Inhaltsverzeichnis

Wieder ist ein Jahr vollbracht,
wieder ist nur Mist gemacht.
Solange hat es nun gedauert,
der Narr schon lange in uns lauert.
Jetzt endlich darf er wieder springen,
tanzen, lachen, und auch singen,
Rätschen dreh´n und Karbatschen knallen,
Reden schwingen und auch lallen.
Jetzt endlich ist´s soweit,
auf in die 5. Jahreszeit!
Von weitem bin ich hier in die Halle
gerennt,
aber ich bin nicht der, den ihr meint und kennt
schon wie ich aussehe, von Kopf bis Fuss
geschniegelt, gebürstet, gekämmt, Gott zum
Gruss
der lange Frack, der Zylinder, die grosse Rose
schauet her, ich bins, nicht der Franzose
denn , in mir steckt ein Fasnachter durch und
durch
ich bin ein Single, und dies ist kein Fluch
ich bin schön, der Herr hats so gewollt
deshalb freue ich mich ja so, was solls
ich bin so schön, so begehrt
und wers nicht glaubt, der sei belehrt
ein Single ist nicht verbraucht und wird nicht
belogen
die anderen sind abends geschlaucht und werden
bestohlen
ja, diese Frauen, diese Weiber
sind für mich nichts anderes als Zeitvertreiber
und die ihr da unten sitzt, mit euren langen
Gesichter
seit ihr denn alle verwandt, etwa Geschwister
ihr habt Hälse so lange wie Giraffen
habt euch herausgeputzt wie die Affen
die Ohren bestückt mit Klunker
hoffentlich seit ihr nachher noch munter
und die Dame da unten, die mit der langen Nas
ich grüsse Sie, Grüss Gott, Frau Haas.
Ja ja, lachtet nur so weiter und so fort
ihr müsst gleich pipi machen auf dem Hort
wenn ein Single der muss auch einmal
braucht sich kümmern nicht wo, ist ihm egal
die nächste Wand kommt wie gerufen
scheiss drauf, der Nachbar soll fluchen
denn verheiratet sein, oh Graus oh Graus
laufen alle rum wie eine graue Maus
so solls mir nicht ergehen
aber ich muss auch gestehen
etwas hat es für sich als verheirateter Mann
brauchst nicht zu suchen, wenn man will einmal
doch dieser Gedanke kommt bei mir nicht oft
ich habe zwei Hände, die tuns zur Not,
und wenn ich hab das Bedürfnis, den Drang
gehe ich schnell nebenan
d e n n dort, ihr werds kaum glauben
ja da sind noch solche Frauen
die tuns für mich, warum soll ich mich quälen
im Freudenhaus, für ein paar Moneten
es ist wie im Traum
dort geht's mir gut, es läuft der Schaum
ach so, das war diese Strophe
jetzt bin ich müde, gehe schlofe
Ein Single ist immer gesund,
steht spät morgens auf, ist kugelrund
doch nicht vom faulenzen oder essen
dies könnt ihr gleich wieder vergessen
das Denken ist es, das es ausmacht
ja, wo verbringe ich wieder die lange Nacht
denn daheim alleine rumhocken
geht nicht, drum mach ich mich jetzt auf die
Socken
und halte Ausblick, schweife den Blick in die
Ferne
wo ist die Singlefrau, mit der ich so gerne
nicht was ihr jetzt denkt, ihr mit Eurem lüsternen
Blick
nein, gut essen und trinken bis es wieder
zwickt
der Bauch wird eingezogen, der Buckel
verschoben
nur gesund sollst du leben, darfst dich auch mal
austoben
kein Schinken und auch kein Fleisch, ich werde
Vegetarier
ja was macht man alles, ist doch kein Versager
denn, hört mir gut zu und kein Neid
die Dame gegenüber hat ein Kleid
so tief ausgeschnitten, das Dekolleté hängt
herunter
drunten sitzen zwei Äpfel, so gross wie
Pflunder
zwei Beine hat diese, ach sind die lang
wo enden denn solche, denke ich noch
gleich wird ichs erfahren, heute abend doch
oh je, wer kommt denn da, ihr Gebieter
ein langer Heinri, es ist ihr Geliebter
nun steh ich da mit einem Langen
spüre ihn zucken, muss um ihn bangen
dies ist halt der Nachteil eines Singles
trotzdem bleib ich mir treu, vergisses
ich bezahl, nehm den Hut und verschwind nach
Ludwigshafen
denn dort stinkt es genauso, ihr könnt es mir
glauben
mir, die BASF wie auch der Hafen.
