Sketche aus dem Eheleben

Witzige Bühnenszenen über Situationen des täglichen
Ehelebens von den Flitterwochen bis zum Ehejubiläum

Sketche für zwei Personen

Sketche für drei oder mehr Personen

Sketche für zwei Personen

Das fängt ja gut an!

Sketch für zwei Personen: Anni, Ewald

Ein Paar in den Flitterwochen:

Anni: Ewald, Ewald, komm' doch schon, die Sonne scheint so herrlich. Wo hast du denn die Liegestühle?
Ewald: Ja, Anni, ich bring sie schon!
Anni: Kannst du ihn mir ganz flach machen, weil es doch ein Liegestuhl ist.
Ewald: Ja, selbstverständlich liebe Anni, bitte!
Anni: Ach, Ewald, bitte, bringe mir doch noch ein Kissen. (Ach, wie ungeschickt diese Männer doch sind!) Ewald!
Ewald: Ich bin ja schon da!
Anni: Danke! Ach, Ewald, bevor du dich setzt, guck doch bitte nach, ob der Koffer zugesperrt ist!
Ewald: Mach ich!
Anni: Aahh, diese herrliche Sonne. Ewald, Ewald, wo bleibst du denn, Ewald?
Ewald: Ich bin ja schon da, der Koffer ist zugesperrt!
Anni: Ach, Ewald, das beruhigt mich aber. Ewald, warte einen Augenblick, bevor du dich setzt. Kannst du mir nicht meine Zeitschrift bringen? Ich muss den Artikel über gesunde Haarpflege noch einmal lesen, er war ja so interessant. Wo steckst du denn, Ewald?
Ewald: Hier bin ich schon, hier ist die Zeitschrift und für mich habe ich ein Buch mitgebracht.
Anni: Ach, das solltest du doch nicht, du könntest dir noch die Augen verderben. Bring es doch lieber wieder fort, zurück ins Zimmer.
Ewald: Ach, Anni, du bist so besorgt um mich, ich bring's wieder fort.
Anni: Ja, wirklich, die Männer sind wie Kinder, immer muss man für sie denken. Ewald, komm, setz dich doch endlich nieder und entspanne dich, aber hole dir noch vorher noch eine Decke aus dem Zimmer. Ewald, Ewald, ach, bitte bring mir doch auch eine für die Füße!
Ewald: Ja, ach ja. Entschuldige, dass ich auch nicht gleich daran gedacht habe.
Anni: Ja, wo ist denn dieser Artikel nur, ich kann ihn gar nicht finden, ah, da ist er ja...
Ewald: Ja, da bin ich schon!
Anni: Ach, immer denkst du nur an dich, ich suche den Artikel. Hast du die Decke?
Ewald: Ja!
Anni: So lege sie mir über die Füße und leg dich endlich hin, du machst mich ganz nervös.
Ewald: Ja, natürlich!
Anni: Ach, einen Moment, Ewald, bevor du dich hinlegst, mach mir den Liegestuhl etwas höher, ich kann so gar nichts lesen!
Ewald: Aber natürlich, liebe Anni, mach ich das so.
Anni: Du hättest gleich daran denken können! Danke! Ewald, Ewald!
Ewald: Ja, was ist denn?
Anni: Guck doch nur, eine Fliege!
Ewald: Ja, wo?
Anni: Die stört mich, bitte fang sie!
Ewald: Ja, natürlich!
Anni: Nicht zerquetschen, Ewald, nein, ach, das ist zu grausam. Trag sie ins Zimmer und spül sie im Ausguss herunter!
Ewald: Aber natürlich, liebe Anni!
Anni: Ist das ein Unruhegeist! Ewald! Komm, leg dich nieder!
Ewald: Ja!
Anni: Ewald?
Ewald: Ja?
Anni: Hast du Fliege auch wirklich heruntergespült?
Ewald: Ja, natürlich, Anni, wieso?
Anni: Da brummt sie wieder!
Ewald: Das muss eine andere sein!
Anni: Ach, die sieht der ersten aber so ähnlich! (Ewald springt auf und will sie fangen)
Anni: Ewald, Ewald, was machst du denn?
Ewald: Ich will sie fangen!
Anni: Ach, weißt du, sie stört mich eigentlich gar nicht, leg dich nur wieder hin!
Ewald: Gern, Anni! (Glockengeläut im Hintergrund)
Anni: Die Glocke in der Ferne, Kaffeezeit. Räum bitte die Liegestühle wieder fort!
Ewald: Ja!
Anni: Diese Ruhepause war herrlich!
Ewald: Und wie!
Anni: Fühlst du dich nicht auch neu gekräftigt, lieber Ewald?
Ewald: Sicher liebe Anni, wie nach dem Frühsport!
Anni: Ach ja, du kannst ja auch nicht einen Moment still sitzen bleiben und das nennst du dann erholen!

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Das Rennpferd

Sketch für zwei Personen:
ER - ein Herr mittleren Jahrgangs
SIE - das entsprechende Gegenstück

(Zimmer mit Frühstückstisch, sie sitzt bereits da und liest die Zeitung).

