Spaß (2)

Lustige Gedichte und Texte zum Schmunzeln
über die Widrigkeiten des täglichen Ehelebens

Übersicht

Inhaltsverzeichnis

Eheleben


Eheleben

Als der liebe Gott

Als der liebe Gott die Welt erschaffen,
da schuf er Vögel Rindvieh und auch Affen.
Und mitten in die große Welt
hat er den Adam ganz alleine hingestellt
und als dem Adam dann die Langeweile plagte
da kam der liebe Gott zu ihm und sagte:
Es ist nicht gut, wenn Menschen so allein
ich will mit einer hübschen Gattin dich erfreuen.
Als nun der Adam schlief, ist Gott gekommen
hat eine Rippe ihm aus seinem Leib genommen
und hat sich gar nicht lang darauf bedacht
und hat ein kleines hübsches Weib daraus gemacht.
Als der Adam dann vom Schlaf erwachte
da sah er seine Eva an und lachte.
Als nun der liebe Gott den Adam fragte
ob ihn sein Weibchen denn nun auch behagte
da rief er laut: komm reiß mir alle Rippen raus
und mach mir lauter solche hübsche Weibchen draus.

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Der Barbesuch

Herr __________ hatte schon seit Wochen
auf Drängen seiner Frau,
ihr einen Barbesuch versprochen,
nur wo, das blieb noch ungenau!

Als beide durch die Straßen gingen,
fand Herr __________ gar keine Bar,
die seines Wissens zum Gelingen
des Abends recht geeignet war.

Die Ehefrau jedoch, die __________
sah ihrerseits ein Nachtlokal,
wohin Herr _________ sie bringen musste,
wenn er das Haus auch nicht empfahl!

Sie schleppte ihn zur Eingangstüre,
wo ein Portier in Gala stand,
der unterm Baldachin der Schmiere
die folgende Begrüßung fand:

„Mensch __________, das ist ja erfreulich,
Mensch __________, das ist doch schön,
dich nach dem letzten Abend neulich
erneut als alten Freund zu sehn.“

„Wie kennst du den?“, die __________ staunte,
was weißt du von dem Manne hier?
Ihr lieber Gatte aber raunte:
„Das ist ein Klassenkamerad von mir!“

„Sieh da, Herr __________“, rief voller Freude
im Flur jetzt die Garderobenfrau!
„Wie?“, sprach __________, „alle beide?
Die Dame kennst du auch genau?“

„Das ist die Frau von meinem Klassenkamerad“,
sprach _________ nun, „und es ist gut,
dass sie in diesem Männerladen
in seiner Nähe Dienste tut!“

Jetzt traten unsere Eheleute
Herr und Frau __________ in die Bar,
die wie immer, so auch heute,
rot schummerig erleuchtet war!

„Ach“, rief die busenschöne Dame,
die an der Schemeltheke stand,
„Herr __________, welch ein lieber Name!“
Die Gute war ganz außer Rand und Band.

Doch __________ war’s nicht recht’, sie fragte:
„Die kennst Du auch? Das ist mir neu!“
Und _________ jetzt zögernd sagte,
dass dies der beiden Tochter sei!

Im Fortverlauf des Nachtprogramms,
das ablief in Herrn __________ Sinn,
erschien ein Mägdlein, ein strammes,
als flotte Stripteasetänzerin.

Sie ließ beim Tanz die Hüllen fallen,
bis auf den winzig kleinen Slip,
und sagte dann kokett zu allen:
„Wer wagt denn nun den letzten Strip?“

Da rief, fast wie aus einem Munde,
es war schon um die Mitternacht,
die frohgelaunte Männerrunde,
dass dies doch stets Herr _________ macht!

Nun aber fort, Frau _________ packte
den armen Mann, zog ihn hinaus,
bis er schon fast zusammensackte,
vor diesem tief verruchten Haus!

Ein Taxi kam, Frau _________ zerrte
den bösen Ehemann hinein,
beschimpfte ihn mit aller Härte:
„Wie kann man nur so treulos sein?“

Da drehte sich mit Schmunzelmiene
der Fahrer um, lokalbegabt:
Mensch ________, so ’ne miese Biene,
hast du bisher noch nie gehabt!

