Gedichte über Menschen

Lyrische Gedanken über die Einzigartigkeit und Vielschichtigkeit der menschlichen Natur.

Übersicht

Gedichte

Ein Mensch mit Charakter!

Autor: Olaf Lüken

Mein lieber Freund hat Karriere gemacht,
beruflich und privat.
Mit ihm habe ich oft und herzlich gelacht.
Er ist sehr freundlich und auch smart.
Mein Freund spendet reichlich und gern,
doch bleibt er dabei bescheiden.
Von Missgünstigen hält er sich fern.
Ich kann den Mann gut leiden.

Die Familie ist lieb, ja angenehm,
sie besitzen echtes Format.
Ich freue mich, wenn wir uns seh’n.
Stets erhalte ich ehrlichen Rat.
Und triffst du ihn, so bist du erfreut.
Er redet auch gern mit dir.
Nur das Ablästern über and’re Leut’
ist ihm fremd, wie auch mir!

© Olaf Lüken


Gutmensch

Autorin: Heidi Hollmann

Jeder möchte hier und da
Gerne mal ein Gutmensch sein
Dieses Wort ist mir nicht nah
Weil der Sinn geht mir nicht ein

Was macht den Gutmenschen aus
Stellt sich hier die Gretchenfrage
Toleranz - tagein-tagaus
Immerzu und mit viel Plage

Auch moralisch überlegen
fühlt er sich und scheint im recht
Man könnt sich darob erregen
Gutmenschsein ist oftmals schlecht

© Heidi Hollmann


Masken

Autor: Olaf Lüken

Menschen, die im Lande leben
und sich gern erwachsen geben,
tragen Masken, bis an das Grab.
Aber an den Karnevalstagen,
wenn all’ die Jecken Masken tragen,
fällt auch bei jenen die Maske ab.

© Olaf Lüken

Venezianische Maske im Karneval
Venezianische Maske im Karneval
Bild von Pexels auf Pixabay

Menschen?

Autor: Olaf Lüken

Menschen, die nur von sich selbst erzählen,
Menschen, die unsere Ohren quälen.
Menschen, die sich selbst nicht kennen,
Menschen, die nur die Fehler andrer benennen.
Menschen, die nur dann verstehen, wenn
Menschen sie im Mittelpunkt stehen sehen.
Menschen, die Freunde Egoisten nennen.
Menschen, die Beziehungen verbrennen.

Es sind Menschen, wie Herr Biedermann.
Sie lügen sich selbst und ihren Nächsten an!

© Olaf Lüken


Menschenwürde für ALLE?

Autor: Olaf Lüken

„Menschenwürde sei unantastbar!“,
sagte neulich mein Herr Nachbar.
Ist Menschenwürde auch belastbar?
„Für Tiere sei sie gar unfassbar“,
sagte mir zweitens, mein werter Nachbar.

Volksmund meint: „Würde bringt Bürde.“
Ist das nicht eine zu hohe Hürde?

Menschenwürde – verlangt das Alter.
Man zitiert Bibel und den Psalter.
Würdenträgern ist Würde ’ne Last.
Es ist ein Leben zwischen Eile und Hast.
Hochwürden, der höchste Würden hat errungen,
kündigte, macht jetzt in Versicherungen!

Ist ein Mensch uns etwas wert,
wenn er mit dem Strome fährt?
Wer sieht die Alten, sieht die Kranken,
Süchtige über Wege wanken?

Anderes meinen, anderes glauben.
Wer will sie ihrer Würde berauben?
Sieh’ die Menschen, die halt eben,
nicht wie du und ich gern leben!

Würde verleihen, ohne zu werten,
lässt nicht allein, die Ungeehrten!

© Olaf Lüken

Die Würde des Menschen ist unantastbar
Die Würde des Menschen ist unantastbar
Schriftzug am Landgericht Ffm
Foto von Dontworry, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia