Gedichte über Menschen

Lyrische Gedanken über die Einzigartigkeit und Vielschichtigkeit der menschlichen Natur.

Übersicht

Gedichte

Der Vogelmensch

Autor: Olaf Lüken

So mancher Mensch, der nervlich zerrissen,
ist tagsüber gewieft, durchaus gerissen.
Und dieser Mensch, er weiß es genau,
ist richtig eitel, ein schillernder Pfau.

Reißt ihm die Larve[1] vom Gesicht.
Die nackte Fratze spürt er nicht.
Was bleibt? - ’ne farblose Fassade.
Ein Mensch ohne Herz? Jammerschade.

© Olaf Lüken

[1]Larve → Maske, lateinisch larva → Gespenst

Eitler Pfau
Eitler Pfau
Bild von NoName_13 auf Pixabay

Ein Mensch mit Charakter!

Autor: Olaf Lüken

Mein lieber Freund hat Karriere gemacht,
beruflich und privat.
Mit ihm habe ich oft und herzlich gelacht.
Er ist sehr freundlich und auch smart.
Mein Freund spendet reichlich und gern,
doch bleibt er dabei bescheiden.
Von Missgünstigen hält er sich fern.
Ich kann den Mann gut leiden.

Die Familie ist lieb, ja angenehm,
sie besitzen echtes Format.
Ich freue mich, wenn wir uns seh’n.
Stets erhalte ich ehrlichen Rat.
Und triffst du ihn, so bist du erfreut.
Er redet auch gern mit dir.
Nur das Ablästern über and’re Leut’
ist ihm fremd, wie auch mir!

© Olaf Lüken


Gutmensch

Autorin: Heidi Hollmann

Jeder möchte hier und da
Gerne mal ein Gutmensch sein
Dieses Wort ist mir nicht nah
Weil der Sinn geht mir nicht ein

Was macht den Gutmenschen aus
Stellt sich hier die Gretchenfrage
Toleranz - tagein-tagaus
Immerzu und mit viel Plage

Auch moralisch überlegen
fühlt er sich und scheint im recht
Man könnt sich darob erregen
Gutmenschsein ist oftmals schlecht

© Heidi Hollmann


Kaum zu glauben

Autorin: Heidi Hollmann

Ehrlich es ist kaum zu glauben
Was so manche fertig bringen
Andren den Verstand gern rauben
Und sie in die Knie oft zwingen

Dabei sind sie nicht viel besser
Nörgeln fleißig vor sich hin
Ihre Zungen scharf wie Messer
Geben all dem wenig Sinn

Sie keifen gerne ohne Ende
Ohne Rast und ohne Ruh
Sind dabei auch noch behände
Die Münder blieben besser zu

Ach sie können es nicht lassen
Ihr Geplapper wird nicht minder
Dabei ist es kaum zu fassen
Wundersame Menschenkinder

© Heidi Hollmann

Schimpfende Frau
Schimpfende Frau
Bild von Harald Funken auf Pixabay

Masken

Autor: Olaf Lüken

Menschen, die im Lande leben
und sich gern erwachsen geben,
tragen Masken, bis an das Grab.
Aber an den Karnevalstagen,
wenn all’ die Jecken Masken tragen,
fällt auch bei jenen die Maske ab.

© Olaf Lüken

Venezianische Maske im Karneval
Venezianische Maske im Karneval
Bild von Pexels auf Pixabay

Menschen?

Autor: Olaf Lüken

Menschen, die nur von sich selbst erzählen,
Menschen, die unsere Ohren quälen.
Menschen, die sich selbst nicht kennen,
Menschen, die nur die Fehler andrer benennen.
Menschen, die nur dann verstehen, wenn
Menschen sie im Mittelpunkt stehen sehen.
Menschen, die Freunde Egoisten nennen.
Menschen, die Beziehungen verbrennen.

Es sind Menschen, wie Herr Biedermann.
Sie lügen sich selbst und ihren Nächsten an!

© Olaf Lüken


Menschenwürde für ALLE?

Autor: Olaf Lüken

„Menschenwürde sei unantastbar!“,
sagte neulich mein Herr Nachbar.
Ist Menschenwürde auch belastbar?
„Für Tiere sei sie gar unfassbar“,
sagte mir zweitens, mein werter Nachbar.

Volksmund meint: „Würde bringt Bürde.“
Ist das nicht eine zu hohe Hürde?

Menschenwürde – verlangt das Alter.
Man zitiert Bibel und den Psalter.
Würdenträgern ist Würde ’ne Last.
Es ist ein Leben zwischen Eile und Hast.
Hochwürden, der höchste Würden hat errungen,
kündigte, macht jetzt in Versicherungen!

Ist ein Mensch uns etwas wert,
wenn er mit dem Strome fährt?
Wer sieht die Alten, sieht die Kranken,
Süchtige über Wege wanken?

Anderes meinen, anderes glauben.
Wer will sie ihrer Würde berauben?
Sieh’ die Menschen, die halt eben,
nicht wie du und ich gern leben!

Würde verleihen, ohne zu werten,
lässt nicht allein, die Ungeehrten!

© Olaf Lüken

Die Würde des Menschen ist unantastbar
Die Würde des Menschen ist unantastbar
Schriftzug am Landgericht Ffm
Foto von Dontworry, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia

Schwierige Menschen

Autorin: Heidi Hollmann

Menschen die besonders schwierig
Habe ich stets angezogen
Und ich sag es ungelogen
Ich war nie darauf begierig

Die lebten ihr eignes Leben
Waren oft introvertiert
Immer auf sich selbst fixiert
Konnten von sich aus nichts geben

Auch war’n sie nur selten offen
Für ihr Umfeld auch zu meist
Wussten nicht was Freundschaft heisst
Konnten kaum auf Freunde hoffen

Sie scheuten oft ein Risiko
Versuchten es stets zu vermeiden
Um nicht unnötig zu leiden
Wurden somit niemals froh

© Heidi Hollmann

Geschäftsmann mit Maske
Geschäftsmann mit Maske
Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
Menschen, die eine Maske tragen, zeigen oft falsche Gefühle.