Übersicht
- Das Ding
- Ein lustiges Gedicht über einen Gegenstand des
täglichen Gebrauchs
-
Der Klapperstorch gratuliert dem Brautpaar
- und liefert gerne. Er ist zur Bestellung jederzeit
bereit
- Der Kuss
- über die Kunst des Küssens
- Die Apotheke
- Die Behandlung eines bösen Schmerzes am
Hochzeitstag
- Die
Diagnose des Hausartes
- empfohlenes Medikament: Heirat
- Die Familientante
- Begleitung für die Hochzeitsreise
- Die
Hochzeitspredigt
- Andacht für die Hochzeitsfeier
- Die moderne
Frau
- Was kann die moderne Frau?
- Hochzeit ist ein
schönes Fest
- Ein Gedicht, dass müde Gäste nach dem Festmahl
munter macht
- Hochzeitsnacht
- Ein lustiges Gedicht über merkwürdige Geräusche
in der Hochzeitsnacht
- Kleines
Ehelexicon
- Die wichtigsten Begriffe und ihre Bedeutung
- Wie die
Hühner
- Flitterwochen auf dem Bauernhof
Es gibt ein Ding, das jeder kennt,
und ist er noch so abstinent,
wird er es von Zeit zu Zeit benützen,
um sich vorm Vorwurf "faul" zu schützen.
Der Umgang mit dem Ding ist nett,
man braucht es nicht unbedingt im Bett,
es geht im Stehen und auch im Sitzen,
und mancher tut dabei auch schwitzen.
Ich hab so ein Ding heute mitgebracht,
ein schönes Päckchen daraus gemacht,
und mancher hier, was gilt die Wette,
wäre froh, wenn er so ein Ding hätte.
Das Ding ist hart und doch geschmeidig,
und ist man dieses Ding mal leidig,
packt man es einfach wieder ein,
bis zum nächsten Stelldichein.
Das Ding muss manchmal sehr viel leisten,
in einer Öffnung nützt es am meisten,
da muss das Ding dann ganz weit rein,
dann klappt die Sache, so soll es sein.
Die Zentimeter sind auch wichtig,
so 15 wäre in etwa richtig.
Man hat auch welche schon gesehen,
mit 20, 30 und auch 10.
Die Regel ist, das weiß ein jeder,
so etwa 15 Zentimeter:
5 für drinnen und 5 für draußen,
und 5 für hin und her zu sausen.
Doch nicht zu hastig, seid nicht dumm,
sonst wird das Ding am Ende krumm.
Denn wo man Gutes tun kann,
da geht man nicht zu hastig ran.
Das Schönste was das Ding halt kann,
es passt sich jeder Öffnung an.
Es gibt auch Leute, ihr werdet stutzen,
die das Ding nicht mehr benutzen.
Obwohl ein jeder drüber spricht,
es tut nicht weh und staubt auch nicht.
Dinger gibt es, es ist nicht gelogen,
die sind ein ganz klein Stück gebogen.
Doch wenn man die geschickt dann dreht,
wird die Wirkung noch erhöht.
Bei großen Dingern braucht man Kraft,
bis man es durch die Öffnung schafft.
Dagegen bei den all zu Kleinen,
ist es leider oft zu Weinen.
Freunde ich bin kein Revolutzer,
ich zeig jetzt meinen ........ Flaschenputzer
Das Ding ist kaum noch im Verkehr,
darum kennen viele es nicht mehr.
Ihr Männer, wer bis jetzt gestutzt,
hat wohl noch nie eine Flasche geputzt.
Was ich soeben vorgebracht,
war nicht als Ferkelei gedacht
Hurra, Hurra –
ein Reisender – der Vertreter des Klapperstorchs ist da!
Fürchtet euch nicht, ihr lieben Leute,
ich hab’ gar nichts Böses im Sinne heute.
Nur dachte ich, wenn zwei sich vermählen,
da darfst du sicher auch nicht fehlen.
Ich komme direkt vom Süden her
und habe mit dem Brautpaar persönlich die Ehr.
Ich komme in einer sehr wichtigen Sache,
mein Name ist „Adebar“,
ihr kennt mich sicher schon,
ich reise für die Firma „Klapperstorch & Sohn“.
Unsere Firma besteht schon seit Anfang der Welt,
auch Adam hat schon bei mir bestellt.
