Gedanken

Gedichte über Gedanken, Gedankensplitter. Gedankenlyrik ist eine Form der lyrischen Dichtung. Im Vordergrund stehen Reflexionen des Autors, die philosophischer, religiöser oder allgemein weltanschaulicher Art sein können.

Übersicht

Gedichte

Arroganz braucht Distanz

Autor: Olaf Lüken

So mancher Mensch in Stadt und Land
gibt sich blasiert und höchst arrogant.
Dem eig'nen Vorteil stets zugewandt,
glänzt unser Mensch auch mit Ignoranz.

Hochtrabend, weil auch hoch zu Ross,
mimt mein Mensch zu gern den Boss.
Er kennt sich aus – voller Eigenliebe,
nennt Mitmenschen gerne Zeitendiebe!

Mein Mensch wirft den Kopf zurück und spricht:
„Ich seh’ nur Idioten und ein kleines Licht!“
Nur in einen Spiegel blickt dieser Kenner nicht,
wenn er über and’re Geister sitzet zu Gericht.

Ein arroganter Mensch ist beileibe nicht dumm.
Nur sein Innerstes, die Seele, bleibt recht stumm.
Anmaßend wie der Kopf der bösen Schlange,
steckt der Mensch fest – dank eigener Zange!

© Olaf Lüken

Dame possiert vor Cadillac
Dame possiert vor Cadillac
Bild von Alexa auf Pixabay

Das Glücksschwein

Autor: Olaf Lüken

Mein Schwein, aus Marzipan gemacht,
steht auf der Theke, singt und lacht.
Findet sich schick und ziemlich fein,
will nur des Bäckers Liebling sein.

Auf dem Tresen, so rund und dick,
soll Schweinchen bringen Kunden Glück.
Weil jeder Käufer Schweinchen mag,
kommt schließlich auch der große Tag.

Ein Bube, grad herein gelaufen,
will das Thekentierchen kaufen:
„Kann mich nicht haben“, denkt das Schwein.
„Was nicht sein darf, kann auch nicht sein.“

„Der Knabe will gleich mich essen.
Kann er aber schnell vergessen.
Ich bleibe hier, bin nicht verrückt.
Dem da bringe ich auch kein Glück!“

„Des Buben Augen blitzen hell.
Er will es haben und ganz schnell.
Fix greift er nach dem Zuckertier,
schlingt es hinunter, voll der Gier.

Ums Schweinchen ist es jetzt geschehn.
Niemand hat es wiedergesehn.
Verspeist wurde es von einem Kind.
Das Glück kam zurück, ganz geschwind.

© Olaf Lüken

Glücksschwein mit Kleeblatt aus Marzipan
Glücksschwein aus Marzipan
Bild von Anja auf Pixabay

Das Schweigen der Lämmer

Autor: Olaf Lüken

Sterne haben Glitzeraugen,
wandeln droben, leis’ und sacht.
Werden heute mich nicht wecken,
weil ich schlaf’ im Schoß der Nacht.

Auf den Höhen schweigen Wälder.
Jedes Blatt hat nur ein Ohr.
Und der Baum bespricht sich selber,
taucht dunkel aus dem Nichts hervor.

Was geschieht verstört die Sinne,
vernimm’ der Worte Widerhall.
Auf dem Berg hallt Gottes Stimme.
Nur die Lämmer überhör’n den Knall.

© Olaf Lüken


Das Ziel ist der Weg

Autor: Olaf Lüken

Der ICE rast durch das Land.
Niemand ist vom Grün gebannt.

Ein Flugzeug durchkreuzt die Lüfte.
Wenig Natur, eher Kabinendüfte.

Die Straßen winden sich im Staub.
Wer beachtet schon der Bäume Laub?

Auch die Schifffahrt durch den Kanal,
empfinden wir als ziemlich banal.

Ein Weg schlängelt sich durch Busch und Heide.
Wir lieben das Ziel, doch nicht die Weide!

© Olaf Lüken


Der alte Klosterbrunnen

Autor: Olaf Lüken

Über den Brunnen sich beugen,
noch tiefer sein Haupt sich neigen.
Unten, das Reine und Klare;
auch das Heile und Wahre?