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Briefwechsel zwischen Eheleuten

Meine liebe Ehefrau,

da du für dieses Thema nicht ansprechbar bist, habe ich folgende Statistik erstellt:

Im letzten Jahr habe ich mich 365 mal um dich bemüht. Nur 36 mal hatte ich Erfolg. Das ergibt einen Durchschnitt von 1 mal in 10 Tagen.

Die Gründe für meinen Misserfolg waren:

  • 17 x war es zu kalt
  • 18 x war es zu warm
  • 5 x war das Kind noch wach
  • 52 x warst Du zu müde
  • 93 x war es aus technischen Gründen nicht möglich
  • 5 x hattest du Rückenschmerzen
  • 10 x hattest du Kopfschmerzen
  • 10 x hattest du zuviel getrunken
  • 21 x warst du dazu nicht aufgelegt
  • 7 x weinte das Kind
  • 22 x kamst du gerade vom Friseur
  • 7 x musstest du am nächsten Tag zum Arzt
  • 7 x war ein schöner Film im Fernsehen
  • 10 x kamst du zu spät von der Arbeit
  • 15 x hattest du _Wäsche_ gehabt

In den 36 Fällen, wo ich zum Erfolg kam, war es aus folgenden Gründen auch kein Vergnügen:

  • 21 x hattest du gebeten, ich solle zusehen, dass ich fertig werde.
  • 2 x hattest du dabei festgestellt, dass die Zimmerdecke neu gestrichen werden müsste.
  • 2 x dachte ich, ich hätte dir wehgetan, weil du dich bewegt hattest.
  • 11 x musste ich dich wecken, um dir zu sagen, dass ich fertig bin.

Und das alles in einem Jahr!

Mein lieber Ehemann!

Typisch für dich, dass du jetzt auch noch eine Statistik erstellst! Ich kann dazu nur sagen:

Für deinen Misserfolg im letzten Jahr gibt es handfeste Gründe. Daher hier meine Erklärung:

  • 52 mal war ich wirklich zu müde, weil ich in der Nacht zuvor aufgrund deines Schnarchens kein Auge zugemacht hatte.
  • 35 mal war es wirklich zu kalt oder zu warm, weil der grosse Heimwerker sich zuvor mal am Thermostat zu schaffen gemacht hatte.
  • 25 mal hast du nach Kneipe gestunken und mir ist dabei die Lust vergangen.
  • 43 mal wolltest du so nebenbei eine Sportsendung sehen …
  • 93 mal hattest du Potenzprobleme, aber schliesslich werden wir beide ja nicht jünger, sowas kann jedem passieren.
  • 28 mal hatten wir zuvor gestritten und du hast deine Fehler nicht eingesehen.
  • 47 mal warst du nicht rasiert. Dazu kommt noch, dass du fünf mal zu früh warst, und als du unseren Hochzeitstag wieder einmal vergessen hattest, habe ich ja wohl nicht zu Unrecht auf stur geschaltet!

Aber 36 mal hat es ja geklappt und das reicht doch für ein Jahr, oder nicht?

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Das Meisterstück

Man schuf die Welt zu grauen Zeiten,
zuerst vom Mann ein Exemplar.
Doch schien es sich plötzlich zu beweisen,
das etwas nicht in Ordnung war.

Denn als man sich das Werk beschaute,
da fehlte dies, da fehlte das.
Kurz an dem ganzen Manne taugte
nur eine einzige Rippe was.

Und die wurde ihm nun weggenommen
und eine Frau daraus gemacht.
So sind wir später zwar gekommen,
jedoch geschaffen mit Bedacht.

Und nun den Frauen gerecht zum Lobe,
erkennt man auf den ersten Blick,
der Mann ist nur ein Stück zur Probe,
wir Frauen sind das Meisterstück!

