Fußballfans vor Gericht
Autor: unbekannt
Richter und Angeklagter, beide als Fußballfan der Deutschen Nationalmannschaft verkleidet (z. B. Trikot, Schal), begegnen sich vor Gericht.
| Darsteller(in) | Text |
|---|---|
| Richter: | Angeklagter, das Fenster in Ihrem Wohnzimmer stand also offen. Warum haben Sie Ihre Frau mitten während des WM-Endspiels dort hinausgeworfen? |
| Angeklagter: | Herr Richter, ich möchte die Situation kurz schildern. Es lief das entscheidende Spiel. Die Spannung war auf dem absoluten Höhepunkt, als meine Frau das Zimmer betrat, sich mitten vor den Fernseher stellte und fragte: Sag mal, wer sind eigentlich die Blauen und wer die Weißen? Ich habe tief durchgeatmet und es ihr ruhig erklärt. |
| Richter: | Und weiter? |
| Angeklagter: | Zehn Minuten später. Konter für unsere Mannschaft, der Stürmer läuft allein auf das Tor zu. Meine Frau fragt: Du, wieso läuft der Schiedsrichter eigentlich nicht mit den anderen mit, kriegt der kein Geld? Wieder habe ich mich zusammengerissen und ihr kurz geantwortet. |
| Richter: | Verständlich. Was passierte dann? |
| Angeklagter: | Kurz vor der Halbzeit. Elfmeter! Der Schütze läuft an, schießt … und der gegnerische Torwart hält den Ball fantastisch. Meine Frau klatscht begeistert in die Hände und ruft: Ach wie schön, der dicke Mann in dem bunten Pullover hat den Ball gefangen, jetzt können wir ja alle endlich ins Bett gehen! … Herr Richter, ab da weiß ich von nichts mehr. |
| Richter: | Freispruch wegen unzumutbarer Härte! Das war kein Verbrechen, sondern Notwehr am Kulturgut Fußball. |

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