Wasser stiftet Dasein, weil Leben.
Tief unten erklingt Choralgesang.
Wasser ist NEHMEN, Wasser ist GEBEN.
Warum so schwach ist jetzt dein Klang?

Der Brunnen singt. Die Welt bleibt stehn,
im dunklen Schwarzen, die Braven, zarten,
beständig still, die Nonnen gehn.
Der Brunnen rauscht - vorm Kräutergarten.

Unten im Brunnen ein Glucksen ertönt.
Wer’s Wasser holt, ist seinen Klang gewöhnt.
Ich höre das Wasser so gerne rauschen.
Plötzlich ist Schluss. Soll niemand mehr lauschen?

Und nun schweigt der alte Brunnen.
Verstummt ist alle Melodie.
Seine Zauber, ganz tief drinnen,
erfreuten mein Herz. Ich weiß nicht wie?

© Olaf Lüken

Brunnen am Kloster Dalheim, Lichtenau
Brunnen am Kloster Dalheim, Lichtenau
Foto von Peter Herrmann auf Unsplash

Der Narzisst

Autor: Olaf Lüken

Sprach sie zu ihm ein nettes Wort;
er war nicht zu bewegen.
Still und stumm, an jedem Ort.
Nichts wollte sich in ihm regen.

Sagte sie aber, wie toll er sei
vernahm sie ein Staunen und Raunen.
Plötzlich ging die Starre vorbei.
Er zeigte der Welt beide Daumen.

Vorm Spiegel er steht und schaut sich an.
Der zeigt ihm einen Edelmann.
Es ist schon doll sich anzusehen.
Der Spiegel lügt ihn knackig-schön!

© Olaf Lüken


Der Schwan

Autor: Olaf Lüken

Auf dem Dorfteich schwimmt ein Schwan,
zieht voller Hochmut seine Bahn.
Wie er schaut, und wie er sich dreht.
Der Schwan denkt: „Ich bin ganz Majestät!“

Weit weniger, bin ich erbaut,
hab’ ihn etwas tiefer geschaut.
Er watschelt, einer Ente gleich,
wackelt durch sein Schwanenreich.

Zum König reicht es bis zum Knie.
Der Rest macht ihn zum Federvieh!

© Olaf Lüken

Weißer Schwan
Weißer Schwan
Bild von NoName_13 auf Pixabay

Der Wissenschaftsjournalist und sein Fernsehpublikum

Autor: Olaf Lüken

Er hilft unser Wissen fleißig mehren.
Erklärt, präzisiert, vertraut mit dem Wort.
Und bei den Forschern direkt vor Ort.
Kann Zuschauern smart die Welt erklären.

Er bereichert unser Tageswissen,
kann glänzen mit aktueller Lehre.
Er ist sehr klug, durchaus beflissen,
verzückt in eigne Geistesschwere.

Die Erde wird auch morgen rotieren.
Wir obendrauf als ihre Bewohner.
Frei lebend mit Pflanzen und den Tieren
und einem sehr schicken Sesselschoner.

© Olaf Lüken


Die ewige Blume

Autor: Olaf Lüken

Selbst die schönsten Pflanzen welken.
Rosen, Tulpen und auch Nelken.
Ob im Garten, ob im Zimmer,
Blumen sterben, wie auch immer.

Eine Pflanze kann ewig sprießen.
Niemand muss die Blume gießen.
Frei von Kannen, frei vom Regen,
braucht sie nicht der Sonne Segen.

Jene Blume, die niemals verblich,
trat ins Leben per Pinselstrich.

Gemalter Blumenstrauß
Gemalter Blumenstrauß
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Die Macht der Begeisterung

Autor: unbekannt

Begeisterung –
Gibt Glauben und Überzeugung zu erkennen
Regt die Menschen zum Handeln an
Hilft Ihnen, Ihre Ziele zu erreichen
Verwandelt das Negative
Macht Sie anziehend
Nimmt einem Befehl die Härte
Ist der Schlüssel der Ihnen Tür und Tor öffnet
Heißt Menschen beeinflussen ohne sie zu dominieren
Zeigt, dass Sie Farbe bekennen
Erweckt Begeisterung und Zuversicht
Zieht die Menschen an
Lässt keine Langeweile aufkommen
Ist ein Mittel, andere soweit zu bringen,
daß sie Ihnen helfen wollen
Verleiht Ihnen Glanz
Ist ein Zeichen, daß Sie kein Schattendasein führen.

