Ostergedichte für Kinder

Fröhliche und farbenfrohe Gedichte rund um das Osterfest. Verse, die Kinder ansprechen, zum Lesen, Vorlesen und Auswendiglernen.

Autoren

Paula Dehmel

Osterlied

Autorin: Paula Dehmel

Has, Has, Osterhas,
Wir möchten nicht mehr warten!
Der Krokus und das Tausendschön,
Vergissmeinnicht und Tulpe stehn
Schon lang in unserm Garten.

Has, Has, Osterhas
Mit deinen bunten Eiern!
Der Star lugt aus dem Kasten aus,
Blühkätzchen sitzen um sein Haus;
Wann kommst du Frühling feiern?

Has, Has, Osterhas,
Ich wünsche mir das beste!
Ein großes Ei, ein kleines Ei
Und ein lustiges Dideldumdei,
Alles in einem Neste!

Lila Ostereier im Blumenbeet
Lila Ostereier im Blumenbeet
Bild von Helga Kattinger auf Pixabay

Friedrich Güll

Osterhäslein

Autor: Friedrich Güll

Drunten an der Gartenmauern
hab’ ich sehn das Häslein lauern.
Eins, zwei, drei –
legt’s ein Ei,
lang wird’s nimmer dauern.

Kinder, lasst uns niederducken!
Seht ihr’s ängstlich um sich gucken?
Ei, da hüpft’s,
hei, da schlüpft’s
durch die Mauerlucken.

Und nun sucht in allen Ecken,
wo die schönen Eier stecken,
rot und blau,
grün und grau
und mit Marmelflecken!

Ostereiersuche
Ostereiersuche
Bild von ArtRose auf Pixabay

Schaut, wer sitzt denn dort im Gras?

Autor: Friedrich Güll

Schaut, wer sitzt denn dort im Gras?
Das ist ja der Osterhas!
Guckt mit seinem langen Ohr
aus dem grünen Nest hervor,
hüpft mit seinem schnellen Bein
über Stock und über Stein.

Kommt, ihr Kinder, kommt und schaut,
schön hat er das Nest gebaut!
Ei so fein von Gras und Heu
und so lind von Moos und Spreu.
Lasst uns schauen, was liegt im Nest
so rund und glatt und fest:

Eier, blau und grün und scheckig,
Eier, rot und gelb und fleckig!
Häslein in dem grünen Wald,
ich hab’ dich lieb und dank dir halt,
Häslein mit dem langen Ohr,
dank dir tausendmal davor!

Häslein mit dem schnellen Bein,
sollst recht schön bedanket sein!
Nächste Ostern bringt die Mutter wieder
dir ein gutes Futter,
dass du möchtest unsertwegen
wieder soviel Eier legen.

Osterhase mit lila Tulpen
Osterhase mit lila Tulpen
Bild von NoName_13 auf Pixabay

Hoffmann von Fallersleben

Das Osterei

Autor: Hoffmann von Fallersleben

Hei, juchhei! Kommt herbei!
Suchen wir das Osterei!
Immerfort, hier und dort
und an jedem Ort!

Ist es noch so gut versteckt,
endlich wird es doch entdeckt.
Hier ein Ei!
Dort ein Ei!

Bald sind's zwei und drei! Wer nicht blind,
der gewinnt einen schönen Fund geschwind.
Eier blau, rot und grau
kommen bald zur Schau.

Und ich sag' s, es bleibt dabei,
gern such ich ein Osterei.
Zu gering ist kein Ding,
selbst kein Pfifferling.

Osterkorb mit farbigen Eiern
Osterkorb mit farbigen Eiern
Bild von Couleur auf Pixabay

Heinrich Hoffmann

Der erste Ostertag

Autor: Heinrich Hoffmann

Fünf Hasen, die saßen
beisammen dicht,
Es macht ein jeder,
ein traurig Gesicht.

Sie jammern und weinen:
Die Sonn' will nicht scheinen!
Bei so vielem Regen
wie kann man da legen
den Kindern das Ei?
O weih, o weih!

Da sagte der König:
So schweigt doch ein wenig!
Lasst Weinen und Sorgen.
Wir legen sie morgen!

