Ostergedichte

Klassische und moderne Gedichte zu Ostern, mal besinnlich, mal humorvoll

Autoren

Ostergedichte

Otto Baisch

Ostern

Autor: Otto Baisch

Ostern, Auferstehungsfeier,
Jahresmorgen der Natur,
streifst den letzten Winterschleier
Von der neubelebten Flur,
Die sich froh dir überlässt,
Schönes Auferstehungsfest!

Lila Krokusse - Frühlingserwachen
Lila Krokusse - Frühlingserwachen
Bild von Tina auf Pixabay

Eduard Baltzer

Ostern

Autor: Eduard Baltzer

Lass dich Täuschung nicht umweben,
Lerne das Naturgebot:
Aus dem Tode quillt das Leben,
Aus dem Leben reift der Tod.

Auferstehung nach dem Tod
Auferstehung nach dem Tod
Bild von Raquel Candia auf Pixabay

Adolf Böttger

Osterlied

Autor: Adolf Böttger

Die Glocken läuten das Ostern ein
In allen Enden und Landen,
Und fromme Herzen jubeln darein:
Der Lenz ist wieder erstanden!

Es atmet der Wald, die Erde treibt
Und kleidet sich lachend in Moose,
Und aus den schönen Augen reibt
Den Schlaf sich erwachend die Rose.

Das schaffende Licht, es flammt und kreist
Und sprengt die fesselnde Hülle;
Und über den Wassern schwebt der Geist
Unendlicher Liebesfülle.

Auferstehung von Jesus
Auferstehung von Jesus
Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Annette von Droste-Hülshoff

Am Ostersonntage

Autorin: Annette von Droste-Hülshoff

O, jauchze, Welt, du hast ihn wieder,
Sein Himmel hielt ihn nicht zurück!
O jauchzet! jauchzet! singet Lieder!
Was dunkelst du, mein sel’ger Blick?

Es ist zu viel, man kann nur weinen,
Die Freude steht wie Kummer da;
Wer kann so großer Lust sich einen,
Der all so große Trauer sah!

Unendlich Heil hab’ ich erfahren
Durch ein Geheimnis voller Schmerz,
Wie es kein Menschensinn bewahren,
Empfinden kann kein Menschenherz.

Vom Grabe ist mein Herr erstanden,
Und grüßet alle die da sein,
Und wir sind frei von Tod und Banden,
Und von der Sünde Moder rein.

Den eignen Leib hat er zerrissen,
Zu waschen uns mit seinem Blut,
Wer kann um dies Geheimnis wissen,
Und schmelzen nicht in Liebesglut!

Ich soll mich freun an diesem Tage
Mit deiner ganzen Christenheit,
Und ist mir doch, als ob ich wage,
Da Unnennbares mich erfreut.

Mit Todesqualen hat gerungen
Die Seligkeit von Ewigkeit,
Gleich Sündern hat das Graun bezwungen
Die ewige Vollkommenheit.

Mein Gott, was konnte dich bewegen
Zu dieser grenzenlosen Huld!
Ich darf nicht die Gedanken regen
Auf unsre unermessne Schuld.

Ach, sind denn aller Menschen Seelen
Wohl sonst ein überköstlich Gut,
Sind sie es wert, dass Gott sich quälen,
Ersterben muss in Angst und Glut!

Und sind nicht aller Menschen Seelen
Vor ihm nur eines Mundes Hauch?
Und ganz befleckt von Schmach und Fehlen,
Wie ein getrübter dunkler Rauch?

Mein Geist, o wolle nicht ergründen,
Was einmal unergründlich ist;
Der Stein des Falles harrt des Blinden,
Wenn er die Wege Gottes misst.

Mein Jesus hat sie wert befunden
In Liebe und Gerechtigkeit;
Was will ich ferner noch erkunden?
Sein Wille bleibt in Ewigkeit!

So darf ich glauben und vertrauen
Auf meiner Seele Herrlichkeit!
So darf ich auf zum Himmel schauen,
In meines Gottes Ähnlichkeit!

Ich soll mich freun an diesem Tage:
Ich freue mich, mein Jesu Christ,
Und wenn im Aug’ ich Tränen trage,
Du weißt doch, daß es Freude ist!

Auferstehung Jesu Christi
Auferstehung Jesu Christi
Bild von Cathe auf Pixabay

Joseph von Eichendorff

Ostern

Autor: Joseph von Eichendorff

Vom Münster Trauerglocken klingen,
Vom Tal ein Jauchzen schallt herauf.
Zur Ruh sie dort dem Toten singen,
Die Lerchen jubeln: wache auf!

Mit Erde sie ihn still bedecken,
Das Grün aus allen Gräbern bricht,
Die Ströme hell durchs Land sich strecken,
Der Wald ernst wie in Träumen spricht,

Und bei den Klängen, Jauchzen, Trauern,
So weit ins Land man schauen mag,
Es ist ein tiefes Frühlingsschauern
Als wie ein Auferstehungstag.

Osterkreuz
Osterkreuz
Bild von DONGHWAN KIM auf Pixabay

Wilhelm Engelhardt

Ostern – Engelhardt

Autor: Wilhelm Engelhardt

Die Ostersonne steigt empor,
tritt durch das goldne Morgentor
beim Klang der Osterglocken.
Die Erde prangt im Festtagskleid
in neu erwachter Herrlichkeit,
und alles ist Frohlocken.

