
Jetzt dat Bufett, ich rieche et, ich ahne,
genau mein Geschmack, allererste Sahne!
Ganz vorne, der Braten, dat fängt ja gut an,
Ich schnapp mein Besteck un denk: Nix wie ran.
Vier Scheiben Spießbraten, 2 kleine, 2 große,
bei jede ein, zwei Löffelkes vonne Soße.
Mein Teller hat noch kleine freie Stellen,
genau dat richtige fürn paar Frikadellen
Drei knusprige Röstis, dann drei, vier
Kroketten,
wär schön, wenn se auch noch ein paar Fritten
hätten.
Hamse nich – doch da vorne – gleich bin ich
dran,
Kartoffeln mit Zwiebeln, gebraten inne Pfann!
Jetzt noch Gemüse: Erbsen, Möhren, Spinat,
und schnell im Vorbeigehen ein gemischter Salat.
Dann nix wie zum Platz, schön langsam, dann
schneller,
ich schätz, 50% überladen is der Teller.
Nur ruhig Blut, nich wackeln, pass op!
Et hat gut gegangen, et is noch allet drop!
Jetzt geht et zur Sache, jetzt kommt et drauf
an,
ob man sich auf et Aussehen verlassen kann.
Doch allet schmeckt super, ich aß ohne Pause,
dat is ja noch besser, als wie zu Hause.
Ich dachte, die Menge wirft dich vom Hocker,
is gar nich wahr, ich schaff dat ganz locker.
Kein Völlegefühl, kein Drücken im Magen,
ich kann noch nen deftigen Nachtisch vertragen.
Ich denk, Vanilleeis mit Sahne ich nehm
und ne mittelgroße Portion vonne Herrencrem,
datt war en bisken knapp, doch ich hab einen
Trost:
Et gibt acht Sorten Käse mit Brot oder Toast.
Ich hör nebenan meine Nachbarin sagen:
„Datt kannste doch packen, Käse schließt den
Magen.“
So hab ich et auch wirklich empfunden,
und dat hielt tatsächlich an, so cirka 2
Stunden.
Dann ging meine Magentür allerdings wieder auf,
und ich packte nochmal auf den Teller wat drauf.
Bisken mehr oder weniger, is ja egal,
ich würd nehmen, so ähnlich wie beim ersten
Mal.
Nun erstmal gemütlich wieder hingesetzt,
doch dann merk ich schnell, ich hab mich
verschätzt.
Mein Magen macht nich mehr mit dat Spiel,
et is zwar unheimlich lecker, doch zuviel ist
zuviel.
Wat nun? frag ich mich, denn eins kann ich
hassen,
so gute Sachen verkommen zu lassen.
Drum hab ich auch immer um das zu verhüten,
vorsichtshalber inne Tasche ein paar
Plastiktüten.
Die Hähnchenschenkel, die kucken so lecker,
verschwinden ganz schnell innen Beutel von
Schlecker.
Die Krokettknochen sind prima für Toby,
un kommen unauffällig inne Tüte von Obi.
Für Reissalat, verziert mit Ei,
hab ich immer ne Tupperdose dabei.
Für Kräuterbutter oder en bisken Soße,
is meine große Pillendose.
Brötchen sind morgen wie frisch gebacken,
weil wir sie heute in Folie packen.
Als Verdauungsschnaps trink ich Underberg ohne
Sorgen,
einen hier nach 'm Essen, un zwei Stück für
Morgen.
Wenn Messer un Gabel aus Plastik sin,
heißt et Simsalabim inne Tasche rin.
De Pappteller, bemalt mit Sternchen un Sonne,
muss man doch retten vor de grüne Tonne.
Ein Päckchen Servietten, natürlich Papier,
würde doch liegen bleiben un vergammeln hier.
De Dekoration, de Röskes un Nelken,
täten sowieso über Nacht hier verwelken.
Doch nie hab ich se eingesteckt mit Väsken,
wat sich gehört, dafür hab ich en Näsken.