Fünf bezaubernde Osterhasen
Fünf bezaubernde Osterhasen
Bild von Kara Skye auf Pixabay

Heidi Hollmann

Glockenschweigen

Autorin: Heidi Hollmann

Nunmehr schweigen unsre Glocken.
Klöppel sind nach Rom gegangen;
Um den Segen zu empfangen,
im vertrauten Petersdom.

So erzählt man gern den Kindern,
die froh auf den Hasen warten;
und auf Bunte in dem Garten,
lauern eine Weile schon.

Kehr’n die Klöppel dann zurück,
nach des Papstes stummem Segen,
erneuern sie der Glocken Leben,
was für uns ein großes Glück!

Zu dem nahen Osterfeste
wenn sie durch die Lüfte schallen.
Wünsch ich Frieden mir und allen,
und für alle Welt das Beste!

© Heidi Hollmann

Kirchenglocke in der Turmspitze
Kirchenglocke in der Turmspitze
Bild von Roy Buri auf Pixabay

Arnold Kirchner

Frühlingsanfang

Autor: Arnold Kirchner

Aus der Sasse streckt der Hase
schnuppernd seine Hasennase
und er sagt zu seiner Frau:
„Hasimaus, ich spür’s genau:
Es ist Frühling, welch ein Segen!
Jetzt geht’s ran ans Eierlegen!

Osterhasen sind wir nun,
haben furchtbar viel zu tun:
Eier färben und verstecken,
Neuverstecke schnell entdecken,
prüfen, ob vom letzten Jahr
eins noch nicht gefunden war,
das nun langsam vor sich herstinkt
und dadurch in seinem Wert sinkt;
Nester bauen auf der Wiese,
unterm Teppich, auf dem Schrank.
Ob man Zwerg ist oder Riese:
Jeder soll ganz ohne Zank
sein Geschenk zu Ostern finden,
und den Fund dann laut verkünden.

Alle Kinder warten schon!
Und ihr frohes Finderlachen
ist der schönste Hasenlohn.
So gelingt uns Freudemachen!“

Dieses sprach Herr Osterhase
zu der Häsin heute Morgen.
Sie verzog die Schnuppernase,
hatte längst schon Praxis-Sorgen:

„Nina, Thomas, Fabian
sind bei mir als erste dran.
Und dann geht’s nach Alphabet:
Meine Liste stimmt und steht!“

Also Kinder, freut euch drauf,
Das Osterfest nimmt seinen Lauf!

Ein Hase bemalt Ostereier
Ein Hase bemalt Ostereier
Bild von 422737 auf Pixabay

Olaf Lüken

Mein Osterhas’ ist nicht aus Glas

Autor: Olaf Lüken

Jahr für Jahr zur Osterfeier,
klaut mein Has nur weiße Eier.
Bunt bemalt liegen sie versteckt,
damit kein Huhn sie wiederentdeckt.

Mal sind die Eier rot und blau,
mal sind sie grün, gelb oder grau.
Dann geschieht’s wieder, Jahr für Jahr.
Wir suchen die Eier, ist doch klar!

© Olaf Lüken

Ostereier auf braunem Nest
Ostereier auf braunem Nest
Foto von Annie Spratt auf Unsplash

Anita Menger

Bitte an den Osterhasen

Autorin: Anita Menger

Häschen hoppel nicht vorbei,
bring’ auch mir ein Schoko-Ei.
Schoko-Eier mag ich sehr,
hätte davon gern noch mehr.
Legst’ noch einen Has’ ins Nest –
wird’s ein tolles Osterfest.

© Anita Menger

Osterkorb mit Hase und Schnokoladeneier
Osterkorb mit Hase und Schnokoladeneier
Bild von Alexa auf Pixabay

Krümelhase

Autorin: Anita Menger

Opa Hase, Mama Hase,
selbst der kleine Krümelhase,
malen bunt die Eier an.
Papa Hase schaut derweil,
hier und dort in aller Eil’,
wo man sie verstecken kann.

Ostersonntag in der Frühe,
Krümelhase gibt sich Mühe,
Eier sind bald gut versteckt.
Unter diesem großen Busch
und schnell weiter – husch, husch, husch,
dass man ihn nur nicht entdeckt.

