Morgenrasur
Autor: Olaf Lüken
Ist meine Rasur eine Seelenkur
oder ’ne Prozedur, bis zur Tortur?
Pflege, Ruhe, Präzision,
die sanfte Haut als Finderlohn.
Stahl und Seife für’s Gesicht,
bartlose Leute wähnen Gewicht.
Auch mal mit dem Strich rasieren,
den Vollbart mit der Scher’ riskieren.
Die Rasur ist wahrlich kein Malheur.
Wer kennt nicht einen guten Friseur?
Auch der Barbier rasiert mit Pläsier.
Muss ich alles alleine können,
um Haare von der Haut zu trennen?
Ich nehme Gel, vielleicht nur Schaum.
So werde die Welt auch mir zum Traum!
Während ich ein Liedchen singe,
kreuz und quer springt meine Klinge.
Rauf und runter, runter und rauf,
hier endet gleich der Stoppel Lauf!
Nicht Frust, Lust und Genuss sind ein Muss.
Ich wünsche mir meiner Liebsten Kuss!
Zum Abschluss lockt ein Aftershave,
dann bin ich „Hardcore“, dann bin ich „Brave“!
Ein kleiner Schritt. Igittigit.
Die Backe zeigt Spuren, kein kluger Schritt.
Ich seh’ beim Säubern nur wenig Blut,
die Pfirsichhaut bleibt ein kostbares Gut.
Mein Gesicht, jetzt glatt und nackt.
Die Rasur ist gelungen, das ist Fakt!
© Olaf Lüken
Foto von Supply auf Unsplash

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