So langsam hab ich genug vom Singledasein
denn ich muss koche, putze, esse mache, schöne
sein
nehme Penate-Creme, die gute alte von früher
was gut ist für den Poppo, ist gut auch für die
Glieder
ich schmier diese mir ins Gesicht
die Wangen werden rot, wie ein Affengesicht
doch werde ich niemals nicht verzagen
wenn ich keine Antwort brauche, werde ich
fragen
ich schaue in den Spiegel, schaue mich an
bin ich nicht schöner, geiler als ein Zahn
die Frauen stehen auf mir, ich kanns ja
vertragen
jetzt muss eine her, egal wie, ich werde mal
raten
da unten sitzen viele, ach schaut sie euch an
die eine dort, ja die junge mit dem Hut, der roten
Mütze
wirft den Blick gerade jetzt auf mich, ich komm ins
schwitze
aber die kenn ich doch vom Geschäft
ach ja, Waltraud heisstse und ist kess
hat lange Haare bis zur Schulter
ich werdse sie fragen und geh hinunter
denn noch länger warten, ich werde ja älter
dies heb ich auf später
es kommen auch ältere Semester, alte Flunder
die, man glaubt es kaum
können brennen wie alte Scheunen, wie Zunder
ja das Singledasein ist jetzt wieder gerade
recht
man hat die Qual, diese Frau, ist die auch echt
nichts verschoben, oben und unten
denn nachsehen lohnt sich nicht wegen der
Stunden
die, man glaubt es kaum, es ist vonnöten
wir Männer haben dies nicht nötig, sind eben
so gebaut, von Natur aus schön
da können die Frauen machen was sie wolln, auch den
Fön
ich, der Single bin ja so ein Mann
nichts auszusetzen an mir, alles dran.
Die Fassenacht machts möglich, es ist halt so
ich muss wieder mal pinkeln, geh aufs Klo
und wie ich so geh und steh
kommt mir der Gedanke, der tut weh
hab vergessen zu fragen, die Waltraud, die
Schönste
wie wärs mit heut abend, verstehste, könnste
dein Alter daheim, der kann warten für einige
Stunden
jetzt komme ich, der Single, lass mich ran und
fummeln
ich bin will dich massieren, lieben, überall
habs jetzt nötig, bin auch nur ein Mann
dich zu legen auf den Rücken, gekonnt, wie
verrückt
lache nicht, ich habs gelernt, von Kolle und Beate
Uhse, die entzückt
mir zeigte, da ist die Puppe gross
ich machte mich auf und pumpte drauf los
doch ich merkte bald, es ist nicht das wahre
der Einstieg war grösser als meine Ware
ich kam immer zu kurz, er war eben zu klein
deshalb komme ich zu dir, um zu lernen, es ist ja
fein
ich wills probieren, halte aus machs mit mir
ich stelle mich zur Verfügung, ich glaube dir
doch sollte ich versagen, ich denke kaum
denn muss eben wieder die Puppe dran
es ist halt so im Leben
probieren geht oft daneben
doch wer nicht wagt, der verliert
ich bin kein Versager, dann machs ichs zu viert
beim Zuschauen bin ich Meister, muss mich nicht
quälen
ein Singel hat dies auch nicht nötig, eben
doch auch ich wills einmal versuchen
ich bin kein Bäcker und backe Kuchen
ein Eunuche bin ich auch nicht, das lasse ich dich
wissen
lieber mach ichs mir selber, ich hab dann ein reines
Gewissen
eben diese Frauen, die sind es ihr Leit
plagen einem dann ihr Leid
will man sie betatschen und endlich mal
erzücken
ziehn diese den Arsch ein und lassen einen
sitzen.
