Festordnung, Gesetz – Festgestaltung

Festordnung

Autor: unbekannt

Nachfolgend erhalten Sie Anregungen für eine Festordnung. Bitte wählen Sie maximal 15 Punke aus, die zu ihrer Feier und ihren Gästen passen. Weniger ist häufig mehr. Erlaubt ist, was gefällt und Spaß macht.

  1. Dauer
    1. Das Fest hat pünktlich begonnen und hört auf, sobald es zu Ende ist (wenn _____________ pleite ist/sind).
    2. Das Fest beginnt am Anfang und hört auf, wenn die Teilnehmerzahl auf weniger als einen gesunken ist.
    3. Wenn es regnet, findet das Fest bei schlechtem Wetter statt.
    4. Das Fest findet auch bei schlechtem Wetter statt. Gefeiert wird auf alle Fälle.
    5. Das Fest findet nach dem „Ja-Wort“ seinen Anfang: Sollte dieses entscheidende Wort nicht gefallen sein, erhält jeder Gast seine Eintrittskarte zurück.
    6. Die Feier beginnt mit dem Anfang und schließt mit dem Ende. Kommt jemand zu spät, hat er den Anfang versäumt.
    7. Die Feier beginnt mit dem Abgeben der Geschenke. Danach kann, wer will, wieder gehen.
    8. Alle Anwesenden mögen ihre Uhren abliefern, da für die Zeitrechnungen nur die aufgehende Sonne maßgeblich ist.
    9. Da anständige Leute bei Tage nach Hause gehen, ist das Ende der Feier auf morgen früh angesetzt!
    10. Das Fest hört auf, wenn keiner mehr da ist, wird aber spätestens am ___________ (Tag der Silbernen Hochzeit/Tag des nächsten runden Geburtstages) fortgesetzt.
    11. Schrumpft die Anzahl der Anwesenden auf weniger als eins zusammen, wird unweigerlich Schluss gemacht.
    12. Jeder Gast hat einen Anspruch auf einen herzlichen Abschied. Bei „Raus“ ist's aus.
    13. Wer einmal da ist, ist verpflichtet, so lange zu bleiben, bis er geht.
    14. Der erste, der nach Hause geht, hat unbedingt auf den Letzten zu warten.
    15. Bevor das Fest nicht endgültig zu Ende ist, hat niemand nach Hause zu gehen, zu fahren oder zu schlurfen, denn es sei sich ein jeder bewußt, dass die alten Deutschen immer noch eins tranken, ehe sie gingen!
  2. Teilnahme
    1. Teilnehmen dürfen nur Anwesende.
    2. Jeder Teilnehmer hat so zahlreich wie eben möglich zu erscheinen.
    3. Jeder Gast hat persönlich zu erscheinen, weil per Telefon keine Geschenke abgegeben werden können.
    4. Der Eintritt ist nur durch die Tür gestattet, mit dem Gesicht möglichst vorn.
    5. Wer zu spät kommt, hat unverzüglich umzukehren und nochmals pünktlich zu erscheinen.
    6. Jeder Gast hat vollständig angekleidet, gewaschen, gebügelt und gekämmt (Glatzköpfe staubgewischt), hungrig, durstig und mit guter Laune zu erscheinen.
    7. Jeder hat in heiterster Stimmung zu erscheinen. Falsche Haare, schlechte Launen, lange Gesichter, finstere Mienen, Skatkarten und Strickstrümpfe sind an der Garderobe abzugeben. Gebisse dürfen behalten werden, um Verwechslungen zu vermeiden.
    8. Kommen ist Ehrensache, gute Laune Hauptsache, Lokalschluss Nebensache!
  3. Sitzordnung
    1. Alle Teilnehmer sitzen der Reihe nach und zwar so, dass einer neben dem anderen sitzt.
    2. Als Sitzgelegenheit sind nur Stühle zu benutzen. Stühle sind nach Möglichkeit warm zu halten, damit sich bei etwaigem Stellungswechsel keiner erkältet. Zu heiße Stühle sind abzukühlen, es könnte sich sonst jemand verbrennen.
    3. Jeder hat in Ruhe seinen Platz aufzusuchen; drängeln und schubsen ist verboten. Wer keinen Platz findet, sitzt unter dem Tisch.
    4. Jeder hat sich mit leerem Magen friedlich und unbewaffnet an seinem Platz niederzulassen.
    5. Jeder hat mit seinem Platz zufrieden zu sein und sich mit seinem Nachbarn zu vertragen.
  4. Essen und Trinken
    1. Der Freude über den Beginn des Essens darf nicht durch Springen über Tische und Stühle Ausdruck verliehen werden.
    2. Oberstes Gebot ist, die Gastgeber ordentlich zu schädigen. Jedoch ist zu bedenken: Speise und Alkohol schmeckt runter besser als rauf.
    3. Wer mehr isst, als er vertragen kann, muss die Arztkosten selber tragen.
    4. Bei Tisch wird empfohlen, mit dem Messer zu essen, damit man sich mit der Gabel besser auf dem Kopf kratzen kann.