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Der reichste Ehemann

Preisend mit viel schönen Reden ihrer Frauen Tugendzahl,
saßen viele deutsche Männer einst beim Bier im Stammlokal,
und es sprach gleich der Berliner meine Frau ist wundernett,
komm ich abends spät nach hause zankt se nicht, liegt still im Bett.
Und mei Kati drauf ein Bayer sagt mir nichts, die ist fein brav,
sie gibt immer mir die Schlüssel, nimmer zankt das gute Schaf.
Geh ich abends in die Kneipe sprach ein Köl'scher dort vom Rhein
spricht mein Weibchen voller Sorgen steck dir nur den Schlüssel ein.
Hab das Schlüssele ich vergessen, sagt aus Stuttgart raus ein Schwab',
schickt mein Weible es mir ins Wirtshaus, gut ist Weible das ich hab.
Ganz zuletzt sprach dann der Sachse heiter mit Behaglichkeit,
was sorgt ihr euch um den Schlüssel, nein ihr tut mir wirklich leid,
da mach' ich mir keine Sorge, meine Frau schließt selber auf.
Freut sich, dass ich heim schon komme, leuchtet mir die Treppe rauf.
Zieht mir aus dann Schuh und Strümpfe, recht schön sanft, damit's nicht lärmt.
Sagt schön freundlich: Leg dich schlafen, ich hab's Bett schon angewärmt.
Dann, dass ich mich nicht erkälte, deckt sie mich mit Liebe zu,
küsst mich noch, löscht aus die Lampe und wünscht mir dann gute Ruh.
Darauf sprach der Schwab, der Bayer, der Berliner, der vom Rhein,
lieber Freund, du bist der reichste, ja so muss ein Weibchen sein!

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Der Traummann

Eingesandt von Barbara Krause

Ganz offen sei es hiermit heute gesagt,
ich habe mit meinem Manne einen guten Fang gemacht!
Drum hört mal auf mit dem Radau,
hier spricht eine verwöhnte Ehefrau!

Am Morgen nach unserer Hochzeitsnacht,
hat er den Kaffee schon ans Bett gebracht
und sprach: „Liebes Frauchen, nun ruhe dich aus,
jetzt bist du für immer bei mir zu Haus!
Jetzt kriegst du es besser, jetzt wirst du verwöhnt,
nun wird für dich immer das Dasein verschönt!“
Ich war tief gerührt, habe nur noch gedacht:
Mensch _____________, was hast du für einen Fang gemacht!

Ich wollte im Haushalt mal gehen ran,
da kam ich aber lecker an.
Mein Mann sagte nämlich mit ernstem Gesicht:
„Meine Göttergattin, die braucht das nicht.
Ich hole selbst die Kohlen, ich hacke Holz,
ich bin gleichberechtigt, ich habe auch meinen Stolz!
Ich flitze jetzt schnell hinunter zum Keller,
trink du mal inzwischen ein Glas Muskateller.“
Ich kann nichts mehr sagen, habe nur noch gedacht:
Mensch, ____________, was hast du für einen Fang gemacht!

Am letzten kam er mit der Löhnung nach Haus,
ich sagte: „Einen Fünfziger bitte ich mir aus.“
Da sagte mein Manne: Ich glaub’, du bist jeck!
Hier, steck mal schnell diesen Hunderter weg!
Ziehst du mit deiner Freundin mal los,
kannst du doch nicht stehen bargeldlos!
Mein Schatz, amüsiere dich ruhig mal tüchtig,
der Vati wird schon nicht eifersüchtig.
Lache dir ruhig mal was anderes an,
dafür habe ich Verständnis, ich bin ja dein Mann!
Mir kamen die Tränen, habe nur noch gedacht:
Mensch, ____________, was hast du für einen Fang gemacht!

Kommt er des abends ermüdet nach Haus,
begrüßt er mich oft mit einem Blumenstrauß.
„Ach, seufzt er, mein Liebling, was blickst du verhärmt,
jetzt wirst du von mir erst mal richtig erwärmt.
Hier, trink mal ein Ei, in Kognak geklopft,
die Socken werden von mir gestopft.
Und dann leg dich erst mal aufs Sofa flach,
die viele Hausarbeit macht dich ganz schwach.“
Er rennt dann wie ein Wiesel für mich durch das Haus,
ich lieg auf dem Sofa und ruh’ mich aus.
Sehe zu, wie er rumrennt und habe nur noch gedacht:
Mensch, ____________, was hast du für einen Fang gemacht!

Niemals an meine Taschen er geht.
Er weiß nicht, was in den Ausgaben steht.
Nie höre ich ihn schimpfen und niemals laut schwätzen.
Er fürchtet, das könnte meine Öhrchen verletzen.
Spiel Skat ich mit Freundinnen zu Haus’ bis um drei,
ist er selbstverständlich treu sorgend dabei.
Er mischt uns die Karten, notiert alle Stiche,
holt Bier aus der Wirtschaft und saust in die Küche,
schleppt Schnittchen herbei, kocht Kaffee darauf
und räumt bis um vier die Bude noch auf.
Ich lieg’ längst im Bett, nur der Gute, er wacht.
Mensch, ____________, was hast du für einen Fang gemacht!

