Lila Krokusse im März
Lila Krokusse im März
Bild von Hermann Traub auf Pixabay

März Gedichte

März-Gedichte, die den Aufbruch in den Frühling thematisieren: Die ersten warmen Sonnenstrahlen, das Erwachen der Natur mit Krokussen, Schneeglöckchen, Narzissen, der Gesang der Vögel und die Rückkehr der Zugvögel.


Autoren

Gustav Falke

Bitte

Autor: Gustav Falke

Holder Frühling hauch mich an,
Dass ich neu erstehe,
Was ein Herz ertragen kann,
Ich ertrug’s an Wehe.

Einst so blühend, diese Brust,
Soll sie ganz erkalten?
Ach, ich bin mir kaum bewusst,
Lass den Tag so walten.

Wem ein schönes Glück verging,
Drauf er treulich baute,
Wer sich an ein Hoffen hing,
Das wie Märzschnee taute,

Lieblos scheint ihm wohl die Welt
Und so kalt zum Sterben;
All was er in Händen hält,
Sind nur tote Scherben.

Holder Frühling hauch mich an
In den neuen Tagen;
Was ein Herz ertragen kann,
Ach, ich hab’s ertragen.

Tausend Knospen schwellen dir,
Duft weht auf und Lieder.
Eine Blüte schenk auch mir,
Eine einzige wieder!

Erstes Leberblümchen
Erstes Leberblümchen
Bild von Hans Linde auf Pixabay

Gertrud Goes

Im März

Autorin: Gertrud Goes

Der Winter grollt: „Noch bin ich Herr im Lande!
Wie darf dies ekle Grün mein weißes Kleid beflecken?
Die Wolken peitsche, Nord! dass sie mit Schnee bedecken
Die Schmach auf meinem fürstlichen Gewande!
Ich weiche nicht dem Lenz, dem jungen Kinde!“
Unruhvoll heulen die Winde.

Die Bäume raunen: „Ist der Winter trunken?
Schaut doch, er wankt zum See!“ Der Westwind voller Tücke,
Der schmeichelt: „Herr, wie kunstvoll fügtest du die Brücke
Aus festem Eis!“ – Da ist er schon versunken,
Den Winter hat der dunkle See begraben! –
Irgendwo krächzen die Raben.

Die Wolken eilen hastig hin und wider.
„Was ist?“ „Der König ist tot!“ „Heil König Lenz, dem jungen!“
Die tollen Winde jauchzen mit gewalt’gen Zungen,
Die Amsel flötet neue Krönungslieder.
Still, still! Wer trat da eben mit so lindem Schritte
Heimlich in unsre Mitte? – Lenz!

Hyazinthe während der Schneeschmelze
Hyazinthe während der Schneeschmelze
Bild von unbekannt auf Pixabay

Johann Wolfgang von Goethe

März

Autor: Johann Wolfgang von Goethe

Es ist ein Schnee gefallen,
Denn es ist noch nicht Zeit,
Dass von den Blümlein allen,
Dass von den Blümlein allen
Wir werden hoch erfreut.

Der Sonnenblick betrüget
Mit mildem, falschem Schein,
Die Schwalbe selber lüget,
Die Schwalbe selber lüget,
Warum? Sie kommt allein.

Sollt ich mich einzeln freuen,
Wenn auch der Frühling nah?
Doch kommen wir zu zweien,
Doch kommen wir zu zweien,
Gleich ist der Sommer da.

Gelbe Krokusse im Schnee
Gelbe Krokusse im Schnee
Bild von M W auf Pixabay

Detlef Liliencron

Märztag

Autor: Detlev von Liliencron

Wolkenschatten fliehen über Felder,
Blau umdunstet stehen ferne Wälder.

Kraniche, die hoch die Luft durchpflügen,
Kommen schreiend an in Wanderzügen.

Lerchen steigen schon in lauten Schwärmen,
Überall ein erstes Frühlingslärmen.

Lustig flattern, Mädchen, deine Bänder;
Kurzes Glück träumt durch die weiten Länder.

Kurzes Glück schwamm mit den Wolkenmassen;
Wollt es halten, musst es schwimmen lassen.