Der Heiland lebt, er ist nicht tot,
er ging hervor beim Morgenrot
aus finstern Grabesbanden.
Die Engel Gottes tun es kund
der ganzen Welt mit frohem Mund:
„Der Herr ist auferstanden!“

Der Stein, so schwer, so fest und groß,
vermochte nicht, im Erdenschoß
den Herrn der Welt zu halten,
der Osterkönig ist nun frei,
die Siegel brach der Held entzwei,
trotz höllischer Gewalten.

Wir sehen nun mit Glaubenssinn,
das leere Grab und nichts darin
als himmlische Gesandten.
Wir gehen mit den frommen Frau’n,
den Lebensfürsten selbst zu schau’n,
der wahrlich auferstanden.

Wir eilen ohne Rast und Ruh
dem holden Freund der Sünder zu,
und sinken ihm zu Füßen,
wie jene Jesusjünger dort,
so hören wir sein Friedenswort,
sein sel’ges Ostergrüßen.

Der Herr ist Sieger allezeit,
in Kreuz und Todesbitterkeit,
der starke Fürst des Lebens.
Wer ihm vertraut in aller Not,
ihm treu verbleibt bis an den Tod,
glaubt wahrlich nicht vergebens.

Zwar ist in diesem Jammertal
der Weg der Zionspilger schmal,
und eng die Himmelspforte.
Wir wissen wohl:
Durch Kreuz und Leid
führt unser Pfad zur Herrlichkeit,
nach Gottes heil’gem Worte.

Der Osterkönig geht voran
und zeigt uns selbst die rechte Bahn,
auch durch des Todes Türen.
Und ob es eine Weile währt,
so wird er uns doch – schön verklärt –
zur Himmelsfreude führen.

Oh Siegesfürst, du Osterheld,
dir bringt die ganze Sünderwelt
Anbetung, Preis und Ehre.
Dort in des Himmels Osterschein
klingt unser Halleluja rein,
im Chor der Himmelsheere.

Osterglocken vor einer Felswand
Osterglocken vor einer Felswand
Bild von Cornell Frühauf auf Pixabay

Emanuel Geibel

Die Lerche stieg am Ostermorgen

Autor: Emanuel Geibel

Die Lerche stieg am Ostermorgen
empor ins klarste Luftgebiet
und schmettert, hoch im Blau verborgen,
ein freudig Auferstehungslied.
Und wie sie schmetterte, da klangen
es tausend Stimmen nach im Feld:
Wach auf, das Alte ist vergangen,
wach auf, du frohverjüngte Welt!

Wacht auf und rauscht durchs Tal, ihr Brunnen,
und lobt den Herrn mit frohem Schall!
Wacht auf im Frühlingsglanz der Sonnen,
ihr grünen Halm und Läuber all!
Ihr Veilchen in den Waldesgründen,
Ihr Primeln weiß, ihr Blüten rot,
Ihr sollt es alle mitverkünden:
Die Lieb’ ist stärker als der Tod.

Wacht auf, ihr trägen Menschenherzen,
Die ihr im Winterschlafe säumt,
In dumpfen Lüsten, dumpfen Schmerzen
Ein gottentfremdet Dasein träumt.
Die Kraft des Herrn weht durch die Lande
Wie Jugendhauch, o laßt sie ein!
Zerreißt wie Simson eure Bande,
Und wie der Adler sollt ihr sein.

Wacht auf, ihr Geister, deren Sehnen
Gebrochen an den Gräbern steht,
Ihr trüben Augen, die vor Tränen
Ihr nicht des Frühlings Blüten seht,
Ihr Grübler, die ihr fern verloren
Traumwandelnd irrt auf wüster Bahn,
Wacht auf! Die Welt ist neugeboren,
Hier ist ein Wunder, nehmt es an!

Ihr sollt euch all des Heiles freuen,
Das über euch ergossen ward!
Es ist ein inniges Erneuen
Im Bild des Frühlings offenbart.
Was dürr war, grünt im Wehn der Lüfte,
Jung wird das Alte fern und nah,
Der Odem Gottes sprengt die Grüfte –
Wacht auf! der Ostertag ist da.

Lerche singt am Ostermorgen
Lerche singt am Ostermorgen
Bild von Premek Hajek auf Pixabay

Johann Wolfgang von Goethe

Osterbotschaft

Autor: Johann Wolfgang von Goethe

Osterbotschaft - Auferstanden!
tönt's in allen Christenlanden,
weckt der Geister Hochgesang.

Tritt auch du aus deinen Falten
zu den höheren Gestalten,
Seele, Gott sei dein Gesang!

Rose auf einem Kreuz
Rose auf einem Kreuz
Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Osterspaziergang

Autor: Johann Wolfgang von Goethe

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
durch des Frühlings holden, belebenden Blick.
Im Tale grünet Hoffnungsglück.
Der alte Winter in seiner Schwäche
zog sich in rauhe Berge zurück.

Von dorther sendet er, fliehend, nur
ohnmächtige Schauer körnigen Eises
in Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weißes.
Überall regt sich Bildung und Streben,
alles will sie mit Farbe beleben.

Doch an Blumen fehlts im Revier.
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
nach der Stadt zurückzusehen!

Aus dem hohlen, finstern Tor
dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
denn sie sind selber auferstanden.

Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
aus der Straßen quetschender Enge,
aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
sind sie alle ans Licht gebracht.

Sieh nur, sieh, wie behend sich die Menge
durch die Gärten und Felder zerschlägt,
wie der Fluß in Breit und Länge
so manchen lustigen Nachen bewegt,
und, bis zum Sinken überladen,
entfernt sich dieser letzte Kahn.

Selbst von des Berges ferner Pfaden
blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel.
Hier ist des Volkes wahrer Himmel.

Zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!

Osterspaziergang über eine Brücke
Osterspaziergang über eine Brücke
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Martin Greif

Osterzeit

Autor: Martin Greif

O wunderreiche Osterzeit,
Da aus den schon gelösten Banden
Der Lenz in lichter Herrlichkeit
Gleichwie der Heiland ist auferstanden!

Sieh hin! Das frühe Veilchen blüht,
Und wo nach überwundnem Zagen
Das erste Grün den Busch umzieht,
Hörst du die Drossel wieder schlagen.

Wohin du blickst, dich Wunder locken,
Davon die Ahnung dich durchdringt,
Wie sich beim Klang der Osterglocken
Die Seele aus dem Düster schwingt.

Veilchen blüht zur Osterzeit
Veilchen blüht zur Osterzeit
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Hoffmann von Fallersleben

Willkommen, Ostertag!

Autor: Hoffmann von Fallersleben

Was soll denn das bedeuten,
Schneeglöckchen hübsch und fein?
Wir wollen nichts, wir läuten
ja nur den Frühling ein.

Bald wird es Sonntag werden,
und vor Gottes Altar
steigt aus dem Schoss der Erden
der Blumen bunte Schar.

Die grünen Augen brechen
dann auch in Busch und Hag,
und alle Blüten sprechen:
Willkommen, Ostertag!

Schneeglöckchen läuten den Frühling ein
Schneeglöckchen läuten den Frühling ein
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Heidi Hollmann

Ostermorgen

Autorin: Heidi Hollmann

Im Nebeldunst liegt still der Weiher.
Das Schwanenpärchen liegt in Ruh.
Am Ufer liegen bunte Eier
Und Kinder flüstern sich was zu.

Einsam geh ich meine Runde,
erfüllt von freudigem Erbeben.
In dieser frühen Morgenstunde
Darf ich den Frieden hier erleben.

Tulpen, Osterglocken, Veilchen
Begleiten mich auf meinem Gang.
Verweilte gerne noch ein Weilchen –
Doch jäh wird mir ums Herze bang.

Mich überschattet eine Trauer.
Nichts währet ewig hier auf Erden.
Auf unsrer Welt ist nichts von Dauer,
und auch aus mir wird Staub einst werden.

Jedoch die Allnatur, die Weise
Erneuert sich von Jahr zu Jahr.
Vollbringt die Arbeit still und leise.
So lautlos, wie sie immer war.

Im Nebeldunst liegt still der Weiher.
Das Schwanenpärchen liegt in Ruh.
Am Ufer liegen bunte Eier
Und Kinder flüstern sich was zu.

© Heidi Hollmann

Schwanenpaar am Weiher
Schwanenpaar am Weiher
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Unser Osterfest kehrt wieder

Autorin: Heidi Hollmann

Unser Osterfest kehrt wieder
In den Kirchen klingen Lieder
Die von Auferstehung künden
Und Vergebung unsrer Sünden

Glocken die eindringlich tönen:
Völker ihr sollt euch versöhnen
Kriege sollte es nicht geben
Viel zu wertvoll ist das Leben

Waffen dort im nahen Osten
Sollten ungebraucht verrosten
Friede sollte sein auf Erden
Alle Völker friedvoll werden

Viele Menschen sind entsetzt
Doch die Hoffnung stirbt zuletzt
Friedensglocken mögen klingen
Aller Welt Erlösung bringen

© Heidi Hollmann

Rote Tulpen zu Ostern
Rote Tulpen zu Ostern
Bild von Myléne auf Pixabay
Tulpen symbolisieren den Frühling, die Wiedergeburt
und die Freude, die mit der Osterzeit einhergeht.

Arnold Kirchner

Das Schönste an dem Osterfeste

Autor: Arnold Kirchner

Das Schönste an dem Osterfeste
ist Lammkotelett mit grünen Bohnen.
Dazu im Garten frohe Gäste
und ringsrum Tulpen, Anemonen.

Das Schönste an dem Osterfeste:
3 Wochen noch gibt’s süße Reste
aus Kuchenteig und Schokolade.
Man fühlt sich wie im Speck die Made.

Das Schönste an dem Osterfeste:
Die Auferstehung der Natur!
Sie schenkt uns dann das Allerbeste:
Das Grün in Wald und Flur.

Blühende Zierkirsche zu Ostern
Blühende Zierkirsche zu Ostern
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Ostereier

Autor: Arnold Kirchner

Der Hase bringt zu Ostern Eier,
die Kinder freut das sehr.
Doch zweckentfremden tut’s Herr Meyer:
Der macht daraus Likör.

Der Hase bringt zu Ostern Eier
und kann sie gut verstecken.
Die Letzten wird zur Weihnachtsfeier
man hinterm Schrank entdecken.