Wir liefern dem Kaiser, wir liefern dem König,
auch armen Leuten liefern wir oft nicht wenig.
Ob groß, ob klein, ob arm, ob reich,
unsere Ware bleibt immer gleich.
Und wann ich soll liefern, müsst Ihr mir sagen,
ob später oder schon in den nächsten Tagen.
Ich denke, ihr lasst mir, wie’s üblich ist,
eine dreivierteljährliche Lieferungsfrist.
Na, was wollt ihr als erste Lieferung haben,
wollt ihr ein Mädel oder Knaben?
Oder wollt ihr beides zur gleichen Zeit,
da gibt’s Rabatt, ihr lieben Leut’.
Na, ich seh euch beide verlegen schweigen,
da muss ich euch ein paar Muster zeigen:
Dies hier ist eine prima, feine Qualität,
die später den Männern den Kopf verdreht.
Dieses ist was für die Häuslichkeit,
sie ist sparsam, fleißig und gescheit.
Und das ist eine besondere Sorte,
da gibt’s nur ganz wenige hier im Orte.
Da hab´ ich ein Rabattmarkenbuch,
für einen Jungen ist eine genug.
Für ein Mädchen müssen zwei hinein,
und für Zwillinge müssen's viere sein.
Sind dann vergangen 25 Jahr,
bekommt ihr’s ausgezahlt in bar,
und zwar zahlen es die Kinder selbst zurück,
durch Liebe, Dankbarkeit und Glück.
Also überlegt es euch und sagt mir Bescheid -
für eine Bestellung bin ich jederzeit bereit.
So lebt denn wohl, auf Wiedersehn,
und lasst es euch recht wohl ergehn!
Der Liebe erster Hochgenuss
ist ohne Zweifel nur der Kuss,
er ist beliebt und macht vergnügt,
ob man ihn nimmt, ob man ihn gibt.
Er tut sehr wohl, ist unverbindlich,
denn er vollzieht sich immer mündlich.
Hat man die Absicht, dass man küsst,
muss man mit aller Macht und List
den Abstand zu verringern trachten
und sich mit Blicken anzuschmachten.
Die Blicke werden tief und tiefer,
es nähert sich der Unterkiefer
und dann versucht man mit geschlossenen Augen
sich aneinander festzusaugen.
Nicht ein einziger Kuss allein,
braucht des Kusses Ziel zu sein.
Und wie man küsst ist ganz verschieden,
im Norden anders als im Süden.
Der eine heiß, der andere kühl,
ein dritter mit Andacht und Gefühl.
Der eine kurz, der andere länger -
den längsten nennt man Dauerbrenner!
Bei einem schönen Hochzeitsmahl,
passierte es, es war fatal.
Der jungvermählten Braut wird schlecht,
dem Herrn Gemahl war es gar nicht recht!
Er brachte Sie ins Heiligtum ...
es waren bald zwei Stunden um.
Dann endlich kam Sie wieder,
so frisch, wie junger Flieder.
Na, Lottchen, wo hat es denn gefehlt?
Hat dich ein böser Schmerz gequält?
Befragt man beide hin und her,
doch endlich, endlich sprach dann er:
Ach ja, es war wohl nur ein Schmerz,
an Lottchens aufgeregtem Herz.
Aus der Hausapotheke fein,
da gab ich ihr ein paar Tröpfchen ein!
Ach so, sprach Onkel Max im Nu,
dann knöpf mal deine Apotheke zu!
Verehrtes Brautpaar, liebe Hochzeitsgäste,
ich möchte mich gern vorstellen: mein Name ist Dr.
Bogen, ich bin ständig überspannt! Ich bin der Hausarzt
von (Name Braut) und (Name Bräutigam) und habe mich
eigentlich an die ärztliche Schweigepflicht zu halten.
Aber in diesem dringenden Fall durfte ich einfach nicht
schweigen.
_______________ (Name Braut) und _______________ (Name
Bräutigam) kamen zu mir in einem Zustand, der mir an
diesen Beiden vollkommen fremd war. Damals konnte ich mir
keinen Reim auf dieses ungewöhnliche Verhalten machen und
folgedessen die richtige Arznei nicht verschreiben. Doch
jetzt ist mir, nach Rücksprache mit führenden Kapazitäten
auf diesem Gebiet, ein Licht aufgegangen und
diagnostiziere:
Akutes Verliebtsein im Anfangs- bis
Mittelstadium.