Jeden Tag krieg ich ein Fläschchen Wein,
er sagt ausdrücklich, den trinkst du allein!
und wenn ich so fleißig mache gluck, gluck,
trinkt er ein Tässchen Muckefuck.
Jeden Tag krieg ich ein Stück vom Schwein.
Er haut sich die alten Kartoffeln hinein.
Haben wir mittags mal Spargel im Töpfchen,
bekomm ich alleine die leckeren Köpfchen.
Die schneidet er ab mir mit sorgenden Händen,
er selbst isst nur die holzigen Enden.
Oft habe ich beim Kauen mir heimlich gedacht:
Mensch, ____________, was hast du für einen Fang gemacht!

Im vorigen Monat wurde ich zur Nacht,
von Kegelschwestern schwer blau nach Hause gebracht.
Sie schleppten zu sechsen die Treppe mich rauf:
Pst, Vorsicht, sonst wacht der Alte noch auf.
Da hört man von oben den Männe schon schreien:
Da ist ja mein armes Engelein!
Was haben sie denn bloß wieder mit dir gemacht?
Komm Liebling, jetzt wirst du ins Bettchen gebracht.
Dann zog er mich aus, löste Knöpfchen um Knöpfchen,
strich mir behutsam über das Köpfchen,
und sprach dann: Nun musst du Heierli machen,
dann wirst du frisch gestärkt wieder erwachen.
Für die Kegelschwestern hat er noch Kaffee gekocht,
die haben ihn alle sehr gerne gemocht,
denn sie haben zum Abschied ins Ohr mir gelacht:
Mensch, ____________, was hast du für einen Fang gemacht!

Darauf schlief ich ein, mir war gar nicht mehr mies.
Ich kam mir fast vor wie im Paradies.
Auf einmal, da gab’s einen furchtbaren Krach,
der Wecker, der rappelt, ich wurde wach —
ich hatte geträumt nur die ganze Nacht,
aus und vorbei die ganze Pracht! —
Neben mir schnarchte mein Männe und schreit:
„Steh auf, Mensch, mach’ Frühstück, es wird höchste Zeit!“
Da habe ich erinnerungsvoll mir gesagt:
Ach, wäre das schön, hättest du so einen Fang gemacht!
Denn dann möchte ich noch hundert Jahre leben,
würde es solche Männer geben!

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Der Trunkenbold und sein Pferd

Es war einmal ein alter Mann,
der jeden Tag ein Schnäpschen trank.
Der Bursche, der war gewitzt und schlau,
nur hatte er eine böse Frau.
Die war am meckern überall,
Er hatte auch ein Pferd im Stall.

Und kam er mal nach Haus um vier,
dem Bauch voll mit Schnaps und Bier,
da schwankte er und konnte kaum laufen,
die Alte hinter der Haustür schnaufen,
eine Eierpfanne in der Hand,
Er wohnt schließlich auf dem Land.
Und schloß er dann die Haustür auf,
bekam er die Pfanne oben drauf.

Er war am grübeln, immer wieder,
wie kann ich das bloss schnell erwidern,
jeden Tag den Pfannenknall,
da fiel ihm ein das Pferd im Stall.

Und nach dem nächsten Wirtschaftsmarsch,
stellt er das Pferd mit dickem Arsch,
ganz leise vor die eigene Tür,
es war mal wieder kurz vor vier,
Es gab ein Schlag, die Tür war auf,
die Mutter die schlug feste drauf.
Das Pferd schlug aus, es war ein Schimmel,
und die Mutter war im Himmel.

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Gute Nacht Adele

Es fuhr mit viel Geschäftsinteresse
der Chef, Herr Schmidt zur Kölner Messe,
doch nahm besagter Kaufmann Schmidt
auch seine Sekretärin mit.

Die beiden hatten sich die Stände
und auch das Messefreigelände
am Deutzer Ufer angesehen
und wandten sich, nach Köln zu gehen.