Der Hase bringt zu Ostern Eier,
der Weihnachtsmann bringt einen Sack.
Demnächst verlangt man Schenkungssteuer,
so treibt man mit uns Schabernack.

Hase mit Ostereier
Hase mit Ostereier
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Klabund

Ewige Ostern

Autor: Klabund

Als sie warfen Gott in Banden,
als sie ihn ans Kreuz geschlagen,
ist der Herr nach dreien Tagen
auferstanden.

Felder dorren. Nebel feuchten.
Wie auch hart der Winter wüte:
Einst wird wieder Blüt‘ bei Blüte
leuchten.

Ganz Europa brach in Trümmer,
und an Deutschland frißt der Geier, –
doch der Frigga heiliger Schleier
weht noch immer.

Leben, Liebe, Lenz und Lieder:
Mit der Erde mag’s vergehen.
Auf dem nächsten Sterne sehen
wir uns wieder.

Jesus ist auferstanden
Jesus ist auferstanden
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Elisabeth Kolbe

Ostergruß

Autor: Elisabeth Kolbe

’s ist Osterzeit! Wenn Du’s nicht wissen solltest,
So kündeten Dir’s Fink und Amsel an,
Und wenn Du diese nicht vernehmen wolltest,
So hätte es der Veilchenduft gethan,
Der süß berauschend – als ein Frühlingsbote
Aus einer lieblicheren Welt entschwebt –
Mit holden Wohlgerüchen die noch tote
Natur zum Auferstehungsfest belebt.

’s ist Osterzeit! Wie Dich im Lenzgetriebe
Die Blumen grüßen und der Vöglein Schlag,
So grüßt Dich aus der Ferne heut’ in Liebe
Ein treues Herz zum frohen Ostertag;
Es wünscht dir ein beglückendes Versenken
In die an Wundern reiche Frühlingszeit
Und ein noch mehr gesegnetes Gedenken
Der uns geoffenbarten Herrlichkeit.

’s ist Osterzeit! Nun wirf sie ab, die Sorgen,
Dem neuen Morgen hoffend zugewandt,
Und fühle Dich in dessen Hand geborgen,
Der die Erlösung für sein Volk erfand!
Gewiß, wie er ein tausendfaches Leben
In Wald und Flur jetzt wundermächtig schafft,
Wird er auch Deinem Herzen wieder geben
Der Osterhoffnung neue Lebenskraft.

Blaue Stiefmütterchen
Blaue Stiefmütterchen
Bild von 8926 auf Pixabay

Rchard Koppin

Ostern

Autor: Richard Koppin

VIOLETTE Wellen schwingen
über braunen Brachgeländes dampfende Schollen.
Millionen funkelnder Sonnenstrahlen
tanzen mit lächelndem Gruß
auf Goldsandalen durch taufrische Lande. —
Am Wege die jungen Birken,
mit bräutlichen Schleiern angetan,
wiegen sich leicht in den Hüften,
frühlingsahnungstrunken.

Irgendwo im leise grünenden Gezweig
hängt ein lockendes Amsellied …
Sehnsucht flügelt durch die Luft. - - - - -
Den Weg herauf rieseln, verloren,
ein paar welke Blätter,
wie klirrendes Glas —,
späte Mahner herbstbunter Vergänglichkeiten …

Die aber ruhen längst
unter nun berstenden Schollen
einer verjüngten, fruchtersehnenden Erde,
kehren wieder als frühlingsfrische Pracht
neu hoffender, selig tanzender Sonnentage …

Auferstehen ringsum aus Dunkelheiten
winterlicher Erdenhaft,
aus Enge und Qual …

Heiland — Menschen — Völker — Welten —:
Alles kommt zur Erlösung und ewigen Wiederkehr!

Junge Birken im Frühling
Junge Birken im Frühling
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Olaf Lüken

Der Osterhase

Autor: Olaf Lüken

Was seh’ ich da im hohen Gras,
ist da nicht ein Osterhas’?
Er spitzt die Löffel, sprich das Ohr,
lugt auch übers Gras hervor.
Dann springt er los, mit einem Satz.
Meister Lampe auf der Hatz?
Ich schaue nach, was denn dort sei,
da liegt ein buntes Osterei.
„Häschen, Häschen, her zu mir,
bist ein wunderschönes Tier.
Lass mich bitte einmal raten:
Frohlockt mir ein Hasenbraten?“

© Olaf Lüken

lila Ei im grünen Gras
Lila Ei im grünen Gras
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Der Welt größtes Osterei

Autor: Olaf Lüken

Kennen Sie das größte Osterei?
Es hat ’nen Namen, heißt Heuchel-Ei!

© Olaf Lüken


Ostereier bis zur nächsten Feier

Autor: Olaf Lüken

Ein Huhn legte einst bunte Eier,
für die kommende Osterfeier.
Ein Ökobauer, aus Hinterzarten,
liebte „die Grünen“, die ziemlich harten.
Nach der Feier kamen die Eier,
hinter den Hof, in einen Weiher.
Er verkaufte sie auch als Partyeier,
bis zu nächsten Weihnachtsfeier!

© Olaf Lüken

Grün gefärbte Ostereier
Grün gefärbte Ostereier
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Osterglaube

Autor: Olaf Lüken

Fröhlich klingt das Lied der Geige.
Ostern komme bald herbei.
Knospen sprießen an dem Zweige.
Und zu Ostern lockt das Ei.