Ja, diese Frauen vom anderen Geschlecht
die immer meinen, sie haben Recht
deshalb ihr Männer, meinesgleichen
steht zueinander, markiert den Reichen
fahrt vor mit grossen dicken Autos mit Stern
wir wissen ja, Frauen haben dies gern
zu stolzieren, das ist deren Gehabe
wie die Hühner so gaggern diese
Blondinnen, Schwarze, Grüne
doch was wollen wir machen, wir Männer mit
Muskeln
ohne Frauen sind wir verloren, immer nur
weiterwurschteln
ich habs probiert, ohne Mädchen, ohne Frauen, ohne
Fohlen
glaubt mir, auch als Single blickt man
verstohlen
zum anderen Wesen
das wärs für heute gewesen
ich glaub, hab genug gebabbelt von meinem Leid
geht heut abend deshalb nach hause zu zweit
und denkt daran, bleibt immer treu und brav
lass nun Schluss sein und Gute Nacht
rufe ich euch zur Fassenacht
Euer Single - Ahoi
gehalten vor etwa 40 Jahren in Kiel
Ihr könnt Euch freuen!
Für mich is' Feierabend-ich bin verheiratet-ooh,
ooh. Als ich nach der Trauung vom Standesamt mit dr
Straßenbahn nach Hause gefahren bin, halt ich mich
oben am Riemchen fest, kommt der Schaffner, klopft
auf de' Schulter un saacht zu mir:
Bürschchen...".
De Mann hat et jut jemeint! Wär ich doch
durchjejange! Verzeicht-Ihr kennt meine Frau
nich-Ooh.
Zwei Zentner-ich glaub, die is ja nich auf einmal
auf de Welt jekommen-die is in Raten jeboren. Wenn
die untersucht wird, muß der Kreisarzt kommen.
Die hat aber was mitjebracht: Ich denk, die bringt
Mitjift mit bringt die Jift mit.
Die Schwiejer- ooh - Schwiejermutter - und die is
zweieinhalben Zentner schwer. Jetz könnt Ihr Euch
ausrechnen, wenn wir drei in de kochnische stehen,
komm ich aus dem Kohlenkasten überhaupt nich mehr
raus.
Dieser Dach' komm ich nach Haus - während der
Winterschluß- verkaufszeit - schließ' die Tür auf,
denk ich, schau, schau, schau was erblicken deine
Äugelein?
Läuft meine Frau in einem neuen Kleid herum,
Schwiejermutter hat ene neue Bluse mit nem
Kopduch.
Ich Idiot sage:"Wat seid ihr fein!"
Sacht se: "Seid's ruhich", sacht se, "was Du hier
an neuen Sache siehs, haben wir von unserem eijnen
Jelde jekauf - Merk Dir das!".
Sach ich: "Mir is alles egal. Eine Fraje, wie
kommt Ihr an das eijene Jeld?"
Da sacht die zu mir: "Wir haben Deine joldene Uhr
verkauft."
Da übermannte mich der Zorn, ooh, ooh. Nehm' die
Pfanne vom Ofen mit de Kartöffelche, mit de pommes de
tärres, hähä, pfuit - durchs Fenster.
Wat tut meine Frau? Nimmt die einen Stuhl,
schleudert den auch rund, und wirft den
hinterher.
Sage:"Muttimaus, was soll das bedeuten?"
"Oh,"sacht sie, "ich dacht, Dir wär es zu warm in
de Küche und - Du wolltest was im Freien essen."
Im Verlaufe der Kampfhandlungen hat die Alte mich
auf einmal am Halse jeschnappt, hähähä, hält mich mit
einer Hand zum Fenster raus und ich Rindvieh saje
auch noch: „Willst du wohl loslassen?“
– Das war der erste Wunsch, den Sie mir
erfüllte.
Ich habe aber auch schöne Stunden in meiner Ehe -
sonnige Stunden. Das sind die Stunden, wenn die zwei
verreist sind. Dann bin ich Herr im Hause. Da kann
ich de Treppe putzen, wann ich will. Da kann ich auch
de Wäsche einsetzen, wann ich will.
Zuletzt sind se auch verreist, hat se mir de
Wäsche stehen lassen - von drei Wochen! En Bütchen
Bunt und en Bütchen Weiß. Damit ich nun schneller
fertig wurde, habe ich das janze Zeuch in einem
Kessel jekocht.
