Hochzeitsgedicht von einem kleinen Wicht, Gedicht – Festgestaltung

Hochzeitsgedicht von einem kleinen Wicht

Grüß Gott, du liebes Hochzeitspaar!
Ich weiß, ihr denkt jetzt beide zwar:
„Was will denn bloß der kleine Wicht?“
Doch hört nur, was der Kleine spricht:

In meinem Elternhaus
erleb ich viel jahrein, jahraus.
Drum manches ich erzählen kann!
Ja, ja, ihr lacht - hört mich nur an:

Ich weiß wahrhaftig gut Bescheid:
Die Mutter wünscht ein neues Kleid,
der Vater sagt energisch „nein“,
das alte sei noch gut und fein.

Der Vater raucht Zigarren gern,
das tun ja wohl die meisten Herrn,
doch macht’s den schönsten Vorhang grau -
und waschen muss ihn dann die Frau!

Mama möchte in die Oper gehen:
Die „Zauberflöte“ sei so schön!
Der Vater sagt, es tät ihm Leid,
er habe Kegelabend heut.

Der Vater kommt vom Amt nach Haus
und freut sich auf den Abendschmaus,
den hat Mama vergessen ganz,
sie kam erst aus dem Damenkranz.

So gibt es Klippen groß und klein,
es wird in jedem Haus so sein.
So einfach ist es also nicht,
wie bei der Hochzeit man verspricht.

Drum macht es wie mein Elternpaar!
Das ist geübt schon manches Jahr:
Geht’s nicht nach Wunsch - sie trutzen nicht
und machen auch kein bös Gesicht.

Und manchmal sagt der Vater: „Schau,
hier in dem Fenster, liebe Frau,
da liegt ein wunderschöner Hut.
Wie wär’s? Der stünd’ dir sicher gut!“

Und zum Geburtstag Vaters - denkt,
Mama ihm selbst Zigarren schenkt.
Drum, Brautpaar, nimm ein Beispiel dran
und fang so deine Ehe an.

Dann habt ihr Frieden stets im Haus!
– Und nun ist meine Weisheit aus!

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