Jeder Tropfen zählt - Dürre in Ostafrika

Der billigste Blumenstrauß, Gedicht – Festgestaltung

Der billigste Blumenstrauß

Autor: unbekannt
Frei aus dem Kölschen ins Hochdeutsch übertragen

Sonnenblumenfeld, Sonnenblumenfeld
Sonnenblumenfeld, blauer Himmel
Foto von Aaron Burden auf Unsplash

Gehst du auf Geburtstagspartys?
Hauptsache, es gibt was gratis.
Da hat die Vorname doch mal eben
’ne Einladung übergeben.
Da stand dann wirklich schwarz auf weiß,
dass man mich sehr Willkommen heißt.

Am Samstag großes Defilee,
dazu ein reichhalt’ges Buffet.
Natürlich Sekt und Kaviar,
denn Vorname wird fünfzig Jahr.

Das wird eine tolle Fete,
die Dame, die hat viel Knete,
schmeißt mit ihren fünfzig Jährchen
bestimmt nicht nur Gummibärchen.

Doch schwierig ist, was jeder kennt,
die Suche nach einem Präsent.
Dies wurde mir dann gleich zur Qual
sie hat alles, es ist fatal,
muss was sein, das nicht darf rosten
und soll nur ganz wenig kosten.

Denken wir ein wenig taktisch,
dann sind Blumen immer praktisch.
Man kann je nach Wirtschaftslage,
viel invetier’n oder spare’.
So wollte ich früh am Morgen
eine Blume ihr besorgen.

Zum Laden musste ich gehen,
um mich genauer umzusehn.
Die hatten Pflanzen in dem Bau,
die reinste Bundesgartenschau.

Ich hab bei ’nen großen langen
Philodendron angefangen.
Ich bin doch weiß Gott nicht geizig,
doch hundert Euro, ich weiß nicht.

Oleander wär nicht übel
inklusive Blumenkübel.
Dies Geschenk mit Mehrwertsteuer
viel zu teuer – viel zu teuer.

Sansevieria compacta
die leg ich schon gleich ad acta.
Sechzig Euro für die Pflanze
find ich, ist nicht wert das Ganze.

Das nächste Blumengebinde
war ’ne Art von Zimmerlinde.
Fünfzig Euro für so ’nen Strauch,
übersteigt das Budget dann auch.

Ich wollte den schon servieren,
mein Herz begann zu protestier’n.
Den Gummibaum, ich armer Tropf,
wirft sie mir sicher an den Kopf.
Denn davon, das weiß ich genau,
hat sie schon zehn in ihrem Bau.

So kam ich nach einem Weilchen
an beim Usambaraveilchen.
Da seh’ ich dann in einem Raum
’nen Yuccabaum, es war ein Traum.
Ich sagte mir, das ist der Hit.
Das Ding nehm ich jetzt einfach mit.

Zwölf Euro neunzig leg’ ich aus,
die kriege ich dicke wieder raus.
Lass den Baum schön fertig machen,
dann gibt es ganz viel zu lachen.

So ’ne Yucca, sag’ ich, macht Spaß.
Das Ding liegt bei mir auf den Gras.
Das lange Ding vom Weihnachtsmarkt,
das mach’ ich mir jetzt schön parat,
werd’ das Blattwerk restaurieren
und geh’ damit gratulieren.
So hab’ ich dann kurzentschlossen
diesen Laden schnell verlassen.

Daheim kam ich sofort auf Trab,
hab’ mir den Yuccabaum geschnappt,
das Ding auf die Wiese geschleift,
mit Meister Propper eingeseift,
die faulen Blätter abrasiert,
den Rest mit Butter balsamiert.
Ich tat sie ganz toll gestalten
und hätt’ sie gern selbst behalten.

Schon stand ich in Schlips und Kragen,
Nachbarn stellten schlaue Fragen:
Wie kriegen wir den Yuccabaum
in den kleinen Kofferraum?

Eine halbe Stunde hab’ ich probiert,
sogar den Rücksitz demontiert.
Geschoben hinaus und hinein,
Der Baum passte einfach nicht rein.

Die Nachbarschaft bot Hilfe an.
Einer kam gleich mit einem Kran.
Zum Schluss hab’ ich kurzentschlossen
den Biomüll daheim gelassen.

Sollten wir nur etwas singen,
ohne etwas mitzubringen?
Durch Zufall fand ich beim Kramen
etwas Sonnenblumensamen.

Die Garantie war zwar vorbei
so 92 – Ende Mai.
Ich weiß, dass diese Qualität
auch kein Verjährungsdatum schlägt.
Denn auch der Wein wird doppelt gut
wenn man ihn lange lagern tut.

Du brauchst nur die Kerne nehmen
und sie in die Erde geben,
dreimal täglich kräftig gießen
und zu warten, bis sie schießen.

Die Blumen bleiben gar nicht klein
bis vier Meter werden sie sein.
Du kannst dich, ich will nicht hetzen,
gerne immer d’runter setzen.

Im Sommer ist es am besten
bei sehr schönen Gartenfesten.
Vergiss nicht die Kameraden
von heut’ wieder einzuladen.

Jetzt hast du in Gottes Namen
deinen Sonnenblumensamen.
Sähe dann, wenn die Sonne lacht,
hinten drauf steht wie man es macht.


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