Kraniche – zurück aus dem Süden
Kraniche – zurück aus dem Süden
Bild von Sr. M. Jutta auf Pixabay

Olaf Lüken

Der Frühling kommt

Autor: Olaf Lüken

Lieber Frühling komm schnell herbei,
gib auch unsere Seelen frei.
Schneeglocken läuten und bimmeln.
Frühjahrsputz, selbst in den Himmeln.

Wenn eine buttergelbe Sonne,
wärmend durch alle Poren dringt,
fühlen wir, dass Licht und Wonne,
bald auch uns're Herzen beschwingt.

Dann herrscht wieder reges Leben.
Die Blumen nähern sich dem Licht.
Beste Früchte wird es geben.
Köche zaubern dein Leibgericht.

Recht mürrisch gibt sich mein altes Herz.
Es atmet zwar, nur nicht ganz frei.
Ich lebe heute im Monat März.
Doch ist der März kein Monat Mai.

© Olaf Lüken

Schneeglöckchen, Schneeglocke
Schneeglöckchen, Schneeglocke
Bild von Ralph auf Pixabay
Schneeglöckchen verdanken ihren Namen den weißen,
tropenförmigen Blüten. Sie sind Vorfrühlingsblüher
und erscheinen häufig, auch wenn noch Schnee liegt.

Ein Tag am Meer im Monat März

Autor: Olaf Lüken

Wenn der Tag mein armes Herz zuschnürt,
mein Weg an den Strand, dem Meer, mich führt,
dann seh’ ich, wie Winde Schiffe treiben,
wie Himmel und Meer im Grau sich reiben.

Mal rau und mal sanft die Nordsee sich zeigt,
nach Ebbe die Flut ziemlich rasch ansteigt.
Ich wand’re über weichen Dünensand.
Ne Möwe reicht mir ihre Flügelhand.

Das Lied der Nordsee, ich spüre genau,
betört den Mann, entzückt die Frau.
Die See weiß Geschichten zu erzählen.
Ich könnt’ mich mit der See vermählen.

Boote und Kutter fahren hinaus,
Fischmänner werfen ihre Netze aus.
Die See zeigt glitzernde Herrlichkeit,
und die Sonne macht den Himmel weit.

© Olaf Lüken

Sandstrand an der Nordsee
Sandstrand an der Nordsee
Bild von Steven Weirather auf Pixabay
Lange Spaziergänge am kilometerlangen Sandstrand.
In den Dünen blühen die ersten Sträucher und die
Heidelandschaft erwacht zu neuem Leben.

Im Märzen der Bauer

Autor: Olaf Lüken

Es war im März, ich ging meinen Gang,
da hört ich des Bauern fröhlich Gesang.
Er pflügte und schmetterte, frisch und frei:
„Die Welt wird bunter, bald naht der Mai!“

Über ihm die Lerche, welch eine Lust,
Bauer und Vogel, aus voller Brust,
singen der Welt ein PFlug-Duett
und suchen abends Nest und Bett.

Die Lerche singt jetzt ins Blaue hinein,
sie ehrt die Sonne und auch den März.
Die Welt ist kühl, die Luft ist rein.
Der Winter gab uns Freud und Schmerz.

Ich hör die Osterglocken klingen,
wo im Winter ’ne Schneedecke lag.
Es grünt die Welt, die Lerchen singen.
Der Frühling naht mit jedem Tag!

Ja, ich träume einen Märzen-Traum,
träume ihn täglich aufs Neue.
Wir sitzen unterm Lindenbaum
und schwören uns ewige Treue!

© Olaf Lüken

Acker mit Baumgruppe im März
Acker mit Baumgruppe im März
Bild von Myléne auf Pixabay
Schöne, weitläufige, bezaubernde Landschaft
mit Acker und Baumgruppe im März.

Erich Mühsam

März

Autor: Erich Mühsam

Der Nachtschnee färbt die Straße blau.
Schwarz wächst der Wald am Weg empor,
streckt kahles Ästewerk hervor
wie drohende Wehr aus Feindesbau.

Wer hat den feuchten Schnee gehäuft?
Wer hat den Himmel grau verdeckt?
Wer hat den irren Fuß geschreckt,
dass er in lauernde Ängste läuft?