ER: (kommt verschlafen herein, sein rechtes Auge ist blau): Morjen !
SIE: Guten Morgen! Dass du überhaupt schon kommst?
ER: Schlimme Sitzung gewesen gestern Abend! Ging heiß her!
SIE: Kann man wohl sagen! Du warst ja auch völlig betrunken, als du nach Hause gekommen bist!
ER: Bist du böse, weil ich mit diesem kleinen Schwips und einem blauen Auge nach Hause gekommen bin?
SIE: Waaas? Kleiner Schwips nennst du das?
ER: Willst du etwa behaupten, ich hätte einen zuviel getrunken?
SIE: So ist es! Du warst voll wie eine Haubitze! Wenn du nämlich nicht restlos besoffen gewesen wärest, müsstest du wissen, dass du das blaue Auge noch gar nicht hattest, als du nach Hause kamst!
ER: (entsetzt) Du hast mich doch nicht etwa geschlagen?
SIE: Nein, nein mein Liebling! Ich habe dir nur ein paar Bohnen an den Kopf geworfen, die da herumstanden !
ER: Aber von Bohnen hätte ich doch kein blaues Auge bekommen!
SIE: Doch, die Dose war noch darum herum!
ER: (hat sich mittlerweile einen Handspiegel genommen und betrachtet intensiv seine Zunge) Ahhhh! Hmmm! Hör mal, Friedchen, kannst du mir sagen, wo ich mir die Brandblasen auf der Zunge geholt habe?
SIE: Jawohl, das kann ich! Du hast gestern Abend in deinem kleinen Schwips, wie du es nennst, die Wärmflasche auf das Wohl aller Witwen und Waisen geleert!
ER: (lacht verlegen) Hahaha! Kleiner Irrtum meinerseits!
SIE: Schöner Irrtum! Ach Karl! Ich kann mich ja an manches gewöhnen! Ich will es dulden, dass du deine Zigarettenasche auf den Boden streust, dass du morgens im Badezimmer alles voll planschst. Auch daran, daß du öfters sehr, sehr spät nach Hause kommst, habe ich mich inzwischen gewöhnt! Aber dass du dann Pfannkuchen, die ich dir bereitgelegt habe, auf dem Plattenspieler zu spielen versuchst, das ist einfach zuviel!
ER: Ach, jetzt sei doch wieder gut, Friedchen!
SIE: Na ja! Ich will mal nicht so sein! Aber dafür möchte ich mir ein neues Kleid machen lassen! Gibst du mir etwas dazu!
ER: Natürlich - gern ! Ich schenke dir die Löcher aus meinen Strümpfen als Knopflöcher!
SIE: Du altes Ekel!
ER: War doch nur ein Spaß! Bist du jetzt wieder gut? (Er gibt ihr einen Kuss)
SIE: Sag mal, wer ist eigentlich Betty? Du hast die ganze Nacht von ihr phantasiert!
ER: Betty?
SIE: Ja, Betty!
ER: (verlegen) Ach so - Betty! Och weißt du, Betty ist das Rennpferd, auf das ich sonntags immer setze (es klingelt)
Sie: Das wird der Briefträger sein. Ich mach auf. (Sie geht ab. Als sie wieder kommt hält sie einen geöffneten Brief in den Händen, wütend) Nun langt es aber! Karl! Dein Rennpferd hat dir geschrieben! (Sie wirft ihm den Brief an den Kopf.)

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Der Ehekrieg

Sketch für 2 Personen: Oma und Opa

Oma: Komm einmal her, du alter Tropf
an deiner Jacke fehlt ein Knopf.
Ich weiß nicht, wie du das immer machst,
dass du laufend die Knöpfe abkrachst.
Opa: Fängst du schon wieder zu meckern an.
Ist an deinem Mundwerk nichts anderes dran
als dauernd zu schelten und zu schimpfen?
Oma: Du brauchst gerade noch die Nase rümpfen,
ausgerechnet du!!
Bei dir hat man ja keine Ruh,
dauernd stellst du was an,
und so was ist ein erwachsener Mann?!
Opa: Jetzt sei bitte einen Moment still,
weil ich auch was sagen will.
Du mit deinem ewigen Flicken, Putzen und Abstauben
wirst mir meinen letzten Nerv noch rauben.
Du bringst mich vorzeitig ins Grab hinein
ich könnte noch viel rüstiger sein
ohne dein albernes Gekeife.
Oma: Meinst du etwa, ich tanz nach deiner Pfeife?
Das wirst du bei mir nicht erleben.
Opa: Das ist das Elend eben
Welcher Friede würde bei uns herrschen,
könntest Du dich ein bißchen beherrschen.
Oma: Das würde dir so passen
Ich soll mir von dir etwas sagen lassen.
Das wäre das erste Mal in meinem Leben
Opa: Aber ich soll wohl nachgeben,
das kommt nicht in die Tüte -
das wäre - ach du meine Güte...
Oma: 45 Jahr sind wir jetzt ein Paar,
wie ich das überlebt hab, fürwahr,
das weiß ich nicht, bei diesem Tyrannen.
Opa: Oho, weißt du noch, wie wir begannen
damals als wir noch hübsch und jung,
lebensfreudig, frisch und sehr in Schwung.
Ich bin wenigstens noch hübsch, oder nicht?
Aber dir schaut nur noch das "und" aus dem Gesicht!
Oma: Tust du schon wieder hetzen?
Dir sollte man den Kopf zwischen die Ohren setzen.
Weißt du noch, als wir uns das erste Mal gegenüberstanden?
Wie die Stimme uns versagte und die Knie wankten.
Damals wurde ich noch rot bis an die Ohren
Und du hast mir damals Treue geschworen.
Opa: Ja, das sind die Jugendsünden,
ein ganzes Leben lang sie ihre Strafe finden.
Wie hat mich das alles schon geschlaucht.
Oma: Und was hast du mir damals ins Ohr gehaucht?
Am liebsten hättest du mich ganz und gar
aufgefressen vor Liebe mit Haut und Haar.
Opa: Warum habe ich das nicht getan?
Aber das ist eben der Liebe Wahn,
sie sei die Herrlichkeit auf Erden.
Oma: Wie soll das bloß noch mit uns werden?
Dieser 45-jährige Krieg, der hält uns munter.
Opa: Aber unter den Tisch kriegst du mich nicht runter.
Oma: Trotzdem behaupte ich noch:
das letzte Wort behalte ich doch!