Tu ich im Leben nicht mehr, es war ein bunter
Nachmittag. Damit ich noch schneller fertisch wurde,
habe ich dann n'janzes Paketchen Stärke rein
jeschütt. Tu ich auch nich mehr - nee, sowas Steifes
ham wir noch nie im Hause jehabt. Die Strümpfe
braucht ich jarnicht mehr aufzuhängen, die hab ich in
en Schirmständer gestellt. Die kriechste nur noch mit
'nem Schuhanzieher an de Föös.
Kaum war ich mit der Wäsche fertisch, schellt es.
Ich denke: Nanu, nanu, es läuten die Glocken? Ich
mache die Türe auf, steht die Jemüsefrau vor de Tür,
hat en janzes Körbchen Spinat. Ich sach:"Wat is dat
dann?" - "Hat Ihre Frau bestellt."
Jetzt stand ich da - mim Spinat, wir hatten noch
keene Kirmes, sonst hätt ich en jestreut.
Als ich mir den drei Tag anjesehen hatte, wurde er
traurig. Er ließ de köpfe hängen, Ich denk: Das Zeuch
muß doch jejessen werden.
Jetz' hab' ich mir im Haus en Kochbuch jeliehen,
steht da drin, Seite 22 "Gemüse - bereitet man auf
foljende Art - zum Beispiel Spinat: Man entferne die
Stiele von den Zarten Blättern, wasch den Spinat sehr
sauber bis das es schäumt.
Den hab' ich jewaschen. Ich bin in der Schwimmhos'
durch die Küche jesaust. Der hatte schon jar kein
Fassong mehr, der sah aus wie Pfeffermünztee. Er hat
auch nich jeschäumt. Was en Glück, das ich noch en
Paketchen Seifenpulver gefunden hab.
Nee, ich esse so jerne Frikadellchen, is wahr, da
hab' ich mir jesacht:"Du bis de Herr im Hause, ran
anne Frikadellche." Jetz' hab' ich wieder
nachjeblättert, steht da Seite 80, "Fleischgerichte -
zum Beispiel 'Falsche Haase' oder 'Frikadellen'
bereitet man auf folgende Art:Man kaufe ein Stück
altjeschlachtetes Fleisch und treibe es durch einen
Wolf."
Wie soll ich an en Wolf kommen?
Drei Dache lang hab' ich en Wolfjesucht - im Lääve
nicht mehr - ich han mir einen jelaufen.
Dann heißt es immer. "Eßt mehr Fisch un ihr bleibt
jesund."
Denk ich, jetz is Feierabend, jetzt bleibste
jesund. Jetz' hab' ich mir fünf jrüne heringe jekauft
- fünf Stück. Habe wieder im Märchenbuch nachjesehen.
Steht da folgendes:"Fische - es ist wesentlich, daß
man zunächst die Schuppen säuberlich entfernt. Hat
man das getan, trockne man den Fisch gut ab, setze
einen Kessel Wasser auf, bringe ihn zum Sieden un
denn schrecke man den Fisch ab."
Da hab' ich de Wut jekrich. Da hab' ich jesacht:
"So, Spinat war nichts, Frikadellen sin an de Nase
vorbeijejangen, aber die Heringe können was
erleben."
Dennen hab ich de Schuppen entfernt, die hatten
kein Fell mehr auf dem Leib. - Ich habe zwei
Fläschchen Haarwasser jebraucht.
Jetz hab ich's mit em Frottierhandtuch abjezockt,
auf'n Tisch jelegt mit 'm Kopp zum Fenster zu.
Denk ich: So, jetz jets los. Jetz' bin ich janz
leis raus jejange, habe das Licht ausjedreht, habe
mich im Schlafzimmer schwarz jemacht, hab mir en
Bettuch überjezoge, wieder janz leise rein vor die
Fische und habe "Buh" jemacht.
Meinen Sie, die hätten sich erschreckt?
Die haben jestunke!
Nee, ich war froh, das die von de Reise wieder
zurück warn, aber das tollste Ding erlaubte sich
meine Schwiejermutter mit mir - dieses alte
Raubtier.
Kommt se un sacht:"Schwiejersohn, komm mal her!"
Ich sach: "Bitte?" Sacht se: "Du ziehs Dich sofort
an, Du brings mich zur Bahn, ich reise ab."
Ich sach: "Schwiejermutter, Schwiejermütterlein,
is es auch war?" So schnell hab ich mich im Lääve no
nie anjezoge. Die Alte hat sich anjezogn, wir renne
zum Bahnhof, das Unjlück schreitet schnell, kommt en
Wolkenbruch - un de Alte - den janzen regen auf ihren
neuen Hut! Da hat die mir einen Film jedreht.
