Frühlingsgedichte, Gedichte über den Frühling

Freuen Sie sich auf den Frühling – bekannte und weniger bekannte Frühlingsgedichte

Übersicht

Frühlingsgedichte von Heidi Hollmann
Frühlingsgedichte, Frühlingslyrik, Frühlingspoesie – Heidi Hollmann
Frühlingsgedichte von Olaf Lüken
Frühlingsgedichte, Frühlingslyrik, Frühlingspoesie – Olaf Lüken
Frühlingsgedichte von Sieglinde Seiler
Frühlingsgedichte, Frühlingslyrik, Frühlingspoesie – Sieglinde Seiler
Sonstige Frühlingsgedichte
Frühlingslieder

Sonstige Frühlingsgedichte

Der Frühling

Autor: Friedrich Hölderlin

Die Sonne glänzt, es blühen die Gefilde,
Die Tage kommen blütenreich und milde,
Der Abend blüht hinzu, und helle Tage gehen
Vom Himmel abwärts, wo die Tag’ entstehen.

Das Jahr erscheint mit seinen Zeiten
Wie eine Pracht, wo sich Feste verbreiten,
Die Menschen Tätigkeit beginnt mit neuem Ziele,
So sind die Zeichen in der Welt, der Wunder viele.

Blühende Magnolienbäume
Blühende Magnolienbäume
Bild von Jill Wellington auf Pixabay
Magnolienbäume entfalten auch in kleinen Gärten eine
wahre Blütenpracht. Über 100 Millionen Jahre alt, sind sie
vermutlich die Ahnen aller heute lebenden Blütenpflanzen.

Der Frühling ist die schönste Zeit

Autorin: Annette von Droste-Hülshoff

Der Frühling ist die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?
Da grünt und blüht es weit und breit
Im goldnen Sonnenschein.

Am Berghang schmilzt der letzte Schnee,
Das Bächlein rauscht zu Tal,
Es grünt die Saat, es blinkt der See
Im Frühlingssonnenstrahl.

Die Lerchen singen überall,
Die Amsel schlägt im Wald!
Nun kommt die liebe Nachtigall
Und auch der Kuckuck bald.

Nun jauchzet alles weit und breit,
Da stimmen froh wir ein:
Der Frühling ist die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?

Landschaft Japanischer Garten
Landschaft Japanischer Garten
Bild von ADD auf Pixabay
Der Betrachter kann verschiedene Elemente eines
Garten unterschiedlich interpretieren. Elemente können
sowohl einzeln als auch in Kombination
betrachtet und gedeutet werden.

Die Nachtigall

Autor: Theodor Storm

Das macht, es hat die Nachtigall
Die ganze Nacht gesungen;
Da sind von ihrem süßen Schall,
Da sind in Hall und Widerhall
Die Rosen aufgesprungen.

Sie war doch sonst ein wildes Blut;
Nun geht sie tief in Sinnen,
Trägt in der Hand den Sommerhut
Und duldet still der Sonne Glut
Und weiß nicht, was beginnen.

Das macht, es hat die Nachtigall
Die ganze Nacht gesungen;
Da sind von ihrem süßen Schall,
Da sind in Hall und Widerhall
Die Rosen aufgesprungen.

Die Nachtigall und das Erwachen der Rosen sind Symbole für die Liebe. Vom „süßen Schall“ sind die Rosen erwacht und „aufgesprungen“. Zweite Strophe: Ein junges Mädchen hat die wilden Jahre hinter sich und zieht nachdenklich durch die Straßen. Die dritte Strophe ist identisch mit der ersten Strophe. Die ersten Liebesgefühle des Mädchens erwachen. Womöglich denkt sie an ihren Geliebten.

Nachtigall
Nachtigall
Bild von 12138562 auf Pixabay
Im zeitigen Frühjahr singen unverpaarte
Nachtigallmännchen etwa ab 11 Uhr nachts bis in den
Morgen; der Nachtgesang dient wohl vor allem
zum Anlocken einer Brutpartnerin.