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Der Regenschirm

Gespräch eines Ehepaares vor einer Bergwanderung –
Sketch für 2 Personen: Er und Sie

Er: Du, Inge, was meinst du, könnte ich den Regenschirm mitnehmen?
Sie: Wie du willst, mein lieber Hans.
Er: Ja, mir ist es so, als wenn es Regen gibt; und dann ohne Schirm?
Sie: Dann nimm ihn mit, lieber Hans.
Er: Es ist auch so schwül und die Fliegen stechen so.
Sie: Nimm ihn mit, den Schirm!
Er: Wird sicher nicht schlecht sein, wenn ich den Schirm mitnehme?
Sie: Nimm ihn mit!
Er: Wenn es aber doch schön bleibt, dann ist der Schirm beim Wandern doch hinderlich, da wäre der Stock beim Gehen schon bequemer. Soll ich den Schirm hierlassen?
Sie: Laß ihn da!
Er: Man vergißt ihn und läßt ihn irgendwo auf der Bank liegen.
Sie: Laß ihn da!
Er: Ich glaube, es ist besser, ich nehme nur den Stock mit und lasse den Schirm zu Hause.
Sie: So laß ihn da!
Er: Aber, wenn es nun doch regnet?
Sie: Nimm ihn mit!
Er: Auf dem ganzen Weg über der Alm kein Dach über dem Kopf. Da wird man patsche-naß.
Sie: Nimm ihn mit!
Er: Vorsichtshalber könnte ich den Schirm doch mitnehmen!
Sie: Dann nimm ihn mit, lieber Hans.
Er: (dreht sich um und schaut nach rechts und links) - Ach schau mal, Inge, ich glaube, die Luft wird schon klarer. Es gibt wohl keinen Regen. Vielleicht hält sich das Wetter. Ich laß den Schirm hier.
Sie: Laß ihn da!
Er: Leichter ist's beim bergsteigen, man hat nur den Stock. Ich möcht es wagen und den Schirm hierlassen.
Sie: So laß ihn halt da!
Er: Wenn ich ins Gebirge schaue, sehe ich milchigweißes Gewölk, und ein Gewitter steigt schnell herauf. Es gibt bestimmt noch Regen heute. Ob ich den Schirm doch lieber mitnehme?
Sie: So nimm ihn mit.
Er: Und wenn die Sonne so auf meinen Kopf scheint, kann ich ihn als Sonnenschirm benutzen. Was meinst Du Inge, soll ich doch?!
Sie: Aber ja, meinetwegen nimm ihn doch mit!
Er: Was heißt das: Nimm ihn mit - laß ihn da! - nimm ihn mit - laß ihn da! Immer dieses Hin und Her! mal so, andermal so! Wie kannst Du mich nur so reizen?. So was Wankelmütiges und Unbeständiges, wie ihr Weibsleut seid, kann ich nun ganz und garnicht leiden. Merk Dir das! - Aber so seid ihr, nie wißt ihr, was ihr wollt! Raus aus den Kartoffeln, rin in die Kartoffeln! Habt ihr denn gar keine eigene Meinung?

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Du, Heinerich

F: Du Heinerich, hörst du die Vögel zwitschern? (liest Zeitung)
M: Ja, Hubertine.
F: Du, Heinerich, riechst du auch die schöne Frühlingsluft?
M: Ja, Hubertine.
F: Du Heinerich, sind wir nicht ein glückliches, altes Ehepaar?
M: Ja, Hubertine, aber ich wäre noch glücklicher, wenn ich endlich die Zeitung lesen könnte.
F: Du, Heinerich, siehst du dahinten das junge Paar?
M: Jo. Jo! (ungehalten)
F: Du, Heinerich, die umarmen sich.
M: Mein Gott, no loot se doch.
F: Du Heinerich, ich denk so oft an die schönen Zeiten wie es früher war.
M: Ja, ich auch.
F: Du Heinerich, weißt du noch was wir früher gern gemacht haben?
M: Ja, sicher doch, Hubertine, we häbben os geküsst.
F: Im Garten, erinnerst du dich?
M: Dat is all lang her.
F: Du Heinerich und was taten wir sonst noch?
M: Ach, Hubertine, stör mich doch nicht immer, ja, ja gut, wir haben uns umarmt.
F: Du Heinerich, wir haben uns aber auch noch anderweitig beschäftigt.
M: Ma Hubertine, modde we os jetz dor dröfer onderhalde?
F: Ja, Heinerich, ich denke so gerne daran zurück. Las uns das doch noch einmal machen.
M: Aber Hubertine, doch nicht hier vor den Leuten!
F: Ach Heinerich vor 40 Jahren hast du nie nein gesagt, da konntest du nie genug haben. Manchmal wolltest du sogar zweimal hintereinander.
M: Ja, ja ich weiß, da stand ich auch noch im vollen Saft.
F: Du Heinerich, es hat dir ja auch immer oder meistens Freude gemacht.
M: Got jo, et wor ganz schön. Ma wenn eck van den Ärbet kom, wor et ock ganz schön anstrengend. Ma do liets ja ken Ruh, döcks noch föür et äte.
F: Du Heinerich, möchtest du nicht auch noch mal?
M: Ach Hubertine, denk doch an die alten Knochen und wir haben es doch erst vor einem halben Jahr noch gemacht. On ek wiet nie, of eck et noch so richtig kann.
F: Ach Heinerich, so was verlernt man nicht und ich helf dir auch ein bisschen.
M: Mein Gott, Hubertine doch nicht vor all den Leuten hier und wenn dann musst du dich aber umdrehen.
F: Nein Heinerich ich will dich dabei ansehen, dann macht es mir mehr Spaß. Und die Leute waren ja schließlich auch mal jung.
M: Na gut, du alter Quälgeist.

Beide singen, stehen sich gegenüber und klatschen sich gegenseitig in die Hände:

„Es klappert die Mühle am rauschenden Bach, ...“

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Ehesketch

Autorin: Elke Madlehn-Meier

Sketch für zwei Personen, Älteres Ehepaar: Sie und Er

Morgens in der Küche: Er sitzt gelangweilt am Tisch, die Zeitung vor der Nase. Ein Auge ist blau … Er sieht total abgerissen aus.

Er: Kreuzworträtsel … mhhh, naja … Lebensende mit 3 Buchstaben … Mhhh … AAAAHHH - … EHE! Sie kommt rein. (Schürze um, Tablett mit Kaffee) Knallt ihm die Tasse vor die Nase. — setzt sich dazu … Morgen … Tschuldigung, dass ich so spät – äh früh nach hause gekommen bin. Und dann auch noch mit einem blauen Auge …
Sie: Das Auge war noch nicht blau, als du nach hause gekommen bist. – Ich möchte nur mal wissen, wo du die letzte Nacht gewesen bist?
Er: Ich auch … Ich auch! Bin ich denn nicht leise nach hause gekommen?
Sie: Du schon! Aber nicht die 4, die dich getragen haben. – Früher hast du gesagt, ich sei dein Sonnenschein! Und jetzt? Jetzt rennst du dauernd in die Kneipe!
Er: Aber Schatz, zu viel Sonne macht durstig.
Sie: Es hat sich bald ausgeschatzt! Musst du immer so spät nach hause kommen?
Er: Nein … das tue ich freiwillig!
Sie: Das du mir überhaupt noch ins Gesicht sehen kannst!
Er: Man gewöhnt sich an alles. – … Denn ich führe hier ein Hundeleben!
Sie: Ja stimmt. Du kommst mit schmutzigen Füßen ins Haus, machst es dir am Ofen bequem und lauerst aufs Essen. – Ich nehme an, das ist auch der Grund, warum du hier rumsitzt?
Er: Ja richtig! Frühstück! Oder besser – um diese Zeit was Richtiges! Also wenn nicht bald das Essen fertig ist, gehe ich in ein Restaurant!
Sie: Kannst du nicht 5 Minuten warten?
Er: Ach … ist das Essen dann fertig?
Sie: Nein, aber dann komm ich mit! … – Wo wir hier grad so nett zusammen sind und übers Essen reden: Wir sind ja zur Silberhochzeit bei Michael & Edda eingeladen. Wie stellst du dir eigentlich ein romantisches Abendessen vor?
Er: Fußball gucken bei Kerzenschein. Du hier in der Zeitung steht, dass der Strom auch wieder teurer wird.
Sie: Gut, dass du keine große Leuchte bist!
Er: Reize mich nicht länger! – Sonst verlier ich noch den Verstand!
Sie Das wäre allerdings schlecht – so winzige Dinger sind schwer wiederzufinden. (ER seufzt …) Was seufzt du?
Er: Am liebsten Bier!
Sie: Du schon wieder! Manchmal frag ich mich, warum du mich überhaupt geheiratet hast.
Er: Ein Mann braucht eine Frau! Weil irgendwann ja doch mal was passiert, für das er nicht die Politiker verantwortlich machen kann.
Sie: Stichwort HEIRATEN - Was schenken wir eigentlich Edda und Michael? Also nicht so ein mickriges Geschenk wie du zu unserem letzten Hochzeitstag … EINE ROSE!
Er: Aber Liebling! Du musst die Dornen mitzählen.
Sie: Jetzt brauchste mich auch nicht Liebling nennen! Nee, nee – Aber wie wärs, wenn wir bei Fleischerei Meyer ’nen Spanferkel bestellen? Das kommt bestimmt gut an bei so vielen Gästen.
Er: Also sach mal! Was kann denn das arme Tier dafür! Was das wieder kostet? – Übrigens hast du meinen Geldbeutel gesehen?
Sie: Neh … Wie sieht der aus?
Er: Du weißt doch … ALT – ZERKNITTERT – und LEER!
Sie: Ach Ja! – Genau wie sein Besitzer!
Er: DUUU! – Ah — Meine Füße sind eingeschlafen!
Sie: So wie die riechen, könnte man meinen, die wären schon tot. – Ach, ich bin so richtig enttäuscht.
Er: Wir müssen alle mit Enttäuschungen leben … meine heißt Elke! Wo hatte ich nur meinen Kopf, als ich dir einen Heiratsantrag gemacht habe?
Sie: Das weiß ich noch. Genau wie jetzt, zwischen den Sportseiten! Eigentlich wünsche ich mir von dir mehr Romantik. Ich würd so gern an drei Stellen von dir geküsst werden!
Er: OH, kein Problem! WO?
Sie: Jamaika, Hawaii und Tahiti.
Er: Worauf du wieder kommst. Du willst nur wieder auf das Thema Urlaub z u sprechen kommen. Aber daraus wird dieses Jahr nichts. Wir müssen an unsere Schulden denken!
Sie: Wieso? – Das können wir doch auch im Urlaub.
Er: Nee, nee … Was ist eigentlich der Unterschied zwischen dir und einer Fliege?
Sie: WAS? … Weiß ich nicht.
Er: Die Fliege nervt nur im Sommer. DU das ganze Jahr.
Sie: Du bist gemein! Ich gehe!
Er: Immer diese leeren Versprechungen!
Sie: Ach … Mensch Meier. Was zieh ich denn nun zu der Silberhochzeit von Michael und Edda an?
Er: Es ist zum Mäuse melken. Ich habe eine Frau, die hat 2 Schränke voll, … NICHTS ANZUZIEHEN!
Sie: Ich merk schon, das interessiert dich gar nicht, du liest nur deine Zeitung. Sag mal - gibt es für dich gar nichts anderes als Fußball? Ich wette, du weißt nicht einmal wann wir geheiratet haben!
Er: Da irrst du dich! … Das war: Als Köln 4:2 verloren hat.
Sie: Ach (und verdrückt eine Träne) Wenn ich da an früher denke … Da warst du schon glücklich, wenn du mich nur 2 Minuten sehen konntest.
Er: Daran hat sich auch nichts geändert! Du bist auch nur zärtlich zu mir, wenn du Geld willst!
Sie: Wieso? - Ist das nicht oft genug? Ach, unsere Beziehung war von Anfang an ein einziger Irrtum!
Er: Wem sagst du das? – Eigentlich hatte ich damals nur nach einem Taxi gepfiffen. Es ist schon erstaunlich, dass die hübschesten Mädchen die größten Idioten heiraten.
Sie: LIEBLING, das ist das schönste Kompliment seit Jahren! Mach doch mal, dass ich mich wieder wie deine Frau fühle!
Er: (Steht auf, nimmt ein Hemd, das über der Stuhllehne hängt und wirft es IHR vor die Füße) HIER! … WASCHEN … BÜGELN!
Sie: Springt auf, der Stuhl kippt um, reist sich die Schürze ab, und schreit: Ich lass mir das nicht länger gefallen! Ich zieh aus! — (Sie geht … kommt mit einem Koffer wieder) Kann ich noch etwas für dich tun?
Er: NEIN danke. DAS reicht!