Hat mich anjeschauzt: "Verdammte Schwiejersohn,
häs keen Schirm bei Dir? Mein neuer Hut total
versaut! Sach ich: "Ich kann do nicht rieche, das 's
rejen jivt."
Jetz' hat die Selbstschutz jeübt, man soll es
nicht für möchlich halte, hat die de Röcke jenomme,
un hat die von de - ooh - es war wie 'ne
Denkmalsenthüllung.
Ja Ihr lacht, ich stand da mit der, ne.
Ich saje:"Schwiejermutter, SOS! - Die Röcke
herunteeer, Du krist en Keuchhuste. Merkste nich, du
wirs je janz nass." Wissen Se, was die mir antwortet?
– "Laß es das werden, das is jo alt jenuch, dä
Hut is janz neu!"
Un darum möcht' ich mit dem Wort eines Dichters
schließen, der sacht: „Es prüfe, wer sich ewich
bindet, ob sich nich doch noch etwas besseres
findet!“
Heut früh zwischen fünf und sechs, da bin ich
erwacht,
da war sie zu Ende, die letzte Nacht.
Ich hör meinen Liebsten so neben mir schnaufen
und denk mir: Ei ja,`s könnt wieder was laufen.
Als Frau, die belesen, da weiß ichs genau:
Der Mann da, der braucht nur ne nackige Frau,
dann ist er zufrieden und ich werd es auch,
also roll ich rüber, leg mich auf sein Bauch.
Ich will ihn ganz spüren,
mit meinen Lippen zart berühren.
Verführ ihn mit Küssen, mit Lecken und Beißen
Mach ihn verrückt mit heftigem Beckenkreisen.
Schon ists ihm geschehen, schon ist es vorbei,
Und in mir bricht die Hoffnung entzwei
Auf Erfüllung und Liebe, er schläft wieder ein.
Ich komm net in Wallung geschweige in
Rasereien.
Und ich denk mir als ich ihn hör dann
schnaufen:
Ausgeträumt, da wird nix mehr laufen.
Da lieg ich mit meiner unzähmbaren Lust
Und hab wieder nur unsagbaren Frust....
Dann steh ich auf, geh ins Bad rüber,
denk: Aus! Vorbei! Schwamm drüber!
Eine schöne genüssliche Dusche hat schon manchen
erfreut
Und mir wird sie gut tun, besonders heut.
Ich stell an das Wasser, denn warm solls schon
sein,
wenn der Liebste so flott, jetzt bin ich
allein,
und warme Tropfen verwöhnen die Haut und die
Seele.
Aus, Schluß mit dem Gedankengequäle!
Die Streicheleinheiten, die mir heute bisher so
versagt,
die schenkt mir das Wasser, das ist gar keine
Frag,
Verwöhnt werde ich jetzt ganz geschwind,
gar zärtlich und sanft und auch so lind.
Ich spring in die Dusche, da trifft mich der
Strahl,
nur eiskaltes Wasser, das ist eine Qual!
Der Boiler kaputt, die Heizung ist aus,
ich krieg einen Schock und bin gleich wieder
raus.
Da steh ich mit meiner unzähmbaren Lust
Und hab wieder nur unsagbaren Frust.....
Nachdem die Kids und der Herr dem Hause
entlaufen,
denk ich mir: Geh ich jetzt mal einkaufen.
Bei Aldi gibt?s Angebote in reichlicher Zahl,
die brauch ich jetzt dringend, ich hab keine
Wahl.
Diverse Gartenkrone Gemüsesäfte,
Die wecken in dir verborgene Kräfte,
Edelflanell-Bettwäsche mit besonders weichem
Flor
Ich kann das schon spüren an meinem Ohr.
Und endlich ein schnurloses Telefon mit zusätzlichem
Multi-Link-Set
Da bin auch ich nie mehr falsch verbunden - auch in
meinem Bett!?
Ich schwing mich ins Auto, in Gedanken schon ganz
heiß
ergatter nen Parkplatz, jetzt hab ich Glück, ich
sicher weiß.
Stürz mich hinein in die Masse an den
Grammeltischen
Und kann dann tatsächlich doch gar nix fischen.