Ein Schlüssel, der Türen öffnet
Ein Schlüssel, der Türen öffnet
Bild von kafemik auf Pixabay

Die Macht der Gefühle

Autorin: Heidi Hollmann

Nein, wir sollten uns nicht plagen,
wenn Gefühle an uns nagen.
Viele sind es gar nicht wert.
Machten besser wieder kehrt.

Sie vermiesen uns das Leben,
durch viel Rücksichtnahme eben.
Gelassen, gütig sollt ihr sein!
Flüstern uns Gefühle ein.

Möchten wir es krachen lassen
ist es kaum für uns zu fassen,
dass wir fromm sind wie das Lamm,
das, weiß Gott, nicht anders kann.

Ja, so ist’s mit den Gefühlen.
Festgekeilt zwischen zwei Stühlen
möchten wir gern anders handeln,
gern uns hier und da verwandeln.

Meistens schaffen wir es nicht.
Gefühle sind total vermischt.
Sie lenken uns und voll bewusst,
Was oft endet mit viel Frust.

Gefühle sind kaum zu erklären,
man kann sich ihnen kaum erwehren.
Diese schlimmen Plagegeister.
Werden frecher, werden dreister.

Gewinnen sie die Oberhand,
sind sie außer Rand und Band.
Sie lauern ständig irgendwo
Verwässern unsre Ratio.

© Heidi Hollmann


Die Puppen tanzen lassen

Autor: Olaf Lüken

Puppen haben dichte Haare,
schauen kokett durch Hochvitrinen.
Für die einen sind sie Handelsware,
and’re lieben das Spiel ihrer Mienen.

Ihr Lächeln, mal steif und aufgenäht,
die Augen leer, wie dunkle Steine.
Kaum Wind durch ihre Haare weht.
Puppen in Vielzahl und auch alleine.

Sie weinen, und sie sprechen nicht.
Ihr Leben scheint fern vom Computer.
Sie kichern sich durchs Tageslicht.
Manche sind resoluter.

Puppen geben Kindern Geborgenheit.
Angst und Traurigkeit fallen weg.
Sie spenden Trost und Sicherheit,
auf dem wackeligen Lebenssteg.

Aber:

Im Puppenhaus, um Mitternacht,
als alle Puppen aufgewacht,
hör' ich sie lachen, seh' sie sich drehn.
Nur wenige bleiben lustlos stehn.

Mit meinen Blicken will ich sie strafen,
danach bis in die Puppen schlafen.

© Olaf Lüken


Ein freches Früchtchen

Autor: Olaf Lüken

Ob Baumfrucht oder süße Beeren.
Saft fließt durch Münder, füllen Backen.
Sonnenlicht mildert Erdenschwere.
Obst reift heute, fast ohne Macken.

Äpfel glänzen, damit wir genießen,
leben im Garten der Üppigkeit,
duften, gedeihen und sie sprießen,
vor Fäulnis bewahrt, von Frösten befreit.

Nur eine Frucht, mehr freches Früchtchen,
den Gärtner verspottet und frecht auslacht,
ist rasch gefallen von ihrem Ästchen,
das ihr der Pfleger mit Liebe bedacht.

© Olaf Lüken


Ein Glaubender

Autor: Olaf Lüken

Er glaubt nur, was ihm wirklich nützt.
Ein Clown, der eine Närrin bützt!1
Wenn er betet und mit dem Himmel spricht,
will er das, was er sich davon verspricht.