Ich find se herrlich, diese Art Feste!
Doch leider hab ich morgen selber Gäste.
Bist du zur Feier eingeladen,
komm viel zu früh, das kann nicht schaden.
Sprich gleich von einem Riesenappetit,
auch bringe keine Blumen mit,
denn deren Preis ist hoch bemessen,
und soviel kannst du gar nicht essen.
Willst du den Appetit noch heben,
dann lass dir gleich ein Schnäpschen geben.
Und darauf löse Schlips und Kragen,
dann kannst du recht mit Wohlbehagen
dich über deinen Teller legen,
um schnell die Suppe wegzufegen.
Und schlürfst du, dass die Schwarte kracht,
du glaubst nicht wie das Eindruck macht.
Gibt's Braten, nimm ein ganzes Stück,
was du nicht magst, das leg zurück
die anderen freu'n sich wie ein Kind,
dass heißt, wenn's feine Leute sind.
Füll dir den Teller nicht zu knapp,
wisch dir den Mund am Tischtuch ab.
Mit der Gabel auf dem Kopf rumkratzen
und wie ein Tier geräuschvoll schmatzen,
das braucht nicht dringend zu geschehen,
doch manche Leute finden's schön.
Kriegst du den Nachtisch nicht mehr rein,
dann nimm ihn doch und pack ihn ein.
Hast du dann alles eingesteckt,
dann schimpf, es hätte nicht geschmeckt.
Lässt du dir, bevor du willst entschweben,
vom Mädchen noch ein Trinkgeld geben,
und kneifst es auch noch in die Waden,
dann wirst du sicher sehr oft wieder eingeladen.
Regeln
Bar-Regeln
- Die Barhocker sind maximal mit 3 Personen zu
besetzen. Auf dem Boden liegende Personen werden
nicht bedient.
- Mitgebrachte Getränke dürfen nur zusammen mit
dem Barkeeper verzehrt werden.
- Jedes Gläschen Bier ist mit einem Klaren
nachzuspülen.
- Die Bar darf unter keinen Umständen nüchtern
verlassen werden – es sei denn, um Nachschub zu
holen.
- Die Besucher/innen werden aufgefordert, auf
ihren Plätzen zu bleiben, so lange sich der Raum
dreht.
- Zigarettenkippen nicht auf den Boden werfen!
Verletzungsgefahr für auf dem Boden liegende
Alkoholleichen.
- Die Damen werden gebeten, ihren Busen nicht auf
den Tresen zu legen. Der Platz wird für Getränke
gebraucht.
- Kredit wird nur Personen über 70 Jahren in
Begleitung ihrer Eltern gewährt.
Na dann: Prost!
Nachfolgend erhalten Sie Anregungen für
eine Festordnung. Bitte wählen Sie maximal 15 Punke aus,
die zu ihrer Feier und ihren Gästen passen. Weniger ist
häufig mehr. Erlaubt ist, was gefällt und Spaß macht.
- Dauer
- Das Fest hat pünktlich begonnen und hört auf,
sobald es zu Ende ist (wenn _____________ pleite
ist/sind).
- Das Fest beginnt am Anfang und hört auf, wenn
die Teilnehmerzahl auf weniger als einen gesunken
ist.
- Wenn es regnet, findet das Fest bei schlechtem
Wetter statt.
- Das Fest findet auch bei schlechtem Wetter
statt. Gefeiert wird auf alle Fälle.
- Das Fest findet nach dem „Ja-Wort“
seinen Anfang: Sollte dieses entscheidende Wort
nicht gefallen sein, erhält jeder Gast seine
Eintrittskarte zurück.
- Die Feier beginnt mit dem Anfang und schließt
mit dem Ende. Kommt jemand zu spät, hat er den
Anfang versäumt.
- Die Feier beginnt mit dem Abgeben der
Geschenke. Danach kann, wer will, wieder
gehen.
