Blühende Krokusse
Blühende Krokusse
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Februar Gedichte

Sobald der frostige Griff des Winters nur ein wenig nachlässt, beginnt der Vorfrühling. Der Frühling zuckt zwar ab und an, kommt aber noch nicht richtig aus dem Bett. Das heißt jedoch nicht, dass in Februar-Gedichten Trübsal geblasen werden muss. Es gibt ja noch den Karneval.


Inhaltsverzeichnis


Gedichte

Februar

Autorin: Helene Krüger

Auf der Spur der strengen Schönen
Schreitet Februar einher,
Sanfter, milder von Gebärden,
Ohne Winterschutz und Wehr.

Ihre schönen, ernsten Augen,
Die voll Sehnsucht vorwärts schau’n,
Seh’n schon hinter Regenwolken
Ahnungsvoll den Himmel blau’n.

Horch, am Boden leises Regen!
Unter ihrem nackten Fuß
Sprießt Schneeglöckchen aus der Erde,
Frühlings erster Botengruß. –

Wenn im bunten Fastnachtstrubel,
Du der Gegenwart vergißt,
Wisse, daß Natur da draußen
Unentwegt am Werke ist.

Doch die hohe Frau im Schleier,
Die den Frühling herbestellt,
Räumt bescheiden ihrer Schwester
Vor der Zeit das Arbeitsfeld.

Blühende Schneeglöckchen
Blühende Schneeglöckchen
Bild von congerdesign auf Pixabay

Februar

Autor: Ernst Lissauer

O seliger Anfang Februar!
Es steigt das Jahr.
Die Sonne kehrt zurück, und länger bleibt das Licht.
Ich fühle mich von stiller Kraft durchfeuert,
Die rinnend weit mir das Geblüt durchflicht,
Ich treibe wachsend Ring und Schicht,
Ich werd’ erneuert.

Februarsonne
Februarsonne
Bild von Besno Pile auf Pixabay

Februar

Autor: Friedrich Wilhelm Wagner

Es wird allmählich Frühling werden.
Zwar merkt man wenig noch davon
Und duldet vielerlei Beschwerden,
Indes – man denkt: es macht sich schon.

Und watet man in Schnee und Kot
Auch knöcheltief – die Hoffnung blüht
In jedem menschlichen Gemüt,
Stets rosenrot, stets rosenrot.

Haselkätchen
Haselkätchen
Bild von 👀 Mabel Amber, who will one day auf Pixabay
Haselkätzchen sind die ersten Frühlingsboten
und somit ein Zeichen für den nahenden Frühling.

Februar

Autor: Konrad Weiß

Unregsam, wie der Wind umgeht,
ein magrer Baum im frühen Beet,

so lichtgetrocknet unbeirrt,
dass sich daran ein Blick verwirrt,

ein Auge, starr in eins gesinnt,
die Sonne dreht sich um den Wind,

das Feld wird in die Runde bloß
und dunkelt vor dem Auge groß,

das faltet sich zu ernstem Schlag
und waltet mächtig in den Tag

und hürdet in sich alle Last,
geschlichtet ohne Willen fast.

Schmelzender Eiszapfen an einem Baum
Schmelzender Eiszapfen an einem Baum
Bild von Yvonne Huijbens auf Pixabay

Februar – Benjamin unter seinen …

Autor: Olaf Lüken

Benjamin unter seinen Brüdern,
ist er als Monat wenig beliebt.
Verschlossen bleibt sein Tor zum Frühling,
Mensch und Tier oft Mischmasch gibt.

An seinem Monat tanzen die Narren.
Politik die Welt seit Jahren narrt.
Kälte und Nässe stoppen den Karren.
Der Februar ist schlicht nicht apart.

Anmerkung:
Weltraumschrott fliegt um die Erde.
Plastik im Meer und auf dem Erdenrund.
Der Franzose schreit nur: „Merde!“
Der Februar treibt’s kunterbunt!

© Olaf Lüken

Narren in der schwäbisch-alemannischen Fastnacht
Narren in der schwäbisch-alemannischen Fastnacht
Bild von Qubes Pictures auf Pixabay

Februar – Der Februar weiß nichts …

Autor: Olaf Lüken

Der Februar weiß nichts von Wonne.
Wo ist das Grün von Feld und Wald?
Dem Monat fehlt der Glanz der Sonne.
Die Welt ist weder jung noch alt.

Ich möchte die Natur befragen,
hast du vielleicht ein Lied für mich?
Ich möchte jedem Vogel sagen:
„Du siehst die Welt, o freue dich!“

Und die Nähe weiß von Ferne.
Mein Hoffen bleibt nicht ohne Schmerz.
Wo ich bin, da bin ich gerne.
Des Menschen Heimat steckt im Herz!