Sie aßen gut und nicht zu teuer
im alten Stadtlokal bei Tünnes Meuer
und gingen dann ganz offiziell
als Ehepaar ins Domhotel.

Der Mondschein drang mit seinem Schimmer
in das besagte Doppelzimmer,
als Kaufmann Schmidt, der gerne trank,
ermüdet auf sein Lager sank.

Die Sekretärin lag in Seide
zu Schmidts und auch zu ihrer Freude,
vergnüglich, sauber und adrett
im herrlich breiten Nachbarbett.

Da sagte Schmidt, um anzubandeln:
Wie soll ich dich, mein Kind, behandeln?
Ja, überleg dir das genau,
als Sekretärin - oder als Frau?

Als deine Frau, rief sie verwegen,
hob kurz den Blick und ward verlegen.
Da sagte Schmidt: „Du gute Seele,
dann schlaf auch schön, gut' Nacht, Adele!“

Als Schmidt dann wieder heimgekehrt
hat sein christlich Gewissen aufbegehrt,
weil mit der Sekretärin er ganz verwegen,
zusammen hat im Bett gelegen.

Um sein Gewissen zu erleichtern,
ging flugs er zum Pfarrer um zu beichten.
Er beichtet dem Pfarrer mit Unbehagen,
ganz genau, wie es sich zugetragen.

Der Pfarrer hinterfragt dann genau,
ob wirklich hübsch und jung ist die Frau
und kein Verkehr dort im Spiele war.
Der Schmidt beteuert ihm dieses ganz klar.

Die Absolution folgt dann auf dem Fuße,
was Schmidt hat zu leisten als Buße:
„Du musst ganz innig in Reue versinken
und als Buße sieben Eimer Wasser trinken.“

„Wie können Sie solche Buße mir nur geben?“
Darauf hat der Pfarrer die Antwort gegeben:
„Die sieben Eimer Wasser zu trinken ich dir befehl,
es ist die Tagesration für ein Kamel.“

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Oma und Opa in Münster

Autor: unbekannt

Opa und ich, wir sind noch nie in Münster gewesen. Eines Tages haben wir uns aufgerappelt und sind dort hingefahren. Wir kamen auch glücklich in Münster an.

Als wir auf dem Bahnsteig stehen und gucken wo wir hin müssen, da sah ich ein Schild auf dem stand „ G E L E I S E “. Ich sag zu Opa: „Zieh die Schuhe aus, hier muss man leise gehen. Da auf dem Schild, da steht es, Ge-leise.“ Wir zogen unsere Schuhe aus und so kamen wir auf Strümpfen bei C & A an. Ich wollte mir nämlich einen Schirm kaufen. Am Eingang, da stand so ein feiner Herr in Schlips und Kragen. Ich sagte: „Guten Tag Herr C & A, ich möchte wohl gern einen Regenschirm kaufen!“ Der Herr sagte mir bloß: „Erste Stock!“ Quatsch, denk ich und geh auf den ersten Verkaufsstand zu und frag dort nach einem Schirm. „Erste Stock!“ sagt die Verkäuferin und so ging es mir an mehreren Verkaufsstände. Ich sag zu Opa: „Hier ist es wie verhext, hier kannste keinen Schirm kriegen, hier musst du erst einen Stock kaufen!“ Dann sind wir weitergegangen. Ich sag zu Opa: „Wir wollten doch noch einen Spiegel kaufen.“ Nach langem Suchen fanden wir das richtige Geschäft. Den Spiegel hatten wir bald ausgesucht. Der Verkäufer fragte ganz freundlich: „Darf ich Ihnen den Spiegel einschlagen?“ „Ohje“, sag ich, „kaputte Spiegel die haben wir noch zu Hause.“ Weil wir nun einmal in Münster waren, wollten wir auch gerne ins Theater.

„Was wird gespielt?“ fragt Opa die Kartenverkäuferin. „Was ihr wollt“, sagt sie. „Ja, was wollen wir denn sehen?“ überlegte Opa. „Was für ein Theaterstück kennen wir denn noch von der Schule?“ Auf einmal strahlte er übers ganze Gesicht: „Dann nehmen wir Wilhelm Tell.“

Dann wurde er aber ganz ernst und sagt: „Oma, da steht es schwarz auf weiß, Programm 10 Cent. Das können wir nicht bezahlen, da können wir nicht reingehen. Denk dir, pro Gramm 10 Pfennige, und das bei deinen Pfunden!“

Als das nun mit dem Theater nichts wurde, wollten wir wenigstens ins Kino gehen. Auf der Straße fragten wir ein Fräulein wo ein Kino ist. „Geradeaus“, sagte sie.

