Jeder Tropfen zählt - Dürre in Ostafrika

Ich hätte gern ein Haus, Sketch – Festgestaltung

Ich hätte gern ein Haus

Autor: unbekannt

Personen: Sekretärin, Kunde

Spieldauer: ca. 9 Minuten

Szene: Ein Büro

Darsteller(in) Text
K: Guten Tag, bittschön.
S: Guten Tag, mein Herr, Sie wünschen?
K: Ich hätte gern ein Haus.
S: Ein Haus?
K: Freilich, ein Haus, weil Sie doch nämlich in die Zeitung hineininseriert haben: "Willst du ein Haus, dann geh zu Kraus."
S: Ah ja, das ist unsere Werbung!
K: Ah, die kenn ich!
S: Wen?
K: Die Dame, von der sie gerade gesprochen haben, Frl. Bung...
S: Ich sagte Werbung!
K: Dann ist es vielleicht die Schwester - meine Bekannte heißt Anni Bung. Hat die Häuser?
S: Nein, Sie missverstehen mich, ich wollte sagen - (Telefon klingelt) Moment.
S: Ja bitte - hier Architektenbüro Kraus - wie bitte? Sie bringen die Tische nicht in das neue Haus? Die Türen sind zu klein? Aber erlauben Sie! Die Tische sind zu groß! Die Türen wurden von Herrn Kraus völlig dem Zeitstil entsprechend empfunden.
K: Halt Sie, Sie Moment ...!
S: Sind Sie doch still - nein, nicht Sie, ich meine hier ist ein Kunde ...
K: Mir ist aber eben was eingefallen!
S: Was wollen Sie denn?
K: Frl. Bung hat keine Schwester - die Wer Bung müsste vielleicht die Mutter sein?
S: Nein!!
K: Ah - die Tante - oder eine Cousine?
S: Ich erklär ihnen das später! Seien sie jetzt still!
K: Bitte, mich geht”s ja nichts an.
S: (Am Telefon) Also, mein Herr - das mit den Tischen tut mir leid - aber das ist eben der heutige Wohnungsbau! Modern! Sonst noch was? - Was? Die Fenster gehen nicht auf? Lächerlich! Die können ja gar nicht aufgehen! Ja, das ist eine epochale Erfindung von Herrn Kraus: "Das Kreuz-Doppelfenster", das innere Fenster geht nach außen auf und das äußere nach innen - ganz modern! - Sie bringen überhaupt keine Möbel ins Haus - na ganz einfach: Lassen sie doch die Möbel im Garten - das sieht hübsch aus und sie haben mehr Platz in den Zimmern - wir schicken ihnen einen erfahrenen Gartenarchitekten, der sagt, wo sie die Möbel hinstellen können! Auf Wiederhören! (hängt ein)
K: Sie, das ist interessant! Die inneren Fenster gehen nach außen und die äußeren nach innen auf.
S: Tja, unser Architekt!
K: Kann ich den sprechen, bitte?
S: Nein!! Wo denken Sie hin! Der schläft und erfindet dabei einen neuen Stil! Da darf man ihn nicht stören - was wünschen Sie denn?
K: Ein Haus bitte.
S: Ein Haus - Sie wollen also bauen?
K: Ich nicht, weil ich bin dazu zu ungeschickt, aber ...
S: Freilich, freilich, sie wollen ein neues Haus!
K: Nein, auch nicht, mein Freund will eins, der Hansi.
S: Aha - und sie sind von ihrem Freund beauftragt, wegen eines neuen Hauses zu verhandeln.
K: Nein, Sie kommen nicht drauf - meinem Freund gefällt sein jetziges Haus ganz gut, aber ich meine...
S: Er soll eine neues bauen - und Ihnen vielleicht das bisherige überlassen! Großartig!
K: Stimmt auch wieder nicht, weil nämlich....
S: Also, das ist jetzt ja auch egal - jedenfalls wollen sie jetzt mal was sehen.
K: Ja.