Hierfür wurde ein spezielles Mittel von mir erfunden,
da ich es nicht verantworten kann, auch nur eine Person
in diesem Zustand zu lassen, und es ist noch nicht
überschaubar, inwieweit diese Krankheit ansteckend ist
und wenn, wie sie übertragen wird.
Dieses Mittel nannte ich: H E I R A
T
HEIRAT besteht aus:
- 1 Teil Arbeit
- 2 Teile Frohsinn
- 5 gehäufte Eßlöffel Optimismus
- 1 Teelöffel Toleranz
- 1 Körnchen Ironie
- 1 Prise Takt
- überreichlich Liebe
Die Anwendungsgebiete:
Im höchsten Grade des Verliebtsein Anwendung 24
Stunden täglich
bei großem Wunsche der Vermehrung Anwendung auch
nachts
bei stark ausgeprägter Vereinsamung Anwendung
hauptsächlich abends
bei Wunsche nach Geborgenheit. Anwendung 24 Stunden
täglich.
Die Gegenanzeichen:
Das Präparat soll nicht bei Überempfindlichkeit und
Arroganz angewendet werden. Ferner sollten berechnende
Gründe ausgeschlossen werden. Zweifel dürfen keine
bestehen.
Die Nebenwirkungen:
HEIRAT wird allgemein gut vertragen. Nur bei besonders
empfindlichen Menschen kann gelegentlich zu Beginn der
Anwendung ein Glitzern in den Augen und Muskelkater
auftreten.
In solchen Fällen, vor allem wenn dies mit
Benommenheitsgefühl und Abkanzelung von der Außenwelt
verbunden ist, sollte die angewandte Menge vermindert
werden.
Die Wechselwirkung mit anderen Mitteln:
Bei gleichzeitiger Anwendung von Mißtrauen,
Seitensprung und Gleichgültigkeit ist die Möglichkeit
größerer Aggressivität und Wirkungslosigkeit von HEIRAT
zu beachten.
Die Art der Anwendung:
HEIRAT fördert das Zusammengehörigkeitsgefühl und hebt
das Verantwortungsbewußtsein und schafft daher sehr gute
Voraussetzungen zur Fortpflanzung.
Die Packungsgröße:
O - 75 Jahre, eingeteilt in Monate, Wochen und Tage
Nun wünsche ich dem jungen Paar ein glückliches Leben,
das dank dieses Präparates gar nicht mehr schiefgehen
kann!
Grüß Gott, grüß Gott, oh wie ich rannte,
hier bin ich, die Familientante!
Ich hört, dass ________________ sich vermähle,
das traf in meine Tantenseele.
Ich sprach zu mir, Kind - zögere nicht,
reis' hin, hier ruft dich deine Pflicht. Das
Bräutlein doch so jung an Jahren, ist noch so
gänzlich unerfahren und sicher kommt die Furcht sie
an vor einem völlig fremden Mann.
Drum ließ ich alles, um zu eilen,
und meinen Rat ihr zu erteilen,
weil man dem Kind doch helfen muß!
Komm, gib der Tante einen Kuß
und laß dich in die Arme schließen,
auch den Bräutigam will ich begrüßen,
den ich zum ersten Mal hier treffe!
Der ____________ ist ja nun mein Neffe.
Fürwahr mein Kind ich muß gestehn
ein schöner Mann, der läßt sich sehn.
Ach, gell, dir ist ganz bang zu Mute
am heutigen Tag, mei ____________, mei Gute.
Doch hör, du kannst ganz ruhig sein,
ich laß gewiß dich nicht allein.
Denn wenn ich richtig konnt' verstehn,
will er mit Dir auf Reisen gehen.
Auf Reisen! Nein! So junge Leute
- allein! In unsren Zeiten heute,
das wäre doch des Leichtsinns Spitze,
vor der ich treulich euch beschütze.
Drum faßt ich kurzerhand den Plan,
ich schließe mich euch Beiden an.
Wie ihr auch reisen wollt und wo -
gell ____________, jetzt bist Du froh!
An alles habe ich gedacht
und gleich die Koffer mitgebracht -
Der junge Mann als Kavalier,
er trägt sie sicher gerne mir.
Und er verstaut sie auch im Wagen, nicht wahr?