Vergriffen die Teile, die ich so begehrt,
also auch hier ist mir Erfolg wieder verwehrt.
Da bin ich, so aufgewühlt und doch ganz
betroffen,
und denk wieder nur: "Saudumm geloffen!"
Da steh ich mit meiner unzähmbaren Lust
Und hab wieder nur unsagbaren Frust.....
Und wie ich noch denk: Ei was für ein Tag!
Seh ich ne Bekannte, die eigentlich gar nicht ich
mag.
Sie kommt auf mich zu voll falschem Gelächter
Sie lächelt, säuselt mich an mit dem Blick von nem
Schlächter:
"Ei du! Diese Ausstrahlung, Intelligenz, das Lächeln,
ein hübsches Gesicht!
Dazu diese Augen! - Aber nu genug von mir, wie geht?s
dir so, du Wicht?"
Mir fehlen die Worte, ich bin einfach platt..
Aber Kommunikation auf der Stufe, die hab ich
satt.
Und in mir da kochts und in mir tuts brodeln,
daß ich meine Worte am liebsten tät jodeln.
Sag nur "Danke gut!", dreh mich um
Und geb ihr die Antwort nur in Gedanken, die Stimme
stumm:
Wenn du da so sexy und auch so wild,
dann sprich doch mit deinem geliebten
Spiegelbild!
Viele können denken, aber dir bleibts erspart,
so ein Leben in Ego-Manier das ist doch schon
hart!
Den Superlativ von "Du bist mir lieb und wert" bemüht
ich hier gern
Du bist mir am liebsten am Aller-wer-tes-ten. Doch
Groll liegt mir fern.
Da steh ich mit meiner unzähmbaren Lust
Und hab wieder nur unsagbaren Frust.....
Also raus aus dem Laden, doch sieh da o
Schreck!
Die Sonne und Trockenheit, alles ist weg!
Es schüttet in Strömen, es stürmt und es
schneit,
der Weg zu meinem Parkplatz, der ist schon recht
weit.
Und komm ich dort an, will rein in mein Karrn,
die Tür ist versperrt, ei was für ein Schmarrn!
Der Wagen, der neben dem meinen geparkt,
nur 5 Zentimeter Abstand, des is ja echt stark!
Wie komm ich jetzt rein ? Kletter hinten durchs
Heck,
jetzt ist alles naß, ei was für ein Dreck!
Und ich triefend naß und vollkommen sauer
Mein Lieber in mir liegt die Wut auf der Lauer.
Nur raus aus dem Parkplatz, und weg hier ganz
schnell,
hätt ich nur nen Ginni und der wär zur Stell!
Doch raus komm ich nimmer, hinter mir steht einer
quer,
der orgelt und orgelt, plagt den Anlasser sehr.
Wo rohe Kräfte aber sinnlos walten,
da kann sich auch kein Motor entfalten.
So heißt es dann warten geduldig und heiter
Aber in mir da kocht und brodelt es weiter.
Da steh ich mit meiner unzähmbaren Lust
Und hab wieder nur unsagbaren Frust....
Auf dem Wege nach Haus komm ich vorbei an der Post
dann,
ein Päckchen für die Freundin, das müsste noch fort
irgendwann.
Also rein in den Laden so voll großem Hoffen,
schon zwanzig Leute warten, ein Schalter nur
offen.
Das tu ich mir net an, dann kommts eben später,
pünktlich - das wäre zwar wesentlich netter.
Aber sie wird`s sicher verstehen
Und mir auf die Nerven nicht gehen.
Ich greif schnell mein Handy, wähl bebend ne
Nummer.
Die Freundin erreichen, jetzt hab ich kein
Kummer.
Da ertönt eine Stimme: "Dieser Anschluß ist zur Zeit
nicht erreichbar."
Auch das noch! An so einem Tag voll Leidenschaft, na
das war klar.
Ich verspreche nichts, aber das halte ich auch,
und Lust, die verspür ich noch immer in meinem
Bauch.
Jetzt fahr ich zu Lidl, und hole das ein,
was an Gemüse und Zeug so alles muß sein.
Stell mich dann voll Gedanken, ob ich nichts
vergessen,
an der Kasse an, kann mein großes Glück kaum
ermessen,
bin gleich dran und darf dann den Betrag
begleichen,
der selbst die härtesten Züge in mir tut
erweichen.