„Mein Gott“, sag ich, „was haben wir doch für ein Pech, nun ist das Kino auch schon aus.“ Von dem Laufen in der Stadt waren wir nun richtig müde geworden und wollten Nachts in Münster bleiben. Wir fanden auch schließlich ein Hotel. Der Portier sagte uns, ein Doppelzimmer wäre nicht mehr frei. Wir könnten aber zwei Einzelzimmer kriegen. „Ach“, sagte Opa, „das macht nichts. Meine Alte habe ich ja jede Nacht bei mir.“ Bevor wir schlafen gingen, wollten wir noch etwas essen. Der Ober brachte uns die Speisekarte. Als erstes stand darauf „Kohlsuppe“. „Nee“, sagte Opa, „den ganzen Tag sehe ich in unserem Garten Kappesköppe genug und nun soll ich in Münster noch Kohlsuppe essen? Nee, nee!“

Dann stand auf der Karte Kotelett. „Nee“, sagte Opa, „wir schlachten doch selbst zwei Schweine, Kotelett können wir auch zu Hause haben. Aber hier“, sagt Opa, „da steht Menü, das nehmen wir.“ „Ja“, sag ich, „das hört sich so schön französisch an.“

Da haben wir also Menü bestellt. Als erstes brachte uns der Kellner eine Vorsuppe, was war es? Kohlsuppe!!! „Nee, das ist ja Betrügerei, das esse ich nicht“, sagte Opa. Ich habe meine ja herunter gewürgt. Als zweiten Gang gab es ein Kotelett. „Mensch, Oma“, sagte Opa, „das ist ja Karbonade!“ Aber was sollten wir machen, wir haben es dann doch gegessen. Nach dem Essen waren wir todmüde und gingen bald ins Bett. Neben dem Zimmer von Opa lag ein Gast, der krank war. Er hatte Koliken und brauchte einen Einlauf. Der Doktor kam in der Nacht, vertat sich aber in der Tür und kam bei Opa rein. Opa war noch ganz verschlafen und lässt sich den Einlauf geben. Er dachte, das gehört zum Service des Hotels. Danach hatte er aber eine ganz unruhige Nacht. Am anderen Morgen waren wir froh, dass wir wieder nach Hause fahren konnten. Abends kommt unser Nachbar und fragte: „Na, ihr Beiden, wie war es denn in Münster?“ „Oh“, sagte Opa, „fahr du bloß nicht nach Münster. Da musst du nämlich auf Socken durch die Stadt laufen. Wenn du einen Schirm kaufen willst, musst du erst einen Stock kaufen. Kaufst du dir einen Spiegel, dann wollen sie den im Geschäft gleich kaputt schlagen. Im Theater musst du nach Gewicht bezahlen, pro Gramm 10 Pfennige. Aber das Schlimmste kommt noch, wenn man im Hotel seine Kohlsuppe nicht isst, dann wird sie einem Nachts eingespritzt. Da fahren wir nicht wieder hin!!!“

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Tapezieren ist schwer

Requisiten: Malerhut z.B. aus Zeitungspapier und Malerkittel

Ihr lieben Leute, es ist passiert,
ich hab die Wohnung tapeziert!
Was hab ich geschwitzt und geschimpft wie ein Bär,
und ich kann euch verraten Tapezieren ist schwer!

Neulich spricht meine Adelheid:
„Die alte Tapete, die bin ich leid!“
Wir renovieren, morgen geht's los!
Und diesen Gedanken fand sie famos.

Beim aller ersten Hahnenschrei
fingen wir dann an mit der Kleisterpanscherei.
Als erstes, so dachten wir beiden,
muss man die Tapete schneiden.
Nun standen wir da, zum Rechnen bereit
- 10 Rollen Tapete, je 50 breit -
das macht - fast - genau - ungefähr -
ich hab's ja geahnt: Tapezieren ist schwer.

