Zu meinen Füßen sinkt ein Blatt
Autor: Ludwig Uhland
Zu meinen Füßen sinkt ein Blatt,
Der Sonne müd’, des Regens satt;
Als dieses Blatt war grün und neu,
Hatt’ ich noch Eltern lieb und treu.
O, wie vergänglich ist ein Laub,
Des Frühlings Kind, des Herbstes Raub!
Doch hat dies Laub, das niederbebt,
Mir so viel Liebes überlebt.
Bild von Annette Meyer auf Pixabay
„Zu meinen Füßen sinkt ein Blatt“ – mit diesen melancholischen Worten greift Ludwig Uhland in seinem berühmten Gedicht „Nachruf“ ein zeitloses Motiv der Weltliteratur auf. Doch was auf den ersten Blick wie eine reine Herbstimpression wirkt, entpuppt sich schnell als tiefgründige Reflexion über das menschliche Dasein. Die herbstliche Natur dient dem romantischen Dichter als Spiegel der Seele: Das fallende Blatt wird zum Sinnbild für Abschied, Trauer und die schmerzhafte Vergänglichkeit des Lebens.

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