© Olaf Lüken

1 Bützen → küssen (Rheinland)


Ein kluger Richter

Autor: Olaf Lüken

Vetter Erhardt war ein kluger Richter.
Mich reizte mehr die Welt der Dichter.
Ein Jurist, der nur verdammt,
beschädigt sein hohes Amt.
Statt Angeklagte zu vernichten,
verstand er es klug, sie aufzurichten.
So mancher bot ihm frech die Stirn,
der Rechtsbrecher, der fidele.
Mein Vetter blickte ihm tief ins Hirn,
und sah seine verirrte Seele.
Sein Urteil war nicht des Richters Sieg.
Gerechtigkeit, statt Paragraphen-Krieg!

© Olaf Lüken

Vetter Erhardt Lüken war Richter am Landesgericht in Göttingen …


Ein Mensch mit Charakter!

Autor: Olaf Lüken

Mein lieber Freund hat Karriere gemacht,
beruflich und privat.
Mit ihm habe ich oft und herzlich gelacht.
Er ist sehr freundlich und auch smart.
Mein Freund spendet reichlich und gern,
doch bleibt er dabei bescheiden.
Von Missgünstigen hält er sich fern.
Ich kann den Mann gut leiden.

Die Familie ist lieb, ja angenehm,
sie besitzen echtes Format.
Ich freue mich, wenn wir uns seh’n.
Stets erhalte ich ehrlichen Rat.
Und triffst du ihn, so bist du erfreut.
Er redet auch gern mit dir.
Nur das Ablästern über and’re Leut’
ist ihm fremd, wie auch mir!

© Olaf Lüken


Gedankenflug

Autor: Olaf Lüken

Mein Gedanke kehrt nicht wieder,
als er dem Augenblick entsprang
und mit glanzvollem Gefieder,
sich durch mein Gehirne schwang.
Halte fest den Geistesfunken,
puste ihn zur Flamme wach.
Und ich sehe, wie betrunken,
was der eig’ne Geist vermag!

© Olaf Lüken

Strichmännchen: Gedanke?
Strichmännchen: Gedanke?
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Gleich wichtig

Autor: Gotthold Ephramim Lessing

Wir sind alle Blätter an einem Baum,
keins dem andern ähnlich,
das eine symmetrisch,
das andere nicht,
und doch alle gleich wichtig dem Ganzen.

Zweig von einem Gingko Baum
Zweig von einem Gingko Baum
Bild von wal_172619 auf Pixabay

Lächeln

Autor: Olaf Lüken

Ein Lächeln kann viel Freude zeigen,
Vertrauen, Liebe, Herzlichkeit.
Auch Zuversicht wird dir zu eigen,
mit Sympathie und Freundlichkeit.

Dein Lächeln kann ein Herz berühren.
Es tut auch deiner Seele gut.
Ein Lächeln wird zum Guten führen.
Es wird dir schenken Kraft und Mut.

Ein Lächeln spendet gute Laune.
Es ist gesund, dass man nur staune.
Lächeln kennt auch Humor und Witz,
bezaubert die Alten und die Kids!

© Olaf Lüken

Schöne Frau lächelt am Strand
Schöne Frau lächelt am Strand
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Masken

Autor: Olaf Lüken

Menschen, die im Lande leben
und sich gern erwachsen geben,
tragen Masken, bis an das Grab.
Aber an den Karnevalstagen,
wenn all’ die Jecken Masken tragen,
fällt auch bei jenen die Maske ab.

© Olaf Lüken

Venezianische Maske im Karneval
Venezianische Maske im Karneval
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Mehr Mut!

Autor: Olaf Lüken

Über der Erde
lächeln die Sterne.
Hinter den Nebeln
lockt die Ferne.
Mensch! Habe Mut!
Planeten und Sterne
führen dich gut.

Lasst uns zusammenstehen,
wenn ein hartes Schicksal naht.
Die Frau spürt zuerst die Wehen,
bevor sie in Armen ihr Baby hat.

© Olaf Lüken


Mehr Ritterlichkeit!

Autor: Olaf Lüken

Ich hab’ ein neues Steckenpferd.
Mein Pferd hat flinke Beine.
Hinzu kommt ein langes Schwert,
werd’ Ritter - ganz alleine.
Tumb[1] wache ich mit Parzifal auf,
notiere eines Ritters Lebenslauf.

