Herbstgedichte – Georg Trakl

Herbstgedichte, Herbstlyrik, Herbstpoesie von Georg Trakl

Inhaltsverzeichnis

Herbstgedichte

Im Herbst

Autor: Georg Trakl

Die Sonnenblumen leuchten am Zaun,
Still sitzen Kanke im Sonnenschein.
Im Acker mühn sich singend die Frau’n,
Die Klosterglocken läuten darein.

Die Vögel sagen dir ferne Mär’,
Die Klosterglocken läuten darein.
Vom Hof tönt sanft die Geige her.
Heut keltern sie den braunen Wein.

Da zeigt der Mensch sich froh und lind.
Heut keltern sie den braunen Wein.
Weit offen die Totenkammern sind
Und schön bemalt vom Sonnenschein.

Sonnenblume an einem Zaun
Sonnenblume an einem Zaun
Bild von Gabi Schoenemann / PIXELIO

Verklärter Herbst

Autor: Georg Trakl

Gewaltig endet so das Jahr
Mit goldnem Wein und Frucht der Gärten.
Rund schweigen Wälder wunderbar
Und sind des Einsamen Gefährten.

Da sagt der Landmann: Es ist gut.
Ihr Abendglocken lang und leise
Gebt noch zum Ende frohen Mut.
Ein Vogelzug grüßt auf der Reise.

Es ist der Liebe milde Zeit.
Im Kahn den blauen Fluß hinunter
Wie schön sich Bild an Bildchen reiht –
Das geht in Ruh und Schweigen unter.

Buchenwald im Herbst
Buchenwald im Herbst
Bild von Martina Janochová auf Pixabay