Hinter Hecken unter Buchen
Kinder ihre Nester suchen.
Krümelhas’ die Ohren spitzt.
Frohes Lachen und Geschrei
„Hier ist noch ein Osterei!“ –
Krümelhäschen lacht verschmitzt.

© Anita Menger

Hase mit Ostereier auf einer Frühlingswiese
Hase mit Ostereier auf einer Frühlingswiese
Bild von addesia auf Pixabay

Ostereier

Autorin: Anita Menger

Ostereier schmecken besser –
klar, das weiß doch jedes Kind.
Sie sind ganz besonders lecker,
weil sie so schön farbig sind.

Was das Huhn nicht will begreifen,
weiß schon längst der Osterhas’ –
färbt das Ei, malt Punkte, Streifen
und versteckt es dann im Gras.

Ostersonntag in der Frühe
kommt er auch bei dir vorbei,
gibst du dir dann etwas Mühe –
findest du dein Osterei.

© Anita Menger

Osterei im Wald
Osterei im Wald
Bild von Silvia auf Pixabay

Eduard Mörike

Auf ein Ei geschrieben

Autor: Eduard Mörike

Ostern ist zwar schon vorbei,
also dies kein Osterei;
doch wer sagt, es sei kein Segen,
wenn im Mai die Hasen legen?
Aus der Pfanne, aus dem Schmalz
schmeckt ein Eilein jedenfalls,
und kurzum, mich tät's gaudieren,
dir dies Ei zu präsentieren,
und zugleich tät es mich kitzeln.
dir ein Rätsel drauf zu kritzeln.

Die Sophisten und die Pfaffen
stritten sich mit viel Geschrei:
Was hat Gott zuerst erschaffen?
Wohl die Henne? Wohl das Ei?

Wäre das so schwer zu lösen?
Erstlich ward ein Ei erdacht:
Doch weil noch kein Huhn gewesen,
Schatz, so hat's der Has gebracht.

Der Hase bringt das Osterei
Der Hase bringt das Osterei
Bild von Alexandra_Koch auf Pixabay

Henne oder Ei?

Autor: Eduard Mörike

Die Gelehrten und die Pfaffen
streiten sich mit viel Geschrei,
was hat Gott zuerst erschaffen –
wohl die Henne, wohl das Ei!
Wäre das so schwer zu lösen –
erstlich ward ein Ei erdacht,
doch weil noch kein Huhn gewesen –
darum hat's der Has’ gebracht!

Hase mit einem Korb Ostereier
Hase mit einem Korb Ostereier
Bild von OpenClipart-Vectors auf Pixabay

Christian Morgenstern

Das Häslein

Autor: Christian Morgenstern

Unterm Schirme, tief im Tann,
hab ich heut gelegen,
durch die schweren Zweige rann
reicher Sommerregen.

Plötzlich rauscht das nasse Gras –
stille! Nicht gemuckt! –
Mir zur Seite duckt
sich ein junger Has –

Dummes Häschen,
bist du blind?
Hat dein Näschen
keinen Wind?

Doch das Häschen, unbewegt,
nutzt, was ihm beschieden,
Ohren, weit zurückgelegt,
Miene, schlau zufrieden.

Ohne Atem lieg ich fast,
lass die Mücken sitzen;
still besieht mein kleiner Gast
meine Stiefelspitzen …

Um uns beide – tropf – tropf – tropf –
traut eintönig Rauschen …
Auf dem Schirmdach – klopf – klopf – klopf …
Und wir lauschen … lauschen …

Wunderwürzig kommt ein Duft
durch den Wald geflogen;
Häschen schnuppert in die Luft,
fühlt sich fortgezogen;

Schiebt gemächlich seitwärts, macht
Männchen aller Ecken …
Herzlich hab ich aufgelacht –
Ei, der wilde Schrecken!