„Hör auf“, sagt meine Frau „du Rechengenie,
sonst schaffen wir die Sache nie!“"
Sie drückt mir einen Eimer mit Leim in die Hand.
„Das verteilst du jetzt akkurat auf die Wand.
Dann nimmst du die Rolle und ziehst sie schön knapp,
was unten zuviel ist, schneiden wir ab.“

Gesagt, getan wir fingen an!
Grad waren wir bei der siebten Bahn,
da wurde die erste wieder munter
und rutscht ganz langsam die Wand hinunter -
die zweite und die dritte hinterher …
Was hab ich gesagt: Tapezieren ist schwer!

Meine Frau sprang auf und wollt´ sie noch fangen,
schon hat sie im Eimer mit Kleister gehangen!
Ich rufe "pass auf!" Doch es war schon zu spät,
sie lag in der Brühe, obendrauf die Tapet´.
Mit blieb fast das Herz stehen, ich kann fast nicht mehr
und sage und seufze: Tapezieren ist schwer!

Obwohl völlig schuldlos trifft mich die Mahnung,
ich wäre ungeschickt, ich hätte keine Ahnung.
Sie guckt die Tapete an und sagt ganz verhagelt:
„So, jetzt geht’s rund, jetzt wird genagelt!“
Sie nimmt den Hammer und peilt an die Wand,
dabei hält sie den Nagel verkehrt in der Hand.

„Da guck mal“, sagt sie „jetzt kommt die Pleite,
der hat ja den Kopf auf der falschen Seite!“
Ich sage: "Du hast zuwenig Verstand!
Das ist die Spitze, die gehört in die Wand!
Lass mich mal probieren, gib den Hammer her,
du bist zu dumm dazu. Tapezieren ist schwer!“

Dann hab ich gehämmert, gekloppt wie ein Schuster,
Nagel auf Nagel, Muster auf Muster.
Nach dreieinhalb Stunden, da war ich es satt,
der Hammer war glühend, der Daumen war platt.
Drei Kilo Nägel hab ich verschlissen,
die Wand sah aus wie von Fliegen beschissen.
Die Bahnen hingen kreuz und quer,
ein paar waren zerrissen … Tapezieren ist schwer!

Nun hat meine Adelheid einen praktischen Sinn
und hängt an jeden Nagel ein Bildchen hin,
links der alte Kalender, das sieht ein Blinder,
rechts die Oma, die Tante, die Kinder.
Die Wohnung, die wirkt jetzt enorm familiär,
nur die Tapete, die sieht man nicht mehr.

Zum Schluss haben wir noch die Fenster lackiert
und dabei ist dann ein Malheurchen passiert.
Fenster streichen ist ja kein Problem,
nur die Rahmen von außen, das ist unangenehm.
Ich spreche: „Ich will nicht, ich habe keine Courage,
das schmale Brettchen, die erste Etage!“

„Nun mach keinen Ärger“, flötete sie,
„ich werde dir helfen, ich weiß auch schon wie!
Wir nehmen die Tür vom Schlafzimmerschrank
und legen sie quer auf die Fensterbank.
Streich du ruhig draußen und fürchte dich nicht,
ich halte ja drinnen das Gegengewicht.“

In der einen Hand den Pinsel und vom Lack den Rest,
mit der anderen Hand hielt ich mich krampfhaft fest.
Mit der einen wollt´ ich - da wurde mir flau -
unten gähnte der Abgrund und drinnen meine Frau.
Da keift sie von drinnen raus:
„Sag bist du bald fertig, wie sieht es denn aus?“
Ich sage: „Prima, mir gefällt es!“
… da schellt es!

Meine Frau springt auf, um zu sehn, wer da ist,
da ging es mit mir abwärts mit Lack und Gerüst.
Ich landete genau mit der Rückseite vom Bauch
neben der Haustür im Rosenstrauch.
Mir wurde es vor Augen ganz himmelblau,
da erscheint in der Tür der Kopf meiner Frau.
Sie fragt mit dem dümmsten Gesicht von der Welt:
„Was machst du denn hier? Hast du geschellt?“

Aber jetzt sind wir fertig, so ungefähr -
nur ein gelernter Tapezierer, der muss noch mal her.
Und wenn ihr mich fragt, ich sag es frei heraus:
Tapezieren ist einfach - probiert es doch mal aus.

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Seite zuletzt geändert: 07.06.2015