Humor nur noch mit behördlicher Genehmigung
Humor nur noch mit behördlicher Genehmigung
Brauchen wir bald einen Waffenschein für Pointen? Was passiert, wenn die Bürokratie die Landesgrenzen des Humors erreicht und Witze offiziell genehmigt werden müssen? Wir werfen einen Blick auf die satirischen und hellseherischen Texte von David Burkhart. Ein humorvoller, aber tiefgründiger Denkanstoß über die Grenzen der Regulierung und die Freiheit des Lachens. Seien Sie gespannt auf eine Karnevalsrede der etwas anderen, herrlich erfrischenden Art!
Autor: David Burkhart
Berlin: Helle Aufregung bei den Humorverbänden: Bundesinnenministerin Laser beklagte gestern den „Wildwuchs“ beim Thema Humor, und kündigt eine umfassende Gesetzesinitiative der Bundesregierung an. Diese soll in rund zwei Monaten vorliegen.Laut Ministerin Laser soll das völlig chaotische, unregulierte Unwesen bei Humor und Spaß gründlich reformiert werden. „Es darf nicht sein, dass wildfremde Menschen ohne erkennbaren Anlaß Scherze oder Humorvorgänge durchführen wollen.“
Konkret versprach sie, Humorvorhaben bedürften einer vorherigen, schriftlichen Genehmigung durch die zuständige Behörde. Das fängt schon bei harmlosen Witzen an - bis hin zu größeren Aktionen wie z.B. Faschingsumzügen. Nur - Frage an Ministerin Laser - welche Behörde ist dafür zuständig? Nach vorläufigen Informationen des Innenministeriums sollen dafür neue Stellen geschaffen werden - also Humorbeauftragte, analog etwa zu den Frauenbeauftragten.
Konkret stellte Innenministerin Laser ein vierstufiges Konzept vor:
- Stufe weiß:
- Auf der Straße möchte jemand ohne erkennbaren Grund lachen.
Behördliche Genehmigung: Problemlos. - Stufe gelb:
- Man möchte einem anderen Menschen einen eher harmlosen Witz erzählen.
Behördliche Genehmigung: Nach Angabe von Gründen in der Regel kein Problem. - Stufe orange:
- Slapstickähnliche Vorgänge
Behördliche Genehmigung: Je nach Einzelfall genehmigungsfähig oder nicht. - Stufe rot:
- Streiche aller Art; öffentliche Aktionen, die den Verkehr behindern.
Behördliche Genehmigung: Völlig ausgeschlossen.
Indes reagieren führende Vertreter von Humorverbänden verärgert. „Was will die Bundesregierung noch alles regeln?“, fragte einer. „Genügt es etwa nicht, dass wir jetzt das Bundesduschgesetz haben und dass man beim Duschen so hetzen muß?“ - „Was soll da noch alles kommen? Ein Feldzug gegen Fettleibigkeit? Ha?“
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