Ehre, Ansehen, Würde, Stolz.
Ritter sind aus hartem Holz.
Treue, Respekt und Höflichkeit.
Die Zunft nennt auch Bescheidenheit.
Demut, Minne[2], Beständigkeit,
gepaart mit christlicher Offenheit.
Sein Schild zeigt einen Drachenrachen.
Er, ein Schutzherr für die Schwachen.

Weiß auch vom Ruhm, erlebt den Schmerz,
Deus lu volt[3] dringt in sein Herz.
Er liebt die Freiheit, sucht adventures[4].
Anfangs noch Tollpatsch, kann nix dafür!
Kopflos macht seines Schwertes Streich,
mit der Lanze für das Gottesreich[5].
Mein Ritter gehört zum Stamm der Franken,
hilft im Hospital, pflegt auch die Kranken!

In den Burgen, wenn die Festsäle glänzen,
spielt die Laute, zu leisen Tänzen.
Am goldenen Weine, fröhlich genesen.
Mehr Ritterlichkeit bereichert unser Wesen!

© Olaf Lüken

Ritter hoch zu Ross
Ritter hoch zu Ross
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[1]Tumb → naiv, kindlich
[2]Minne → Verehrung der Frau
[3]Deus lu vult → „Gott will es!“ Papst Urban II. ruft 1095 zu den Kreuzzügen auf (1096/99-1291)
[4]Adventures → Abenteuer
[5]Gottesreich → Jerusalem, Königreich der Himmel


Menschen?

Autor: Olaf Lüken

Menschen, die nur von sich selbst erzählen,
Menschen, die unsere Ohren quälen.
Menschen, die sich selbst nicht kennen,
Menschen, die nur die Fehler andrer benennen.
Menschen, die nur dann verstehen, wenn
Menschen sie im Mittelpunkt stehen sehen.
Menschen, die Freunde Egoisten nennen.
Menschen, die Beziehungen verbrennen.

Es sind Menschen, wie Herr Biedermann.
Sie lügen sich selbst und ihren Nächsten an!

© Olaf Lüken


Menschenwürde für ALLE?

Autor: Olaf Lüken

„Menschenwürde sei unantastbar!“,
sagte neulich mein Herr Nachbar.
Ist Menschenwürde auch belastbar?
„Für Tiere sei sie gar unfassbar“,
sagte mir zweitens, mein werter Nachbar.

Volksmund meint: „Würde bringt Bürde.“
Ist das nicht eine zu hohe Hürde?

Menschenwürde – verlangt das Alter.
Man zitiert Bibel und den Psalter.
Würdenträgern ist Würde ’ne Last.
Es ist ein Leben zwischen Eile und Hast.
Hochwürden, der höchste Würden hat errungen,
kündigte, macht jetzt in Versicherungen!

Ist ein Mensch uns etwas wert,
wenn er mit dem Strome fährt?
Wer sieht die Alten, sieht die Kranken,
Süchtige über Wege wanken?

Anderes meinen, anderes glauben.
Wer will sie ihrer Würde berauben?
Sieh’ die Menschen, die halt eben,
nicht wie du und ich gern leben!

Würde verleihen, ohne zu werten,
lässt nicht allein, die Ungeehrten!

© Olaf Lüken


Mutig sein

Autor: Olaf Lüken

Ja, die Welt ist voller Schmerzen.
Manches trägt auch unsere Schuld.
Hoffnung spiegelt ein Licht aus Kerzen.
Bleibe Meister*in in Geduld.

Nebel vermag deinen Trübsinn ergrauen.
Du kennst die Last von sinkendem Mut.
Setze dein Können um in Vertrauen.
Mutigen geht's am Ende auch gut.

© Olaf Lüken


Naseweis

Autor: Olaf Lüken

Du tanzt auf meiner langen Nase.
Es macht dir offensichtlich Spaß.
Springst auf meine Chinavase,
und sagst mir frech: „Ich wünsch’ mir was!“

Ja! – Du bist mein kleiner Meister
und der Deckel auf dem Topf.
Als ich rief, die guten Geister,
schickten sie dich, du frecher Tropf.

