Mehr Ritterlichkeit

Mehr Ritterlichkeit!

Autor: Olaf Lüken

Ich hab’ ein neues Steckenpferd.
Mein Pferd hat flinke Beine.
Hinzu kommt ein langes Schwert,
werd’ Ritter - ganz alleine.
Tumb[1] wache ich mit Parzifal auf,
notiere eines Ritters Lebenslauf.

Ehre, Ansehen, Würde, Stolz.
Ritter sind aus hartem Holz.
Treue, Respekt und Höflichkeit.
Die Zunft nennt auch Bescheidenheit.
Demut, Minne[2], Beständigkeit,
gepaart mit christlicher Offenheit.
Sein Schild zeigt einen Drachenrachen.
Er, ein Schutzherr für die Schwachen.

Weiß auch vom Ruhm, erlebt den Schmerz,
Deus lu volt[3] dringt in sein Herz.
Er liebt die Freiheit, sucht adventures[4].
Anfangs noch Tollpatsch, kann nix dafür!
Kopflos macht seines Schwertes Streich,
mit der Lanze für das Gottesreich[5].
Mein Ritter gehört zum Stamm der Franken,
hilft im Hospital, pflegt auch die Kranken!

In den Burgen, wenn die Festsäle glänzen,
spielt die Laute, zu leisen Tänzen.
Am goldenen Weine, fröhlich genesen.
Mehr Ritterlichkeit bereichert unser Wesen!

© Olaf Lüken

Ritter hoch zu Ross
Ritter hoch zu Ross
Bild von WikimediaImages auf Pixabay

[1]Tumb → naiv, kindlich
[2]Minne → Verehrung der Frau
[3]Deus lu vult → „Gott will es!“ Papst Urban II. ruft 1095 zu den Kreuzzügen auf (1096/99-1291)
[4]Adventures → Abenteuer
[5]Gottesreich → Jerusalem, Königreich der Himmel


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