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Gespräch beim Frühstück

Ein ganz normales Gespräch am Frühstückstisch:

Sie: Was würdest Du machen, wenn ich sterben würde?
Er: Um dich trauern.
Sie: Lange?
Er: Sehr lange!
Sie: Warum?
Er: (mit ernstem Gesicht) Weil ich dich liebe und dein Verlust sehr schmerzlich für mich wäre. Warum!
Sie: (mit einem Lächeln) Das ist lieb. – Würdest du wieder heiraten?
Er: Nein.
Sie: (mit gekränktem Gesichtsausdruck) Warum nicht? Bist Du nicht gerne verheiratet?
Er: Doch, bin ich.
Sie: Also würdest Du wieder heiraten?
Er: (räuspert sich) Ich denke, wenn ich lange genug Getrauert habe und mein Leben wieder einen Sinn ergibt, ja.
Sie: Würdest du mit ihr auch in unserem Bett schlafen?
Er: Wäre doch angebracht, oder?
Sie: Würdest Du mein Bild durch ihres auf deinem Nachttisch ersetzen?
Er: Ich würde beide Bilder aufstellen
Sie: Du würdest auch Sex mit ihr machen? In unserem Bett?
Er (trinkt einen Schluck Kaffee): Würde sich sicherlich so ergeben. Ja.
Sie: Würdest du auch mit ihr Golf spielen?
Er: Ja, würde ich.
Sie: Würdest Du ihr meine Schläger geben?
Er: Nein, sie ist Linkshänderin.
Sie: ???
Er: Scheiße!

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Ich bestelle Pizza

Er : Ich bestelle Pizza. Willst du auch was?
Sie: Nein.
Er : Okay.
Sie: ...oder doch?
Er : Was denn nun?
Sie: Ich weiss nicht.
Er : Du weisst nicht, ob du was willst?
Sie: Nein.
Er : Hast du Hunger?
Sie: Keine Ahnung, irgendwie schon.
Er : Was heisst „irgendwie“ ...?
Sie: Das heisst, dass ich mir nicht sicher bin.
Er : Wenn ich Hunger hab, dann merk ich das.
Sie: Vielleicht hab ich ja nachher Hunger.
Er : Also bestell ich dir was.
Sie: Und wenn ich später doch nichts mehr will...?
Er : Dann isst du es halt nicht.
Sie: Das ist doch Verschwendung.
Er : Dann heb's dir eben für morgen auf.
Sie: Und wenn ich morgen gar keinen Appetit auf Pizza habe?
Er : Pizza kann man immer essen.
Sie: Ich nicht.
Er : Dann such dir was anderes aus.
Sie: Ich will aber gar nichts anderes.
Er : Also doch Pizza.
Sie: Nein.
Er : Also gar nichts.
Sie: Doch.
Er : Du machst mich verrückt.
Sie: Warum bestellst du dir nicht schon mal was...?
Er : Wie du meinst...
Sie: Aber nimm die Pizza mit Schinken.
Er : Ich mag aber gar keinen Schinken.
Sie: Ich schon.
Er : Ich dachte ich sollte MIR was bestellen...?!
Sie: Sollst du ja auch.
Er : Und warum dann Schinken...?
Sie: Falls ich Hunger kriege, wenn dein Essen da ist.
Er : Und?
Sie: Glaubst du, ich will was essen, was mir nicht schmeckt?
Er : Wieso du?
Sie: Wieso nicht?
Er : Moment... ich soll also MIR was bestellen, was DU dann essen kannst, falls du eventuell doch Hunger bekommen solltest...?
Sie: Genau.
Er : Und was bitte soll ICH dann essen?
Sie: Na, vielleicht hab ich ja nachher gar keinen Hunger...

Anmerkung: Das Landgericht Frankfurt sprach IHN vom Vorwurf des Todschlages im Affekt frei und erkannte auf Notwehr.

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Otto und Emma im Theater

Emma: Du – Otto – brauchst du nicht ein Taschentuch?
Otto: Nein! Ich brauche Nichts.
Emma: Du Otto – willst du ein Bonbon?
Otto: Nein! Sag mal, wir sind doch hier im Theater! Und jetzt ist es besser, du bist ruhig.
Emma: Du Otto, meinst du nicht es ist besser, wenn du die Theaterkarten an dich nimmst?
Otto: Jetzt mach aber mal halblang und hör auf!
Emma: Du – Otto –
Otto: Was ist denn jetzt schon wieder?
Emma: Du Otto, hier riecht es so komisch! Du Otto, ich glaube, hier stinkt es!
Otto: Was du nicht sagst! Ich rieche nichts.
Emma: Du Otto, hast du auch wirklich frische Kleider angezogen?
Otto: Von oben bis unten frisch!
Emma: Auch frische Socken?
Otto: Natürlich.
Emma: Hast du dich auch gewaschen?
Otto: Ich habe sogar gebadet! Du blamierst mich ja vor allen Leuten! Da vorne dreht sich sogar schon nach uns um!
Emma: Oh, wo sitzt sie denn? (steht auf und schaut im Raum umher) Ach ja, da vorne! (ruft zu) Guten Abend! Sind sie auch da?
Otto: Sag einmal, mach doch nicht so ein Aufsehen! Ich gehe nie mehr mit dir ins Theater, wenn du nicht sofort ruhig bist. Da nimm das Programm, das lenkt dich vielleicht ein bisschen ab.
Emma: (schaut) Ach! Hier spielt ja sogar der Gottschalk mit. Da freu' ich mich aber auf seine schönen blauen Augen.
Otto: Du bist aber heute mit mir da und nicht mit Thomas Gottschalk. Und jetzt bist du endlich ruhig!
Emma: Du Otto, da stinkt es immer noch!
Otto: Sei doch endlich still. Siehst du nicht, der Vorhang wackelt schon.
Emma: Otto – der Gestank – der kommt doch von dir.
Otto: Das wird dein blödes Parfüm sein, welches du immer so massiv aufsprühst!
Emma: Das ist allerhöchstens dein After-Shave. Mein Parfüm riecht anders. Du – Otto, jetzt halt' ich es bald nicht mehr aus. Jetzt werd' ich bald ohnmächtig! Hier stinkt es wie zuhause, schon seit wir beide verheiratet sind.
Otto: Nun reicht es mir aber! Willst du jetzt einen Ehekrach beginnen, hier vor allen Leuten.
Emma: Nein, Otto. Das reicht auch zuhause noch. Du Otto – aber jetzt frage ich dich zum allerletzten Mal: Hast du auch wirklich frische Socken angezogen?
Otto: Jetzt ist es endgültig genug. Sicher habe ich frische Socken angezogen! Hier schau her: Die Alten habe ich sogar noch in meiner Jackentasche!

