Wintergedichte – Clara Müller-Jahnke

Wintergedichte, Winterlyrik, Winterpoesie – Clara Müller-Jahnke

Inhaltsverzeichnis

Wintergedichte

Eisnacht

Autorin: Clara Müller-Jahnke

Wie in Seide ein Königskind
schläft die Erde in lauter Schnee,
blauer Mondscheinzauber spinnt
schimmernd über der See.

Aus den Wassern der Raureif steigt,
Büsche und Bäume atmen kaum:
durch die Nacht, die erschauernd schweigt,
schreitet ein glitzernder Traum.

Magischer See im Winter
Magischer See im Winter
Bild von Susana Cipriano auf Pixabay

Frost

Autorin: Clara Müller-Jahnke

Vom Meer heran braust schwirrend
ein schneidender Nordnordost,
durch öde Straßen klirrend
schreitet der scharfe Frost.

Im Schnee verloren die Pfade
und Tür und Tor verweht –
nur daß der Stern der Gnade
noch leuchtend am Himmel steht!

Schneebedeckter Tannenzweig in einer Winterlandschaft
Schneebedeckter Tannenzweig in einer Winterlandschaft
Bild von Juncala auf Pixabay

Winternacht

Autorin: Clara Müller-Jahnke

Die lange, lange, dunkle Nacht
hab ich durchwacht,
mit Seufzen und in Tränen
tät sich mein Herz aus öder Qual
dem Sonnenstrahl,
dem Licht entgegensehnen.

Und nun es kommt – wie bleich und kalt:
es wogt und wallt
des Nebels Wahngebilde, –
zu Eis erstarrt die Träne – ach!
ein Wintertag
liegt über dem Gefilde!

Verschneite Winternacht
Verschneite Winternacht
Foto von Saa R auf Unsplash