- Alle Anwesenden mögen ihre Uhren abliefern, da
für die Zeitrechnungen nur die aufgehende Sonne
maßgeblich ist.
- Da anständige Leute bei Tage nach Hause gehen,
ist das Ende der Feier auf morgen früh
angesetzt!
- Das Fest hört auf, wenn keiner mehr da ist,
wird aber spätestens am ___________ (Tag der
Silbernen Hochzeit/Tag des nächsten runden
Geburtstages) fortgesetzt.
- Schrumpft die Anzahl der Anwesenden auf weniger
als eins zusammen, wird unweigerlich Schluss
gemacht.
- Jeder Gast hat einen Anspruch auf einen
herzlichen Abschied. Bei „Raus“
ist's aus.
- Wer einmal da ist, ist verpflichtet, so lange
zu bleiben, bis er geht.
- Der erste, der nach Hause geht, hat unbedingt
auf den Letzten zu warten.
- Bevor das Fest nicht endgültig zu Ende ist, hat
niemand nach Hause zu gehen, zu fahren oder zu
schlurfen, denn es sei sich ein jeder bewußt, dass
die alten Deutschen immer noch eins tranken, ehe
sie gingen!
- Teilnahme
- Teilnehmen dürfen nur Anwesende.
- Jeder Teilnehmer hat so zahlreich wie eben
möglich zu erscheinen.
- Jeder Gast hat persönlich zu erscheinen, weil
per Telefon keine Geschenke abgegeben werden
können.
- Der Eintritt ist nur durch die Tür gestattet,
mit dem Gesicht möglichst vorn.
- Wer zu spät kommt, hat unverzüglich umzukehren
und nochmals pünktlich zu erscheinen.
- Jeder Gast hat vollständig angekleidet,
gewaschen, gebügelt und gekämmt (Glatzköpfe
staubgewischt), hungrig, durstig und mit guter
Laune zu erscheinen.
- Jeder hat in heiterster Stimmung zu erscheinen.
Falsche Haare, schlechte Launen, lange Gesichter,
finstere Mienen, Skatkarten und Strickstrümpfe sind
an der Garderobe abzugeben. Gebisse dürfen behalten
werden, um Verwechslungen zu vermeiden.
- Kommen ist Ehrensache, gute Laune Hauptsache,
Lokalschluss Nebensache!
- Sitzordnung
- Alle Teilnehmer sitzen der Reihe nach und zwar
so, dass einer neben dem anderen sitzt.
- Als Sitzgelegenheit sind nur Stühle zu
benutzen. Stühle sind nach Möglichkeit warm zu
halten, damit sich bei etwaigem Stellungswechsel
keiner erkältet. Zu heiße Stühle sind abzukühlen,
es könnte sich sonst jemand verbrennen.
- Jeder hat in Ruhe seinen Platz aufzusuchen;
drängeln und schubsen ist verboten. Wer keinen
Platz findet, sitzt unter dem Tisch.
- Jeder hat sich mit leerem Magen friedlich und
unbewaffnet an seinem Platz niederzulassen.
- Jeder hat mit seinem Platz zufrieden zu sein
und sich mit seinem Nachbarn zu vertragen.
- Essen und Trinken
- Der Freude über den Beginn des Essens darf
nicht durch Springen über Tische und Stühle
Ausdruck verliehen werden.
- Oberstes Gebot ist, die Gastgeber ordentlich zu
schädigen. Jedoch ist zu bedenken: Speise und
Alkohol schmeckt runter besser als rauf.
- Wer mehr isst, als er vertragen kann, muss die
Arztkosten selber tragen.
- Bei Tisch wird empfohlen, mit dem Messer zu
essen, damit man sich mit der Gabel besser auf dem
Kopf kratzen kann.
- Es darf sich niemand mit der Gabel am Kopf
kratzen. Das Tischtuch soll nicht zum Naseputzen
verwendet werden, dazu ist die Gardine da!