Doch eines möchte ich noch sagen,
die Schachtel oben und die Tüte,
denn die enthalten meine Hüte.
Die Kleider häng' ich gern, und Röcke
Ihr habt doch Haken zu dem Zwecke?
Der Rest hat auf dem Rücksitz Platz.
Du bist ja nicht so dick mein Schatz
und wirst genügend Platz noch finden.
Mir selbst wird's schlecht beim Fahren hinten,
deswegen, statt daß ich mich quäle
stets vorne meinen Platz ich wähle.
Dort kann ich auch viel besser sehn,
um beim Chauffieren beizustehen.
Ach, hört nur wie mein Vogel piepst,
ist er nicht wirklich allerliebst?
Komm Hansi, laß' Dein Stimmlein tönen !
Er wird sich bald an euch gewöhnen.
Nur eines dürft ihr nicht vergessen,
er braucht ganz pünktlich stets sein Essen,
wie auch Fifi gleicherweise,
er freut sich schon so auf die Reise
mit Frauchen - nur die fremden Herrn,
die mag er meistens nicht so gern.
Doch hoffe ich, bald wird sich's wandeln,
Du mußt ihn nur mit Lieb' behandeln.
Er schläft ja bei dir im Hotel
und morgens so um fünf Uhr schnell
mußt Du mal mit ihm Gassi gehen.
Du wirst ihn sicher bald verstehn -
er läßt ein deutlich Jaulen hören.
Wir beide lassen uns nicht stören
und wählen unser Doppelzimmer
auf einem andren Stockwerk immer.
Am Morgen wird im Bett geblieben,
ich denk' bis mindestens um sieben.
Im Bett woll'n wir das Frühstück nehmen,
dann kannst Du meine Haare kämmen.
So bleibt dem Christian Zeit am Morgen
für Wagen und Gepäck zu sorgen.
Weiter bin ich auch bereit
- ich nehm' mir wirklich gern die Zeit -
in eurer Wohnung ein paar Wochen
zu lehren dich putzen und auch kochen.
Es eilet mir nicht im Geringsten,
ich nehm' mir Zeit bis so nach Pfingsten!
Denn alles andre steht zurück,
hier geht's um euer Eheglück!
Ich gehe nun mich umzukleiden,
bleibt nur noch etwas hier, ihr Beiden.
Ein viertel Stündchen oder so
genießt das Fest noch und seid froh.
Doch dann woll'n wir nicht länger warten,
es ist nicht gut, zu spät zu starten!
Der Papagei wird sonst nervös,
und auch mein Fifi wäre bös.
Also bis gleich -
am Eingang unten treff' ich euch.
Die Hochzeitsnacht
Autor: Marc Seifert
Seit Tagen war das Paar aktiv,
wohl selten, dass man soviel lief.
Es gab zu machen und zu klären,
man schuftete zu eignen Ehren.
Die Aufregung kam noch dazu,
man hatte kaum mehr seine Ruh’.
Vor Stress mit einem Bein im Sarg,
steht vor der Tür der große Tag.
Man lässt ihn rein und auch die Gäste,
gefeiert wird das große Feste.
Getanzt, geredet und getrunken,
zum Abschied jedem zu gewunken.
Nun hat man endlich es geschafft,
die Gäste weg, sich aufgerafft,
den Feiertag jetzt zu beenden,
er trägt sie kraftlos auf den Händen.
Das Ziel, es ist das Hochzeitsbett,
schön dekoriert, nett und adrett,
nun steht bevor die Hochzeitsnacht,
doch es kommt anders als gedacht.
Die Füße platt, der Kopf ganz leer,
Arme und Beine sind so schwer,
die Augen rot und blass die Backen
und steif ist bestenfalls der Nacken.
Wer denkt denn jetzt noch an Verkehr?
Man(n) möchte und kann auch nicht mehr.
Der Wunsch ist nur noch einzuschlummern,
und sich um gar nichts mehr zu ku(e)mmern.
Doch morgendlich erwacht man dann
als Ehefrau und Ehemann,
man schaut verliebt und auch verträumt
und holt schnell nach, was man versäumt’.
Wer hat sich das wohl ausgedacht,
den Mythos von der Hochzeitsnacht?
Der Zeitpunkt, es sich zu besorgen,
ist nicht die Nacht, es ist der Morgen!
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