Das ist der März: der drückt und droht.
Das ist die Schwangerschaft der Welt.
Das ist, vom Frühlingsdunst zerspellt,
des Winters röchelnde Sterbensnot.

Hütte im Winterwald bei Nacht
Hütte im Winterwald bei Nacht
Bild von Boyan Minchev auf Pixabay

Wilhelm Müller

Märzschnee

Autor: Wilhelm Müller

Schnee im Märzen,
Schmerz im Herzen,
Er zergeht am Sonnenstrahl,
Mag die blaue Luft ihn schicken,
Mag er auch aus blauen Blicken
Fallen in die Brust herein.
Schnee im Märzen,
Schmerz im Herzen,
Er zergeht am Sonnenstrahl.

Tauwetter
Tauwetter
Bild von Erika Varga auf Pixabay

Rudolf Presber

Märzsonne

Autor: Rudolf Presber

Nun wandr’ ich über Berg und Tal,
Die Welt steht blühend offen,
Mich hat mit erstem Sonnenstrahl
Der Lenz ins Herz getroffen.

Ich hör’ das kleine freche Herz
Im dunklen Brustkorb lachen;
Es weiß, es wird im grünen März
Eine selige Dummheit machen.

Waldlandschaft am See im Frühling
Waldlandschaft am See im Frühling
Bild von Alain Audet auf Pixabay

Georg Stolzenberg

Lauer Märzwind …

Autor: Georg Stolzenberg

Lauer Märzwind
jagt verspätete Flocken.

Von unten
gegen die schwarze Erddecke
drücken lebendige Finger.

Unruhig laufen die Menschen,
die Tiere.

Fern,
immer näher rauscht
die Springflut
von Licht
und Glück.

Biene auf einem violetten Krokus
Biene auf einem violetten Krokus
Bild von Anja auf Pixabay

Theodor Storm

März

Autor: Theodor Storm

Und aus der Erde schauet nur
Alleine noch Schneeglöckchen;
So kalt, so kalt ist noch die Flur,
Es friert im weißen Röckchen.

Schneeglöckchen – der Lenz ist da!
Schneeglöckchen – der Lenz ist da!
Bild von Ralph auf Pixabay

Ludwig Thoma

März

Autor: Ludwig Thoma

Ah! Wie die buttergelbe Sonne
Uns wärmend durch die Poren dringt!
Wie neu erwachte Frühlingswonne
Uns das vergrämte Herz beschwingt!

Dem wintermüden Menschentume
Erheitert ihr die Phantasie,
Schneeglöckchen, Veilchen, Schlüsselblume
Und was auf Wiesen sonst gedieh!

Im Mistbeet herrscht ein reges Leben;
Das drängt sich an das helle Licht
Und will uns bald Gemüse geben,
Will Zutat sein zum Leibgericht.

Und wie sich froh den Hühnersteißen
Entringt das liebe Osterei!
So mag sich die Natur befleißen,
Dass sie nebst schön auch schmackhaft sei.

Das Starkbier regelt dann die Stühle,
Wenn Hertling spricht, ist's ebenso,
Man sitzt im Frühlingslustgefühle
Und wird im Sitzen lebensfroh.

Schneeglöckchen auf einer Wiese
Schneeglöckchen auf einer Wiese
Bild von Andreas Göllner auf Pixabay

Unbekannt

Im Märzen der Bauer

Autor: unbekannt

Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt.
Er setzt seine Felder und Wiesen in Stand.
Er pflüget den Boden, er egget und sät
und rührt seine Hände früh morgens und spät.

Die Bäurin, die Mägde, sie dürfen nicht ruhn,
sie haben im Haus und im Garten zu tun;
sie graben und rechen und singen ein Lied
und freun sich, wenn alles schön grünet und blüht.

So geht unter Arbeit das Frühjahr vorbei,
dann erntet der Bauer das duftende Heu;
er mäht das Getreide, dann drischt er es aus:
im Winter, da gibt es manch fröhlichen Schmaus.

Bauer pflügt mit zwei Pferden
Bauer pflügt mit zwei Pferden
Bild von Gordon Johnson auf Pixabay