Die Gunst der Stunde
Autor: Olaf Lüken
Im Sportheim passiert, man glaubt es kaum,
erscheint ein Mann, ein Hüne, ein Baum.
Lauthals spricht er auf eine Dame ein,
sein Tonfall ist laut. Wer mag sie wohl sein?
Zu acht ist uns’re Rund’ im Lokal.
Der Mann bricht vom Zaun einen Skandal.
Freund Willi lässt dies keine Ruh’,
geht schnurstracks auf den Langen zu.
Er sagt zum Mann: „Sei bitte still,
dein Gemecker niemand hier hören will!“
Die Worte rauschen wie Pfeile an:
„Du bist ein armer und schwacher Mann!“
Willi bittet die Frau in uns’ren Kreis.
Sie folgt ihm und weint dabei, leis.
Nach Willis Worten, sagt auch sie:
„Wirklich niveauvoll war er wohl nie!“
Die Frau beschreibt einen schwachen Wicht,
der sie verdiene wahrlich nicht!
Willi, der Freund aus uns’rer Runde.
nutzt sogleich die Gunst der Stunde.
Die Frau hat er später nach Haus gebracht,
geworben um sie - mit aller Macht!
Bis heute sind sie ein Ehepaar,
sind innig beisammen, Jahr für Jahr!
© Olaf Lüken
Bild von Jo Justino auf Pixabay

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