Jetzt wehen die Kirchenfahnen.
Horch der Glocken Feierklang.
Kinder, Herren und die Damen,
lauschen im Dom dem Festgesang.

Nach dem dunklen Grabchorale,
singen Christen das Jesuslied,
der jetzt empor – im Sonnenstrahle
einst für uns am Kreuz verschied.

Heilig halten wir seine Symbole,
vor allem das große Osterfest.
Mit Hoffnung sich der Mensch erhole,
wenn sein Glaube ihn schleichend verlässt.

Jeder Mensch, vom Leid getroffen,
sinnt, dass ihn der Geist durchweht,
dass sein Glauben und sein Hoffen,
mit Jesus wieder aufersteht.

© Olaf Lüken

Kreuz als Symbol für Jesu Tod und Auferstehung
Kreuz als Symbol für Jesu Tod und Auferstehung
Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Ostern – Fröhlich klingt das Lied der Geige

Autor: Olaf Lüken

Fröhlich klingt das Lied der Geige.
Ostern komme doch bald herbei.
Knospen sprießen an dem Zweige,
und zu Ostern frohlockt das Ei.

Es wehen die Kirchenfahnen.
Horch der Glocken Feierklang.
Kinder, Herren und die Damen,
lauschen im Dom dem Festgesang.

Nach dem dunklen Grabchorale,
singen Christen das Jesuslied,
der jetzt empor - im Sonnenstrahle,
einst für uns am Kreuz verschied.

Heilig sind all’ seine Symbole,
vor allem das große Osterfest.
Durch Hoffnung sich der Mensch erhole,
wenn sein Glaube ihn schleichend verlässt.

Jeder Mensch, von Leid betroffen,
sinnt, dass ihn der GEIST durchweht,
dass sein Glaube und sein Hoffen,
mit Jesus fröhlich aufersteht.

© Olaf Lüken

Osterdeko mit Kreuz, Ostereier und Blumen
Osterdeko mit Kreuz, Ostereier und Blumen
Bild von DONGHWAN KIM auf Pixabay

Ostern – Ich sah einen jungen Eichelhäher

Autor: Olaf Lüken

Ich sah einen jungen Eichelhäher,
der überflog mein Frühlingsland.
Die Welt versank im Blütenmeer,
weil alles geschah Jesus zur Ehr,
der für die Menschheit auferstand!

© Olaf Lüken

Eichelhäher sitzt auf einem Zweig
Eichelhäher sitzt auf einem Zweig
Bild von sharkolot auf Pixabay

Ostern – Tandaradei

Autor: Olaf Lüken

Tandaradei. Wo ist das Ei?
Hier und dort und am rechten Ort.
Die Eier sind sehr gut versteckt.
Klein Egon hat sie gleich entdeckt.
Da ein Ei und dort ein Ei.
Für Egon sind es drei statt zwei.

Ostern läuten alle Glocken.
Glocken soll’n zum Beten locken.
Menschen feiern Auferstehung,
bitten auch um All-Aussöhnung.

Gottes Licht, es flammt und kreist.
Über den Wassern schwebt sein Geist.
Und der Glaube sprengt jede Hülle.
Da! - wo Jesus, ist auch Liebesfülle!

Egon findet ein Schoko-Hasenkind.
Er schaut es an und jauchzt vor Glück.
Bevor er sich so recht besinnt,
isst er es auf, das ganze Stück.

Wo sind denn die Osterhasen?
Springen über’n Stoppelrasen.
Statt zum leckeren Hasenbraten,
würde ich zu Lämmern raten!

Bunte Ostereier auf einer Wiese
Bunte Ostereier auf einer Wiese
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Ostern – Vögel tirilieren

Autor: Olaf Lüken

Vögel tirilieren,
Kinder jubilieren.
Im Garten sucht die junge Meute,
Eier und viel süße Beute.

Geh’ auch Du hinaus zum Feiern,
such’ nach bunten Ostereiern.
Auch in den Eltern steckt ein Kind.
Grünes erfreut Sonne und Wind.

Der Osterhase liebt das Verstecken,
damit Du Leck’res kannst entdecken.
Ostern steht für neues Leben,
Ostern will uns Hoffnung geben.

Und die Botschaft für diese Zeit?
Halt’ Dich fürs Neue stets bereit.
Halt’ Deinen Glauben fest im Blick!
Das ist mein Gruß, den ich Dir schick!

FROHE OSTERN

Bunte Eier zu Ostern
Bunte Eier zu Ostern
Bild von Ilo auf Pixabay
Einen Kühlschrank gab es im Mittelalter noch nicht.
Deshalb kochte man die Eier, um sie länger haltbar zu machen.
Damit man die „alten“ Eier nach der Fastenzeit nicht mit den
frischen verwechseln konnte, wurden sie zusätzlich rot eingefärbt.

Anita Menger

Wie kam der Hase an das Ei?

Autorin: Anita Menger

Die Frage stellt sich nebenbei:
„Wie kam der Hase an das Ei?“
Gelegt hat er es sicher nicht –
auch einiges dagegen spricht,
dass er mit Hühnern hat ’nen Deal.
Doch wie passt dann der Has’ ins Spiel?