Alles hat im Leben Grenzen.
Du hast mich völlig eingekreist.
Gerate gleich in Turbulenzen.
Warte nur, bis gleich mein Faden reißt!

© Olaf Lüken


Prima Klima

Autor: Olaf Lüken

Ich traf auf einen Sonnenstrahl,
der war wohl keine gute Wahl.
Sein Licht raste sekundenschnell,
die Erde anzuleuchten, hell.

Ein CO2 dies kommen sah,
war eines Tages plötzlich da,
und ließ den Strahl nicht ins All zurück.
Die Erde zeigte sich kaum beglückt.

Die Luft, sie heizte sich gleich auf.
Es begann der Wärme Dauerlauf.
Das Eis, es schmilzt und ist bald weg.
Die Fluten fluten – ohne Zweck!

Kälte und Hitze eilen wie Blitze!
Macht nur darüber keine Witze!

© Olaf Lüken

Steigende Temperaturen durch Klimawandel
Steigende Temperaturen durch Klimawandel
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Sonnenbrillen verschaffen Durchblick

Autor: Olaf Lüken

Schütz’ Deine Augen, schütz’ die Pupille,
leiste Dir eine Sonnenbrille!
Trifft auf Deine Augen ein Sonnenstrahl,
mutieren Schmerzen zur Höllenqual.

Du wirst im Raum nur Schwärze sehen.
Das alles geschieht im Handumdrehen.
Schmerz und Tränen sind ekelhaft.
Licht und Durchblick sind außer Kraft.

Die Brille lädt Dich ein zum Schauen,
reizt Kinder Männer und auch Frauen.
Am Neuen Du Dich rasch gewöhnst.
Die Umwelt erscheint dir leicht getönt.

Ob Bäcker, Lehrer, Schornsteinfeger,
die Welt ist voller Brillenträger.
Lieber Freund, erspar’ mir Deine Kritik.
Ich sehe Dich! - mit meinem zweiten Blick.

© Olaf Lüken

Junge Frau mit modischer Sonnenbrille
Junge Frau mit modischer Sonnenbrille
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Streit – wozu?

Autor: Olaf Lüken

Geschichte ist nicht stets vergangen.
Man kann sie auch erneut empfangen.
Was ungelöst, nicht bewältigt ist,
wächst schnell heran zu neuem Zwist.

Mit endlosem Streit verplempern wir Zeit.
Er raubt uns Nerven und Lebensreserven.
Gibt es kein Zurück, halt die Zukunft im Blick.
Auch dazu brauchen wir ein wenig Glück!

© Olaf Lüken

Streit in der Partnerschaft
Streit in der Partnerschaft
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Verantwortung

Autor: Olaf Lüken

Alles läuft glatt, ja wie geschmiert,
wenn man es richtig delegiert.
Befehlen? – das schlägt mir auf den Magen.
Wer hilft, mit mir Verantwortung zu tragen?

Verantwortlich zu sein,
wird selten gepredigt.
Die Toten stellen ihre Antworten ein.
Wer nichts verantwortet, ist bald erledigt.

Ergo:
Wer drüber nachdenkt, aber nichts beginnt,
merkt ganz schnell, wie ihm die Zeit verrinnt!

© Olaf Lüken

Delegieren, Finger, Hand
Delegieren mit dem Finger
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Vernunft vs. Glaube

Autor: Olaf Lüken

1) Vernunft braucht es heute nur allein,
um tierischer als jedes Tier zu sein.
O heiliger Geist begleite,
die Menschen von nah und fern.
Und öffne ihre Herzen,
das sie Zeugnis geben,
für Jesus uns'ren Herrn.

© Olaf Lüken

1) Angelehnt an Goethes Faust I. Prolog im Himmel.


Vertrauen

Autor: Olaf Lüken

Vertrauen soll dem Partner nützen,
ihn auch vor sich selber schützen.
Mit Vertrauen kannst Du lieben,
Partnerglück und langes Leben.