Er ist’s

Autor: Eduard Mörike

Frühling läßt sein blaues Band
wieder flattern durch die Lüfte;
süße, wohlbekannte Düfte
streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
wollen balde kommen.
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
dich hab ich vernommen!

Vilettes Duftveilchen als Frühlingsbote
Violettes Duftveilchen als Frühlingsbote
Bild von Hans auf Pixabay
Das Duftveilchen ist als Frühlingsbote und Lieferant von ätherischen Ölen für die Parfümherstellung bekannt, wird Arzneimittel verwendet und von Kennern als Delikatesse geschätzt.

Es wird Frühling

Autor: Søren Kierkegaard

Die Vögel kommen
in ganzen Schwärmen,
um dich zu erfreuen.
Das junge Grün spriesst;
und der Wald wächst schön
und steht wie eine Braut da,
um dir Freude zu schenken.

Du bist geschaffen.
Du bist da.
Du bekommst heute
das zum Dasein Nötige.
Du wurdest erschaffen.
Du wurdest Mensch.

Du kannst sehen,
bedenke: Du kannst sehen,
du kannst hören, du kannst
riechen, schmecken, fühlen.

Narzissen zur Teezeit
Narzissen zur Teezeit
Bild von Jill Wellington auf Pixabay
Narzissen bringen den Frühling ins Haus. Ihre sattgelben Blüten verbreiten Frühlingsstimmung und sind auch als Schnittblumen einfach nur schön.

Früher Frühling

Autor: Fred Endrikat

Zwischen Februar und März
liegt die große Zeitenwende,
und man spürt es allerwärts,
mit dem Winter geht’s zu Ende.
Schon beim ersten Sonnenschimmer
steigt der Lenz ins Wartezimmer.
Keiner weiß, wie es geschah,
und auf einmal ist er da.

Manche Knospe wird verschneit
zwar im frühen Lenz auf Erden,
alles dauert seine Zeit,
nur Geduld, es wird schon werden.
Folgt auch noch ein rauer Schauer,
lacht der Himmel um so blauer.
Leichter schlägt das Menschenherz
zwischen Februar und März.

Krokusse – Vorboten des Frühlings
Krokusse – Vorboten des Frühlings
Bild von Annette Meyer auf Pixabay
Wie Juwelen leuchten Krokusse beim geringsten Sonnenlicht in einer Vielfalt an Farben auf. Von Purpur, Violett und Zartblau über Weiß, Creme bis Gelb reflektieren sie das intensiver werdende Licht und entfesseln Frühlingsglück.

Frühling

Autor: Theodor Fontane

Nun ist er endlich kommen doch
In grünem Knospenschuh;
„Er kam, er kam ja immer noch“,
Die Bäume nicken sich’s zu.

Sie konnten ihn all erwarten kaum,
Nun treiben sie Schuß auf Schuß;
Im Garten der alte Apfelbaum,
Er sträubt sich, aber er muß.

Wohl zögert auch das alte Herz
Und atmet noch nicht frei,
Es bangt und sorgt: „Es ist erst März,
Und März ist noch nicht Mai.“

O schüttle ab den schweren Traum
Und die lange Winterruh:
Es wagt es der alte Apfelbaum,
Herze, wag’s auch du.

Apfelbaumblüte
Apfelbaumblüte
Bild von Karsten Paulick auf Pixabay
Ein blühender Apfelbaum bietet einen prächtigen Anblick. Die duftenden Blüten sind weiß und schimmern meistens leicht rötlich. Sie enthalten süßlichen Nektar, der Insekten anzieht.