- Es wird darauf aufmerksam gemacht, dass der
Blumenschmuck auf dem Tisch nicht zum Verzehr
gedacht ist.
- Sollte jemand dabei klebrige Hände bekommen, so
tauche er sie kurz in das Weinglas seines
Nachbarn.
- Geflügelknochen und andere lege man getrost auf
den Tellerrand des Nachbarn, um Platz auf seinen
eigenen Teller zu haben.
- Niesen Sie laut und möglichst über den Tisch,
dass alle Anwesenden Ihnen gute Gesundheit
wünschen.
- Schlürfen sie die Suppe so geräuschvoll wie
möglich, sodass der Gastgeber hört, wie gut sie
ihnen schmeckt.
- Die Aussprache ist am deutlichsten, wenn man
mit vollen Mund spricht.
- Volle Gläser sind dazu da, umgestoßen zu
werden.
- Die Hände wische man unauffällig am Tischtuch
ab, sodass man die Servietten für Reste zum
Mitnehmen frei hat.
- Keiner darf mehr essen und trinken, als er mit
aller Gewalt herunterbekommen kann. Die genossenen
Speisen und Getränke sind Eigentum eines Jeden und
brauchen nicht zurückgegeben werden.
- Vergessen Sie nie, wie teuer ihr Geschenk war,
und richten Sie sich deshalb beim Essen und Trinken
danach!
- Jeder hat darauf zu achten, dass sein Nachbar
möglichst viel isst. Das Abplatzen von Knöpfen, das
Weiterschnallen von Gürteln und ähnliches, ist
durch Beifall zu honorieren.
- Hemmen Sie nicht den Ablauf des Essens durch
unnötiges Zögern. Nur blitzschnelles Zugreifen ohne
Rücksicht auf Minderheiten sichert Ihnen die besten
Stücke. Der Kampf um die letzte Bratenscheibe wird
durch Gabelstechen in völliger Dunkelheit
entschieden!
- Sollte einer der Anwesenden für die hungrige
Verwandtschaft den Sonntagsbraten von der Tafel in
die Hosentasche verschwinden lassen, so ist
unbedingt die passende Soße nachzugießen.
- Man soll sämtliche Getränke feindselig
behandeln, indem man sie vollständig
vernichtet.
- Erfahrene Säufer werden gebeten, sich um
Anfänger zu kümmern!
- Es soll eine große Sauferei werden, jedoch darf
bei aufrechtem Gang kein Getränk aus dem Mund
laufen.
- Getränke sind genügend vorhanden. Es braucht
daher niemand zu versuchen, in der ersten halben
Stunde so viel zu trinken, dass er für den Rest des
Abends genug hat
- Keiner soll aus Geiz seinem Nachbarn das Glas
leer trinken, denn es wird weder kassiert, noch
über die Anzahl der Getränke eine Strichliste
geführt.
- Niemand darf weniger trinken, als er vertragen
kann. Wer mehr trinkt, tut es auf eigene
Gefahr
- Das Werfen mit Korken, Liebesblicken und
sonstigen gefährlichen Gegenständen ist während des
Essens möglichst zu unterlassen.
- Servietten sind zum Schutz der Kleidung gedacht
und nicht zum Einwickeln der Speisen.
- Lieder
- Die Tisch- und Festlieder müssen mitgesungen
werden. Wer kann, der darf mehrstimmig singen.
- Jeder ist zum Mitsingen verpflichtet, auch die,
die zu Hause keine Stimme haben.
- Bei Tischgesängen muss aus vollem Hals
mitgesungen werden. Entschuldigungen, wie
Stimmbruch, vergessene Brillen, verlorenes Gebiss
oder Heiserkeit, werden nicht anerkannt. Personen
mit Stimmbruch bilden einen eigenen Chor.
- Tanzen
- Jeder hat fleißig zu tanzen und sich nicht
einzubilden, er sei zum Vergnügen gekommen. Wer
nicht tanzen kann, soll wenigstens den gestürzten
Paaren auf die Beine helfen!