Vertrauen vernichtet jede Feindschaft.
Vertrauen, Basis für jede Freundschaft.
Vertrauen ist ein kostbares Gut.
Es zu verspielen erfordert Mut.

Es zu erhalten, ein schönes Geschenk,
es zu bewahr'n, bitte mit Hirn bedenk!
Vertrauen verraten, nenn' ich Betrug,
gelangst ganz schnell auf den falschen Zug.

Schau' ihm oft und tief ins Auge,
bewahr' Dir Deinen festen Blick.
Dort, wo Menschen gerne lügen,
deren Augen können es nicht !

Vertrauen macht uns're Seele weit.
Vertrauen ist keine Kleinigkeit!

© Olaf Lüken

Vertrauen – sich auf jemanden (etwas) verlassen
Vertrauen – sich auf jemanden (etwas) verlassen
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Vogelflug

Autor: Olaf Lüken

Einst ein Vogel,
der Mensch.
Unermessliche Tage
hockten wir im Nest.
Flaum an Flaum.
Nur der scharfe Bergwind
rüttelte und schüttelte uns,
von Bein zu Bein,
von Herzschlag zu Herzschlag.
Dann flog ich hinab
und …

© Olaf Lüken


Wandel ist besser als wandeln

Autor: Olaf Lüken

Was kann meinen Schlaf vernichten?
Welche Gedanken trüben den Tag?
Denken, lachen, weinen, dichten.
Wir leben zwischen Glück und Schlag!

Mal sind’s Freuden, mal sind’s Sorgen.
Meine Sensoren sind ausgespannt.
Auch mein GESTERN ist nicht mein MORGEN.
Nur steter Wandel hat Bestand.

Augen auf - für unsere Erde.
Wir, die Kinder in Gottes Herde.

© Olaf Lüken


Wandere nicht in fremden Schuhen

Autor: Olaf Lüken

Zu oft in fremden Schuhen gelaufen.
Wichtig war der, der vor mir schritt.
Warf eigene Gedanken über’n Haufen
und schwamm auf jeder Welle mit.

Wo sind meine eigenen Gaben?
Ich will einen Weg, der zu mir passt!
Befehle sind kein Lebensguthaben.
Bin auf der Welt nur ein Erdengast.

Von den Eltern bekam ich das Leben.
Bin als Christ stets in Gottes Hand.
Seine Gnade und mein Streben.
Die Welt ist mir ein einzig Vaterland.

© Olaf Lüken


Was ist Liebe?

Autor: Olaf Lüken

Ist Liebe eine Glaubensmacht?
Bethlehems Stern in dunkler Nacht?
Ist Liebe ein Streif am Horizont?
Macht Luna Liebe auf dem Mond?

Ist Liebe nur ein Hirngespinst?
Endet Liebe nach dem Minnedienst?
Ist es Amor, der mit Pfeilen schießt
oder der Juli, der die Herzen versüßt?

Was verbindet die Mutter mit dem Kind?
Wird die Liebe auch durch Träume bestimmt?
Ist in jedem ICH ein DU?
Bin ich bereit und höre Dir zu?

Ist Liebe ein Gefühl, das inspirierend bewegt?
Ist Liebe ein Gedicht, das im Innersten entsteht?
Ist Liebe die Kraft, die Gefühle empfängt?
Feiert Liebe ein Glück, das auch bedrängt?

Ist es ein Mensch, der mit Dir lacht
und Dich zu einem Menschen macht?
Schaue Dich an - in einem Spiegel.
Die Liebe sieht Dich, gebe Dir Brief und Siegel!

© Olaf Lüken

Mutter und Sohn spielen mit Seifenblasen
Mutter und Sohn spielen mit Seifenblasen
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Was ist wichtiger – das Wort oder die Tat?

Autor: Olaf Lüken

Ein ehrlich Wort an rechter Stelle,
hilft dem, der sich mit Worten plagt.
Das Wort ist Himmel oder Hölle.
Ich hab’s gesagt und auch gewagt!

Die Welt, sie giert nach Herzenswärme,
in dieser ach so kalten Welt.
Die Hoffnung sitzt meist im Gedärme.
Die Welt braucht keinen Superheld.