Osterhäschen
Osterhäschen
Bild von 🌼Christel🌼 auf Pixabay

Die Sonne geht im Osten auf,
der Osterhas’ beginnt den Lauf

Autor: Christian Morgenstern

Die Sonne geht im Osten auf,
der Osterhas’ beginnt den Lauf.
Um seinen Korb voll Eier sitzen
drei Häslein, die die Ohren spitzen.

Der Osterhas’ bringt just ein Ei
da fliegt ein Schmetterling herbei.
Dahinter strahlt das blaue Meer
mit Sandstrand vorne und umher.

Der Osterhas’ ist eben fertig
das Kurtchen auch schon gegenwärtig!
Nesthäkchen findet - eins, zwei, drei,
ein rot’, ein blau’, ein lila Ei.

Ein Ei in jedem Blumenkelche!
Seht, seht, selbst hier, selbst dort sind welche!
Ermüdet leicht im Morgenschein
schlief Kurtchen auf der Wiese ein.

Die Glocken läuten bim, bam, baum
und Kurtchen lächelt zart im Traum.
Di di didl dum dei, wir tanzen mit unsern Hasen
umgefasst, zwei und zwei, auf schönem, grünen Rasen.

Hase verteilt die Ostereier
Hase verteilt die Ostereier
Aus: Das Hasenbuch, Illustration von
Konrad Ferdinand Edmund von Freyhold
Public domain, via Wikimedia Commons

Sieglinde Seiler

Osterhasenzeit

Autorin: Sieglinde Seiler

Ein kuscheliger Osterhase
sitzt allein im grünen Grase,
schnuppert mit seiner Nase,
hört ein Auto auf der Straße.

Das Osterfest kommt bald,
weiß man im Frühlingswald,
wo des Kuckucks Ruf schallt
und des Spechts Klopfen hallt.

Auch das Bächlein singt leise
seine schöne Frühlingsweise.
Wasser trinkt dort eine Meise,
Ameisen laufen voller Fleiße.

Der Osterhase hat viel Arbeit
denn jetzt ist Osterhasenzeit.
Fürs Malen steht alles bereit
und keine Hilfe weit und breit.

Die Farben trocknet der Wind,
wenn die Eier angemalt sind.
An Ostern möchte jedes Kind,
dass es Ostereier im Nest find’.

Er legt die Ostereier ins Nest
rechtzeitig vor dem Osterfest.
Welches davon ist das best’?
Und ihr kennt sicher den Rest.

© 31.03.2012 Sieglinde Seiler

Osterhase bemalt Eier
Osterhase bemalt Eier
Bild von tina matzinger auf Pixabay

Albert Sixtus

Der Osterhase

Autor: Albert Sixtus

Der Has, der Has, der Hase,
Hat uns gelegt im Grase
Viel Eilein, gelb und rot,
Will hinter Stauden und Hecken
Er eilig sich verstecken,
So hat es keine Not,
Wir suchen ihn im Grase,
Da liegt er schon, der Hase.

Auf bunten grünen Matten
Guckt er aus jungem Schatten
Des Blütenbaums hervor,
Hier bei den Tulpenbeeten,
Dort hinter den Staketen,
Bei’m hohen Gartenthor,
O kommt, o kommt zu schauen,
Die bunten, die grünen, die blauen.

Im jungen Tannenwuchse,
Im hohen, schlanken Buchse[1],
Dort bei dem Veilchenstrauch,
Hier in dem weichen Moose,
Links vor der Maienrose
Liegt gar ein schönes auch,
Drei, vier, fünf, sechs dahinten
Dicht bei den Hyazinthen.

Gefunden sind nun alle,
„Daß kein’s zur Erde falle,
Nehmt Kinder! euch in Acht;
Denn wenn zerbricht die Schale,
Seid ihr mit einem Male
Um alle Lust gebracht,
Drum legt sie sacht ins Bettchen,
Ins weiche Eierkrättchen.“

Zu süßen Osterfladen
Sind wir nun eingeladen,
Schon ist das Mahl bereit,
Da lassen wir uns schmecken
Die Fladen und die Wecken
In aller Herrlichkeit:
Vivat die Osterfeier,
Die Fladen und die Eier!