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Sketche für drei oder mehr Personen

Das Hochzeitsbild

Sketch für drei Personen: Photograph, Braut und Bräutigam

Im Photoatelier: Ein Photographenapparat (vorsintflutlich), ein altes Adressbuch und ein Korbsessel. Braut und Bräutigam treten ein. Der Photograph begrüßt sie katzbuckelnd.

Bräutigam: Wir möchten ein eindrucksvolles Bild, Herr Photograph, ein Bild, dass uns persönlich zeitlebens an den schönen Augenblick unserer soeben getätigten Verehelichung erinnern wird, und das zwotens unsere Nachkommen für alle Zeiten als ein lebendiges Zeugnis von Liebe und Verbundenheit zu dienen vermag. Nicht wahr, Antonie?
Braut: (tiefe sonore Stimme) Gewiss, mein Süßer.
Photograph: Darf ich bitten.
Bräutigam: Gemach. Ich bin noch nicht zu Ende. Das Bild soll zum Ausdruck bringen: a) unser tiefempfundenes Glücksgefühl und b) den Ernst der Stunde. Nicht wahr, Antonie?
Braut: Gewiss, mein Schnuckiputzi.
Bräutigam: Und somit schreiten wir zur Aufnahme. halten Sie es für besser, Herr Photograph, wenn ich den Zylinder aufbehalte?
Photograph: Es wird sich wohl empfehlen, ihn abzunehmen.
Bräutigam: Er steht mir aber so gut.
Photograph: Dennoch.
Bräutigam: Was meinst Du, Antonie?
Braut: Nimm ihn ab, Liebling.
Bräutigam: Gut, ich füge mich der Stimmenmehrheit; nichtsdestotrotz wünsche ich aber, dass die Exaktheit meines Wesens wie meiner Kleidung gleichermaßen sichtbar zum Ausdruck kommt. Beachten Sie bitte die Bügelfalten, die richtige Lage des Schlipses und nicht zuletzt die Symmetrie des hochgezwirbelten Schnurrbarts.
Photograph: Ja natürlich, aber …
Braut: Was wollen Sie dann?
Photograph: Ich glaube, das Bild wird so nicht wirken.
Braut: Warum?
Photograph: Es wird sich nicht gut ausnehmen, wenn Sie neben der Braut stehen, Herr Bräutigam.
Bräutigam: Weshalb? Hier ist mein Platz, – hier an ihrer Seite, – fürs Leben. "So nimm denn meine Hände!" etc …
Photograph: Zugegeben, aber dennoch.
Bräutigam: Was?
Photograph: Ich weiß nicht, ob Sie es schon bemerkt haben, dass das Fräulein Braut gut einen Kopf größer ist als Sie, Herr Bräutigam.
Bräutigam: Das ist übertrieben. Sprich du zu diesem Problem, Antonie.
Braut: Der Mann überhöht etwas, mein Herzblättchen.
Photograph: Das Bild würde wirken wie Mutter und Kind.
Bräutigam: Das ist zuviel. Ich verbiete Ihnen solche Scherze.
Photograph: Ich muss Sie dennoch darauf aufmerksam machen. hernach kommen Sie mir schließlich mit Vorwürfen.
Bräutigam: Halten Sie mich für kleinlich?
Photograph: Nein, aber für klein.
Bräutigam: Nur körperlich, mein Herr, nicht etwa geistig.
Photograph: Natürlich nur körperlich.
Bräutigam: Was haben Sie in Vorschlag zu bringen?
Photograph: Es gilt eine geeignete Unterlage zu schaffen.
Braut: Eine Unterlage? Wie meinen Sie das?
Photograph: (bringt ein Adressbuch) Vielleicht haben Sie die Güte, sich hier einmal auf das Adressbuch zu stellen.
Bräutigam: Auf dieses Adressbuch?
Photograph: Ich pflege es bei Kinderaufnahmen mit Vorliebe und Erfolg zu verwenden.
Bräutigam: Aber dieses Adressbuch ist ja gar nicht der neueste Jahrgang. Es datiert unsere heute getätigte Vermählung um 6 Jahre zurück, mein Herr.
Photograph: Aber was glauben Sie denn? Das Adressbuch kommt natürlich nicht mit auf das Bild. Ich werde Sie beide bloß bis zu den Knien photographieren.
Braut: Beide?
Photograph: Natürlich beide.
Bräutigam: Aber das erweckt doch beim Betrachter falsche Vorstellungen.
Photograph: Inwiefern?
Bräutigam: Man wird vermuten, wir hätten überhaupt keine Füße. Meinst Du nicht auch, Antonie?
Braut: Gewiss, mein Tausendsassa.
Photograph: Vielleicht möchten Sie sich doch wenigstens mal versuchsweise auf das Adressbuch stellen?
Bräutigam: Wenn es unbedingt sein muss. (Er tut es)
Photograph: Ich danke sehr für Ihre Bemühung.
Bräutigam: Hoppla (er droht zu fallen)
Braut: (schreit auf)
Photograph: Ich bitte um Entschuldigung, aber …
Bräutigam: Ich fange an, aufgeregt zu werden, du nicht auch, Antonie?
Braut: (seelenruhig) Doch, ich fange auch an, mein Goldkäferchen.