Ein Wort kann Krieg, auch Frieden stiften.
Ein Wort, es ehrt und es verheert.
Mit Worten kann man Lippen liften.
Ein Wort ist heute wenig wert.

Auch Taten tragen der Toten Tafeln.
Vor dem Wort sollte ein Denken stehn.
Mit Worten reden oder schwafeln.
Das Land will endlich Taten sehn!

© Olaf Lüken


Was wäre, wenn …

Autor: Olaf Lüken

Gräber mit Sträuchern und Blumen belegt.
Gräber, von Menschen liebevoll gepflegt:
„Ja ! - ich schreibe gerne in Bildern.
Lasst lieber die Gräber gleich verwildern.
Blumen sollten wir uns nur geben,
wenn wir leben, ja, wenn wir leben!“

© Olaf Lüken

Blumen auf einem Friedhof
Blumen auf einem Friedhof
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Willkommen im Klub
der Besserwisser

Autor: Olaf Lüken

Blinde erläutern mir den Sinn der Farbe,
Taube erklären ihre akkustische Gabe.
Stumme lehren mich, wie ich singe,
Lahme zeigen mir, wie ich springe.
Nutten flüstern, wie ich Andacht betreibe,
Lektoren, wie ich sinnvoll schreibe.

Auch zeigen mir die Jehovas Zeugen,
mich Tag und Nacht vor Gott zu verbeugen.
Wollte ich es allen rechtens machen,
ich hätte gar nichts mehr zum Lachen!

© Olaf Lüken

PS: Reminiszenz an Karl Kraus

Wegweiser aus Holz
Wegweiser aus Holz
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Wörterwälder

Autor: Olaf Lüken

Ich wurde betrogen und habe gelogen.
Habe die Wahrheit selten aufgesogen.

Worte sind staubig, wie ein Wedel,
zeugen von Bildung, sind sehr edel.
Mit Worten man deutlich machen will,
wer man heute ist, ein Mensch mit Stil.

Helfen Worte uns wirklich weiter?
Sie sind ehrlich, ironisch, heiter.
Worte verletzen, Worte zerfetzen.
Worte heilen, im Gedächtnis verweilen.

Worte können Felsen zerschmettern,
Worte können Wälder entblättern.
Das Wort glüht und brennt.
Das Wort, es schneidet und trennt.

Worte gehen durch Mark und Bein.
Mit Worten schlägt man Schädel ein.
Das Wort ist Licht im dunklen Tal.
Das Wort wirkt wie ein Sonnenstrahl.

Worte sind Pfeile, treffen ins Herz.
Worte sind Balsam, lindern den Schmerz.
Worte, fragil wie Porzellan,
Worte kündigen Lügen an.

Worte haben oft Gewicht.
Nur den anderen
interessieren sie nicht.

© Olaf Lüken


Wolken

Autor: Olaf Lüken

Stürme jagen dunkle Haufenwolken.
Sie werden gestupst, sodann gemolken.
Der Wind entpuppt sich als treuer Begleiter.
Die Wolken ziehen jetzt langsam weiter.

Der Himmel zuckt, es fallen Blätter.
Dachziegel wackeln, es lösen sich Bretter.
Meine Wolke zieht schnell dahin,
erkenne ich darin viel Formensinn?

Wolken bilden ab, auch Unruh und Freiheit,
wandern über Länder und Meere,
symbolisieren die Unendlichkeit.
Der Regen füllt trock’ne Leere.

Wenn eine Schäfchenwolke fliegt,
federleicht über Gipfel und Weite,
wenn sie schwebt, in der Luft sich wiegt,
blicken himmelwärts einige Leute.

Wolken schleichen auch träge sich weiter,
unter des Himmel satte Bläue,
bilden dann eine Wolkenleiter,
suchen Freiheit und suchen Treue.

Ruhelos, wie eine Wolke,
ist auch der Menschen Sinn.
Er, der sich unter Wolken trollte,
stets auf der Suche nach dem: „Ich bin!“

© Olaf Lüken

Wolken am Himmel
Wolken am Himmel
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