Wintergedichte – Martin Greif

Wintergedichte, Winterlyrik, Winterpoesie – Martin Greif

Inhaltsverzeichnis

Wintergedichte

Winteranfang

Autor: Martin Greif

Kommet ihr wieder,
Spinnende Nebel,
Füllend mit trübem
Wehen die Luft?

Wo sich geöffnet
Blume an Blume,
Liegt nun, errötend,
Schauernder Duft.

Ach, und ihm wehret
Kaum mehr die Sonne,
Wie es noch gestern
Sichtbar geschah.

Abend und Morgen
Scheinen im Dämmer
Nahe verwoben –
Winter ist da.

Gefrorener Waldweg im Nebel
Gefrorener Waldweg im Nebel
Bild von Holger Schué auf Pixabay

Winterbild

Autor: Martin Greif

Damm und Graben überschneit,
Glatt der Strom gefroren,
Seine Ufer ziehen weit
In den Duft verloren.

Wiese und der Murmelbach
Such’ ich heut’ vergeblich,
Statt der Farben mannigfach
Alles weiss und neblich.

Gleich als käm’ ich auf Besuch
Einem Freunde wieder,
Doch es deckt ein Leichentuch
Seine starren Glieder.

Winterlandschaft im Schnee
Winterlandschaft im Schnee
Bild von alessandra barbieri auf Pixabay

Winterlied der Meise

Autor: Martin Greif

Wo auf winterlicher Flur
Noch kein Hälmlein zu erschauen,
Mahnt vom Wald her eine Meise
Auf die Sonne zu vertrauen,
Die für eine Weile nur
Uns entwandert auf der Reise.

Sumpfmeise im Schnee
Sumpfmeise im Schnee
Bild von Jürgen auf Pixabay

Wintertrost

Autor: Martin Greif

Welche Wandlung über Nacht
Hat den Wald beschlichen,
Braun noch gestern, sieht erwacht
Er sein Haar verblichen.

Eis mit langen Zapfen hängt
Rings von allen Ästen,
Weiss der Silberbart sich mengt
Mit des Laubes Resten.

Wohl, Natur in solchem Bild
Mahnt sie an das Alter,
Wäre nicht der Winter mild
Auch ein Welterhalter.

Lasse dort die Eiche, grau,
Näher dich belehren:
Rieselt erst des Frühlings Tau,
Wird das Grün ihr kehren.

Eiszapfen an einem Baum
Eiszapfen an einem Baum
Bild von Darya-Greengrey auf Pixabay