Herbstgedichte – Richard von Schaukal

Herbstgedichte, Herbstlyrik, Herbstpoesie von Richard von Schaukal

Inhaltsverzeichnis

Herbstgedichte

Herbstschweigen

Autor: Richard von Schaukal

Wieder bin ich allein
im dämmernden Garten gegangen,
Tiefer schweiften die Krähen,
der Wald war von Wolken verhangen.

Mitten aus den verfinsterten Fichten
erhoben sich rote,
braune, blassgelbe Blätterwipfel
und standen wie Tote.

Und es war in der Welt eine Stille,
die traurig verharrte,
dass mir das Herz in der Brust
vor so viel Schweigen erstarrte.

Landschaft mit kahlen Bäumen
Landschaft mit kahlen Bäumen
Bild von TIVASEE auf Pexels

Heute

Autor: Richard von Schaukal

Heute zum ersten Mal hat sich der gilbende Garten
weithin erhellt, vom nächtlichen Winde gelichtet.
Stand er doch gestern noch ins eigenen Dämmern verdichtet
so als wollt’ er die Stürme des Winters gesichert erwarten.

Und nun muss es dunkel werden und täglich
kälter, kahler, nackt und ärmer, frieren und schweigen,
bis die weißen Wolken tiefer sich niederneigen
und wieder wirbelnd Schnee sinkt, einsam unsäglich.

Waldlandschaft im Spätherbst
Waldlandschaft im Spätherbst
Bild von Simon Berger auf Pixabay

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Herbst
Oktoberwind liegt auf dem Bauche
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