- Der Aufenthalt auf fremden Füßen ist nur im
Einverständnis mit der anderen Partei erlaubt.
- Um den Fußboden zu schonen, ist es ausdrücklich
erlaubt, auf fremden Schuhen zu tanzen.
- Der Tanzkapelle mit zusätzlichen Alkoholika und
außerplanmäßigen Trinkgeldern einzuheizen, ist erst
ab sechs Uhr morgens erlaubt.
- Benehmen
- Erlaubt ist alles, was zum Gelingen des
heutigen Tages beiträgt.
- Es dürfen nicht mehr als alle sprechen, da
sonst ein grässlicher Kanon entsteht.
- Es ist ausnahmsweise gestattet, Tischreden zu
halten. Jede Rede hat jedoch mit „Prost“
zu enden
- Es wird ersucht, bei den Ansprachen und
diversen Darbietungen den Beifall durch Klatschen
und Brüllen zu mäßigen.
- Wird eine Aufnahme gemacht, so haben die
Festteilnehmer ein freundliches Gesicht zu machen,
auch die, die schon länger verheiratet sind.
- Es ist nicht gestattet, nach der Uhrzeit zu
fragen.
- Wer sich heute nicht amüsiert und mitmacht,
wird nach Bekannt werden seiner zweiten abfälligen
Bemerkung sofort des Hauses verwiesen.
- Die Benutzung der Lampen als Schaukeln, sowie
die Verwendung der Läufer und Teppiche als
Ringermatten ist nicht gestattet.
- Ironische Anspielungen auf die Lebensgestaltung
des Herrn Bräutigams zu dessen Junggesellenzeit
werden als böswillige Verleumdungen erachtet.
- Wer ironische, sarkastische, gehässige und
widerliche Anspielungen auf die Lebensgestaltung
des Herrn Bräutigam zu dessen Junggesellenzeit von
sich gibt, wird zur Silberhochzeit wieder
eingeladen.
- Der freie Flug von Schlagsahne, Fischgräten,
Feuerwerkskörpern, Pfirsich- und Kirschkernen sowie
von Sektkorken, Scherben und Zigarettenasche ist
nur insofern zulässig, als weder eine Person noch
die Einrichtung der Festräume Schaden nehmen
können.
- Zur Vermeidung jeglichen Blutvergießens wird
gebeten, weder mit dem Messer zu essen noch sich
mit der Gabel zu kratzen.
- Jeder hat sich so zu benehmen, dass die anderen
Teilnehmer noch mindestens eine Woche
Gesprächsstoff haben.
- Wer dem Gastgeber in ewiger Erinnerung bleiben
will, hat mindestens 2 Kisten Bier, l Torte und das
wertvollste Geschenk mitzunehmen.
- Betrunken
- Wenn sich zwei Gäste „leicht
angetrunken“ begegnen, hat der von rechts
Kriechende Vorfahrt.
- Der Aufenthalt unter den Tischen ist vor 22 Uhr
nicht erlaubt.
- Gäste, welche durch den Verlust ihres
Gleichgewichts unter den Tisch fallen, werden
gebeten sich nicht am Tischtuch festzuhalten. Wenn
Sie unten angekommen sind, verhalten Sie sich bitte
ruhig.
- Sollte jemand am Wackeln der Wände erkennen,
dass er das Getränk nicht vertragen kann, hat er,
ohne Aufsehen zu erregen unter den Tisch zu
verschwinden.
- Wer betrunken ist, hat lautlos unter den Tisch
zu rutschen. Es ist verboten, die sich unter dem
Tisch aufhaltenden Personen als Fußbänke zu
benutzen.
- Heimweg
- Den Gästen kann nicht einzeln heimgeleuchtet
werden, daher wird gebeten, nicht vor Sonnenaufgang
nach Hause zu gehen.
