Ehesketch
Autorin: Elke Madlehn-Meier
Sketch für zwei Personen, Älteres Ehepaar: Sie und Er
Morgens in der Küche: Er sitzt gelangweilt am Tisch, die Zeitung vor der Nase. Ein Auge ist blau … Er sieht total abgerissen aus.
| Darsteller(in) | Text |
|---|---|
| Er: | Kreuzworträtsel … mhhh, naja … Lebensende mit 3 Buchstaben … Mhhh … AAAAHHH - … EHE! Sie kommt rein. (Schürze um, Tablett mit Kaffee) Knallt ihm die Tasse vor die Nase. — setzt sich dazu … Morgen … Tschuldigung, dass ich so spät – äh früh nach hause gekommen bin. Und dann auch noch mit einem blauen Auge … |
| Sie: | Das Auge war noch nicht blau, als du nach hause gekommen bist. – Ich möchte nur mal wissen, wo du die letzte Nacht gewesen bist? |
| Er: | Ich auch … Ich auch! Bin ich denn nicht leise nach hause gekommen? |
| Sie: | Du schon! Aber nicht die 4, die dich getragen haben. – Früher hast du gesagt, ich sei dein Sonnenschein! Und jetzt? Jetzt rennst du dauernd in die Kneipe! |
| Er: | Aber Schatz, zu viel Sonne macht durstig. |
| Sie: | Es hat sich bald ausgeschatzt! Musst du immer so spät nach hause kommen? |
| Er: | Nein … das tue ich freiwillig! |
| Sie: | Das du mir überhaupt noch ins Gesicht sehen kannst! |
| Er: | Man gewöhnt sich an alles. – … Denn ich führe hier ein Hundeleben! |
| Sie: | Ja stimmt. Du kommst mit schmutzigen Füßen ins Haus, machst es dir am Ofen bequem und lauerst aufs Essen. – Ich nehme an, das ist auch der Grund, warum du hier rumsitzt? |
| Er: | Ja richtig! Frühstück! Oder besser – um diese Zeit was Richtiges! Also wenn nicht bald das Essen fertig ist, gehe ich in ein Restaurant! |
| Sie: | Kannst du nicht 5 Minuten warten? |
| Er: | Ach … ist das Essen dann fertig? |
| Sie: | Nein, aber dann komm ich mit! … – Wo wir hier grad so nett zusammen sind und übers Essen reden: Wir sind ja zur Silberhochzeit bei Michael & Edda eingeladen. Wie stellst du dir eigentlich ein romantisches Abendessen vor? |
| Er: | Fußball gucken bei Kerzenschein. Du hier in der Zeitung steht, dass der Strom auch wieder teurer wird. |
| Sie: | Gut, dass du keine große Leuchte bist! |
| Er: | Reize mich nicht länger! – Sonst verlier ich noch den Verstand! |
| Sie | Das wäre allerdings schlecht – so winzige Dinger sind schwer wiederzufinden. (ER seufzt …) Was seufzt du? |
| Er: | Am liebsten Bier! |
| Sie: | Du schon wieder! Manchmal frag ich mich, warum du mich überhaupt geheiratet hast. |
| Er: | Ein Mann braucht eine Frau! Weil irgendwann ja doch mal was passiert, für das er nicht die Politiker verantwortlich machen kann. |
| Sie: | Stichwort HEIRATEN - Was schenken wir eigentlich Edda und Michael? Also nicht so ein mickriges Geschenk wie du zu unserem letzten Hochzeitstag … EINE ROSE! |
| Er: | Aber Liebling! Du musst die Dornen mitzählen. |
| Sie: | Jetzt brauchste mich auch nicht Liebling nennen! Nee, nee – Aber wie wärs, wenn wir bei Fleischerei Meyer ’nen Spanferkel bestellen? Das kommt bestimmt gut an bei so vielen Gästen. |
| Er: | Also sach mal! Was kann denn das arme Tier dafür! Was das wieder kostet? – Übrigens hast du meinen Geldbeutel gesehen? |
| Sie: | Neh … Wie sieht der aus? |
| Er: | Du weißt doch … ALT – ZERKNITTERT – und LEER! |
| Sie: | Ach Ja! – Genau wie sein Besitzer! |
| Er: | DUUU! – Ah — Meine Füße sind eingeschlafen! |
| Sie: | So wie die riechen, könnte man meinen, die wären schon tot. – Ach, ich bin so richtig enttäuscht. |
| Er: | Wir müssen alle mit Enttäuschungen leben … meine heißt Elke! Wo hatte ich nur meinen Kopf, als ich dir einen Heiratsantrag gemacht habe? |
| Sie: | Das weiß ich noch. Genau wie jetzt, zwischen den Sportseiten! Eigentlich wünsche ich mir von dir mehr Romantik. Ich würd so gern an drei Stellen von dir geküsst werden! |
| Er: | OH, kein Problem! WO? |
| Sie: | Jamaika, Hawaii und Tahiti. |
| Er: | Worauf du wieder kommst. Du willst nur wieder auf das Thema Urlaub z u sprechen kommen. Aber daraus wird dieses Jahr nichts. Wir müssen an unsere Schulden denken! |
| Sie: | Wieso? – Das können wir doch auch im Urlaub. |
| Er: | Nee, nee … Was ist eigentlich der Unterschied zwischen dir und einer Fliege? |
| Sie: | WAS? … Weiß ich nicht. |
| Er: | Die Fliege nervt nur im Sommer. DU das ganze Jahr. |
| Sie: | Du bist gemein! Ich gehe! |
| Er: | Immer diese leeren Versprechungen! |
| Sie: | Ach … Mensch Meier. Was zieh ich denn nun zu der Silberhochzeit von Michael und Edda an? |
| Er: | Es ist zum Mäuse melken. Ich habe eine Frau, die hat 2 Schränke voll, … NICHTS ANZUZIEHEN! |
| Sie: | Ich merk schon, das interessiert dich gar nicht, du liest nur deine Zeitung. Sag mal - gibt es für dich gar nichts anderes als Fußball? Ich wette, du weißt nicht einmal wann wir geheiratet haben! |
| Er: | Da irrst du dich! … Das war: Als Köln 4:2 verloren hat. |
| Sie: | Ach (und verdrückt eine Träne) Wenn ich da an früher denke … Da warst du schon glücklich, wenn du mich nur 2 Minuten sehen konntest. |
| Er: | Daran hat sich auch nichts geändert! Du bist auch nur zärtlich zu mir, wenn du Geld willst! |
| Sie: | Wieso? - Ist das nicht oft genug? Ach, unsere Beziehung war von Anfang an ein einziger Irrtum! |
| Er: | Wem sagst du das? – Eigentlich hatte ich damals nur nach einem Taxi gepfiffen. Es ist schon erstaunlich, dass die hübschesten Mädchen die größten Idioten heiraten. |
| Sie: | LIEBLING, das ist das schönste Kompliment seit Jahren! Mach doch mal, dass ich mich wieder wie deine Frau fühle! |
| Er: | (Steht auf, nimmt ein Hemd, das über der Stuhllehne hängt und wirft es IHR vor die Füße) HIER! … WASCHEN … BÜGELN! |
| Sie: | Springt auf, der Stuhl kippt um, reist sich die Schürze ab, und schreit: Ich lass mir das nicht länger gefallen! Ich zieh aus! — (Sie geht … kommt mit einem Koffer wieder) Kann ich noch etwas für dich tun? |
| Er: | NEIN danke. DAS reicht! |

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