Frühlings-Hymne

Autor: Ludwig Scharf

Dieser blaue Frühlingsmorgen-Himmel
Und dies junge frische Blattgewimmel,
Drin der Wind von Ast zu Aste springt –
Bis sich Blatt mit Blatt im Tanze schwingt –

Diese Flitterwochenzeit der Bäume,
Ihre ersten Sonnen-Blütenträume
Unterm blauen Hochzeitsbaldachin –
Dieses golddurchwirkte Farbenglühn …

O, dies unaussprechlich zarte Beben,
Leib-in-Leib- und Seel-in-Seel-Verweben,
Dies Beseeltsein stummster Kreatur,
Offenbarend ihre Gottnatur! …

Bad dich nun, mein Herz, von Staub und Asche!
Wind und Sonne deine Pulse wasche!
Tauche ganz ins golden-grüne Meer!
Wirf im goldnen Blau
Deiner Sehnsucht Arme hin und her! …

Marzenbecher
Märzenbecher, weiß, klein
Bild von Ulrike Leone auf Pixabay
Die weißen Blüten der Märzenbecher bilden an optimalen Standorten ganze Teppiche. Sie mögen es feucht und licht. Auch im Garten lassen sich die Frühblüher gut ansiedeln.

Frühlingskind

Autorin: Anita Menger

Mit leichtem Schritt und lauem Wind –
eilt es heran – das Frühlingskind –
der Winter will nun gehen.
Er gibt das Zepter aus der Hand –
schon während dort am Waldesrand
noch kahl die Bäume stehen.

Die Amsel baut an ihrem Nest
im zarten knospenden Geäst –
das Blatt ist im Entstehen.
Wenn erst die Frühlingsblumen blüh’n –
ist dieses Nest im Blättergrün
für uns nicht mehr zu sehen.

Vom milden Sonnenstrahl erwärmt
der Falter um die Blüten schwärmt.
Im sanften Frühlingswehen
tanzt leicht beschwingt er durch die Luft –
betört vom süßen Blütenduft
kann er nicht widerstehen.

Und ist die Welt vom Frost befreit –
trägt sie beschwingt das Frühlingskleid
Natur will auferstehen.
So feiern wir – ist es vollbracht –
in herrlich bunter Farbenpracht
ein frohes Wiedersehen.

© Anita Menger

Amsel sitzt auf einem Zweig
Amsel sitzt auf einem Zweig
Bild von valentin hintikka auf Pixabay
Zu den ersten Sängern im Februar und März zählt die Amsel. Schon vor Sonnenaufgang geginnen die Männchen mit ihren melodiösen Stophen den Tag.

Frühlingsnacht

Autor: Joseph von Eichendorff

Übern Garten durch die Lüfte
Hört ich Wandervögel ziehn,
Das bedeutet Frühlingsdüfte,
Unten fängt’s schon an zu blühn.

Jauchzen möcht ich, möchte weinen,
Ist mir’s doch, als könnt’s nicht sein!
Alte Wunder wieder scheinen
Mit dem Mondesglanz herein.

Und der Mond, die Sterne sagen’s,
Und in Träumen rauscht’s der Hain,
Und die Nachtigallen schlagen’s:
Sie ist Deine, sie ist dein!

Star, Zugvogel
Star, Zugvogel
Bild von G.C. auf Pixabay
Nachdem der Star im März seine Nisthöhle bezogen hat, brütet das Weibchen ab Anfang April allein. Nach 12 bis 13 Tagen schlüpfen die Jungen.

Hinter den Tannen

Autor: Theodor Storm

Sonnenschein auf grünem Rasen,
Krokus drinnen blau und blaß;
Und zwei Mädchenhände tauchen
Blumen pflückend in das Gras.

Und ein Junge kniet daneben,
Gar ein übermütig Blut,
Und sie schaun sich an und lachen -
O wie kenn ich sie so gut!

Hinter jenen Tannen war es,
Jene Wiese schließt es ein -
Schöne Zeit der Blumensträuße,
Stiller Sommersonnenschein!

Krokuswiese im Frühling
Krokuswiese im Frühling
Bild von Couleur auf Pixabay

Hörst du den Wind

Autorin: Anita Menger

Hörst du den Wind – ganz leise
singt er des Frühlings Weise
und treibt den Winter aus.
In den noch kahlen Zweigen,
die sich bald knospend zeigen,
baut Amsel sich ihr Haus.

Geschmolzen sind die Flöckchen,
es läuten weiße Glöckchen
nun sanft den Frühling ein.
Sieh nur die Schmetterlinge –
sie tanzen guter Dinge
im Frühlingssonnenschein.