- Die Festteilnehmer werden gebeten, den Heimweg
erst bei Tage anzutreten, da nach Meinung des
Meteorologischen Amtes der Mond seine Tätigkeit
vorübergehend wegen Strommangels einstellt.
- Wer beim Verlassen der Festräume weder wackelt,
stolpert noch einen Schluckauf hat, wird als
Spielverderber gebrandmarkt und dazu verurteilt,
zwei Drittel der entstandenen Gesamtkosten zu
berappen.
- Gestattet ist das Mitnehmen einer angenehmen
Festerinnerung.
- Auf dem Heimweg sind keine Bäume und
Laternenpfähle zu umarmen, dazu sind die
mitgebrachten Damen und Herren zu benutzen.
- Auf dem Heimweg dürfen Telegrafenmasten, Zäune
und fremde Frauen nicht umarmt werden.
- Auf dem Heimweg lasse man sich nicht durch
schwankende Gebäude, schiefe Laternen, betrunkene
Schutzleute sowie rotierende Schlüssellöcher irre
machen. Sollte sich die Straße drehen, so warte ein
jeder, bis sein Haus vorbeikommt.
- Wer noch fest auf den Beinen steht, hat im
Sinne des Lastenausgleichs die Hälfte seiner Kräfte
den Wankenden zur Verfügung zu stellen.
- Jeder hat seine genaue Adresse auf dem Rücken
zu befestigen, damit er nötigenfalls sicher nach
Hause gebracht werden kann.
- Sollte am Ende der Feier ein ungewolltes
Durcheinander entstehen und jemand nimmt eine
falsche Frau mit nach Hause, so wird gebeten
innerhalb der folgenden Tage dies dem Hausherrn zu
melden. Zur Klärung der Eigentumsansprüche ist der
Trauschein vorzulegen.
- Die Einhaltung der Festordnung wird strengstens
überwacht, mit Bußgeldern muss gerechnet werden.
Variante 1
- Das Fest beginnt mit dem Erscheinen des ersten
Gastes und endet, wenn der Letzte gegangen ist.
- Jeder Gast hat persönlich, vollzählig, gewaschen,
gekämmt, durstig und mit froher Laune zu
erscheinen.
- Übelnehmen ist verboten, Übelwerden nur in den
dringendsten Fällen.
- Herren, die ihren Damen beim Tanzen auf die Füße
treten, müssen diese zur Theke tragen.
- Jeder hat mit seinem Platz zufrieden zu sein.
Welche keinen Herren hat, siehe zu, dass sie sich einen
angelt.
- Gegessen wird, was auf den Tisch kommt, die
Rechnung haben andere zu tragen.
- Es darf sich niemand mit der Gabel an dem Kopf
kratzen. Das Tischtuch soll nicht zum Naseputzen
verwendet werden, dazu sind die Gardinen da.
- Wer auf dem Nachhauseweg Bordsteine oder Laternen
umläuft, Last- oder Kinderwagen zum Entgleisen bringt,
hat für den Schaden selbst aufzukommen.
Variante II
- Die Fete steigt, wenn der erste Freak seinen
Latschen in diesen Bunker stellt. Beim Abgang des
letzten Alks ist Schicht.
- Jeder Freak hat affengeil aufgemotzt,
kohldampfschiebend, heiß auf Sprit und gut drauf diese
Szene zu betreten.
- Für dumm Rumlabern gibt´s keinen auf die Fresse,
Kotzen ist nur angesagt, wenn der Magen tilt.
- Jeder Softi, der beim Schwofen seiner Alten auf die
Quanten latscht, muss das Wrack an die Tränke
hieven.
- Über´n Platz meckern is nich. Wer eben keinen
Macker hat, muss einen anmachen.
- Was vor die Futterluke kommt, wird gemampft.
Blechen tut der Bonze, der die Fete hier angeleiert
hat.
- Das Kratzen mit der Forke an der Rübe is nich
angesagt. Rotzen in das Tischlaken is out. In is die
Riechkolbenentsorgung an der Fensterzudecke.