S: Na also, was soll’s denn sein? Was altmodisches mit vier Ecken, Steinmauern und einem Giebeldach - oben drauf?
K: Nein, nein! Da hat mein Freund gar kein Interesse daran.
S: Ha! Dann sind sie unser Mann. Modern ist die Devise.
K: Braucht man da Devisen?
S: Um Himmelswillen nein, das sagte ich nur so - soll ich ihnen Pläne zeigen?
K: Nein danke, Pläne sind nichts für mich.
S: Ah - sie sind intuitiv?
K: Nein, kurzsichtig - und ich habe meine Brille vergessen.
S: Ah so. Naja. Was soll es dann für ein Haus sein - für ihren Freund?
K: Nja, so ein häusernes Haus halt, wo er reingehen und drin sein kann ...
S: Und wieder rausgehen kann.
K: Ja
S: Das erschwert die Sache. In moderne Häuser kann man meist nur reingehen - raus wird man dann von der Ersten Hilfe getragen, aber na ja, wir werden schon was schönes finden.
K: Ja, das Schöne wäre schön.
S: Also da hätten wir zunächst mal die Konstruktion 98b, a la Corbussier, das Kugelhaus.
K: Geht leider nicht, weil mein Freund keine Kugel ist.
S: Wieso?
K: Sie sagten doch Kugelhaus! Das muss doch ein Haus für eine Kugel sein?
S: Aber wieso denn?
K: Freilich: In einer Hundehütte ist ein Hund, in einem Cafehaus ein Cafe, in einem Gasthaus ein Gast ...
S: Hören Sie auf...
K: In einem Warenhaus sind Waren, in einem Bürohaus sind Büros...
S: Genügt, genügt!!!
K: In einem Mietshaus - Sie haben recht, in einem Mietshaus ist keine Katze.
S: Na also. Und ebenso wie in einem Mietshaus keine Mietz ist, ist in einem Kugelhaus keine Kugel. Es ist eben kugelförmig.
K: Aber nicht mietsförmig!
S: Hören Sie auf - wollen sie denn ein Kugelhaus?
K: Nein!
S: Na also, dann sind wir ja schon einig. Wir hätten noch was ähnliches. Das ÜKUHA.
K: ÜKUHA?
S: Ja, das heißt Überallkurvenhaus - es hat keine gerade Linie, ähnlich wie -
K: - eine Achterbahn
S: Nein, wie moderne Kirchen.
K: Nein, ich glaube fast, so was will mein Freund auch nicht. Das sind doch Steinwände.
S: Natürlich. Ach, sie wollen keine Steinwände? Großartig, da habe ich was herrliches - das Kunststoffhaus, es wird nach den Angaben von Herrn Kraus gegossen. Allerdings ohne Türen - aber das ist das originelle daran.
K: Freilich, man muss ja mit der Zeit gehen, aber ich glaube fast, mein Freund will...
S: Noch etwas anderes... hm - das ist direkt schwierig. Haben sie denn gar keinen Anhaltspunkt, wie sich ihr Freund sein Haus vorstellt?
K: Doch, doch, so metallen...
S: Metall? Interessant!
K: Keine Steinwände, sondern Drähte...
S: Jaaaa?
K: Und ein gebogenes Dach - und das Haus nach unten verjüngt!
S: Genial! Wie kamen sie auf diese Idee? Herr Kraus wird begeistert sein, das wird der Stil unserer Zeit! So was war noch nie da!
K: Doch mein Freund hat ja schon so ein Haus!
S: Ja, vielleicht in Südamerika! Jetzt wird mir alles klar, Ihr Freund Hans kommt nach Südtirol und will da...
K: Mein Freund war immer schon in Südtirol -
S: Wo?
K: Bei mir im Wohnzimmer, er ist doch ein Kanarienvogel!

Kommentar hinzufügen

* Pflichtfeld
1000
Drag & drop Bilder (max 3)
Wie lautet der letzte Buchstabe des Wortes „Telefon“?

Kommentare

Noch keine Kommentare, sei der erste Poster!