Sommergedichte – Wilhelm Busch

Sommergedichte, Sommerlyrik, Sommerpoesie von Wilhelm Busch

Inhaltsverzeichnis

Sommergedichte

Der Schmetterling

Autor: Wilhelm Busch

Sie war ein Blümlein hübsch und fein,
hell aufgeblüht im Sonnenschein.
Er war ein junger Schmetterling,
der selig an der Blume hing.

Oft kam ein Bienlein mit Gebrumm
und nascht und säuselt da herum.
Oft kroch ein Käfer kribbelkrab
am hübschen Blümlein auf und ab.

Ach Gott, wie das dem Schmetterling
so schmerzlich durch die Seele ging.
Doch was am meisten ihn entsetzt,
das Allerschlimmste kam zuletzt
ein alter Esel fraß die ganze
von ihm so heiß geliebte Pflanze.

Schmetterling (Distelfalter) auf dem Weißen Sonnenhut
Schmetterling (Distelfalter) auf dem Weißen Sonnenhut
Foto: © Sieglinde Seiler

Im Sommer

Autor: Wilhelm Busch

In Sommerbäder
Reist jetzt ein jeder
Und lebt famos.
Der arme Dokter,
Zu Hause hockt er
Patientenlos.

Von Winterszenen,
Von schrecklich schönen,
Träumt sein Gemüt,
Wenn, Dank ihr Götter,
Bei Hundewetter
Sein Weizen blüht.

Strandkorb zum Sonnenbaden
Strandkorb zum Sonnenbaden
Bild von Wolfgang Eckert auf Pixabay

Immer wieder

Autor: Wilhelm Busch

Der Winter ging, der Sommer kam.
Er bringt aufs Neue wieder
Den viel beliebten Wunderkram
Der Blumen und der Lieder.

Wie das so wechselt Jahr um Jahr,
Betracht ich fast mit Sorgen.
Was lebte, starb, was ist, es war,
Und heute wird zu morgen.

Stets muss die Bildnerin Natur
Den alten Ton benutzen
In Haus und Garten, Wald und Flur
Zu ihren neuen Skizzen.

Frau im Sonnenblumenfeld
Frau im Sonnenblumenfeld
Bild von Jill Wellington auf Pixabay