Ein Götterbote – liest man dann
war früher er – fing’s damit an?
Dem Ei und ihm sei eins gemein –
ein Fruchtbarkeitssymbol zu sein.
Vor Jahren brachten Kuckuck, Hahn
und auch der Fuchs noch Eier an.

Der Has’ behielt die Oberhand –
ist nun bekannt in Stadt und Land.
Warum auch immer er erwählt –
das einzige was wirklich zählt
ist dass man eines nicht vergisst:
Dass Christus auferstanden ist.

© Anita Menger

Hase bringt Ostereier
Hase bringt Ostereier
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Clara Müller-Jahnke

Zur Osterzeit

Autor: Clara Müller-Jahnke

Ist das ein Ostern! – Schnee und Eis
hielt noch die Erde fest umfangen;
frostschauernd sind am Weidenreis
die Palmenkätzchen aufgegangen.

Verstohlen durch den Wolkenflor
blitzt hie und da ein Sonnenfunken –
es war, als sei im Weihnachtstraum
die schlummermüde Welt versunken.

Es war, als sollten nimmermehr
ins blaue Meer die Segel gehen,
im Park ertönen Finkenschlag,
und Veilchenduft das Tal durchwehen.

Und dennoch, Seele, sei gewiss:
Wie eng sich auch die Fesseln schlingen,
es wird der Lenz, das Sonnenkind,
dem Schoß der Erde sich entringen.

Dann sinkt dahin wie Nebelflor
auch all dein Weh und deine Sorgen,
und veilchenäugig lacht dich an
ein goldner Auferstehungsmorgen!

Schale mit Krokusse und Palmkätzchen
Schale mit Krokusse und Palmkätzchen
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Theobald Nöthig

Ostermorgen

Autor: Theobald Nöthig

Wieder strählt ihr Haar Frau Holle.
Sonnenwärts wie Opferrauch
Steigt im Tal von feuchter Scholle
Nebeldampf und Blütenhauch.
Mit melodischem Frohlocken
Grüßt das Licht der Vögel Heer,
Mahnt der Klang der Morgenglocken
An des Tages Wiederkehr.

Wie am Grab des Herrn den Frauen,
Ruft, betrübtes Herz, auch dir
Geistermund im Morgengrauen
Tröstlich zu: was suchet ihr
Den lebendigen bei den Toten?
Predigt nicht der Lenz im Land
Durch unzählige Glaubensboten,
Dass der Heiland auferstand?

Zeigt nicht Liebe gleiches Streben,
Wie der Lenz und wie das Licht?
Dem nur, was sich selbst gegeben,
Auferstehung sie verspricht,
Wie die Jünger sie begleitet
Unerkannt nach Emmaus,
So auch dir zur Seite schreitet
Sie mit frohem Ostergruß.

Emmausgang - Zwei Jünger begegnen Jesus
Emmausgang - Zwei Jünger begegnen Jesus
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Eva Rechlin

Wir wünschen euch zum Osterfest

Autorin: Eva Rechlin

Wir wünschen euch zum Osterfest,
dass ihr mit Freuden seht,
wie alles, weil’s der Himmel will,
wahrhaftig aufersteht.

Das Dunkle weicht, das Kalte schmilzt,
erstarrte Wasser fließen,
und duftend bricht die Erde auf,
um wieder neu zu sprießen.

Wir alle müssen eines Tags
von dieser Erde gehn.
Wir werden, wenn’s der Himmel will,
wie Ostern auferstehn.

Kohlmeise – Vorbote des Frühlings
Kohlmeise – Vorbote des Frühlings
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Joachim Ringelnatz

Ostern

Autor: Joachim Ringelnatz

Wenn die Schokolade keimt,
Wenn nach langem Druck bei Dichterlingen
„Glockenklingen“ sich auf „Lenzesschwingen“
Endlich reimt
Und der Osterhase hinten auch schon preßt,
Dann kommt bald das Osterfest.

Und wenn wirklich dann mit Glockenklingen
Ostern naht auf Lenzesschwingen, –
Dann mit jenen Dichterlingen
Und mit deren jugendlichen Bräuten
Draußen schwelgen mit berauschten Händen –
Ach, das denk ich mir entsetzlich,
Außerdem – unter Umständen –
Ungesetzlich.

Aber morgens auf dem Frühstückstische
Fünf, sechs, sieben flaumweich gelbe frische
Eier. Und dann ganz hineingekniet!
Ha! Da spürt man, wie die Frühlingswärme
Durch geheime Gänge und Gedärme
In die Zukunft zieht
Und wie dankbar wir für solchen Segen
Sein müssen.

Ach, ich könnte alle Hennen küssen,
Die so langgezogene Kugeln legen.

Eier zum Osterfrühstück
Eier zum Osterfrühstück
Bild von Melanie auf Pixabay

Ferdinand von Saar

Ostern

Autor: Ferdinand von Saar

Ja, der Winter ging zur Neige,
holder Frühling kommt herbei,
Lieblich schwanken Birkenzweige,
und es glänzt das rote Ei.

Schimmernd wehn die Kirchenfahnen
bei der Glocken Feierklang,
und auf oft betretnen Bahnen
nimmt der Umzug seinen Gang.

Nach dem dumpfen Grabchorale
tönt das Auferstehungslied,
und empor im Himmelsstrahle schwebt er,
der am Kreuz verschied.