    5. Es darf sich niemand mit der Gabel am Kopf kratzen. Das Tischtuch soll nicht zum Naseputzen verwendet werden, dazu ist die Gardine da!
    6. Es wird darauf aufmerksam gemacht, dass der Blumenschmuck auf dem Tisch nicht zum Verzehr gedacht ist.
    7. Sollte jemand dabei klebrige Hände bekommen, so tauche er sie kurz in das Weinglas seines Nachbarn.
    8. Geflügelknochen und andere lege man getrost auf den Tellerrand des Nachbarn, um Platz auf seinen eigenen Teller zu haben.
    9. Niesen Sie laut und möglichst über den Tisch, dass alle Anwesenden Ihnen gute Gesundheit wünschen.
    10. Schlürfen sie die Suppe so geräuschvoll wie möglich, sodass der Gastgeber hört, wie gut sie ihnen schmeckt.
    11. Die Aussprache ist am deutlichsten, wenn man mit vollen Mund spricht.
    12. Volle Gläser sind dazu da, umgestoßen zu werden.
    13. Die Hände wische man unauffällig am Tischtuch ab, sodass man die Servietten für Reste zum Mitnehmen frei hat.
    14. Keiner darf mehr essen und trinken, als er mit aller Gewalt herunterbekommen kann. Die genossenen Speisen und Getränke sind Eigentum eines Jeden und brauchen nicht zurückgegeben werden.
    15. Vergessen Sie nie, wie teuer ihr Geschenk war, und richten Sie sich deshalb beim Essen und Trinken danach!
    16. Jeder hat darauf zu achten, dass sein Nachbar möglichst viel isst. Das Abplatzen von Knöpfen, das Weiterschnallen von Gürteln und ähnliches, ist durch Beifall zu honorieren.
    17. Hemmen Sie nicht den Ablauf des Essens durch unnötiges Zögern. Nur blitzschnelles Zugreifen ohne Rücksicht auf Minderheiten sichert Ihnen die besten Stücke. Der Kampf um die letzte Bratenscheibe wird durch Gabelstechen in völliger Dunkelheit entschieden!
    18. Sollte einer der Anwesenden für die hungrige Verwandtschaft den Sonntagsbraten von der Tafel in die Hosentasche verschwinden lassen, so ist unbedingt die passende Soße nachzugießen.
    19. Man soll sämtliche Getränke feindselig behandeln, indem man sie vollständig vernichtet.
    20. Erfahrene Säufer werden gebeten, sich um Anfänger zu kümmern!
    21. Es soll eine große Sauferei werden, jedoch darf bei aufrechtem Gang kein Getränk aus dem Mund laufen.
    22. Getränke sind genügend vorhanden. Es braucht daher niemand zu versuchen, in der ersten halben Stunde so viel zu trinken, dass er für den Rest des Abends genug hat
    23. Keiner soll aus Geiz seinem Nachbarn das Glas leer trinken, denn es wird weder kassiert, noch über die Anzahl der Getränke eine Strichliste geführt.
    24. Niemand darf weniger trinken, als er vertragen kann. Wer mehr trinkt, tut es auf eigene Gefahr
    25. Das Werfen mit Korken, Liebesblicken und sonstigen gefährlichen Gegenständen ist während des Essens möglichst zu unterlassen.
    26. Servietten sind zum Schutz der Kleidung gedacht und nicht zum Einwickeln der Speisen.
  5. Lieder
    1. Die Tisch- und Festlieder müssen mitgesungen werden. Wer kann, der darf mehrstimmig singen.
    2. Jeder ist zum Mitsingen verpflichtet, auch die, die zu Hause keine Stimme haben.
    3. Bei Tischgesängen muss aus vollem Hals mitgesungen werden. Entschuldigungen, wie Stimmbruch, vergessene Brillen, verlorenes Gebiss oder Heiserkeit, werden nicht anerkannt. Personen mit Stimmbruch bilden einen eigenen Chor.
  6. Tanzen
    1. Jeder hat fleißig zu tanzen und sich nicht einzubilden, er sei zum Vergnügen gekommen. Wer nicht tanzen kann, soll wenigstens den gestürzten Paaren auf die Beine helfen!
    2. Der Aufenthalt auf fremden Füßen ist nur im Einverständnis mit der anderen Partei erlaubt.
    3. Um den Fußboden zu schonen, ist es ausdrücklich erlaubt, auf fremden Schuhen zu tanzen.
    4. Der Tanzkapelle mit zusätzlichen Alkoholika und außerplanmäßigen Trinkgeldern einzuheizen, ist erst ab sechs Uhr morgens erlaubt.
  7. Benehmen
    1. Erlaubt ist alles, was zum Gelingen des heutigen Tages beiträgt.
    2. Es dürfen nicht mehr als alle sprechen, da sonst ein grässlicher Kanon entsteht.
    3. Es ist ausnahmsweise gestattet, Tischreden zu halten. Jede Rede hat jedoch mit „Prost“ zu enden