Osterhase kommt aus seinem Versteck
Osterhase kommt aus seinem Versteck
Bild von Mariya Muschard auf Pixabay

[1]Buchse → hier eine ältere Bezeichnung für Buchsbaum (Buxus).


unbekannt

Bitte an den Osterhasen

Volksgut

Ostern ist nun nicht mehr fern.
Alle Kinder sehens gern,
wenn der Osterhase naht,
wenn er recht viel Naschwerk hat.
Lieber, flinker Osterhase,
leg im Moos und leg im Grase
zwischen gelben Osterglocken
Eier hin und Kandisbrocken.
Nougat ist mein Leibgericht,
und vergiß auch bitte nicht
eine bunte Zuckerstange,
eine lange, riesenlange!
Auch ein Schokoladenei
hätt ich gerne noch dabei,
und ein Ei aus Marzipan,
eins, verpackt in Cellophan,
wünsch ich mir vom Hasenmann.

Osternest zwischen Osterglocken
Osternest zwischen Osterglocken
Bild von Bruno auf Pixabay

Der Osterhase hat viel zu tun

Autor: unbekannt

Der Osterhase hat viel zu tun,
zu Ostern darf er niemals ruhn.
Er malt die Eier schön bunt an,
dass jedes Kind sich freuen kann.
Dann muss er sie noch gut verstecken,
in den Büschen, hinter Hecken.
Die Kinder haben sehr viel Spaß,
beim Eiersuchen im grünen Gras.

Ostereier suchen
Ostereier suchen
Bild von LoggaWiggler auf Pixabay

Ein kleines Häschen hoppelt munter

Autor: unbekannt

Ein kleines Häschen hoppelt munter
den Wiesenweg ins Tal hinunter.
Den Schnauzbart hat es keck gestriegelt
und auch die Ohren aufgebügelt.
Die Augen leuchten voller Wonne,
das Hasenfell glänzt in der Sonne.
Fröhlich grüßt es seinen Vetter:
Na, ist das ein Frühlingswetter?

Und lachend meint es zu der Maus:
Komm doch aus deiner Höhle raus!
Die Weidenkätzchen blicken dumm
sich nach dem munter’n Häschen um,
wie’s über Stock und Stein da fegt
und hundert Purzelbäume schlägt.
He! Staunt der Maulwurf. Was ist los?
Warum strahlst du denn heute bloß?

Und auch das erste Osterglöckchen
winkt ihm mit dem gelben Röckchen:
Ach Häschen, halt doch einmal an,
damit ich dich was fragen kann!
Da bleibt der Hase endlich stehen.
Ja, Freunde, könnt ihr es denn nicht sehen?
Das Eis ist weg, der Schnee ist fort,
die Vögel zwitschern hier und dort

Ostern ist es, Ostern, Leute!
Das Osterfest beginnt doch heute!

Osterhasen auf einer Blumenwiese
Osterhasen auf einer Blumenwiese
Bild von Angela auf Pixabay

Ja die liebe Osterzeit

Autor: unbekannt

Ja, ja, die liebe Osterzeit
ist für uns Hasen weit und breit
die schwerste Zeit im ganzen Jahr,
denn brave Kinder, das ist klar,
bekommen viele bunte Eier
geschenkt zur Auferstehungsfeier.

Da heißt es Tag für Tag sich plagen,
die schweren Eierkörbe tragen,
dann wochenlang den Pinsel führen
und immer wieder Farbe rühren,
die schönsten Muster daraus machen
und dabei kein Ei zerkrachen!

Ja die runden Eier malen
mit ihren dünnen, zarten Schalen,
die blauen, gelben, grünen, roten
ist schwer auch für geschickte Pfoten.

Doch soll uns keine Müh' verdrießen,
weil wir viele liebe Kinder wissen,
die fleißig rechnen, schreiben, lesen
und meistens sind - auch brav gewesen.

Den Kindern bringen wir vielleicht
ein Häslein, das uns selber gleicht;
das ist so lieb, ja lieb zum Fressen! -
Drum wird's nach Ostern aufgegessen.

Hase und Eier
Hase und Eier
Bild von Raquel Candia auf Pixabay

Osterhäschen dort im Grase

Volksgut

Osterhäschen dort im Grase
Wackelschwänzchen, Schnuppernase.
Mit den langen braunen Ohren
hat ein Osterei verloren.
Zwischen Blumen seh ich´s liegen
Osterhäschen kann ich´s kriegen?