So zum schönsten der Symbole
wird das frohe Osterfest,
dass der Mensch sich Glauben hole,
wenn ihn Mut und Kraft verlässt.

Jedes Herz, das Leid getroffen,
fühlt von Anfang sich durchweht,
dass sein Sehnen und sein Hoffen
immer wieder aufersteht.

Sonnenstrahlen im Wald
Sonnenstrahlen im Wald
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Max von Schwenkendorf

Ostern, Ostern, Frühlingswehen

Autor: Max von Schenkendorf

Ostern, Ostern, Frühlingswehen!
Ostern, Ostern, Auferstehen
aus der tiefen Grabesnacht,
aus der tiefen Grabesnacht!
Blumen sollen fröhlich blühen,
Herzen sollen heimlich glühen,
denn der Heiland ist erwacht,
denn der Heiland ist erwacht.

Trotz euch, höllische Gewalten!
Hättet ihn wohl gern behalten,
der euch in den Abgrund zwang,
der euch in den Abgrund zwang.
Mochtet ihr das Leben binden?
aus des Todes düstern Gründen
dringt hinan sein ew’ger Gang,
dringt hinan sein ew’ger Gang.

Der im Grabe lag gebunden,
hat den Satan überwunden,
und der lange Kerker bricht,
und der lange Kerker bricht.
Frühling spielet auf der Erden,
Frühling soll’s im Herzen werden,
herrschen soll das ew’ge Licht,
herrschen soll das ew’ge Licht.

Alle Schranken sind entriegelt,
alle Hoffnung ist versiegelt
und beflügelt jedes Herz,
und beflügelt jedes Herz.
Und es klagt bei keiner Leiche
nimmermehr der kalte, bleiche,
gottverlassne Heidenschmerz,
gottverlassne Heidenschmerz.

Alle Gräber sind nun heilig,
Grabesträume schwinden eilig,
seit im Grabe Jesus lag,
seit im Grabe Jesus lag.
Jahre, Monde, Tage, Stunden,
Zeit und Raum, wie schnell verschwunden!
Und es scheint ein ew’ger Tag,
und es scheint ein ew’ger Tag.

Das Grab ist leer
Das Grab ist leer
Bild von Arnie Bragg auf Pixabay

Angelus Silesius

Osterjubel

Autor: Angelus Silesius

Jetzt ist der Himmel aufgetan,
jetzt hat er wahres Licht!
Jetzt schauet Gott uns wieder an
mit gnädigem Gesicht.
Jetzt scheinet die Sonne
der ewigen Wonne!
Jetzt lachen die Felder,
jetzt jauchzen die Wälder,
jetzt ist man voller Fröhlichkeit.

Jetzt ist die Welt voll Herrlichkeit
und voller Ruhm und Preis.
Jetzt ist die wahre, goldne Zeit
wie einst im Paradeis.
Drum lasset uns singen
mit Jauchzen und Klingen,
frohlocken und freuen;
Gott in der Höh sei Lob und Ehr.

Jesus, du Heiland aller Welt,
dir dank ich Tag und Nacht,
dass du dich hast zu uns gesellt
und diesen Jubel bracht.
Du hast uns befreiet,
die Erde erneuet,
den Himmel gesenket,
dich selbst uns geschenket,
dir, Jesus, sei Ehre und Preis.

Jesu Auferstehung
Jesu Auferstehung
Bild von 4222320 auf Pixabay

Friedrich Spee von Langenfeld

Zur Osterzeit

Autor: Friedrich Spee von Langenfeld

Die ganze Welt, Herr Jesus Christ,
zur Osterzeit jetzt fröhlich ist.

Jetzt grünet, was nur grünen kann,
die Bäum` zu blühen fangen an.

So singen jetzt die Vögel all.
Jetzt singt und klingt die Nachtigall.

Der Sonnenschein jetzt kommt herein
und gibt der Welt ein’ neuen Schein.

Die ganze Welt, Herr Jesus Christ,
zur Osterzeit jetzt fröhlich ist.

Singende Nachtigall
Singende Nachtigall
Bild von wal_172619 auf Pixabay

Theodor Storm

Ostern

Autor: Theodor Storm

Es war daheim auf unserm Meeresdeich.
Ich ließ den Blick am Horizonte gleiten.
Zu mir herüber scholl verheißungsreich
mit vollem Klang das Osterglockenläuten.

Wie brennend Silber funkelte das Meer.
Die Inseln schwammen auf dem hohen Spiegel,
die Möwen schossen blendend hin und her,
eintauchend in die Flut die weißen Flügel.

In tiefer Erde bis zum Deichesrand
war sammetgrün die Wiese aufgegangen.
Der Frühling zog prophetisch über Land.
Die Lerchen jauchzten, und die Knospen sprangen.

Entfesselt ist die urgewaltge Kraft.
Die Erde quillt, die jungen Säfte tropfen.
Und alles treibt, und alles webt und schafft.
Des Lebens vollste Pulse hör ich klopfen.


Julius Sturm

Osterlied

Autor: Julius Sturm

Höher steigt die Ostersonne,
Und ihr warmer goldner Strahl
Weckt zu neuer Frühlingswonne
Sanft das winterliche Tal.

Heimlich schmolz der Schnee am Berge,
Krachend taut das Eis im Fluss,
Und schon bringt die erste Lerche
Mir den Auferstehungsgruß.