© Olaf Lüken

Schneeglöckchen, Blume
Schneeglöckchen
Bild von 👀 Mabel Amber, who will one day auf Pixabay

Februar – Ein Benjamin …

Autor: Olaf Lüken

Ein Benjamin unter zwölf Brüdern.
Der Monat ist nicht sehr beliebt.
Er will ihn nicht, den frühen Frühling.
Der Kälte er den Vorzug gibt.
Er ist der Monat jecker Narren.
Das Jahr uns alle Tage narrt.
Im Schlamm steckt fest, der alte Karren.
Der Frühling lädt zur Weiterfahrt.

© Olaf Lüken

Krokusse im Schnee
Krokusse im Schnee
Bild von Борис auf Pixabay

Februarlamento eines Esels

Autor: Olaf Lüken

Lieber Mond, ich seh’ deine dunkle Delle.
Der Himmel ist schwarz, tief dunkel das Watt.
Ich steh’ auf einer nasskalten Stelle,
sodass ich heut’ ein hartes Urteil fälle.
Straßen und Wege sind gefroren und glatt.

Wo ist die Sonne? Wo sind die Blüten?
Mutter Natur soll endlich auferstehn!
Lass’ Grünen, gib Zweigen wieder Blüten,
und lass’ zu, dass auch die Vögel wieder brüten.
Ach Februar, werde endlich wieder schön.

Noch hat die Nacht den Tag voraus.
Vorherrschend ist das frühe Dunkel.
Der Mensch liebt Karneval, selbst die Maus.
Mich quält meine dicke Furunkel.

Der Februar macht was er will.
Sein Bruder folgt später, als April.

© Olaf Lüken


Februarschnee

Autor: Cäsar Flaischlen

Februarschnee
tut nicht mehr weh,
denn der März ist in der Näh!
aber im März
hüte das Herz,
dass es zu früh nicht knospen will!
warte, warte und sei still!

Und wär der sonnigste Sonnenschein,
und wär es noch so grün auf Erden,
warte, warte und sei still:
es muss erst April gewesen sein,
bevor es Mai kann werden!

Winterstimmung im Februar
Winterstimmung im Februar
Bild von Edina Pekkel auf Pixabay

Februarwinter

Autorin Sieglinde Seiler

Der Winter zeigt uns mitten im Februar
seine schneefreie, schmucklose Seite.
Ohne Schneepolster ragen kahle Äste
in des Winterhimmels trübgraue Weite.

Als die Sonne etliche Tage herauskam,
suchten einzelne Frühblüher das Licht.
Das erste blühende Schneeglöckchen
uns nonverbal den Frühling verspricht.

Die Schneeheide lockte bereits Bienen,
als wärmende Sonnenstrahlen kamen
und behütend gelbblühende Winterlinge
unter ihre schützenden Fittiche nahmen.

Das Storchenpaar sitzt in seinem Nest,
wo es bestimmt vom Nachwuchs träumt.
Es möchte seine Brutstätte vorbereiten,
wartet, dass der Winter sein Feld räumt.

Ein kurzes Aufflammen der Abendsonne
schenkte dem Tag vor ihrem Untergang
einen Schimmer an warmen Farbtönen,
der kurzzeitig das Tagesgrau bezwang.

Auch in uns Menschen macht sich jetzt
drängender die Frühlingssehnsucht breit.
Die Narren bereichern mit ihrer Buntheit
des auslaufenden Winters trübgraue Zeit.

© 12.02.2025 Sieglinde Seiler

Schneeheide ohne Schnee
Schneeheide ohne Schnee
Foto: © Sieglinde Seiler
Die Schneeheide ist eine der wenigen Pflanzen,
die den Hunger von Bienen, Schmetterlingen und
anderen Nützlingen während der dunklen
Jahreszeit stillen kann.

Geht der Winter?

Autor: Olaf Lüken

Der Winter macht sich zur Tür hinaus,
verlässt die Welt ohne Saus und Braus.
Mit dem ersten Frühlingsgrün
sehe ich viele Veilchen blühn.

Grau schleichen die Tage, die bangen.
Die Blüten Sonnenwärme verlangen.
Die Lebensgeister sind erwacht.
Kinder spielen. Die Sonne lacht.

Über die Felder, Wald und Aue,
lockt schweigend das himmlisch Blaue.
Die Welt, sie glänzt im Sonnenschein.
Düfte überziehen Flur und Hain.

So will ich die Welt nur lieben.
So wie sie immer war.
Ich hab’ dies Gedicht geschrieben,
im winterkalten Februar.

© Olaf Lüken

Stiefmütterchen als Vorbote des Frühlings
Stiefmütterchen als Vorbote des Frühlings
Bild von stilfee auf Pixabay