Wirst du wohl noch für voll genommen

Wirst du wohl noch
für voll genommen?

Autorin: Heidi Hollmann

Wirst du wohl noch für voll genommen
Stell ich mir diese heikle Frage
Das Alter macht mich oft beklommen
Warum ich diese Frage wage

Versprichst du dich in jungen Jahren
Wird es dem Stresse zugeschrieben
Im Alter du wirst es erfahren
Hält man dich für zurückgeblieben

Das hohe Alter schätzt man nicht
Das uns die Pharmazie beschert
Trotz Rheuma bis zur schlimmen Gicht
Leben wir dennoch - und stark vermehrt

Wohin das alles führen mag
Denk ich mir hier und da bisweilen
Als alter Mensch von Tag zu Tag
Kannst du dem Schicksal kaum enteilen

© Heidi Hollmann

Das Gedicht ist ein berührender und ehrlicher Blick auf die oft schmerzhaften Facetten des Alterns. Es fängt die leise Beklemmung ein, die entsteht, wenn Vergesslichkeit plötzlich anders bewertet wird und die moderne Medizin zwar das Leben verlängert, aber nicht immer den gesellschaftlichen Respekt bewahrt. Eine melancholische, aber treffende Reflexion über ein Schicksal, dem niemand von uns enteilen kann.

Eine ältere Frau blickt melancholisch aus dem Fenster. Das Schwarz-Weiß-Foto symbolisiert das Nachdenken über das Älterwerden
Ältere Dame blickt nachdenklich aus dem Fenster
Bild von Patricia Bozan auf Pexels

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