Singt sie auch noch über Grüften,
Bricht sich doch das Leben Bahn,
Und schon weht es aus den Lüften
Mich wie Duft von Veilchen an.

Ach, wie schlug mein Herz beklommen,
Bis der raue Winter schwand!
Schöner Lenz, sei mir willkommen,
Schmücke reich mein Vaterland.

Dass es blühend sich erneue,
Schwinge deinen Zauberstab,
Und der Blumen schönste streue
Still auf unsrer Helden Grab.

Kreuz geschmückt mit Frühlingsblumen
Kreuz geschmückt mit Frühlingsblumen
Bild von Tung Lam auf Pixabay

Ostern

Autor: Julius Sturm

Es rauschen und klingen,
Es duften und singen
Die Wipfel im Hain,
Die Blumen am Rain,
Die Bächlein in Klüften,
Die Vöglein in Lüften:
Der Herr ist erstanden!

Was steht ihr und weinet
Um Gräber vereinet?
Der Sieg ist errungen,
Der Tod ist bezwungen,
Der Stein ist gehoben,
Es tönet von oben:
Der Herr ist erstanden!

Christus ist auferstanden
Christus ist auferstanden
Bild von Zadok Artifex auf Pixabay

Kurt Tucholsky

Fröhliche Ostern

Autor: Kurt Tucholsky

Da seht aufs neue dieses alte Wunder:
Der Osterhase kakelt wie ein Huhn
und fabriziert dort unter dem Holunder
ein Ei und noch ein Ei und hat zu tun.

Und auch der Mensch reckt frohbewegt die Glieder -
er zählt die Kinderchens: eins, zwei und drei …
Ja, was errötet denn die Gattin wieder?
     Ei, ei, ei,
      ei, ei,
       ei!

Der fleißige Kaufherr aber packt die Ware
ins pappne Ei zum besseren Konsum:
Ein seidnes Schnupftuch, Nadeln für die Haare,
Die Glitzerbrosche und das Riechparfuhm.

Das junge Volk, so Mädchen wie die Knaben,
sucht die voll Sinn versteckte Leckerei.
Man ruft beglückt, wenn sie's gefunden haben:
     Ei, ei, ei,
      ei, ei,
       ei!

Und Hans und Lene steckens in die Jacke,
das liebe Osterei - wen freut es nicht?
Glatt, wohlfeil, etwas süßlich im Geschmacke,
und ohne jedes innre Gleichgewicht.

Die deutsche Politik … Was wollt ich sagen?
Bei uns zu Lande ist das einerlei -
und kurz und gut: verderbt euch nicht den Magen!
vergnügtes Fest! vergnügtes Osterei!


unbekannt

Ist’s an Ostern lau und warm

Autor: unbekannt

Ist’s an Ostern lau und warm,
frisst dich die Verwandtschaft arm
Ist’s an Osten warm und heiter
geht die Fresserei gleich weiter
Drum liebe Hausfrau hör die Moral von der Geschicht:
Vergiss beim Einkauf Schappi nicht.
Denn im Falle eines Falles
frisst die Verwandtschaft einfach alles

Der Schokoladenkuchen schmeckt!
Der Schokoladenkuchen schmeckt!
Bild von Ralph/Altrip/Germany auf Pixabay

Fridolin Wasserburg

Ostergedicht

Autor: Fridolin Wasserburg

Wenn die Hasen
nicht mehr grasen,
denn wer mag schon grüne Eier?
Und statt dessen
ganz besessen
Weinbrand trinken und Liköre,
wenn der Krokus
einfach raus muss,
dass die Biene ihn betöre,
und die Sonne
strahlt mit Wonne,
dann naht bald die Osterfeier!

Mit freundlicher Genehmigung
© rws rainer werle software

Tanzender Hase
Tanzender Hase
Bild von Clker-Free-Vector-Images auf Pixabay

Horst Winkler

Ostergruß

Autor: Horst Winkler

Wenn ständig aufgescheuchte Hennen
Recht kopflos durch die Gegend rennen
Und hinter jedem grünen Zweig
Sich ein verkitschter Hase zeigt
Wenn man bei jedem falschen Schritt
In etwas Buntgefärbtes tritt
Dann ist sie wohl nicht mehr sehr weit
Die österliche Eierzeit

© Horst Winkler, VersSchmiede

Gefärbte Ostereier auf einer Wiese
Gefärbte Ostereier auf einer Wiese
Bild von Nicky ❤️🌿🐞🌿❤️ auf Pixabay

Richard Zoozmann

Ostern

Autor: Richard Zoozmann

Nun zeigen sich am dürren Holz
Schon grüne, zarte Blätterteilchen,
Die Hecke schwillt in Knospen stolz
Und freundlich lugt das erste Veilchen
Mit Kinderaugen blau und rein
Verwundert in die Welt hinein.

Lobjubelnd tropft der Lerche Lied
Herab aus morgenfrühem Äther —
Und wär es sie nicht, dies verriet,
Gäbs tausend andere Verräter,
Zu melden, dass die Osterzeit
Der traumbefangnen Erde mait.

O Menschenbrust, nun öffne auch
Das Tor den duftgeschwellten Winden,
Dass sich im heiligen Feierhauch
Vertraun und Hoffnung wiederfinden,
Dass Osterlust dein Herz durchzieht
Im Glockenklang, im Vogellied.


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