Fronleichnam
Autor: Franz Binhack
Mit Gesang und gold’nen Fahnen
Über Blumen, unter Bäumen
Ziehen Knaben, holde Mädchen
Rosen auf die Erde streuend.
Und mit Kerzen und Standarten
Folgen betend Männerschaaren,
Fremde Pilger, Ordensbrüder;
Auf die frommen Sängerchöre
Schallen Pauken und Trompeten;
Und in süßen Weihrauchwolken
Mit Trabanten und Leviten
Unter goldgesticktem Throne
Geht das heil’ge Sakrament.
Andachtsvoll wirft sich die Menge
Auf die Erd’ zu beiden Seiten,
Schlägt die Brust, erhebt sich wieder.
Sieht mit Staunen all die Ritter
Mit den Sternen, mit den Degen
Und den goldgezierten Kleidern;
Sieht verwundert ernste Männer,
Die Gewänder hell in Farben
Reichend auf die Füße tragen.
Mächtig die Geschütze donnern,
Zum Altare reich in Blülen
Wallt der Priester unter Psalmen
Setzend hin das Sakrament.
Rings umwogt das Volk unzählig
Drängend wie des Meeres Wogen;
Aber endlich ruht es lauschend
Auf Gebet und Jubelsänge;
Nur die ungeduldigen Rosse
Stampfen mit dem Huf und wiehern.
Aber, sieh, es schimmert plötzlich
Die erhob‘ne Goldmonstranze,
Und vom lichten Blitz getroffen
Stürzt das Volk auf seine Knie.
Dann vom Neuen wallt es wieder
Zwischen grünen Blütenbäumen
Singend Lob dem Sakrament.
Bild von Darius Lebok auf Pixabay

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