    4. Es wird ersucht, bei den Ansprachen und diversen Darbietungen den Beifall durch Klatschen und Brüllen zu mäßigen.
    5. Wird eine Aufnahme gemacht, so haben die Festteilnehmer ein freundliches Gesicht zu machen, auch die, die schon länger verheiratet sind.
    6. Es ist nicht gestattet, nach der Uhrzeit zu fragen.
    7. Wer sich heute nicht amüsiert und mitmacht, wird nach Bekannt werden seiner zweiten abfälligen Bemerkung sofort des Hauses verwiesen.
    8. Die Benutzung der Lampen als Schaukeln, sowie die Verwendung der Läufer und Teppiche als Ringermatten ist nicht gestattet.
    9. Ironische Anspielungen auf die Lebensgestaltung des Herrn Bräutigams zu dessen Junggesellenzeit werden als böswillige Verleumdungen erachtet.
    10. Wer ironische, sarkastische, gehässige und widerliche Anspielungen auf die Lebensgestaltung des Herrn Bräutigam zu dessen Junggesellenzeit von sich gibt, wird zur Silberhochzeit wieder eingeladen.
    11. Der freie Flug von Schlagsahne, Fischgräten, Feuerwerkskörpern, Pfirsich- und Kirschkernen sowie von Sektkorken, Scherben und Zigarettenasche ist nur insofern zulässig, als weder eine Person noch die Einrichtung der Festräume Schaden nehmen können.
    12. Zur Vermeidung jeglichen Blutvergießens wird gebeten, weder mit dem Messer zu essen noch sich mit der Gabel zu kratzen.
    13. Jeder hat sich so zu benehmen, dass die anderen Teilnehmer noch mindestens eine Woche Gesprächsstoff haben.
    14. Wer dem Gastgeber in ewiger Erinnerung bleiben will, hat mindestens 2 Kisten Bier, l Torte und das wertvollste Geschenk mitzunehmen.
  8. Betrunken
    1. Wenn sich zwei Gäste „leicht angetrunken“ begegnen, hat der von rechts Kriechende Vorfahrt.
    2. Der Aufenthalt unter den Tischen ist vor 22 Uhr nicht erlaubt.
    3. Gäste, welche durch den Verlust ihres Gleichgewichts unter den Tisch fallen, werden gebeten sich nicht am Tischtuch festzuhalten. Wenn Sie unten angekommen sind, verhalten Sie sich bitte ruhig.
    4. Sollte jemand am Wackeln der Wände erkennen, dass er das Getränk nicht vertragen kann, hat er, ohne Aufsehen zu erregen unter den Tisch zu verschwinden.
    5. Wer betrunken ist, hat lautlos unter den Tisch zu rutschen. Es ist verboten, die sich unter dem Tisch aufhaltenden Personen als Fußbänke zu benutzen.
  9. Heimweg
    1. Den Gästen kann nicht einzeln heimgeleuchtet werden, daher wird gebeten, nicht vor Sonnenaufgang nach Hause zu gehen.
    2. Die Festteilnehmer werden gebeten, den Heimweg erst bei Tage anzutreten, da nach Meinung des Meteorologischen Amtes der Mond seine Tätigkeit vorübergehend wegen Strommangels einstellt.
    3. Wer beim Verlassen der Festräume weder wackelt, stolpert noch einen Schluckauf hat, wird als Spielverderber gebrandmarkt und dazu verurteilt, zwei Drittel der entstandenen Gesamtkosten zu berappen.
    4. Gestattet ist das Mitnehmen einer angenehmen Festerinnerung.
    5. Auf dem Heimweg sind keine Bäume und Laternenpfähle zu umarmen, dazu sind die mitgebrachten Damen und Herren zu benutzen.
    6. Auf dem Heimweg dürfen Telegrafenmasten, Zäune und fremde Frauen nicht umarmt werden.
    7. Auf dem Heimweg lasse man sich nicht durch schwankende Gebäude, schiefe Laternen, betrunkene Schutzleute sowie rotierende Schlüssellöcher irre machen. Sollte sich die Straße drehen, so warte ein jeder, bis sein Haus vorbeikommt.
    8. Wer noch fest auf den Beinen steht, hat im Sinne des Lastenausgleichs die Hälfte seiner Kräfte den Wankenden zur Verfügung zu stellen.
    9. Jeder hat seine genaue Adresse auf dem Rücken zu befestigen, damit er nötigenfalls sicher nach Hause gebracht werden kann.
    10. Sollte am Ende der Feier ein ungewolltes Durcheinander entstehen und jemand nimmt eine falsche Frau mit nach Hause, so wird gebeten innerhalb der folgenden Tage dies dem Hausherrn zu melden. Zur Klärung der Eigentumsansprüche ist der Trauschein vorzulegen.
  10. Die Einhaltung der Festordnung wird strengstens überwacht, mit Bußgeldern muss gerechnet werden.

Kommentar hinzufügen

* Pflichtfeld
1000
Was ist das Gegenteil von schwach?

Kommentare (0)

Noch keine Kommentare, sei der erste Poster!