Bräutigam: Nie und nimmer bringen Sie mich auf dieses Piedestal – nie und nimmer.
Photograph: Das ist auch nicht nötig. Ich habe den Gedanken ohnehin aufgegeben. Sie sind nämlich trotzdem noch viel zu klein.
Bräutigam: Größenverhältnisse sind Äußerlichkeiten. Sie wissen: Es ist der Geist, der sich den Körper baut: "Wallensteins Tod, 3. Aufzug, 13. Szene".
Photograph: Aber jetzt habe ich einen Ausweg gefunden.
Bräutigam: Welchen?
Photograph: Das Fräulein Braut setzt sich auf einen Stuhl und Sie, Herr Bräutigam, stellen sich dahinter.
Bräutigam: Das kommt gar nicht in Frage.
Photograph: Warum, weshalb?
Bräutigam: Weil sich das mit meiner Ansicht von der Ehe nicht vereint. "Er soll dein Herr sein" heißt es. Wenn also jemand sitzt, dann sitze ich. Das ist doch auch deine Ansicht, Antonie? (Er hat den Korbsessel herbeigeholt und sich hingesetzt)
Braut: Gewiss mein Pusselchen. (Sie stellt sich ihm zur Seite).
Bräutigam: Gut, ich sitze. Beeilen Sie sich Herr Photograph.
Photograph: (blickt durch den Apparat) Darf ich das Fräulein Braut ersuchen, sich etwas hinabzuneigen? Noch etwas, noch etwas – immer noch was, bitte!
Bräutigam: Nein, nein – und nochmals nein. Wenn das so weitergeht, dann sieht man ja auf dem Bild die Brosche nicht, die ich meiner Braut als Morgengabe überbrachte.
Photograph: Ja, wenn Sie Wert auf die Brosche legen, dann kommt natürlich ein Brustbild in Frage.
Bräutigam: Brustbild? Wie meinen Sie das? Ist das nur Brust?
Photograph: Nein, es kommt auch etwas Kopf mit drauf.
Bräutigam: Und Sie glauben, dass das wirkt?
Photograph: Ich denke schon (er betrachtet die Situation auf der Mattscheibe)
Bräutigam: Naja, versuchen können wir es ja mal. Meinst du nicht auch, Antonie?
Braut: Gewiss, mein Zuckerschnäuzchen.
Photograph: (ganz erschossen) Nein, nein, auch das ist unmöglich.
Bräutigam: Warum?
Photograph: Ja, wenn das Fräulein Braut bei diesem Brustbild vorn steht, dann werden Sie ganz verdeckt.
Bräutigam: Dann werde ich mich eben in den Vordergrund begeben.
Photograph: Tun Sie das bitte.
Bräutigam: Ist's so richtig, Herr Photograph?
Photograph: (unterm schwarzen Tuch) Nnnnneiin. –
Bräutigam: Nanu – aber warum denn?
Photograph: Weil Sie sich nun zu nah an den Apparat heran gedrängt haben, da wird das Bild unscharf.
Bräutigam: Aber sagen Sie bloß´. – Was machen wir nun?
Photograph: Trotz meiner 30jährigen Praxis stehe ich vor einem Rätsel und frage mich ebenfalls: Was machen wir nun?
Bräutigam: Ich bin ratlos. Was sagst Du, Antonie?
Braut: Unter den gegebenen Verhältnissen empfehle ich, nur die Köpfe photographieren zu lassen.
Bräutigam: Natürlich. Wir beide haben ja ausgesprochen ausdrucksvolle Charakterköpfe.
Photograph: Gewiss – jedoch.
Bräutigam: Kein Jedoch! Ich habe eine ganz famose Idee.
Photograph: Schon wieder?
Bräutigam: Wie immer. Ja. Über diese Köpfe zeichnen Sie eine Taube, eine fliegende Taube, womöglich mit silbernen Flügeln, und diese Taube soll im Schnabel ein Band tragen …
Photograph: Ein Band?
Bräutigam: Ja, ein goldenes Band mit Myrthen umrankt. Besagtes Band aber muss sich um unsere Köpfe winden …
Photograph: Nein, – ja doch, – gewiss. – Dienst am Kunden.
Bräutigam: (fährt begeistert fort) Auf diesem Band aber soll geschrieben stehen – mit roten Buchstaben – wenn sich das machen lässt: Theodor Amadeus Zirngiebel und Antonie, Philomela Trudchen Zirngiebel geborene Bless – in Liebe vereint – in Treue verbunden, bis das der Tod sie scheidet und das heutige Datum. Wird das nicht ganz wundervoll werden …?
Braut: Aber gewiss, mein Mäuseschwänzchen … (Der Photoapparat bricht zusammen und wird an einem Faden von unsichtbarer Hand hinausgezogen)
Bräutigam: Was soll das bedeuten?
Photograph: Es ist ihm zuviel gesagt worden (Läuft hinaus und schreit) Hier geblieben, mein Lieber!!!
Bräutigam: Verstehst Du das, Antonie?
Braut: Kaum, mein Goldkäfer!
Bräutigam: Gehen wir. Es ergeht mir wie allen schöpferischen Geistern: „Die Welt ist noch nicht reif für meine Ideen!“ Das Brautpaar geht ab …

