Christbaum und Krippe, Gedicht – Festgestaltung

Christbaum und Krippe

Autor: Ottokar Kernstock

Durchs Fenster strahlt am Weihnachtsfeste
Ein Lichterbaum. Es lockt sein Glüh’n
Aus dem Juwelenschmuck der Gäste
Ein augenblendend Funkensprüh’n.
Ein Christbaum ist’s, doch was er kündet,
Das hat mit Christus nichts gemein.
Der Mammon hat ihn angezündet
Und prahlt mit seinem grellen Schein.

Und wandert ihr am Fest der Schieber
Vorbei mit zorngeballter Faust,
Dann kommt, ich führ’ euch dort hinüber,
Wo heut’ der wahre Christus haust.
Es geht durch enge, finst’re Gassen;
In einem Kirchlein, arm und alt,
Da liegt im Kripplein weltverlassen
Des Heilands dürftige Gestalt.

Der Raum ist kalt, zwei trübe Kerzen
Beleuchten matt das Jesuskind.
Doch euch wird’s warm und hell im Herzen,
Ein Zauber ist’s, der euch umspinnt.
Verklung’ne Zeiten kehren wieder,
Der Kinderglaube steigt herauf –
Gerührt sinkt ihr vorm Kripplein nieder
Und steht getröstet wieder auf.

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