Wer schnüffelt denn da wieder mal am Gras?
Es ist der liebe alte Osterhas`
Er kanns nicht lassen und mit Treue
bemalt er jedes Jahr aufs neue
seine Eier bunt in allen Farben,
denn ein jeder will sie haben.

Osterhase auf einer Wiese
Osterhase auf einer Wiese
Bild von Peter Schmidt auf Pixabay

Osterhäschen, groß und klein

Volkslied, Video von Simone Sommerland

Osterhäschen, groß und klein,
tummeln sich am Wiesenrain,
müssen tanzen, hopsen, lachen
und mitunter Männchen machen.
Heute wollen wir noch springen
und den Kindern Eier bringen:
rote, gelbe, braune, graue,
bunte, grüne, himmelblaue.
Keiner kriegt was, der uns sieht:
Das ist unser Hasenlied.

Korb mit bemalten Osereiern
Korb mit bemalten Osereiern
Bild von Nicky ❤️🌿🐞🌿❤️ auf Pixabay

Osterhäschen, lass dir sagen

Volksgut

Osterhäslein, lass dir sagen,
bau ein Nestchen klein und fein
hier im Garten bei der Hecke,
leg uns Eier doch hinein.
Wollen dir zu fressen geben
gelbe Rübchen, Gras und Kraut.
Ach, vergiss nicht unser Nestchen,
dass wir’s nicht umsonst gebaut!

Osternest mit Eier und Kekse
Osternest mit Eier und Kekse
Bild von Silvia auf Pixabay

Kurt Tucholsky

Ostern

Autor: Kurt Tucholsky

Da ist nun unser Osterhase!
Er stellt das Schwänzchen in die Höh
und schnuppert hastig mit der Nase
und tanzt sich einen Pah de döh!

Dann geht er wichtig in die Hecken
und tut, was sonst nur Hennen tun:
Er möchte sein Produkt verstecken,
um sich dann etwas auszuruhn.

Das gute Tier! Ein dicker Lümmel
nahm ihm die ganze Eierei
und trug beim Glockenbammelbimmel
sie zu der Liebsten nahebei.

Da sind sie nun. Bunt angemalt
sagt jedes Ei: „Ein frohes Fest!“
Doch unter ihren dünnen Schalen
liegt, was sich so nicht sagen lässt.

Iss du das Ei! Und lass dich küssen
zu Ostern und das ganze Jahr …
Iss nun das Ei! Und du wirst wissen,
was drinnen in den Eiern war!

Hase mit Ostereier
Hase mit Ostereier
Bild von Nicky ❤️🌿🐞🌿❤️ auf Pixabay

Marie-Luise Wendland

Die verliebten Osterhasen

Autorin: Marie-Luise Wendland

’ne Häsin und ein Hase,
die liebten sich gar sehr,
und dies ist keine Phrase,
die Liebe wuchs nun mehr und mehr.

Sie waren ganz versessen
und bauten sich ein „Nest“
und hab'n dabei vergessen
das schöne Osterfest.

Sie sollten, wie in jedem Jahr,
verstecken bunte Eier.
Nur Liebe in den Köpfen war
und nicht die Osterfeier.

Der Oberosterhase war
nun wirklich schrecklich böse.
Er dachte nach, und zwar ganz klar,
wie er den Fall nun löse.

Dann sah er den verliebten Blick
der Häsin und des Hasen.
Wollt’ nicht zerstör’n das große Glück
und tat die Straf’ abblasen.

Von dem verliebten Hasenpaar
nahm er nun die gefärbten Eier.
Obwohl er Oberhase war,
versteckt er sie zur Feier.

So kam’s, dass jedes Kind was fand,
das Osterei, die Schokolade.
Kein Kind braucht traurig sein im Land
Dank Hasenchefes Gnade.

© Marie-Luise Wendland

verliebte Osterhasen
Zwei sich liebende Osterhasen
© PantherMedia / Dazdraperma (YAYMicro)