- Wenn de beim Abgang Pistengelände oder Brennstäbe
umlegst, Trucks oder Görenkutschen abräumst, musste mit
dem Scheiß selber fertig werden
- Wer nüchtern ist, ist selber schuld.
- Es darf immer nur soviel Alkohol in sich
hineingegossen werden, wie mit aller Gewalt
hinuntergeht.
- Die werten Damen sind gebeten, ihre (.) (.) nicht
auf der Theke abzustützen.
- Lallende Gäste verlangen entweder unverzüglich
Anmeldeformulare für Fremdsprachenkurse oder mehr
Schnaps.
- Harte Getränke bitte bevorzugen: „Die starken
Geister sind es, die die Welt verändern.“
- Wer nur säuft, um zu vergessen, soll gefälligst
gleich bezahlen (muss seine Zeche selbst
bezahlen).
- Den Blasenschwachen ist es untersagt, unter den
Tisch zu pinkeln.
- Das Abschlagen alkoholischer Getränke ist auch in
Anwesenheit von Damen zu unterlassen.
- Nachschub bitte zeitig ordern. Flaschen machen,
wenn sie leer sind, keine Freude mehr.
- Wer dies nicht mehr gerade lesen kann, soll
schleunigst nach Hause wanken.
- Keine falsche Zurückhaltung üben! Je später
der Abend desto besoffener die Gäste. Das weiß doch
jeder!
- Nicht neppen lassen! Große Flaschen mit Krawatte
sichern. Kleine Flaschen mit Schraubverschluss in der
Tasche verstauen. Außerdem gilt Vorsicht bei Flaschen
mit dem Aufdruck „Kölsch“, „Alt“,
„Oettinger“ und „Paderborner“!
Bei diesen Sorten handelt es sich lediglich um ein
zweitklassiges Bierimitat, für das man keinesfalls den
vollen Preis bezahlen sollte!
- Keine Gewissensbisse aufkommen lassen. Merke:
Lieber einen Bauch vom Saufen, als einen Buckel vom
Arbeiten.
- Nicht verunsichern lassen! Immer nur abstinent
leben, verschafft noch lange keinen nüchternen
Blick!
- Konsequent bleiben. Wer dauernd säuft, führt auch
ein geregeltes Leben.
- Vorsicht mit musikalischen Einlagen! Nicht jeder,
der einen Affen hat, braucht ihn gleich tuten und
blasen lassen.
- Besinnungslose und gleichgewichtsgestörte
Scheintote werden aus Ordnungsgründen in den Keller zu
den anderen gelegt.
- Nicht an die Regeln halten: Nur laut Gesetz ist man
ab 0,5 Promille besoffen. Um richtig besoffen zu sein,
sollte mindestens ein 3 vor dem Komma stehen! Denn
Merke: Halb voll ist nur weggeschmissenes Geld.
- Wem vom Zechen Hören und Sehen vergeht und deshalb
kaum mehr gehen und stehen kann, gehört ins Bett. Also
flott ins Auto setzen und auf dem schnellsten Weg nach
Hause fahren.
Satzungen und sonstige Texte
Die geladenen Gäste sind gehalten sich gegenseitig
eines feinen und wohlanständigen Benehmens zu
befleißigen. Fürnehmlich soll jedermann seinen Nachbarn,
so bei der Tafel neben ihm sitzt, mit Gunst behandeln,
selbigen mit allem, so zu des Leibes Notdurft gehört,
eifrigs versorgen und ihm Speiß und Trank durch allerlei
kurzweilig Zwiegespräch zu versüßen suchen.
Wer solch Gebot nicht achtet, seinen Nachbarn bey
Tische stößet und bedrängt, ihm saftige Stücklein vom
Teller wegstibitzet und seinen Wein wegrinket,
desgleichen wer seines Nachbarn Gewand mutwillig mit
Tunken oder ähnlichem Zeuge bespritzet, selbiger soll
Messer, Gabel und Humpen verwirket haben.
