Jeder Tropfen zählt - Dürre in Ostafrika

Der kleine Igel an der Krippe, Weihnachtsgeschichte – Festgestaltung

Der kleine Igel an der Krippe

Autor: unbekannt

Mitten im Winter erging für die Menschen in Israel der Befehl des römischen Kaisers, sich in die Steuerlisten eintragen zu lassen. Dazu musste jeder an seinen Geburtsort reisen. Auch Josef und Maria machten sich zu Josefs Geburtsstadt Betlehem auf. Maria war schwanger und ihr Kind sollte schon bald geboren werden. Als sie nach einer tagelangen mühevollen Reise endlich Betlehem erreichten, war nirgends ein Zimmer frei, nur in einem Stall vor der Stadt fanden sie Zuflucht. Die Geburt des Kindes stand kurz bevor.

Auf den Feldern rund um Betlehem lagerten Hirten mit ihren Herden. Es schien eine kalte Nacht wie viele andere zu werden. Plötzlich aber wurden die Hirten von einem hellen Leuchten aufgeschreckt. Es erschienen ihnen Engel und sie hörten himmlische Musik. Ein Engel rief ihnen zu: „Fürchtet euch nicht, ein Kind ist euch geboren im Stall bei Betlehem.“

Auch die Tiere des Waldes und auf den Feldern hörten die Botschaft. Der Engel hatte doch gesagt, das Kind werde die gesamte Schöpfung erretten. So beschlossen die Tiere, es zu suchen. Sie wollten ihm zeigen, wie sehr sie sich über sein Kommen freuten, und ihm Geschenke mitbringen: Federn und Wolle, Nüsse und Getreide, Früchte und Milch, alle hatten etwas Besonderes.

Nur der winzige Igel, der sich immer im Laub verbarg, fand nichts, was er hätte verschenken können. Der kleine Igel fühlte sich sehr traurig, dennoch wollte auch er das Kind sehen und lief hinter den anderen Tieren her. Beim Stall fand er eine kleine Lücke in der Mauer und huschte als Erster hinein. Dort stand er nun ganz alleine vor dem Kind, das in einer Krippe lag, und hatte doch kein Geschenk mitgebracht.

Vorsichtig schlich er sich an den kleinen Jungen heran. Wie hübsch er doch war. Wie winzig und hässlich kam sich der kleine Igel dagegen selbst vor. Immer näher schlich er und fand sogar einen Weg, um auf den Rand der Krippe zu klettern. Da saß er nun, während all die anderen Tiere durch die inzwischen offene Tür hereinströmten, und blickte voll Sehnsucht auf das Kind.

Plötzlich hörte der kleine Igel die Worte: „Ich habe auf dich gewartet!“ Erschrocken sah er sich um, doch nur die leuchtenden Augen des Jungen, der zu ihm aufsah, sprachen zu ihm. „Bist du das?“, flüsterte der kleine Igel. „Ja“, antwortete das Kind, „ich brauche dich. Du hast so schöne kleine Stacheln, meine Mutter Maria hat nichts, um die Windeln festzustecken. Schenkst du mir welche?“

Alle seine Stacheln hätte der kleine Igel gegeben, nur für diesen Moment des Glücks. Er war erwünscht und willkommen, es gab etwas, das er geben konnte. Wie reich beschenkt fühlte er sich in diesem Augenblick. Das Kind in der Krippe kann jeden gebrauchen, wie klein und stachelig wir auch sein mögen.


Kommentar hinzufügen

* Pflichtfeld
1000
Drag & drop Bilder (max 3)
Ist es wahr oder falsch, dass „grün“ eine Zahl ist?

Kommentare

Noch keine Kommentare, sei der erste Poster!