Nicht viel in meinem Wagen, der Zettel recht
lang,
ob ich die Rechnung auch bezahlen kann?
Der Inhalt in meinem Beutel tut grade so
reichen,
kann den Einkauf noch eben begleichen.
Und bin ich dann draußen, fällt siedend mir
ein,
war da nicht noch was, sollt da nicht noch was
sein?
Da steh ich mit meiner unzähmbaren Lust
und hab wieder nur unsagbaren Frust....
Nach so einem Einkauf herrscht Ebbe im Tank,
drum muß ich jetzt schnell noch mal hin zu der
Bank.
Das Datum ist günstig, der Erste grad um,
Gehalt hats gegeben, die Abbuchungen sind rum.
Bin gespannt, was diesmal fürs Monat noch
übrig,
ob die guten Versprechen vom Finanzminister wie
üblich,
nur wieder mal Wahlkampf mit viel Wind und heißer
Luft,
zwischen Reden und dem was übrigbleibt, eine
Riesenkluft.
Am Schalter bitt ich, schon innerlich stark
erregt:
"Ich hätt, bitte schön, gern meinen
Kontoauszugsbeleg."
Und da erschlägt mich ungnädig die Zahl auf dem
Papier:
Zweihundert Euro weniger als im Monat dafür.
Mein Lieber, die Steuer, die frisst mich noch
arm,
der Eichel da oben, der hats recht schön warm,
der Schröder will geizen und sparen,
und gleichzeitig die Wirtschaft hoch
hinauffahren.
Da frag ich doch mal: Wenn du mir nix läßt, was ich
kann ausgeben,
wovon soll unsere Wirtschaft dann eigentlich
leben?
Denn ankurbeln, meiner Lieber, daß ist doch
klar,
das tut mein Euro und niemals nur dein Gespar!
Wenn dann so ein Müntefering noch erklärt: "Darf der
Einzelne halt nix mehr ausgeben",
kochts in mir heftigst und ich tu fest beben.
Da steh ich mit meiner unzähmbaren Lust
Und hab wieder nur unsagbaren Frust....
Erretten kann mich an diesem Tage
nur noch ein liebes Wort, ganz ohne Frage.
Da kenn ich nur einen, der mir so viel Gutes
beschert,
der nur Lobeshymnen und -Gesänge wert:
Mein E-Mail-Freund von dem anderen Stern,
der ist einfach klasse und ich hab ihn gern.
Also hock ich mich hin an den Com und tu
booten,
in freudiger Erwartung von ganz arg viel Gutem,
jetzt Streicheleinheiten für meine Seele
und aufhört das ganze Tagesgequäle!
Jetzt öffne ich Windows, die Sprache, die mein
Computer versteht,
und ich muß erfahren, wie es vielen so geht:
Wenn ein Fenster du öffnest, wenn Windows you
open,
stoppt der Air conditioner - und du wirst
toben.
Drum muß ein Computer wie eine Klimaanlage
sein,
ich mach Windows auf - und er stellt den Dienst
ein!
Ich fühl in mir Sehnsucht, ich fühl in mir
Frust,
egal was du heute willst und was du auch tust,
Da steh ich mit meiner unzähmbaren Lust,
und hab wieder nur unsagbaren Frust....
Doch eh die Zeit kommt, in der man könnte, und die
vorüber, in der man kann,
denk ich mir: So geht's nimmer weiter, was fang ich
nur an?
Schluß! Aus! Vorbei! Drum hab ich beschlossen
Jetzt wird nimmer gelitten, wird nur noch
genossen....
Ich will dich jetzt spüren
Ganz zart dich berühren,
ich werde zum Blasen an den Mund dich hinführen
genüsslich mit meiner Zunge dran rühren.
Und dann fließt du heiß in mich hinein,
ja, so ein großer heißer Kaffee, der ist fein!
Und auch du, du machst mich verrückt, du machst mich
so heiß,
ich muß dich dazu haben, du leckeres
Erdbeereis.
Da steh ich mit meiner unzähmbaren Lust
Und hab diesmal überhaupt keinen Frust.
Autor: Kurt P. Kupper
Beitrag wurde auf Wunsch des Rechteinhabers
entfernt.
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