Ostermorgen
Autor: Theobald Nöthig
Wieder strählt ihr Haar Frau Holle.
Sonnenwärts wie Opferrauch
Steigt im Tal von feuchter Scholle
Nebeldampf und Blütenhauch.
Mit melodischem Frohlocken
Grüßt das Licht der Vögel Heer,
Mahnt der Klang der Morgenglocken
An des Tages Wiederkehr.
Wie am Grab des Herrn den Frauen,
Ruft, betrübtes Herz, auch dir
Geistermund im Morgengrauen
Tröstlich zu: was suchet ihr
Den lebendigen bei den Toten?
Predigt nicht der Lenz im Land
Durch unzählige Glaubensboten,
Dass der Heiland auferstand?
Zeigt nicht Liebe gleiches Streben,
Wie der Lenz und wie das Licht?
Dem nur, was sich selbst gegeben,
Auferstehung sie verspricht,
Wie die Jünger sie begleitet
Unerkannt nach Emmaus,
So auch dir zur Seite schreitet
Sie mit frohem Ostergruß.
Bild von Robert Cheaib auf Pixabay

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