So Eyner eine Rede halten soll, der Mut ihm dabei aber
entsinket, der darf auch schweigen. Wohingegen sich Eyner
aber gar nimmer halten und zähmen kann, so mache er's
kurz. Dahingegen soll der, der allzulange oder zur Unzeit
redet, also, daß der Trank absteht und die herumgereichte
Speiß kalt wird, hierfür selber Speiß und Trank verwürket
haben.
So ein Jüngling oder Jungfräulein bei dem Essen
nebeneinander sitzen, soll ein jeder sich fein artig und
sittsam verhalten und sollen beyde ein ehrbar
Zwiegespräch selbander führen.
Ein Jungfräulein aber, so des Jünglings Herze
mutwillig betöret und knicket, die treibet solcherley ein
böses Spiel und soll ihr Leben lang ledig bleyben.
So aber ein Jüngling zu eynem Jungfäulein in Minne
entbrennet, so soll er kein laut Geschrey machen, also
daß das Mägdeleyn erschröcket, vielmehr seyn Sach feyn
sittsam und bescheyden vortragen, also daß das Mägdeleyn
nicht erröte.
So Eyner den guten Gaben, insbesondere dem trefflichen
Getränke nicht weydlich zuspricht, ein muffligen Fratzen
scheidet oder gar trutzig dreinschauet, der Politika oder
sonstiger Streytigkeyten gedenket, der soll auf einer
Renntierhaut feyerlich aus dem Saale geschleyfet
werden.
Probleme mit Bier und wie man sie löst für
Anfänger!
PROBLEM: Das Bier ist
ungewöhnlich bleich und geschmacklos.
URSACHE: Glas Leer.
LÖSUNG: Lassen sie sich ein neues
Bier bringen!
PROBLEM: Die gegenüberliegende
Wand ist mit strahlendem Licht bedeckt.
URSACHE: Sie sind nach hinten
umgefallen!
LÖSUNG: Binden sie sich am Tresen
fest.
PROBLEM: Sie haben
Zigarettenstummel im Mund.
URSACHE: Sie sind nach vorne
umgefallen.
LÖSUNG: Binden sie sich am Tresen
fest.
PROBLEM: Das Bier schmeckt nicht,
und das T-Shirt wird vorne nass.
URSACHE: Mund nicht geöffnet oder
Glas an falscher Stelle im Gesicht angesetzt.
LÖSUNG: Gehen Sie auf die Toilette
und üben Sie vor dem Spiegel.
PROBLEM: Kalte und nasse Füße.
URSACHE: Das Glas wird im falschen
Winkel gehalten.
LÖSUNG: Drehen Sie das Glas, bis
die offene Seite in Richtung Decke zeigt.
PROBLEM: Warme und nasse Füße.
URSACHE: Ungenügende Kontrolle der
Blase.
LÖSUNG: Stellen Sie sich dicht neben
den nächsten Hund und meckern Sie über dessen mangelnde
Erziehung.
PROBLEM: Der Boden wirkt
verschwommen.
URSACHE: Sie schauen durch den Boden
eines leeren Glases.
LÖSUNG: Lassen Sie sich ein neues
Bier bringen!
PROBLEM: Der Boden bewegt sich.
URSACHE: Sie werden rausgetragen.
LÖSUNG: Finden Sie heraus, ob man
Sie in ein anderes Lokal bringt.
PROBLEM: Der Raum ist sehr
dunkel.
URSACHE: Das Lokal hat geschlossen.
LÖSUNG: Lassen Sie sich die Privatadresse
des Wirtes geben.
PROBLEM: Das Taxi nimmt plötzlich
ungewöhnliche Farben und Muster an.
URSACHE: Der Bierkonsum hat Ihre
persönliche Grenze überschritten.
LÖSUNG: Mund zuhalten.
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