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Der Arztbesuch

Frau: Herr Doktor, mit meinem Mann, das kann ich Ihnen sagen, das ist vielleicht ein Kreuz. Was der mir zu schaffen macht! Und dann die Schmerzen! Herr Doktor ich bin manchmal ganz krank von den Schmerzen, die mein Mann hat.
Arzt: So, was fehlt ihm denn?
Mann: Na also ich . . .
Frau: (Ihm das Wort abschneidend) Alles Herr Doktor, alles und nichts. Es ist eben so das allgemeine Allgemeinbefinden.
Arzt: Wo haben sie denn ihre Schmerzen?
Mann: Ja, also ich . . .
Frau: Mal da und mal da, Herr Doktor. Das müssen die Nerven sein. Und dann sieht er auch immer so schlecht aus, und sein Stuhlgang gefällt mir gar nicht!
Arzt: Zeigen sie mir mal ihre Zunge!
Frau: (kommandogewohnt) Zeig mal die Zunge, los!
Mann: Aaaaah
Arzt: Tja . . .
Frau: Sehen Sie, das sage ich auch. Manchmal meine ich, er hat's auf der Lunge, dann bin ich aber wieder mehr für ein Herzleiden.
Arzt: Geben sie mir mal ihren Puls!
Frau: Gib mal deinen Puls! Die Temperatur ist ganz normal, messen tu ich sie viermal am Tag, rektal natürlich. Und am vielen Salz kann's auch nicht liegen. Seit meine Nachbarin gemeint hat, es könne an den Nieren liegen, gebe ich ihm nur noch salzlose Kost. Und das Blut muss auch in Ordnung sein. Jeden Tag lasse ich ihn zwei bis drei Liter Blutreinigungstee trinken.
Arzt: Haben sie Atembeschwerden?
Mann: Ja, also ich . . .
Frau: Ob du Atembeschwerden hast? Nee, Atembeschwerden hat er keine. Es ist nur der Blutdruck. Aber den lasse ich ihn schon wegschwitzen. Jeden Morgen und Abend bekommt er eine kalte Ganzpackung.
Arzt: Machen sie mal Kniebeugen!
Frau: Mach Kniebeugen, dalli! (Mann beginnt Kniebeugen zu machen) Zähl die Kniebeugen, und nicht gemogelt! Ja sehn Sie, Herr Doktor, das Schlimmste ist, dass er nicht mehr so lustig ist, mein Mann. (Mann zählt im Hintergrund und macht immer schlechtere Kniebeugen) Wissen Sie, ich bin so eine sonnige Frohnatur und mein Mann lacht nicht mehr. Nicht so lappig die Kniebeugen! Tief runter! Ich frage mich warum lacht mein Mann nicht mehr?
Arzt: Der hat ja auch weiß Gott nichts mehr zu lachen!
Frau: Sehen Sie, das ist es ja gerade. Das Leben ist heute so trübe und dabei mache ich es ihm doch so schön zuhause. Alles fein sauber, kein Stäubchen liegt rum. Und einen prima Teppich und ein Sofa mit piekfeinen Kissen! Natürlich darf er nicht über den Teppich latschen. Und neulich setzt der Mensch sich doch - sehen sie, so konfus ist er - aufs Sofa drauf, aufs seidene Kissen!!! Wo doch das Sofa und die Kissen gar nicht zum Draufsetzen sind! Na, da ist mir doch glatt meine Hand ausgerutscht! (Gramvoll) Tja, und er lacht nicht!
Mann: (zählt lauter) 54, 55, 56 . . .
Arzt: Um Gottes Willen, sie machen ja immer noch Kniebeugen! Hören Sie auf!
Frau: Aufhören!
Arzt: (fühlt den Puls) Nach 56 Kniebeugen so ein Puls! Sie sind vollkommen gesund!
Frau: Gesund? Nun schlägt´s aber Dreizehn! Was ich befürchtet hatte! Da rackert man sich ab Jahr für Jahr, mit ´nem kranken Mann und dann ist er gesund? Gelogen hast du! Aufs Glatteis hast Du mich geführt mit deiner ewigen Krankheit und deinem doofen Gesicht und deinem entgleisten Gesichtszug! Also gesund bist du? Was sagst du jetzt? Siehste, gar nichts sagst de! Sonst immer die große Gusche haben! Aber jetzt bist du klein und hässlich. Also ist das nun amtlich, dass meinem Mann nichts fehlt?
Arzt: Er leidet allerdings an einem beträchtlichen . . .
Frau: (erleichtert) So? Na das ist ja wenigstens etwas! Können sie ihm denn nicht irgendetwas verschreiben, Herr Doktor? Wie wäre es denn mit Eispackungen? Erst den Körper in siedendes Wasser getaucht und dann in Eis? Oder soll ich ihn ein Rhizinuskur machen lassen?
Arzt: Na, ich verschreib´ ihm was gegen . . . (gibt dem Mann ein Rezept)
Frau: Na also, lies doch selber!
Mann: (grinst) . . . Das ist genau das Richtige!
Frau: Was haben sie ihm denn verschrieben, Herr Doktor?
Mann: Eine andere Frau!

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Eheleben

Sketch für drei Personen: Nonne, Priester, Erzähler

Utensilien:

  • Verkleidung zur Nonne und zum Priester (schwarzer Umhang)
  • ein paar Decken
  • eine Liege (Bett)
  • ein Schlafsack
Erzähler: Ein Priester und eine Nonne sind auf einer Reise in die Schweizer Alpen und werden auf ihrer Fahrt von einem Schneesturm überrascht. Sie können sich aber bis zu einer Hütte durchkämpfen. Dort angekommen bereiten sie sich auf die Übernachtung vor. Immerhin gibt es einen ganzen Schrank voll Decken und einen Schlafsack, allerdings nur ein Bett. Als Gentlemen weiß der Priester natürlich was sich gehört und sagt:
Priester: Schwester, schlafen sie im Bett. Ich nehme den Schlafsack.
Erzähler: Gerade hat der Priester den Reißverschluss des Schlafsacks und dann die Augen geschlossen, da tönt es aus dem Bett:
Nonne Vater, mir ist kalt.
Erzähler: Der Priester befreit sich aus dem Schlafsack, greift eine Decke und breitet sie über die Nonne aus. Dann mummelt er sich zum zweiten Mal in den Schlafsack und beginnt wieder in das Reich der Träume zu gleiten. Nochmal ist zu hören:
Nonne: Vater, mir ist noch immer kalt.
Erzähler: Das gleiche Spiel. Der Priester kriecht aus dem Schlafsack, breitet eine weitere Decke über die Nonne aus und legt sich wieder schlafen. Gerade hat er seine Augen geschlossen, da sagt sie:
Nonne: Vater, mir ist ja soooo kalt.
Erzähler: Dieses Mal bleibt der Geistliche wo er ist und antwortet:
Priester: Schwester, ich habe eine Idee. Wir sind hier oben von jedem Kontakt abgeschnitten, niemand wird jemals erfahren, was sich heute Nacht hier abgespielt hat. grinst schelmisch Wir können doch einfach so tun als wären wir verheiratet.
Erzähler: Die Nonne hat insgeheim darauf gewartet und haucht ihm zu:
Nonne: Oh ja, das wäre schön.
Priester: brüllt: Wenn dir kalt ist, dann steh gefälligst auf und hol dir deine Scheiß Decke selbst.

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Dieters Sammlung Feste/Feiern
Seite zuletzt geändert: 03.04.2015