© Anita Menger

Erste Farbtupfer im Wald
Erste Farbtupfer im Wald
Bild von 652234 auf Pixabay
Frühblüher nutzen die Zeit vor der Belaubung der Bäume. Sie bringen wieder Farbe in die Natur. Es regt sich neues Leben.

Immerhin

Autor: Wilhelm Busch

Mein Herz, sei nicht beklommen,
Noch wird die Welt nicht alt.
Der Frühling ist wiedergekommen,
Frisch grünt der deutsche Wald.

Seit Ururvätertagen
Stehen die Eichen am See,
Die Nachtigallen schlagen,
Zur Tränke kommt das Reh.

Die Sonne geht auf und unter
Schon lange vieltausendmal,
Noch immer eilen so munter
Die Bächlein ins blühende Tal.

Hier lieg ich im weichen Moose
Unter dem rauschenden Baum,
Die Zeit, die wesenlose,
Verschwindet als wie ein Traum.

Von kühlen Schatten umdämmert,
Versink ich in selige Ruh;
Ein Specht, der lustig hämmert,
Nickt mir vertraulich zu.

Mir ist, als ob er riefe:
Heija, mein guter Gesell,
Für ewig aus dunkler Tiefe
Sprudelt der Lebensquell.

Waldsee, Teich, Natur
Waldsee mit Anleger
Bild von Tom auf Pixabay
Waldsee im Frühling umgeben von Bäumen, ruhige Wasseroberfläche mit Reflexion, helles Sonnenlich und blauen Himmel.

Zur Frühlingsfeier

Autorin: Anita Menger

Seht nur der junge Frühling
ist endlich aufgewacht.
Er hat uns zarte Knospen
und Sonnenschein gebracht.

Auch die Natur wird munter,
sie wirkt bei Tag und Nacht.
Zum Fest der Auferstehung
glänzt sie in ihrer Pracht.

Mit Tulpe, Krokus, Veilchen,
Narziss’ und Tausendschön
will sie zur Frühlingsfeier
in voller Blüte steh’n.

© Anita Menger

Lilafarbene Krokusse
Lilafarbene Krokusse
Bild von Ilo auf Pixabay
Der Frühlings-Krokus (Crocus vernus) bringt ansehnliche, weiße, gelbe, blaue, lilafarbene, angenehm duftende Blüten von Februar bis März hervor.

Frühlingslieder

An den Frühling

Text: Friedrich Schiller
Melodie: Franz Schubert | Noten

Video: Schubert - An den Frühling D.283 - Prey / Moore

Willkommen, schöner Jüngling!
Du Wonne der Natur!
Mit deinem Blumenkörbchen
Willkommen auf der Flur!

Ei, ei! Du bist ja wieder!
Und bist so lieb und schön!
Und freun wir uns so herzlich,
Entgegen dir zu gehn.

Denkst auch noch an mein Mädchen?
Ei, Lieber, denke doch!
Dort liebte mich das Mädchen,
Und’s Mädchen liebt mich noch!

Für Mädchen manches Blümchen
Erbat ich mir von dir –
Ich komm’ und bitte wieder,
Und du? Du gibst es mir.

Schmetterlinge im Bauch
Schmetterlinge im Bauch
Bild von Mariana Anatoneag auf Pixabay
Die aufblühende Natur und die längeren Tage steigern die Lust, sich zu verlieben.

Kleine Meise

Autor: unbekannt

Video: Kleine Meise

Kleine Meise, kleine Meise,
sag wo kommst du denn her,
Suchte Futter, suchte Futter,
aber alles war leer.

Kleine Meise, kleine Meise
und was willst du bei mir,
Ein paar Körnchen, ein paar Körnchen
und ich dank dir dafür.

Kleine Meise, kleine Meise,
bitte sing mir ein Lied,
Erst im Frühling, erst im Frühling,
wenn das Schneeglöckchen blüht.

Kleine Meise, kleine Meise,
wohin fliegst du nun fort?
In mein Nestchen, in mein Nestchen,
denn schön warm ist es dort.

Meise an Futterstelle
Meise an Futterstelle
Foto von Anna K auf Unsplash