Pfingstgesang
Autor: Ludwig Auerbach
Tag der Pfingsten! Glockenklang
Schallt aus allen Tälern wider.
Hoch vom grünen Bergeshang
Jubeln Wand’rer frohe Lieder,
Glühend ruht dein bräutlich Licht
Ausgegossen auf den Fluren –
Zeigt der Schöpfung Angesicht
Deines Wandels Flammenspuren.
Funkelnd in des Lichte Kuss
Rauscht der Strom entlang den Borden,
Wo der Schönheit Genius
Duft’ger Blumenreiz geworden.
Willst du nicht in dieser Pracht
Aller Welt den Geist verkünden,
Der da hieß in Geistesnacht
Sich den Geistestag entzünden.
Der in Flammen niederfuhr,
Seine Jünger sich zu küren,
Auf des Geistes Feuerspur
Uns zum Heil zurückzuführen?
Ströme nieder, heilig Licht!
Tauf’ die Welt in deinen Gluten,
Lass in dumpfen Qualen nicht
Länger mehr die Menschheit bluten!
Wirf vernichtend deinen Blitz
„Wahrheit“ in des Truges Wolke,
Auf der Lüge Herrschersitz
Nah’ erlösend allem Volke!
Schleudre deines Feuers Strahl
In die Zwingburg freien Lebens!
Gib der Freiheit Sieg einmal
In dem Kampf des Völkerstrebens!
Lass der Nationen Streit
Sich im Geistessieg versöhnen,
In dem Sieg der Menschlichkeit
Und des Guten, Wahren, Schönen!
Liebe, die willkommen heißt
Auch den Bruder im Geringsten
Weck’ in uns: Dann, Menschengeist,
Feierst wahrhaft du die Pfingsten!
Foto: © Sieglinde Seiler
Die Vielblütige Weißwurz ist eine elegante Waldstaude. Von Mai bis Juni trägt sie glockenförmige, cremeweiße Blüten. An Pfingsten erklingt oft ein besonders feierliches, mehrstimmiges Geläut aller Glocken. Das Läuten symbolisiert die Freude über das Pfingstwunder.
Bild von Moondance auf Pixabay
Feuerzungen symbolisieren als Flammen über den Häuptern die Kraft, Energie und Begeisterung des Heiligen Geistes, der Mut verleiht, Sprachbarrieren überwindet und als Geburtsstunde der Kirche gilt.

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